Die Panzerbrigade 29 „Südbaden-Hohenzollern“ mit Sitz des Stabes in Sigmaringen war eine Brigade der 10. Panzerdivision des Heeres der deutschen Bundeswehr, die 1993 aufgelöst wurde. Sie war in Baden-Württemberg und anfangs auch in Bayern stationiert.

Geschichte Heeresstruktur 2 Die Brigade wurde 1959 als Panzergrenadierbrigade 29 in Pfullendorf aus Teilen der Panzerbrigade 30, der 1. Gebirgsdivision und der 1. Luftlandedivision neu aufgestellt und verlegte 1961 nach Sigmaringen. Zur Brigade gehörten anfänglich: Stab und Stabskompanie Panzerbataillon 294 (Aufstellung 1958 als Panzerbataillon 322 in Großengstingen, später Stetten am kalten Markt) Panzergrenadierbataillon 292 (Immendingen, aufgestellt als Panzergrenadierbataillon 34 und 1966 umbenannt in Panzergrenadierbataillon 292) Fallschirmjägerbataillon 291 Feldartilleriebataillon 295 (Aufstellung 1958 in Münsingen, ab 1959 Immendingen, 1966 Umbenennung in Panzerartilleriebataillon 295) Panzerjägerkompanie 290 (Aufstellung 1959 in Murnau am Staffelsee, ab 1959 Stetten a.k.M.) Die Brigade war der 10. Panzerdivision unterstellt. Der Brigade waren kurzzeitig Verbände unterstellt, die später zur Panzergrenadierbrigade 28 wechselten. Dazu gehörten das Panzergrenadierbataillon (mot) 281 in Neuburg, das Panzergrenadierbataillon 282 in Donauwörth und das Versorgungsbataillon 286 in Neuburg. 1967 wurde die Brigade zur Panzerbrigade 29 umgegliedert und gab dazu das Panzerbataillon 293 als Panzerbataillon 304 an die Panzerbrigade 30 ab.

Heeresstruktur 3 1971 wurde das Panzerbataillon 293 aus Teilen der Gebirgspanzerbataillone 224 und 234 neu aufgestellt. 1971 wechselte das Fallschirmjägerbataillon 291 aus Stetten als Fallschirmjägerbataillon 271 zur Fallschirmjägerbrigade 27 und verlegte nach Iserlohn. 1972 wurden aus dem aufgelösten Versorgungsbataillon 296 die Nachschubkompanie 290 und die Instandsetzungskompanie 290 gebildet.

Heeresstruktur 4 1981 gehörten zur Brigade: Panzerbataillon 291, teilaufgestellt, 1., 3. und 4. Kompanie in Stetten am kalten Markt, 2. Kompanie in Immendingen (Auflösung 1988) Panzergrenadierbataillon 292, Immendingen Panzerbataillon 293, Stetten am kalten Markt Panzerbataillon 294, Stetten am kalten Markt Panzerartilleriebataillon 295, Immendingen Stabskompanie, Sigmaringen Spähzug (beim Panzeraufklärungsbataillon 10 in Ingolstadt) Panzerjägerkompanie 290, Stetten am kalten Markt Panzerpionierlehrkompanie 290 (1987 Umbenennung in Panzerpionierlehrkompanie 560 und Brigadewechsel, dafür 1987 Neuaufstellung Panzerpionierkompanie 290 in Immendingen) Nachschubkompanie 290, Stetten am kalten Markt Instandsetzungskompanie 290, Stetten am kalten Markt Feldersatzbataillon 104 (ab 1983)

Die Brigade umfasste im Herbst in der Friedensgliederung etwa 2900 Soldaten. Die geplante Aufwuchsstärke im Verteidigungsfall lag bei rund 3300 Mann. Zum Aufwuchs war die Einberufung von Reservisten und die Mobilmachung von nicht aktiven Truppenteilen vorgesehen. Zum Ende der Heeresstruktur 4 im Herbst war die Brigade weiter Teil der 10. Panzerdivision und gliederte sich grob in folgende Truppenteile:Dargestellt sind die internen Verbandsabzeichen, für die bis etwa Mitte der 1980er Jahre eine Tragegenehmigung offiziell erteilt wurde. Nicht aktive Truppenteile (Geräteinheiten, teilaktive, gekaderte) sind kursiv dargestellt.

25px Stab/Stabskompanie Panzerbrigade 29, Sigmaringen 25px Panzerjägerkompanie 290, Stetten am kalten Markt 25px Panzerpionierkompanie 290, Immendingen 25px Nachschubkompanie 290, Stetten 25px Instandsetzungskompanie 290, Stetten 25px Panzerbataillon 291 (teilaktiv), Stetten (Ende als Truppenversuch bis auf 2./PzBtl291 aufgelöst. 2./PzBtl 291 dann zu Panzergrenadierbataillon 292) 25px Panzergrenadierbataillon 292, Immendingen 25px Panzerbataillon 293, Stetten 25px Panzerbataillon 294, Stetten 25px Panzerartilleriebataillon 295, Immendingen

Ihren Beinamen „Südbaden-Hohenzollern“ erhielt die Brigade .

Heeresstruktur 5 bis zur Auflösung Die Brigade wurde zum 30. September 1993 außer Dienst gestellt.

Dazu wechselten folgende Einheiten die Brigade:

Panzerbataillon 294 zur Panzerbrigade 30 als Panzergrenadierbataillon 294 (a) Panzerbataillon 293 zur Panzerbrigade 30 als Panzergrenadierbataillon 293 (na) Panzergrenadierbataillon 292 fusionierte mit dem Jägerbataillon 552 (HschBrig 55) zum Jägerbataillon 292 und wechselte zur Deutsch-Französischen Brigade. Panzerartilleriebataillon 295 fusionierte mit dem Feldartilleriebataillon 555 (ta) (HschBrig 55) zum Feldartilleriebataillon 295 und wechselte zur Deutsch-Französischen Brigade. Panzerpionierkompanie 290 Personal wurde in Panzerpionierkompanie 550 (HschBrig 55) übernommen und wechselte zur Deutsch-Französischen Brigade.

Kommandeure Folgende Offiziere führten die Brigade (Dienstgrad bei Kommandoübnahme). In der Regel wurden die Kommandeure nach einiger Zeit zum Brigadegeneral ernannt:

Nr.NameBeginn der BerufungEnde der Berufung13Oberst Klaus Wittig1. April 199130. September 199312Brigadegeneral Wolfgang Beltermann1. Dezember 198631. März 199111Brigadegeneral Heribert Göttelmann1. Oktober 198230. November 198610Oberst Winfried Vogel1. Oktober 1981 30. September 19829Brigadegeneral Hans Grillmeier1. April 198030. September 19818Brigadegeneral Claus Claussen19. November 197431. März 19807Brigadegeneral Herbert Huber1. Oktober 197010. November 19746Brigadegeneral Horst Ohrloff11. April 196930. September 19705Oberst Hans-Joachim Becke1. Oktober 196610. April 19694Oberst Rudolf Hagemann16. Oktober 196530. September 19663Oberst Günther Reischle1. April 196415. Oktober 19652Brigadegeneral Peter von Butler1. Oktober 196231. März 19641Brigadegeneral Kurt Gerber1. August 195930. September 1962

Verbandsabzeichen mini|Gewebtes Verbandsabzeichen für den Dienstanzug mini|Internes Verbandsabzeichen des Stabes/Stabskompanie

Die Blasonierung des Verbandsabzeichens für den Dienstanzug der Angehörigen der Panzerbrigade 29 lautete: Rot bordiert, in Gold ein schwarzer rotbewehrter und rotgezungter Löwe.

Der Löwe war der schwäbische Stauferlöwe, der ähnlich im Wappen Baden-Württembergs auftauchte. Die Verbandsabzeichen der Division und der unterstellten Brigaden waren bis auf die Borde identisch. In der Tradition der Preußischen Farbfolge erhielt das Verbandsabzeichen der Panzerbrigade 29 als „zweite“ Brigade„Erste“ Brigade: Panzerbrigade 28 (=weißer Bord). „Zweite“ Brigade: Panzerbrigade 29 (=roter Bord). „Dritte“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 30 (=gelber Bord). der Division einen roten Bord.

Da sich die Verbandsabzeichen der Brigaden der Division nur geringfügig unterschieden, wurde stattdessen gelegentlich auch das interne Verbandsabzeichen des Stabes bzw. der Stabskompanie pars pro toto als „Abzeichen“ der Brigade genutzt. Es zeigte oben links das Verbandsabzeichen, einen geschachten Schrägbalken in der Tingierung des schwarz-silberne Stammwappens der Hohenzollern und ein Kleeblatt.

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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