Ancistrocladus ist die einzige Gattung der somit monogenerischen Pflanzenfamilie der Ancistrocladaceae innerhalb der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales). Die etwa 20 Arten sind paläotropisch verbreitet.

Beschreibung mini|links|Habitus und Laubblätter von Ancistrocladus korupensis mini|links|Scheinbar gestielte, einfache Laubblätter von Ancistrocladus heyneanus

Erscheinungsbild und Blätter Ancistrocladus-Arten wachsen als Lianen oder kletternde Sträucher. Sie klettern mit hakenförmigen oberen Enden der sympodialen Zweige. Anfangs wachsen sie alle selbständig aufrecht als monopodiale Sträucher. Die Pflanzenteile sind kahl.

Die wechselständigen Laubblätter sind an jungen Exemplaren in endständigen Rosetten, später an der Sprossachse spiralig verteilt oder gehäuft am oberen Bereich der Zweige angeordnet. Die Laubblätter besitzen keinen Blattstiel, aber durch die lang spitz zulaufende Basis der Blattspreite scheinen sie gestielt zu sein. Die einfachen Blattspreiten sind ganzrandig. Auf beiden Blattflächen sind wenige bis einige kleine Gruben verteilt, die jeweils ein einziges Trichom enthalten, das eine wachsige Substanz sezerniert. Es liegt Fieder- und Netznervatur vor. Die actinocytischen Stomata befinden sich hauptsächlich auf der Blattunterseite. Die Nebenblätter sind oft winzig sowie früh abfallend und scheinen oft zu fehlen.

Blütenstände und Blüten Die Blütenstände sind sehr unterschiedlich gestaltet. Die relativ kleinen, zwittrigen Blüten sind selten vier- oder meist fünfzählig. Die vier oder meist fünf haltbaren Kelchblätter können gleichgestaltet und deutlich ungleich sein. Die vier oder meist fünf Kronblätter sind frei oder nur an ihrer Basis verwachsen. Selten ist nur ein Kreis, meist sind zwei Kreise mit je meist fünf, selten vier Staubblätter vorhanden, von denen fünf etwas bis deutlich größer sind (wenn nur ein Staubblattkreis vorhanden ist, dann alle Staubblätter gleich groß). Die gleich oder unterschiedlich langen Staubfäden sind immer etwas mit den Kronblättern verwachsen. Die basifixen Staubbeutel öffnen sich mit einem Längsschlitz. Die meist drei (selten vier) Fruchtblätter sind zu einem unterständigen oder halbunterständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jeder Fruchtknoten enthält nur eine basilaterale, hemitrope, bitegmische Samenanlage. Die drei selten nur teilweise verwachsenen bis meist freien, verdickten, länglichen Stempel enden in drei Narben.

Früchte und Samen Die Nussfrüchte sind vom korkigen Blütenbecher (Hypanthium) umgeben und auf ihrem Ende tragen sie noch die flügelartigen, oft ungleichen Kelchblätter. Die Samen enthalten hartes, ruminates, stärkehaltiges Endosperm. Der Embryo ist relativ kurz und gerade.

Systematik und Verbreitung mini|Illustration aus A hand-book to the flora of Ceylon, Tafel XVI von Ancistrocladus hamatus mini|Illustration aus A hand-book to the flora of Ceylon, Tafel XVI von Ancistrocladus hamatus

Die Gattung Ancistrocladus wurde 1829 durch Nathaniel Wallich in A Numerical List of Dried Specimens 1052 aufgestellt. Typusart ist Ancistrocladus hamatus

Die Familie Ancistrocladaceae wurde 1851 durch Jules Émile Planchon aufgestellt.In Wilhelm Gerhard Walpers: Annales Botanices Systematicae 2, S. 175

Innerhalb der Ordnung Caryophyllales zur die Familie Ancistrocladaceae nom. cons. sind die nächst verwandten Familien die Nepenthaceae und Droseraceae.

Die letzte Revision der Gattung Ancistrocladus erfolgte 2005.Charlotte M. Taylor, Roy E. Gereau & Gretchen M. Walters in der Publikation Revision of Ancistrocladus Wall. (Ancistrocladaceae). in den Annals of the Missouri Botanical Garden, Volume 92, Issue 3, S. 360–399.

Die Ancistrocladaceae sind paläotropisch verbreitet, mit disjunktem Areal im tropischen Afrika und südlichen Asien, Südostasien bis westlichen Borneo.

Die Familie Ancistrocladaceae enthält nur eine Gattung, Ancistrocladus, mit etwa 20 Arten: Ancistrocladus abbreviatus : Es gibt etwa zwei Unterarten: Ancistrocladus abbreviatus subsp. abbreviatus: Sie ist von Westafrika bis Kamerun verbreitet. Ancistrocladus abbreviatus subsp. lateralis : Dieser Endemit kommt nur im südlichen Nigeria vor. Ancistrocladus attenuatus : Sie kommt in Indien, auf den Andamanen und in Myanmar vor. Ancistrocladus barteri : Sie kommt im westlichen tropischen Afrika vor. Ancistrocladus benomensis : Sie kommt in Malaysia vor. Ancistrocladus congolensis : Sie kommt von Gabun bis zur Demokratischen Republik Kongo vor. Ancistrocladus ealaensis : Sie kommt von der Zentralafrikanischen Republik über Gabun bis zur Demokratischen Republik Kongo vor. Ancistrocladus grandiflorus : Dieser Endemit nur im südwestlichen Kamerun vor. Ancistrocladus griffithii : Sie kommt in Myanmar, Kambodscha, Thailand, Vietnam und auf den Andamanen vor. Ancistrocladus guineensis : Sie kommt nur in Nigeria, Kamerun und Gabun vor. Ancistrocladus hamatus : Sie kommt nur in Sri Lanka vor. Ancistrocladus heyneanus ex : Sie kommt nur im südwestlichen Indien vor. Ancistrocladus ileboensis : Sie wurde 2010 aus Kongo erstbeschrieben. Ancistrocladus korupensis : Sie kommt nur in Nigeria und in Kamerun vor. Ancistrocladus le-testui : Sie kommt im westlich-zentralen tropischen Afrika vor. Ancistrocladus likoko : Sie kommt in Kongo und Zaire vor. Ancistrocladus pachyrrhachis : Dieser Endemit kommt nur in Liberia bei Monrovia vor. Ancistrocladus robertsoniorum : Sie kommt im südöstlichen Kenia vor. Ancistrocladus tanzaniensis : Sie kommt in Tansania vor. Ancistrocladus tectorius : Sie ist in Thailand, Kambodscha, Vietnam, Laos, Myanmar, Indonesien, Malaysia, Singapur, auf Andamanen und den Nikobaren und in der chinesischen Provinz Hainan verbreitet. Ancistrocladus uncinatus : Sie kommt nur im südöstlichen Nigeria vor. Ancistrocladus wallichii : Sie kommt in Assam, Bangladesch und auf den Andamanen vor.

Quellen Die Familie der Ancistrocladaceae bei der APWebsite. (Abschnitte Systematik und Beschreibung) Die Familie der Ancistrocladaceae bei DELTA von L. Watson & M.J. Dallwitz. (Abschnitt Beschreibung) Yinzheng Wang, Roy E. Gereau: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 13: Clusiaceae through Araliaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-59-7. Ancistrocladaceae - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitt Beschreibung)

Einzelnachweise Yinzheng Wang, Roy E. Gereau: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 13: Clusiaceae through Araliaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-59-7. Ancistrocladaceae - textgleich online wie gedrucktes Werk. bei Rafaël Govaerts, 2003: World Checklist of Selected Plant Families Database in ACCESS: 1-216203. The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.

Literatur

M. Cheek: A synoptic revision of Ancistrocladus (Ancistrocladaceae) in Africa, with a new species from western Cameroon., Kew Bulletin, 2000.

Weblinks

Kategorie:Nelkenartige Kategorie:Caryophyllales