Die Panzergrenadierbrigade 31 „Die Oldenburgische“ (PzGrenBrig 31) war eine Brigade des Heeres der Bundeswehr, die bis zu ihrer Umgliederung 1993 zur Luftlandebrigade 31 der 11. Panzergrenadierdivision unterstand. Sitz des Stabes war das niedersächsische Oldenburg. Der Stationierungsraum der Brigade umfasste im nördlichen Niedersachsen das Gebiet zwischen Weser und Ems. Sie hatte deshalb den Beinamen „Die Oldenburgische“, der später auch der Luftlandebrigade 31 verliehen wurde, in der die Panzergrenadierbrigade 31 im Jahr 1993 aufging.

Geschichte Heeresstruktur 2 Am 1. Juli 1960 wurde die Panzergrenadierbrigade in Oldenburg aufgestellt und der 11. Panzergrenadierdivision unterstellt. Hierzu traten erste Teile des Stabes/PzGrenBrig 31 in der Oldenburger Hindenburg-Kaserne zusammen, um organisatorische Vorbereitungen zu treffen.

Die Aufstellung der Verbände war in unterschiedlichen Standorten erfolgt. So war das PzGrenBtl 312 von Hannover über Dedelstorf nach Delmenhorst verlegt worden.Geschichte des Panzergrenadierbataillons 312; abgerufen am 3. Oktober 2024.

1961 (Heeresstruktur 2) gehörten zur Panzergrenadierbrigade 31 folgende Verbände und Einheiten: Stab/Stabskompanie Panzergrenadierbataillon 311 (mot) Panzergrenadierbataillon 312 (SPz) Panzergrenadierbataillon 313 Panzerbataillon 314 Feldartilleriebataillon 315 Versorgungsbataillon 316 Feldersatzbataillon 317 (Geräteeinheit, inaktiv) Panzerjägerkompanie 310 Panzeraufklärungskompanie 310 ABC-Abwehrkompanie 310 Panzerpionierkompanie 310 Flugabwehrbatterie 310 Panzerspähzug 310

Heeresstruktur 3 Die Panzergrenadierbataillone 311 und 312 erhielten 1972 den Schützenpanzer Marder. 1972 verlegte die Panzerpionierkompanie 310 von Oldenburg nach Delmenhorst. 1975 wurde das Versorgungsbataillon 316 außer Dienst gestellt. Die Brigade erhielt jedoch darauf eine Instandsetzungskompanie 310 und Nachschubkompanie 310, die aus Teilen des aufgelösten Versorgungsbataillons 316 aufgestellt wurden. Das Fallschirmjägerbataillon 313 wurde ausgegliedert und als Fallschirmjägerbataillon 272 der neuaufgestellten Fallschirmjägerbrigade 27 unterstellt.

Heeresstruktur 4 1982 (Heeresstruktur 4) unterstanden folgende Verbände und Einheiten:

Stab/Stabskompanie in Oldenburg Panzerjägerkompanie 310 in Oldenburg Panzerpionierkompanie 310 in Delmenhorst Instandsetzungskompanie 310 in Oldenburg Nachschubkompanie 310 in Oldenburg Panzergrenadierbataillon 311 (gemischt) in Varel Panzergrenadierbataillon 312 in Delmenhorst Panzergrenadierbataillon 313 in Varel Panzerbataillon 314 in Oldenburg Panzerartilleriebataillon 315 in Wildeshausen Feldersatzbataillon 113 in Oldenburg (Geräteeinheit, inaktiv)

Die Brigade umfasste im Herbst in der Friedensgliederung etwa 3150 Soldaten. Die geplante Aufwuchsstärke im Verteidigungsfall lag bei rund 3550 Mann. Zum Aufwuchs war die Einberufung von Reservisten und die Mobilmachung von nicht aktiven Truppenteilen vorgesehen. Zum Ende der Heeresstruktur 4 im Herbst war die Brigade weiter Teil der 11. Panzergrenadierdivision und gliederte sich grob in folgende Truppenteile:Dargestellt sind die internen Verbandsabzeichen, für die bis etwa Mitte der 1980er Jahre eine Tragegenehmigung offiziell erteilt wurde. Nicht aktive Truppenteile (Geräteinheiten, teilaktive, gekaderte) sind kursiv dargestellt.

25px|Internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie Panzergrenadierbrigade 31, Oldenburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerjägerkompanie 310, Oldenburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerpionierkompanie 310, Delmenhorst 25px|Internes Verbandsabzeichen Nachschubkompanie 310, Oldenburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Instandsetzungskompanie 310, Oldenburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 311 (teilaktiv), Varel 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 312, Delmenhorst 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 313, Varel 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerbataillon 314, Oldenburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerartilleriebataillon 315, Wildeshausen

Heeresstruktur 5 bis zur Auflösung 1990 (Heeresstruktur 5) unterstanden folgende Verbände und Einheiten:

20px Stab/Stabskompanie in Oldenburg 20px Panzerbataillon 311 in Delmenhorst 20px Panzergrenadierbataillon 312 in Delmenhorst 20px Panzergrenadierbataillon 313 in Varel 20px Panzerbataillon 314 in Oldenburg 20px Panzerartilleriebataillon 315 in Wildeshausen 20px Feldersatzbataillon 113 in Oldenburg (Geräteeinheit, inaktiv) 20px Panzerjägerkompanie 310 in Oldenburg 20px Panzerpionierkompanie 310 in Delmenhorst 20px Nachschubkompanie 310 in Oldenburg 20px Instandsetzungskompanie 310 in Oldenburg

Die Brigade wurde im März 1993 mit der Luftlandebrigade 27 aus Lippstadt, im Rahmen der Nachsteuerung zur Heeresstruktur 5, zur neuen Luftlandebrigade 31 fusioniert. Die neue Brigade deutete mit ihrer Bezeichnung als 31. Brigade auf ihre Herkunft hin. Die alte Brigade hörte damit aber de facto auf zu existieren. Die neue Brigade wurde dem Kommando Luftbewegliche Kräfte/4. Division in Regensburg (Quasi-Nachfolger der 1. Luftlandedivision) unterstellt.

Kommandeure Die Kommandeure der Brigade waren (Dienstgrad bei Kommandoübernahme):

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung11Oberst Klaus Olshausen1. Oktober 199031. März 199310Oberst Erich Becker1. April 198830. September 19909Oberst Ernst Lissinna 1. April 198531. März 19888Brigadegeneral Hannsjörn Boës1. April 198331. März 19857Brigadegeneral Rolf Zerling17. September 197731. März 19836Oberst Gerhard Wachter17. September 1976 16. September 19775Brigadegeneral Joachim Rensing22. September 197116. September 19764Brigadegeneral Werner Krieger10. März 196921. September 19713Oberst Eduard Kaumanns 1. April 19689. März 19692Brigadegeneral Gerhard Münch 1. April 196431. März 19681Brigadegeneral Otto Uechtritz1. Oktober 196031. März 1964

Verbandsabzeichen mini|hochkant|Gewebtes Verbandsabzeichen für den Dienstanzug mini|hochkant|Internes Verbandsabzeichen des Stabes/Stabskompanie

Die Blasonierung des Verbandsabzeichens für den Dienstanzug der Angehörigen der Panzergrenadierbrigade 31 lautete: Silbern bordiert, in Blau zwei goldene Kreuze über drei silbernen Wellenfäden im Schildfuß.

Die Steckkreuze standen für das Oldenburger Land. Die Kreuze wurden auch als Nagelspitzkreuze oder Delmenhorster Kreuze wegen des Kreuzes im Wappen der Grafschaft Delmenhorst bezeichnet. Sie wurden ähnlich im Landeswappen Oldenburgs und im Wappen des Landkreises Oldenburg dargestellt. Die Verbandsabzeichen der Division und der unterstellten Brigaden waren bis auf die Borde identisch. In der Tradition der Preußischen Farbfolge erhielt das Verbandsabzeichen der Panzergrenadierbrigade 31 als „erste“ Brigade„Erste“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 31 (=weißer Bord). „Zweite“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 32 (=roter Bord). „Dritte“ Brigade: Panzerbrigade 33 (=gelber Bord). der Division einen weißen Bord.

Da sich die Verbandsabzeichen der Brigaden der Division nur geringfügig unterschieden, wurde stattdessen gelegentlich auch das interne Verbandsabzeichen des Stabes bzw. der Stabskompanie pars pro toto als „Abzeichen“ der Brigade genutzt. Es zeigte das Verbandsabzeichen mit schwarzem statt weißem Bord. Aufgelegt war ein schwarzer Igel.

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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