Die Panzergrenadierbrigade 22 „Oberland“ (bis 1981 Gebirgsjägerbrigade 22) war eine Brigade der 1. Gebirgsdivision des Heeres der Bundeswehr mit Sitz des Stabes zunächst in Mittenwald, ab 1981 in Murnau. Ihr Stationierungsraum war Oberbayern. Die Brigade wurde 1993 aufgelöst.

Geschichte Vorgeschichte als Kampfgruppe in der Heeresstruktur 1 Zum traten in Mittenwald die ersten Teile der Gebirgsjägerbataillone 104 und 114 zusammen. Die Kader bestanden aus ehemaligen Angehörigen der Gebirgstruppe der Wehrmacht sowie aus aktiven Angehörigen des Bundesgrenzschutzes. Sie bildeten mit ca. 1000 Mann den Grundstock der Gebirgsbrigade 104. Die Gebirgsbrigade 104 war nur kurzzeitig zwischen dem und dem mit Standort des Stabes in der Mittenwalder Jäger-Kaserne ausgeplant. Aus Gebirgsbrigade 104 wurde zum in Mittenwald die 1. Gebirgsdivision neu aufgestellt.

Zur Einnahme der Heeresstruktur 1 wurde am selben Standort die Gebirgskampfgruppe B 8 ab neu aufgestellt und zum in Dienst gestellt. Die Gebirgskampfgruppe B 8 wurde der 1. Gebirgsdivision unterstellt. Die Kampfgruppe B 8 gliederte sich in folgende Truppenteile:Für interne Verbandsabzeichen wurde erst etwa Mitte der 1980er Jahre offiziell eine Tragegenehmigung erteilt. Sie sind daher nicht dargestellt. Die aufgezählten Truppenteile oder die in ihrer Tradition stehenden „Nachfolger“ könnten jedoch inoffiziell bereits wappenähnliche Abzeichen geführt haben bzw. ab Mitte der 1980er Jahre offiziell erhalten haben. Verbandsabzeichen für Großverbände wurden erst in der Heeresstruktur 2 in die Truppe eingeführt.

25px|kein internes Verbandsabzeichen Kampfgruppenstab Gebirgskampfgruppe B 8, Mittenwald 25px|kein internes Verbandsabzeichen Stabskompanie, Mittenwald 25px|kein internes Verbandsabzeichen Gebirgsfernmeldekompanie 8, Mittenwald 25px|kein internes Verbandsabzeichen Gebirgspanzeraufklärungskompanie 8 25px|kein internes Verbandsabzeichen (Gebirgs-)Panzerjägerbataillon 8, Traunstein 25px|kein internes Verbandsabzeichen Gebirgsjägerbataillon 18, Mittenwald

Heeresstruktur 2 Zur Einnahme der Heeresstruktur 2 wurde zum die Gebirgskampfgruppe B 8 in die Gebirgsjägerbrigade 22 umgegliedert. Die Gebirgsjägerbrigade 22 unterstand der 1. Gebirgsdivision. 1960 gliederte sich die Brigade in: Stabskompanie Gebirgsjägerbataillon 221 Gebirgsjägerbataillon 222 Gebirgsversorgungsbataillon 226 Gebirgspanzeraufklärungskompanie 220 Gebirgspionierkompanie 220 Gebirgspanzerjägerkompanie 220. 1962 wurde das Gebirgspanzerartilleriebataillon 225 in Sonthofen aufgestellt und verlegte 1970 den Standort nach Füssen. 1966 wechselte das Panzerbataillon 243 der Panzerbrigade 24 als Gebirgspanzerbataillon 224 zur Gebirgsjägerbrigade 22. Im selben Jahr wurde auch die GebirgsABC-Abwehrkompanie 220 der Brigade unterstellt. An Geräteeinheiten gehörten zu dieser Zeit das Gebirgsjägerbataillon 223, das Gebirgsfeldersatzbataillon 227 und das Gebirgsfeldausbildungsbataillon 228, alle in Kempten, zur Brigade.

Heeresstruktur 3 1971 wurde das Gebirgspanzerbataillon 224 zum Gebirgspanzerjägerbataillon 224 umgegliedert und die GebirgsABC-Abwehrkompanie 220 aufgelöst. 1972 wurde die Gebirgsaufklärungskompanie 220 in Landsberg auf den Gebirgspanzerspähzug 220 reduziert, der 1979 nach Mittenwald verlegt und in die Stabskompanie Brigade 22 integriert wurde. 1973 erfolgte die Auflösung des Gebirgsversorgungsbataillons 226. Die Aufgaben übernahmen die Gebirgsnachschubkompanie 220 und die Gebirgsinstandsetzungskompanie 220, beide in Füssen, und die Gebirgstragtierkompanie 220 in Mittenwald.

Heeresstruktur 4 In der Heeresstruktur 4 wurde die Brigade nach 22 Jahren als Gebirgsjägerbrigade 22 am 1. Oktober 1981 in die Panzergrenadierbrigade 22 umgegliedert. 1989 wurde der Panzergrenadierbrigade 22 der Beiname „Oberland“ verliehen.

Die Brigade umfasste im Herbst in der Friedensgliederung etwa 3160 Soldaten. Die geplante Aufwuchsstärke im Verteidigungsfall lag bei etwa 3550 Mann. Zum Aufwuchs war die Einberufung von Reservisten und die Mobilmachung von nicht aktiven Truppenteilen vorgesehen. Zum Ende der Heeresstruktur 4 im Herbst war die Brigade weiter Teil der 1. Gebirgsdivision und gliederte sich grob in folgende Truppenteile:Dargestellt sind die internen Verbandsabzeichen, für die bis etwa Mitte der 1980er Jahre eine Tragegenehmigung offiziell erteilt wurde. Nicht aktive Truppenteile (Geräteinheiten, teilaktive, gekaderte) sind kursiv dargestellt.

25px Stab/Stabskompanie Panzergrenadierbrigade 22, Murnau am Staffelsee 25px Panzerjägerkompanie 220, Feldkirchen 25px Panzerpionierkompanie 220, Brannenburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Nachschubkompanie 220, Füssen 25px|Internes Verbandsabzeichen Instandsetzungskompanie 220, Füssen 25px Panzergrenadierbataillon 221 (teilaktiv), Murnau 25px Panzergrenadierbataillon 222, Murnau 25px Panzergrenadierbataillon 223, München 25px Panzerbataillon 224, Landsberg am Lech 25px Gebirgspanzerartilleriebataillon 225, Füssen

Die Panzergrenadierbataillone 222 und 223 waren durchgängig mit Schützenpanzer Marder ausgerüstet. Die 4. Kompanien der Panzergrenadierbataillone anderer Panzergrenadierbrigaden erhielten stattdessen Mannschaftstransportwagen M113. Die 4. Kompanie des gemischten Panzergrenadierbataillons 221 war wie bei anderen Panzergrenadierbrigaden eine Panzerkompanie mit dreizehn Kampfpanzern Leopard 1.

Heeresstruktur 5 bis zur Auflösung Die Brigade wurde nach 12 Jahren als Panzergrenadierbrigade 22 am 31. März 1993 außer Dienst gestellt.

Kommandeure mini|Leopold Chalupa kommandierte die Brigade 1½ Jahre Folgende Kommandeure führten die Brigade (Dienstgrad bei Kommandoübernahme):

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung12Oberst Karl Hoffmann1. April 199131. März 199311Oberst Hans-Uwe Ullrich1. April 198731. März 199110Brigadegeneral Winfried Weick1. April 198431. März 19879 Oberst Uwe Richardsen 27. September 198231. März 19848Brigadegeneral Ernst Wilhelm Schneider1. April 197626. September 19827Oberst Leopold Chalupa1. Oktober 197431. März 19766Brigadegeneral Gert Kohlmann1. Oktober 197030. September 19745Oberst Herbert Fritz5. Oktober 196730. September 19704 Oberst Gerhard Peiler15. Juli 1963 4. Oktober 19673Oberst Joachim Horbach 1. April 196214. Juli 19632Oberst Richard Ernst16. Mai 195931. März 19621Oberst Hellmut Grashey15. November 195715. Mai 1959

Gebirgsanzug Die Panzergrenadierbrigade 22 war der 1. Gebirgsdivision unterstellt und daher Teil der Gebirgstruppe. Die meisten Angehörigen der Brigade trugen daher den Berganzug mit Bergmütze und die Skibluse als Jacke des Dienstanzugs. Die Soldaten trugen Mützen- bzw. Barettabzeichen das Edelweiß als traditionelles Zeichen der Gebirgstruppe.

Verbandsabzeichen mini|Gewebtes Verbandsabzeichen für den Berganzug mini|Internes Verbandsabzeichen des Stabes/Stabskompanie

Die Blasonierung des Verbandsabzeichens für den Dienstanzug der Angehörigen der Panzergrenadierbrigade 22 lautete: Silber bordiert, in Grün mit silbernen Inbord ein silbernes Edelweiß mit goldenen Butzen.

Das Verbandsabzeichen zeigte das Alpen-Edelweiß. Das Edelweiß war das Zeichen der Gebirgstruppe. In der Gebirgstruppe wird das Edelweiß an der Bergmütze und am Barett getragen. Es wurde im Ersten Weltkrieg vom österreichisch-ungarischen Oberkommando dem Deutschen Alpenkorps in Anerkennung verliehen und ist seitdem traditionelles Symbol im Umfeld der deutschen Gebirgstruppe. Gleichzeitig ist es Hinweis auf die Dislozierung im Alpenraum. Grün war die Waffenfarbe der Infanterie. Die Verbandsabzeichen der Division und der unterstellten Brigaden waren bis auf die Borde identisch. In der Tradition der Preußischen Farbfolge erhielt das Verbandsabzeichen der Panzergrenadierbrigade 22 als „erste“ Brigade„Erste“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 22 (=weißer Bord). „Zweite“ Brigade: Gebirgsjägerbrigade 23 (=roter Bord). „Dritte“ Brigade: Panzerbrigade 24 (=gelber Bord). der Division einen weißen Bord. Ungewöhnlich für die heraldische Tradition des Heeres war die Ausführung der Schilde der Division und deren Brigaden als Rundschilde.

Da sich die Verbandsabzeichen der Brigaden der Division nur geringfügig unterschieden, wurde stattdessen gelegentlich auch das interne Verbandsabzeichen des Stabes bzw. der Stabskompanie pars pro toto als „Abzeichen“ der Brigade genutzt. Es zeigte ein Schwert, einen Lindwurm wie im Murnauer Wappen, das aus dem Verbandsabzeichen bekannte Edelweiß und drei Tannen in Erinnerung an Mittenwald, den ehemaligen Standort der Gebirgsjägerbrigade 22 (vgl. die drei Tannen im Wappen Mittenwalds). Die Schildteilung zu grün und rosa entsprach den Waffenfarben der Panzergrenadier- und Panzertruppe.

Anmerkungen

Literatur

Einzelnachweise

#22 Panzergrenadierbrigade #::22 Kategorie:Geschichte (Murnau am Staffelsee) Kategorie:Gegründet 1957 Kategorie:Aufgelöst 1993 Kategorie:Historische Organisation (Bayern) Kategorie:Bayerische Militärgeschichte Kategorie:Bayerische Geschichte (20. Jahrhundert) Kategorie:Verband der Gebirgstruppe (Deutschland)