Die Panzergrenadierbrigade 17 war eine Brigade der 6. Panzergrenadierdivision des Heeres der Bundeswehr mit Stationierungsraum in Hamburg sowie dem südlichen Schleswig-Holstein. Der Brigadestab lag in der Boehn-Kaserne in Hamburg-Rahlstedt. Die Brigade galt als die „Hausbrigade“ der Stadt Hamburg. Die Brigade wurde 1993 aufgelöst.

Geschichte Vorgeschichte als Kampfgruppe in der Heeresstruktur 1 Als Vorgänger der späteren Panzergrenadierbrigade 17 gilt die Kampfgruppe A 3. Zur Einnahme der Heeresstruktur 1 wurde die Kampfgruppe A 3 zum mit Standort des Stabes in der Hamburger Boehn-Kaserne neu aufgestellt. Die Panzerkampfgruppe A 3 war der 3. Panzerdivision unterstellt.

Heeresstruktur 2 Zur Einnahme der Heeresstruktur 2 wurde am die Kampfgruppe A 3 in die Panzergrenadierbrigade 17 umgegliedert. Teile der Kampfgruppe A 3 wurden zum zur Aufstellung der Panzerbrigade 8 verwendet. Die Panzergrenadierbrigade 17 unterstand der 6. Panzergrenadierdivision. Zur Aufstellung der Panzergrenadierbrigade 17 wurde neben der Kampfgruppe A 3 Teile der Kampfgruppen A 6 und B 6 herangezogen.

In der Heeresstruktur 2 waren der Brigade folgende Einheiten unterstellt: Stabskompanie (Aufstellung 1959) Panzeraufklärungskompanie 170 (1959) Panzerjägerkompanie 170 (1959) Panzerpionierkompanie 170 (1960) Panzergrenadierbataillon 617 (1960) Panzergrenadierbataillon 171 (1959) Panzergrenadierbataillon 172 (1959) Panzergrenadierbataillon 173 (1956 als Panzergrenadierbataillon 3) Panzerbataillon 174 (1959 als Panzerbataillon 3) Feldartilleriebataillon 177 (1959, ab 1967 Panzerartilleriebataillon 177) Versorgungsbataillon 176 (1959) Das Artilleriebataillon dieser Brigade erhielt als einziges statt der nach Schema vorgesehenen Endziffer 5 (175) die Endziffer 7 (177). Gemäß § 175 StGB waren sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts strafbar, was dazu führte, dass Homosexuelle umgangssprachlich als „175er“ bezeichnet wurden. Deshalb wurde diese Nummer, wegen möglicher Assoziationen, als ungeeignet erachtet.

Heeresstruktur 3 1970 verlegte das Panzergrenadierbataillon 163 der Panzergrenadierbrigade 16 den Standort von Flensburg nach Lübeck und wurde als Jägerbataillon 172 (MTW) der Panzergrenadierbrigade 17 unterstellt. 1972 wurde das Versorgungsbataillon 176 aufgelöst und aus den Resten die Nachschubkompanie 170 sowie die Instandsetzungskompanie 170 aufgestellt. Im Rahmen der Heeresstruktur 3 wurde Jägerbataillon 617 (Geräteeinheit) in Jägerbataillon 171 umbenannt.

Heeresstruktur 4 In der Heeresstruktur 4 (1980) unterstanden folgende Einheiten der Brigade: Stabskompanie Brigadespähzug Nachschubkompanie 170 Instandsetzungskompanie 170 Panzerpionierkompanie 170 Panzerjägerkompanie 170 Panzergrenadierbataillon 171 Panzergrenadierbataillon 172 Panzergrenadierbataillon 173 Panzerbataillon 174 Panzerartilleriebataillon 177 Feldersatzbataillon 64

1981 wurde das gemischte Panzergrenadierbataillon 171 gebildet. Die Panzerjägerkompanie 170 (Bad Segeberg) wechselte 1980 zur Panzerbrigade 18 und in Lübeck wurde eine neue Panzerjägerkompanie 170 aufgestellt.

Die Brigade umfasste im Herbst in der Friedensgliederung etwa 3615 Soldaten. Die geplante Aufwuchsstärke im Verteidigungsfall lag noch darüber. Zum Aufwuchs war die Einberufung von Reservisten und die Mobilmachung von nicht aktiven Truppenteilen vorgesehen. Zum Ende der Heeresstruktur 4 im Herbst war die Brigade weiter Teil der 6. Panzergrenadierdivision und gliederte sich grob in folgende Truppenteile:Dargestellt sind die internen Verbandsabzeichen, für die bis etwa Mitte der 1980er Jahre eine Tragegenehmigung offiziell erteilt wurde. Nicht aktive Truppenteile (Geräteinheiten, teilaktive, gekaderte) sind kursiv dargestellt.

25px|Internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie Panzergrenadierbrigade 17, Hamburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerjägerkompanie 170, Lübeck 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerpionierkompanie 170, Lübeck 25px|Internes Verbandsabzeichen Nachschubkompanie 170, Hamburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Instandsetzungskompanie 170, Hamburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 171 (teilaktiv), Hamburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 172, Lübeck 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 173, Hamburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerbataillon 174 (teilaktiv), Hamburg 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerartilleriebataillon 177, Hamburg

Heeresstruktur 5 bis zur Auflösung 1992 wurde die Panzerpionierkompanie 170 und das Panzergrenadierbataillon 171 außer Dienst gestellt. 1992 wurde das Panzergrenadierbataillon 172 der Panzerbrigade 18, das Panzergrenadierbataillon 173 der Panzergrenadierbrigade 7 und das Panzerbataillon 174 der Panzergrenadierbrigade 16 unterstellt. Die verbliebenen Teile der Brigade (u. a. Panzerartilleriebataillon 177) wurden 1993 aufgelöst.

Kommandeure Die Kommandeure der Brigade waren (Dienstgrad bei Kommandoübernahme):

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung11Oberst Hans-Jürgen Rennack1. April 199131. März 199310Oberst Dieter Farwick1. Januar 198931. März 19919Brigadegeneral Manfred Eisele1. Oktober 198431. Dezember 19888Oberst Gert Verstl1. April 198230. September 19847Oberst Jörn Söder1. April 198031. März 19826Brigadegeneral Gerwin Schröder1. November 197231. März 19805Brigadegeneral Horst Wenner1. April 197031. Oktober 19724Oberst Curt von Witzendorff1. Oktober 196731. März 19703Oberst Jürgen Schröder1. Oktober 196530. September 19672Oberst Joachim-Horst-Rudolph Ruprecht1. September 196230. September 19651Brigadegeneral Eckart Reichel1. Februar 195931. Juli 1962

Verbandsabzeichen mini|Gewebtes Verbandsabzeichen für den Dienstanzug mini|Internes Verbandsabzeichen des Stabes/Stabskompanie

Die Blasonierung des Verbandsabzeichens für den Dienstanzug der Angehörigen der Panzergrenadierbrigade 17 lautete: Rot bordiert, in Rot das silberne holsteinische Nesselblatt; diesem aufgelegt ein goldener Schild; darin zwei blaue, nach innen gewandte, rot bewehrte, schreitende Löwen.

Das Verbandsabzeichen ähnelte in der Motivwahl dem Wappen Schleswig-Holsteins. Es zeigt die Schleswigschen Löwen für den Landesteil Schleswig und das Nesselblatt für den zweiten Landesteil Holstein. Die Löwen sind Hauptmotiv im Wappen Dänemarks; mit den dänischen Streitkräften kooperierte die Division eng im Rahmen des deutsch-dänischen Korps LANDJUT. Die Verbandsabzeichen der Division und der unterstellten Brigaden waren bis auf die Borde identisch. In der Tradition der Preußischen Farbfolge erhielt das Verbandsabzeichen der Panzergrenadierbrigade 17 als „zweite“ Brigade„Erste“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 16 (=weißer Bord). „Zweite“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 17 (=roter Bord). „Dritte“ Brigade: Panzerbrigade 18 (=gelber Bord). der Division einen roten Bord.

Da sich die Verbandsabzeichen der Brigaden der Division nur geringfügig unterschieden, wurde stattdessen gelegentlich auch das interne Verbandsabzeichen des Stabes bzw. der Stabskompanie pars pro toto als „Abzeichen“ der Brigade genutzt. Es zeigte die dem Hamburger Wappen entlehnte Burg auf grünem Schild. Grün war die Waffenfarbe der Panzergrenadiertruppe. Der rote Bord glich der Farbe des Bords des Verbandsabzeichens.

Siehe auch Panzergrenadierbrigade 7 „Hansestadt Hamburg“

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

#17 Panzergrenadierbrigade #::17 Kategorie:Hamburger Militärgeschichte Kategorie:Gegründet 1959 Kategorie:Aufgelöst 1993 Kategorie:Hamburger Geschichte (20. Jahrhundert) Kategorie:Historische Organisation (Hamburg)