Die Panzergrenadierbrigade 16 „Herzogtum Lauenburg“ war eine Brigade der 6. Panzergrenadierdivision mit Sitz in Wentorf bei Hamburg und Elmenhorst (Lauenburg). Die Brigade war vor allem im Kreis Herzogtum Lauenburg stationiert und wurde am 5. Mai 1994 aufgelöst.
Auftrag und Operationsplan mini|Ehemalige Bismarck-Kaserne
Gemäß General Defense Plan hatten Deckungskräfte der PzGrenBrig 16 in der Phase I den Auftrag, den Bundesgrenzschutz an der Innerdeutschen Grenze abzulösenGerd Bolik: NATO-Planungen für die Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland im Kalten Krieg. Miles Verlag, Berlin.2021. ISBN 978-3-96776-021-7.Es ist nicht näher angegeben, um welchen GDP es sich handelt. Möglicherweise GDP 1984. Darüber hinaus soll in dieser Phase aus vorgeschobenen Stellungen und Teilen der PzBrig 18 das Gefecht gegen Kräfte des Warschauer Paktes ostwärts des Elbe-Lübeck-Kanals geführt werden. Im Süden bildet die Elbe die Grenze des Gefechtsstreifens, wo mit dem rechten Nachbar I. NL-Korps (3. Panzerdivision, 4. NL-Division und 5. NL-Division) Verbindung gehalten musste.
Im Laufe der Kampfhandlungen sollte die 1. UK-Infanteriebrigade1st Armoured Infantry Brigade (United Kingdom), als Teil der UK Mobile Force im Rahmen der Operation „Cover Point“, die PzGrenBrig 16 ablösen, wobei Letztere in den Verfügungsraum der Brigade um Hamburg-Duvenstedt verlegt werden sollte.
Raum- und Kräfteaufteilung mini|PzGrenBrig 16 verteidigt mit drei Bataillonen nebeneinander
Gemäß GDP aus dem Jahr 1985 hatte die PzGrenBrig 16 folgende Raum- und Kräfteeinteilung vorzunehmen: verstärktes PzGrenBtl 162 mit linkem Nachbar PzGrenBtl 182 (PzBrig 18) hatte zwischen Zonengrenze und ELK das Verzögerungsgefecht zu führen und als Schwerpunkt den Raum Büchen zu verteidigen. Ausweichende Teile waren über die Kriegsbrücke/Fähre bei Siebeneichen, Witzeezer Schleuse und Eisenbahnbrücke östlich von Büchen aufzunehmen. Nach dem Verzögerungsgefecht verteidigte das vstk PzGrenBtl 162 den Raum zwischen Witzeeze und Siebeneichen und sollte dem Feind den Zugriff auf das Höhengelände zwischen Müssen und Franzhagen bei Schulendorf verwehren. Die Ablösung sollte durch die 1. UK-Infanteriebrigade erfolgen. PzBtl 164 überwachte den Stecknitz-Abschnitt bis nach Lanze in den Raum Nostorf/Landkreis Ludwigslust-Parchim, Mecklenburg-Vorpommern, DDR hinein. Das Panzerbataillon überwachte die ELK-Zugänge bei Basedow und Dalldorf. Ein Überqueren des Feindes über die B-209 von Schwarzenbek bis Lauenburg und ein Einbruch in die “Enge von Gülzow” sollte unbedingt verhindert werden. PzGrenBtl 163 überwachte den Stecknitz-Abschnitt ostwärts von Lanze und die Brücken östlich von Lauenburg. Gemäß GDP sollten mechanisierte Verbände des Warschauer Paktes zu einer Massierung und damit besseren Bekämpfung gezwungen werden. Der Verteidigungsbereich lag nördlich von Lauenburg mit dem Kern um die Stadt Lauenburg. Das PzGrenBtl 163 bildete den „Eckpfeiler der Verteidigungsoperation“ der PzGrenBrig 16.
gemischtes PzGrenBtl 161 bildete die Brigadereserve im Verfügungsraum Schwarzenbek, um PzGrenBtl 162, PzBtl 164 und PzGrenBtl 163 zu verstärken und mögliche Einbrüche spätestens auf der Linie Grün Louisenhof –Gülzow – Grünhof/Geesthacht notfalls mithilfe der Divisionsreserve der 6. PzGrenDiv abzuriegeln. PzJgKp 160 sollte mit Jaguar-Jagdpanzern im Bereich PzBtl 164 und PzGrenBtl 163 aus Stellungen zwischen Basedow und Lauenburg kämpfen und einen Panzereinbruch bei Lauenburg oder B-209 abwehren.
PzSpZg 16 (Panzerspähzuges könnten die schweren KPz-Spähzüge Leopard 1 des PzAufklBtl 6 und nicht die leichten Spähzüge des BrigSpähZg Spähpanzer Luchs gemeint sein) sollte zusammen mit PzGrenBtl 162 das Verzögerungsgefecht kämpfen und anschließend die Elb-Abschnitte bei Sandkrug/Schnakenbek und Borghorst überwachen. Ein Augenmerk war dabei auf möglicherweise über dem Elbtal angreifende Kampfhubschrauber (Mil Mi-24 Hind) zu richten.
Feuerplan Der Feuerkampf der Brigadeartillerie wurde durch den Brigadeartillerieführer im Brigadegefechtsstand PzGrenBrig 16 gemäß Feuerplan geführt. Dazu mussten Teile des Raketenartilleriebataillons 62 (RakArtBtl 62 mit dem Waffensystem Mehrfachraketenwerfer 110 SF LARS) und Feldartilleriebataillon 61 (FArtBtl 61 mit Feldhaubitzen FH155 mm und Haubitzen 203 mm/M 110 A2) unterstützen. Die Artillerie unterstützte durch Feuer Minenauffangsperren/Wurfminensperren im Bereich Bröthen und Lauenburg. Als Konterbatterien bekämpfte die Brigadeartillerie aufgeklärte Feindartillerie-Feuerstellungen im Raum Greven – Lüttenmark – Gresse. Des Weiteren sollten die Räume um die Zonengrenze bei Langenlehsten, Waldränder um Bröthen, möglicherweise feindliche Annäherungen aus dem Raum Bickhusen, sowie die ELK-Übergangsstellen um Siebenbüchen, Dalldorf und Witzeeze durch Feuer abriegeln.
Panzer- und Heeresflugabwehr Die Panzerabwehr wurde durch zwei Schwärme PAHs unterstützt. Die Heeresflugabwehr wurde im Kern durch den aus 12 Flakpanzer Gepard bestehenden Flugabwehrkampfverband 62 (FlaKpfVbd 62) gewährleistet. Dazu schützte jeweils eine PzFlakBttr den Verteidigungssektor des Panzergrenadierbataillons 162 mit den Übergängen bei Büchen und der Siebeneichener Schleuse und eine weitere für das PzGrenBtl 163 und PzBtl 164 durch einen FlaRiegel gegen Luftangriffe (Jagdbomber, Erdkampfflugzeuge etc.). Für die PzFlaBttr herrschte bis Auslösung der höchsten Alarmstufe “General Alert” aus Sicherheitsgründen Feuerverbot.
Sperrplan Für die Umsetzung des Sperrplans der PzGrenBrig 16 waren das Pionierbataillon 61 (PiBtl 61) und die Panzerpionierkompanie 160 (PzPiKp 160) eingeteilt. Der Übergang über den ELK bei Siebeneichen wurde durch eine MLC 60militärische Lastenklasse-Kriegsbrücke gewährleistet, um beidseits des Kanals zu gewährleisten. Im Raum Schwarzenbek wurden Pionierkräfte bereitgehalten, um der eigenen Truppe Marschbewegungen zu ermöglichen und Stellungen für das Panzerartilleriebataillon 165 (PzArtBtl 165) auszubauen. Weitere Aufträge waren das Sperren von Übersetzstellen über die Elbe zwischen Lauenburg und Geesthacht und Zugänge zur B5. Wurfminensperren mit entsprechenden Wirkzeiten sollten auf Befehl des Kampftruppenführers (BrigKdr) ausgelöst werden. Zünd- und Schließtrupps der Pioniere hatten an den Sperren zu verbleiben, um diese zu schließen bzw. auszulösen.
ABC-Abwehr Die PzGrenBrig 16 hatte bei Grande, Havighorst und Fahrendorf Hauptentstrahlungsplätze für die Dekontamination eingerichtet. Weitere Truppenentstrahlungsplätze liefen unter der Verantwortung der einzelnen Truppenteile.
Luftunterstützung Die Hauptaufgabe der Luftunterstützung lag in der Bekämpfung von feindlichen Gefechtsständen, Artilleriestellungen, Verfügungsräumen, Nachschubseinrichtungen etc. durch Gefechtsfeldabriegelung (BAI) und Luftnahunterstützung (CAS).
Geschichte Vorgeschichte als Kampfgruppe in der Heeresstruktur 1 Zur Einnahme der Heeresstruktur 1 wurde die Kampfgruppe A 6 zum mit Standort des Stabes in der Flensburger Briesen-Kaserne neu aufgestellt. Die Kampfgruppe A 6 war zunächst Teil der 3. Panzerdivision. Als Teil der 3. Panzerdivision war die Kampfgruppe A 6 zunächst einem Arbeits- und Verbindungskommando unterstellt, das als Aufstellungsstab der 6. Grenadierdivision diente. Zum wurde das Arbeits- und Verbindungskommando in den Stab und die Stabskompanie der 6. Division umgegliedert. Der Stab der 6. Division führte die Kampfgruppe A 6.
Die Kampfgruppe A 6 gliederte sich frühestens ab in folgende Truppenteile:Für interne Verbandsabzeichen wurde erst etwa Mitte der 1980er Jahre offiziell eine Tragegenehmigung erteilt. Sie sind daher nicht dargestellt. Die aufgezählten Truppenteile oder die in ihrer Tradition stehenden „Nachfolger“ könnten jedoch inoffiziell bereits wappenähnliche Abzeichen geführt haben bzw. ab Mitte der 1980er Jahre offiziell erhalten haben. Verbandsabzeichen für Großverbände wurden erst in der Heeresstruktur 2 in die Truppe eingeführt.
25px|kein internes Verbandsabzeichen Kampfgruppenstab Kampfgruppe A 6, Flensburg 25px|kein internes Verbandsabzeichen Stabskompanie, Flensburg 25px|kein internes Verbandsabzeichen 3. / Sanitätsbataillon 6 (teilaktiv) Itzehoe 25px|kein internes Verbandsabzeichen Panzeraufklärungskompanie 168 25px|kein internes Verbandsabzeichen Grenadierbataillon 16, Flensburg 25px|kein internes Verbandsabzeichen Grenadierbataillon 26, Flensburg 25px|kein internes Verbandsabzeichen Grenadierbataillon 162, Husum 25px|kein internes Verbandsabzeichen III./Feldartillerieregiment 6, Flensburg
Heeresstruktur 2 Zur Einnahme der Heeresstruktur 2 wurde zum die Kampfgruppe A 6 in die Panzergrenadierbrigade 16 umgegliedert. Teile der Kampfgruppe A 6 wurden zur Aufstellung der Panzergrenadierbrigade 17 verwendet. Die Panzergrenadierbrigade 16 war der 6. Panzergrenadierdivision unterstellt. Zur Brigade gehörten damals eine Stabskompanie, die Panzergrenadierbataillone 161, 162 und 163, die Panzeraufklärungskompanie 160, die Panzerjägerkompanie 160 , die Panzerpionierkompanie 160, die Flugabwehrbatterie 160, das Versorgungsbataillon 166, das Panzerbataillon 164, das Feldartilleriebataillon 165 und das Feldersatzbataillon 167.
Heeresstruktur 3 Ab 1969 verlegt die Brigade nach Elmenhorst und Wentorf.Traditionsverband Panzergrenadierbrigade 16 „Herzogtum Lauenburg“ e. V. Die Geschichte des Traditionsverbandes. S. 14. ISBN 978-3-923603-11-4 Die Stadt Flensburg verließ die Brigade offiziell am 12. Oktober 1969.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 412
Heeresstruktur 4
Das Einsatzgebiet der Panzergrenadierbrigade 16 „Herzogtum Lauenburg“ umfasste das südliche Schleswig-Holstein (Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Lübeck) an der innerdeutschen Grenze, welches gegen Angriffe des Warschauer Paktes mit Stoßrichtung auf den Elbe-Lübeck-Kanal verteidigt werden sollte. Vorgesehen war eine Ablösung des Bundesgrenzschutzes und Sicherung des Kanalgebietes samt seinen Gewässerübergängen. Weiterhin sah der NATO-Verteidigungsplan vor, das Territorium östlich von Hamburg zu sichern und feindliche Verbände, eingebunden in das grenznahe Konzept der Vorneverteidigung im Raum Trittau und Mölln zu zerschlagen. Es wurden mit stark überlegenen Feindkräften gerechnet, die an der Abwehrlinie des Kanals so lange aufgefangen werden sollten, bis Divisionsreserven eingreifen konnten.
In der Heeresstruktur 4 unterstanden der Brigade um 1981:
Stabskompanie, Bose-Bergmann-Kaserne, Wentorf Panzerjägerkompanie 160, Sachsenwald-Kaserne, Elmenhorst (Lanken) bei Schwarzenbek Panzerpionierkompanie 160, Sachsenwald-Kaserne, Elmenhorst (Lanken) bei Schwarzenbek, Wentorf Instandsetzungskompanie 160, Sachsenwald-Kaserne, Elmenhorst (Lanken) bei Schwarzenbek Nachschubkompanie 160, Bose-Bergmann-Kaserne, Wentorf Panzergrenadierbataillon 161, Wentorf und (4. Kompanie) Sachsenwald-Kaserne, Elmenhorst (Lanken) bei Schwarzenbek Panzergrenadierbataillon 162, Bismarck-Kaserne, WentorfBtl. wurde nach Personalabgaben von GrenBtl. 12 (Göttingen), GrenBtl. 16 (Flensburg) und GrenBtl. 51 (Nienburg) aufgestellt Panzergrenadierbataillon 163, Wentorf (früher in der von Briesen-Kaserne in Flensburg-Weiche stationiert) Panzerbataillon 164, Sachsenwald-Kaserne, Elmenhorst (Lanken) bei Schwarzenbek Panzerartilleriebataillon 165, Bose-Bergmann Kaserne, Wentorf
1987 wurde der Brigade als erstem Bundeswehrverband überhaupt ein Beiname („Herzogtum Lauenburg“) verliehen. Sie war während der Zeit ihres Bestehens die größte Brigade.Traditionsverband Panzergrenadierbrigade 16 “Herzogtum Lauenburg” e. V. Die Geschichte des Traditionsverbandes. S. 14. ISBN 978-3-923603-11-4