mini|Martin Richenhagen beim Weltwirtschaftsforum 2009 in Davos. mini|Martin Richenhagen, 2026 Martin Richenhagen (* 1. Juli 1952 in Köln) ist ein deutsch/US-amerikanischer Manager im Ruhestand. Von 2004 bis 2020 war er CEO der AGCO Corporation. Er lebt in Duluth (Georgia, USA). Seit 2011 besitzt er auch die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten.

Leben Martin Richenhagen wuchs in einer römisch-katholischen Familie mit vier Geschwistern in der Bruder-Klaus-Siedlung in Köln-Mülheim auf. Der Vater war Volksschullehrer. Richenhagen studierte nach dem Abitur am Hölderlin-Gymnasium in Köln-Mülheim Theologie, Philosophie und Romanistik an der Universität Bonn. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er zunächst als Lehrer für katholische Religion und Französisch am Gymnasium der Stadt Frechen.

Nach seiner Verbeamtung als Studienrat entschloss er sich auf Anraten des ehemaligen BDI-Präsidenten Thumann, in die Wirtschaft zu wechseln.Manager im Ausland: "Der Berliner flucht - der Amerikaner sagt gar nichts", Gespräch geführt von Susanne Amann, Spiegel online Er arbeitete von 1985 bis 1995 bei Hille & Müller Stahl in Düsseldorf, von 1995 bis 1998 als Senior Executive Vice President des Aufzug- und Rolltreppenherstellers Schindler Deutschland Holding GmbH, von 1998 bis 2002 als Geschäftsführer der Claas KGaA mbH, von 2003 bis 2004 als Vorstand der Forbo International SA in der Schweiz und von 2004 bis 2020 bei AGCO, dem weltweit drittgrößten Landmaschinenhersteller., Jennifer Lachman / ftd.de

Im November 2008 wurde Richenhagen zum Chairman von AEM (Association of Equipment Manufacturers), dem US-Verband der Maschinenhersteller, gewählt,Construction Equipment Guide im Dezember 2008 wurde er zum Honorarprofessor für Management in der Agrartechnik an der TU Dresden berufen., Deutscher Akademischer Reitverband

Richenhagen ist verheiratet und hat drei Kinder. Er spricht, neben Deutsch, fließend Englisch, Französisch und Italienisch.Die Rossnatur in: FAZ vom 17. Dezember 2011, Seite C3 Im September 2017 bekam er von Peter Wittig im Namen des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.Martin Richenhagen mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, Deutsche Reiterliche Vereinigung, 20. September 2017

Positionen 1998 – 2003: Geschäftsführer Claas 2004 – 2020: Chief Executive Officer AGCO 2007 – 2017: Mitglied des Board of Directors der United States Chamber of Commerce 2015 – 2018: Mitglied des Board of Directors Praxair 2018 – heute: Mitglied des Board of Directors Linde plc 2021 – heute: Aufsichtsrat Daimler Truck 2021 – heute: Beiratsmitglied Stihl Holding AG & Co. KG

Sonstiges Bei dem AGCO-Tochterunternehmen Fendt wollte Richenhagen das Arbeitssoll für die Produktionsstandorte in Deutschland erhöhen, von 35 auf 38,5 Wochenstunden ohne Ausgleich. Dieses Vorhaben scheiterte am Widerstand der Gewerkschaft IG Metall. Der Streit wurde nach langen Verhandlungen Ende 2008 beigelegt. Der US-Konzern kündigte an, in den nächsten Jahren rund 170 Millionen Eurotop agrar online im Allgäu zu investieren.

Vor der US-Präsidentschaftswahl im November 2012 kritisierte er den Amtsinhaber Barack Obama heftig und warf ihm Versagen in der Wirtschaftspolitik vor.

Im März 2018 trat Richenhagen von seinem Posten als Mitglied eines Beratergremiums des US-Präsidenten (President's Advisory Council on Doing Business in Africa) zurück aus Ärger darüber, wie Trump Außenminister Rex Tillerson entließ.manager-magazin.de vom 22. März 2018: Deutscher CEO verlässt Beratergremium von Trump In einem Interview äußerte er danach, er habe immer gedacht, Trumps Populismus sei nur eine Masche, um die Wahl zu gewinnen. Trump bringe im kleinen Kreis dieselben einfachen Botschaften wie in Medienäußerungen. Er sei ungebildet, ein schlechter Zuhörer und er habe keine Ahnung von Wirtschaft. Trump umgebe sich „mehr und mehr mit Radikalen, Spinnern und Außenseitern.“ Trump sei überhaupt kein Unternehmer. Er habe sein Geld damit verdient, andere Leute über den Tisch zu ziehen.Die Zeit 14/2018: „Er umgibt sich mit Spinnern“

Pferdesport miniatur|hochkant=1.0|Martin Richenhagen als Dressurrichter bei der Siegerehrung beim Deutschen Dressurderby 2014 Richenhagen war lange Zeit als Dressurreiter aktiv und ritt Dressurprüfungen bis zur schweren Klasse. Im Jahr 2008 war er Equipechef der deutschen Dressurreiter beim CHIO Aachen und bei den olympischen Reitersportwettbewerben in Hongkong. Bis 2014 war er internationaler Dressurrichter auf 4*-Niveau (der zweithöchsten Befähigungsstufe); Anfang 2017 zog er sich endgültig von der Richtertätigkeit zurück., Reiter Revue International, 25. Januar 2017

Im November 2017 wurde bekanntgegeben, dass Richenhagen als Herausgeber der Zeitschrift Reiter Revue International tätig sein wird., reiter-und-pferde.de vom 17. November 2017

Im Bereich des Studentenreitsports war er Gründungsmitglied des Akademischen Reiterclubs (ARC) Bonn und Cheforganisator der Deutschen Hochschulmeisterschaften Reiten 1978. Von 2006 bis 2010 war er Vorsitzender des Deutschen Akademischen Reiterverbandes. Für seine Verdienste um den deutschen Pferdesport wurde Richenhagen das Reiterkreuz in Silber verliehen.Martin Richenhagen in der Personendatenbank der FEI

2024 wurde er bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zum Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) gewählt.

Veröffentlichung Martin Richenhagen, Stefan Merx, Thomas Mersch: Der Amerika-Flüsterer. Mein Weg vom deutschen Religionslehrer zum US-Topmanager. Edel Books, Hamburg 2021, ISBN 978-3-8419-0761-5.

Weblinks Interview (Juli 2017) über Trump, Klimawandel und Afrika Martin Richenhagen: Der Weg vom Religionslehrer zum Top-Manager. Gutes Wirtschaften und ein christliches Menschenbild. Interview (Christoph Paul Hartmann) in katholisch.de, 19. Oktober 2021.

Einzelnachweise

Kategorie:Manager Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Dresden) Kategorie:Dressurreiter Kategorie:Pferdesportfunktionär Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1952 Kategorie:Mann