Der Landkreis Saarbrücken war ein Landkreis im Saarland.
Geographie
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1973 im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Saarlouis, Ottweiler und Sankt Ingbert. Im Süden grenzte er an die kreisfreie Stadt Saarbrücken sowie an das französische Département Moselle.
Geschichte Nach den Bestimmungen des Wiener Kongresses wurde die Grafschaft Saarbrücken 1815 aufgelöst und der preußischen Rheinprovinz und hier dem Regierungsbezirk Trier zugeordnet. 1816 wurde fast deckungsgleich aus der Grafschaft der Landkreis Saarbrücken gebildet. 1909 wurde die zur Großstadt gewordene Kreisstadt Saarbrücken als Stadtkreis aus dem Landkreis herausgelöst.
Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Landkreis Saarbrücken am 1. Oktober 1920 an das Saargebiet. Der Landkreis bestand bis zur saarländischen Gebietsreform, die am 1. Januar 1974 in Kraft trat, und wurde dann fast vollständig in den Stadtverband Saarbrücken überführt. Die Gemeinde Rentrisch kam zur Stadt St. Ingbert im Saarpfalz-Kreis.
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Quelle 1816 23.583 1847 41.121 1871 87.744 Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885 1885 118.803 1900 203.896 1910 170.336 1939 215.016 1960 256.000 1970 264.500 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1972 263.700 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1974
Politik Landräte 1816–1836Wilhelm Heinrich Dern 1837–1848Friedrich Hesse 1848–1855Franz Karl Rennen 1855–1872Franz von Gaertner 1871–1873Adolf Ulrich (vertretungsweise) 1873–1883Ludwig von Geldern 1883–1885Hugo Samuel von Richthofen 1885–1888Maximilian von Voß 1888–1891Eduard zur Nedden 1891–1899Alfred von Bake 1899–1903Carl von Fidler 1903–1909Richard Bötticher 1909–1916Walther von Miquel 1916–1919Carl von Halfern 1920Günther van Endert (vertretungsweise) 1920–1937Friedrich Vogeler 1937–1945Friedrich Kurth 1945–1950Peter Michely 1950–1956Peter Walter 1956–1961Karl Barth 1962–1967Leonhard Lorscheider 1967–1973Walter Henn
Wappen Die Landräte führten gelegentlich ein (nie offiziell verliehenes)Lehne / Kohler: Wappen des Saarlandes, Saarbrücken 1981, S. 28. Wappen der Fürsten von Nassau-Saarbrücken aus dem 18. Jahrhundert. Dieses Wappen zeigt im Mittelschild den goldenen Nassauer Löwen und weiter (umlaufend im Uhrzeigersinn, beginnend rechts oben): Den silbernen Löwen der Grafen von Saarbrücken-Commercy, den schwarzen Doppeladler der Grafen von Saarwerden, den schwarzen Balken in goldenem Feld der Grafen von Moers-Saarwerden, das goldene Andreaskreuz in grünem Feld mit goldenen Kreuzen der Herren von Merenberg, den schwarzen Löwen auf goldenem Feld der Herren von Homburg, den roten Balken in Gold der Herrschaft Lahr und die zwei roten Löwen der ersten Grafen von Saarbrücken.
Gemeinden Am 31. Dezember 1973 umfasste der Landkreis Saarbrücken fünf Städte und 46 weitere Gemeinden:
Altenkessel Auersmacher Bischmisheim Bliesransbach Brebach-Fechingen Bübingen Dorf Dudweiler, Stadt Eiweiler Emmersweiler Fischbach Friedrichsthal, Stadt Gersweiler Göttelborn Großrosseln Güdingen Heusweiler Holz Karlsbrunn Klarenthal Kleinblittersdorf Köllerbach Kutzhof Lauterbach Ludweiler-Warndt Naßweiler Niedersalbach Obersalbach-Kurhof Püttlingen, Stadt Quierschied Rentrisch Riegelsberg Rilchingen-Hanweiler Sankt Nikolaus Schafbrücke Scheidt Sitterswald Sulzbach/Saar, Stadt Völklingen, Stadt Wahlschied Walpershofen
Während seines Bestehens hatten auch die folgenden Gemeinden dem Landkreis angehört: Berschweiler, am 1. Oktober 1936 zu Heusweiler Bietschied, am 1. Oktober 1936 zu Heusweiler Brebach, am 1. Januar 1959 zu Brebach-Fechingen Burbach, 1874 zu Malstatt-Burbach Dilsburg, am 1. Oktober 1936 zu Heusweiler Engelfangen, am 1. April 1933 zu Köllerbach Etzenhofen, am 1. April 1933 zu Köllerbach Fechingen, am 1. Januar 1959 zu Brebach-Fechingen Fürstenhausen, am 1. April 1937 zu Völklingen Geislautern, am 1. April 1937 zu Völklingen Güchenbach, am 1. April 1939 zu Riegelsberg Hellenhausen, am 1. Oktober 1936 zu Eiweiler Herchenbach, am 1. April 1933 zu Köllerbach Hilschbach, am 1. April 1939 zu Riegelsberg Hirtel, am 1. Oktober 1936 zu Heusweiler Kirschhof, am 1. Oktober 1936 zu Eiweiler Kölln, am 1. April 1933 zu Köllerbach Krughütte, in den 1920er Jahren zu Klarenthal Kurhof, am 1. Oktober 1936 zu Salbach Lummerschied, am 1. Oktober 1936 zu Kutzhof Malstatt, 1874 zu Malstatt-Burbach Malstatt-Burbach, Stadt, am 1. April 1909 zu Saarbrücken Neuweiler, 1876 zu Sulzbach/Saar Numborn, am 1. Oktober 1936 zu Kutzhof Obersalbach, am 1. Oktober 1936 zu Salbach Rittenhofen, am 1. April 1933 zu Köllerbach Rittershof, am 1. Oktober 1936 zu Heusweiler Rußhütte, 1874 zu Malstatt-Burbach Saarbrücken, am 1. April 1909 kreisfrei geworden Salbach, am 1. Januar 1958 aufgeteilt Sankt Arnual, 1897 zu Saarbrücken Sankt Johann a. d. Saar, Stadt, am 1. April 1909 zu Saarbrücken Sellerbach, am 1. April 1933 zu Köllerbach Überhofen, am 1. April 1939 zu Riegelsberg Wehrden, am 1. April 1937 zu Völklingen
Kfz-Kennzeichen Am 1. Januar 1957 wurde dem Landkreis anlässlich des Beitritts des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland das Unterscheidungszeichen SB zugewiesen. Es wird im Regionalverband Saarbrücken bis heute ausgegeben.
Am 1. Januar 1968 wurde das Unterscheidungszeichen VK gültig. Es wurde nur in der Mittelstadt Völklingen ausgegeben. Auch dieses Unterscheidungszeichen wird in der Mittelstadt Völklingen, nunmehr im Regionalverband Saarbrücken gelegen, bis heute ausgegeben.
Literatur Kreisverwaltung Saarbrücken (Hrsg.): Grenze als Schicksal, 150 Jahre Landkreis Saarbrücken, Saarbrücken 1966.
Weblinks
Landkreis Saarbrücken Verwaltungsgeschichte und Landratsliste auf der Website territorial.de (Rolf Jehke), Stand 17. Juli 2013.
Einzelnachweise
Saarbrücken Saarbrucken Kategorie:Geschichte (Regionalverband Saarbrücken) Saarbrucken Kategorie:Aufgelöst 1974