mini|Stolperstein in Berlin-Prenzlauer Berg Der Marion-Samuel-Preis wird seit 1999 jährlich von der von den Eheleuten Ingrid und Walther Seinsch ins Leben gerufenen Stiftung Erinnerung Lindau an Personen oder Institutionen verliehen, die sich „auf besonders wirkungsvolle Weise gegen das Vergessen, Verdrängen und Relativieren der von Deutschen in der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen wenden und/oder die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Zeit voranbringen“Marion-Samuel-Preis. In: kulturpreise.de. Der Preis war ursprünglich mit 25.000 Deutschen Mark und ist aktuell (2025) mit 25.000 Euro dotiert. Erster Preisträger war der Historiker Raul Hilberg.
Als dem Politologen und Publizisten Götz Aly 2003 der Marion-Samuel-Preis für seine Studien zur Vernichtung der europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg verliehen wurde, recherchierte er über die Namensgeberin des Preises und legte 2004 die Biografie Im Tunnel. Das kurze Leben der Marion Samuel 1931–1943 vor.
Marion Samuel wurde am 27. Juli 1931 in Arnswalde in Brandenburg geboren und lebte 1939 im Bezirk Prenzlauer Berg in Berlin. Am 3. März 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert und gilt seither als verschollen. Nach dem Wunsch der Stiftung steht Marion Samuel stellvertretend für alle die Menschen, die ihr Schicksal in der Zeit des Nationalsozialismus teilten. Am 7. Oktober 2023 wurden vor Marion Samuels ehemaligem Wohnort, Berlin-Prenzlauer Berg, Rhinower Straße 11, Stolpersteine für sie und ihre Familie verlegt.
Preisträger 1999: Raul Hilberg 2000: Gerhard Hoch 2001: Aktion Sühnezeichen 2002: Volker Issmer 2003: Götz Aly 2004: Wolfgang Palm 2005: Michael Verhoeven 2006: Michael von Cranach 2007: Imre Kertész 2008: Ingeborg Hecht-Studniczka 2009: Georg-Elser-Initiative München 2010: Robert Domes 2011: Carl Hanser Verlag 2012: Beate Lehr-Metzger 2014: Barbara Fenner 2015: Wolf Biermann 2016: Vladimir Danovsky 2017: KONTAKTE-KOHTAKTbI 2018: Dokumentarfilmgruppe Rothenburg 2019: Ernst W. KleinVerleihung des Marion-Samuel-Preises der Stiftung Erinnerung 2019. Pressemitteilung der Stadt Augsburg vom 6. November 2019, abgerufen am 27. Dezember 2022. 2021: Angela BachmairMarion-Samuel-Preis wird vergeben. Pressemitteilung der Stadt Augsburg vom 2. November 2021, abgerufen am 27. Dezember 2022. 2022: Malte Ludin 2024: Daniel Barenboim 2025: Volksverpetzer 2026: Susanne Siegert
Weblinks
Götz Aly: Im Tunnel. Leseprobe auf www.perlentaucher.de
Einzelnachweise
Kategorie:Auszeichnung (Augsburg) Kategorie:Auszeichnung (Politik, Deutschland) Kategorie:Erstverleihung 1999