Die Pazifische Taifunsaison hat im Gegensatz zu der Pazifischen oder Atlantischen Hurrikansaison keine offiziellen Grenzen. Sie dauerte 1999 das ganze Jahr an, obwohl die meisten tropischen Wirbelstürme im nordwestlichen Pazifischen Ozean sich zwischen Mai und November bilden.
Die Pazifische Taifunsaison beschränkt sich auf den Bereich des Pazifischen Ozeans nördlich des Äquators und westlich der Datumslinie. Stürme, die sich östlich der Datumslinie und nördlich des Äquators bilden, nennt man Hurrikane, wenn sie die Stärke eines tropischen Sturms übersteigen; diese Stürme sind Teil der pazifischen Hurrikansaison. Tropischen Stürmen, die sich im gesamten Gebiet des westlichen pazifischen Beckens bilden, wird durch das Joint Typhoon Warning Center ein Name zugewiesen. Tropische Tiefdruckgebiete in diesem Bereich erhalten den Zusatz „W“ zu ihrer laufenden Nummer. Tropische Tiefs, die in den Verantwortungsbereich der Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA) ziehen oder sich dort bilden, erhalten eine Bezeichnung von dieser Institution. Dies kann dazu führen, dass ein und derselbe Sturm zwei verschiedene Namen bekommt.
Stürme Tropischer Sturm Hilda (Auring)
Das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) gab früh am 4. Januar eine Warnung vor einer sich entwickelnden breiten Zirkulation aus, die sich vor der nordwestlichen Küste Borneos erstreckte. Diese entwickelte sich in ein tropisches Tiefdruckgebiet und zog langsam von der Küste Borneos weg nach Norden und wurde am Vormittag des 6. Januar zum tropischen Sturm Hilda. Schon kurze Zeit später erreichte der Sturm seinen Höhepunkt mit Windgeschwindigkeiten von 65 km/h. Hilda driftete in nördlicher Richtung in ein Gebiet mit zunehmenden Windscherungen, die dazu führten, dass sich Hilda am nächsten Tag auflöste. Sowohl durch die Japan Meteorological Agency als auch PAGASA wurde dieses System geführt, aber nur als tropisches Tiefdruckgebiet klassifiziert. PAGASA nannte den Sturm Auring.
Aus Malaysia wurde berichtet, dass der tropische Sturm Hilda über Sabah schwere Regenfälle niedergehen ließ, welche zu Fluten und Erdrutschen führten, wodurch sechs Personen getötet wurden. Der Sachschaden an beschädigten Straßen in Malaysia wurde mit 1,3 Millionen US-Dollar angegeben, 1999 das Äquivalent zu 15 Millionen Ringgit.Borneo Bulletin: Hilda causes RM15 mil in road damages in Sabah. 11. Januar 1999.
Tropischer Sturm Iris (Bebeng)
Ein Monsun-Tiefdruckgebiet begann am 10. Februar auf dem Weg nach Westen, sich zwischen Pohnpei und Chuuk zu entwickeln. Das JTWC gab am 13. Februar eine Warnung heraus, als das Tief in der Nähe von Palau vorüberzog. Der Sturm sammelt langsam seine Kraft, als er auf die Philippinen zu zog und wurde am 17. Februar zum tropischen Sturm Iris, ohne sich dann weiter zu verstärken. Nachdem sich der Sturm unter Einfluss einer subtropischen Front im Osten nordwärts wendete, geriet er in ein Gebiet mit starken Windscherungen und verfiel zusehends. Am 19. Februar löste sich Iris 220 km östlich von Luzon auf.
Durch PAGASA wurde dieser Sturm als tropisches Tiefdruckgebiet geführt und mit dem Namen Bebeng versehen. Iris hatte keine Auswirkungen auf Land.
Tropischer Sturm Jacob (Karing)
Ein Tiefdruckgebiet etwa 220 km westlich von Yap entwickelte sich am 6. April zu einem tropischen Tief. Es entwickelte sich stufenweise, als es nach Westen wanderte und wurde ein starkes Tiefdruckgebiet mit Winden um 55 km/h. Dann begann eine Beschleunigung in nordwestlicher Richtung und das System entwickelte sich in dieser Phase zu einem schwachen tropischen Sturm. Dieser Kurs führte den Sturm in eine Region mit mehr Windscherung, wodurch der Status eines tropischen Sturms verloren ging. Die geringe Zirkulation brach völlig zusammen und das System erreichte am 10. April den Süden von Luzon. Durch PAGASA wurde das System Karing getauft und als tropisches Tiefdruckgebiet geführt.
Die Niederschlagsmengen durch Jacob reichten von 80 mm bis 400 mm an manchen Orten, es wurden an Land jedoch nur minimale Schäden registriert.
Schwerer tropischer Sturm Kate (Diding)
Am 22. April zog eine tropische Störung, die sich in der Philippinensee gebildet hatte, über Mindanao hinweg und intensivierte sich noch über Land zu einem tropischen Tiefdruckgebiet. Das Tief geriet schon bald wieder über Wasser auf seinem Weg nordwärts in den Osten der Philippinen und wurde am nächsten Tag als tropischer Sturm Kate klassifiziert. Die Prognose des JTWC ist ursprünglich nur von einer leichten Intensivierung ausgegangen und sagte eine Bewegung in nordnordöstlicher Richtung in ein für die weitere Entwicklung unvorteilhaftes Gebiet voraus. Stattdessen schlug Kate einen nördlicheren Kurs ein und gelangte in ein Gebiet mit nur minimalen Scherwind. Am 26. April wurde Kate zum Taifun, dem ersten des Jahres und erreichte seine größte Windgeschwindigkeit bei etwa 140 km/h schon kurz darauf. Später an diesem Tag beschleunigte sich die Vorwärtsbewegung des Taifuns und er passierte Iwo Jima nur 9 km nördlich. Kate begann dann, seine Konvektion zu verlieren und wurde am 28. April nordöstlich von Iwo Jima außertropisch.
Sowohl JMA als auch PAGASA beurteilten Kate während des Höhepunktes als tropischen Sturm, in beiden Fällen der erste tropische Sturm der Saison. PAGASA nannte das Tiefdruckgebiet kurz nach seiner Bildung Diding und stufte es schon vor dem JTWC zu einem tropischen Sturm auf. Kate brachte schwere Regenfälle in den Nordosten des Landes, und mancherorts summierten sich die Regenmengen auf bis zu 260 mm. Die andauernden Spitzenwindgeschwindigkeiten wurden auf Iwo Jima mit 95 km/h gemessen und einige Böen erreichten 126 km/h. Es stehen keine Schadensberichte für die Philippinen oder Iwo Jima zur Verfügung.
Taifun Leo
Ende April begann sich innerhalb eines Monsuntiefdruckgebietes eine Zyklone zu entwickeln und wandelte sich am 27. April etwa 710 km westlich von Manila im Südchinesischen Meer zu einem tropischen Tiefdruckgebiet. Es verstärkte sich während seines Zuges nach Westen und wurde am darauffolgenden Tag als tropischer Sturm Leo benannt. Der Sturm bewegte sich dann in zyklonischer Drehweise vor der vietnamesischen Küste zu intensivieren und wurde bei seiner Wanderung nordostwärts zum Taifun. Als der Taifun in Richtung China zog, geriet Leo unter eine Hochdruckfront in der Höhe und intensivierte sich rapide zu seinem Höhepunkt mit Windgeschwindigkeiten von 205 km/h. Allerdings hielt diese Phase nicht sehr lange an, da der Sturm bei seinem Zug nach Nordosten in ein Gebiet mit starken Windscherungen geriet und Leo schwächte sich auf dem weiteren Weg nach Norden ab. Zu Zeitpunkt des Landfalls am 2. Mai war Leo nur noch als tropisches Tiefdruckgebiet klassifiziert. Konvektion und Zirkulation des Sturmes hatten sich räumlich voneinander getrennt. Über Land löste sich das System schon bald auf.
Als sich Taifun Leo entwickelte, brachten die regnerischen Bandstrukturen Regenfälle von bis zu 130 mm in verschiedene Gebiet in Vietnam. Hohe Wellen als Folge des Taifuns brachten südlich von Hongkong ein Schiff zum Untergang und nur 7 der 21 Personen an Bord wurden gerettet. Windgeschwindigkeiten von 90 km/h wurden auf Waglan Island gemessen, als Leo an Hongkong vorüberzog und der Sturm lud über 100 mm Niederschlag in dem Gebiet ab. Die Schäden in Hongkong waren in geringer Höhe und die 14 Verletzten waren in zumeist durch vom Regen verursachten Verkehrsunfällen begründet.
Taifun Maggie (Etang)
Das sechste tropische Tiefdruckgebiet der Saison bildete sich am 1. Juni in der Monsunrinne östlich der Philippinen. Das System intensivierte sich, als es nach Norden zog und wurde 36 Stunden nach seiner Bildung als Taifun Maggie klassifiziert. Der Taifun wurde stärker, als er in der Luzonstraße Kurs auf Nordwesten nahm und erreichte seinen Gipfel am 5. Juni mit Windgeschwindigkeiten von 195 km/h. Der Taifun drehte weiter nach Westen, wo er in den Einfluss der Landfläche der Insel Taiwan geriet und begann, sich langsam abzuschwächen. Maggie erreichte als ein Taifun mit Windgeschwindigkeiten von 150 km/h am 6. Juni den Südosten Chinas, östlich von Hongkong. Der Sturm wanderte dann an der chinesischen Küste entlang und schwächte sich dabei ab. Maggie passierte Hongkong nördlich und drehte dann in die Mündung des Perlflusses, um sich am 8. Juni im Landesinneren aufzulösen. Sowohl die JMA als auch PAGASA bewerteten Maggie als ein Taifun und PAGASAs Name für den Sturm lautete Etang.
Taifun Maggie brachte Regenfälle auf die Philippinen, die dort Erdrutsche verursachten, wodurch drei Personen getötet wurden. In Taiwan starben zwei Personen und weitere wurden danach vermisst. Außerdem wurde die Elektrizitätsversorgung von mehr als 100.000 Haushalten unterbrochen und der landwirtschaftliche Schaden auf der Insel belief sich auf über 18 Millionen US-Dollar. Maggie brachte in Hongkong andauernde Winde von bis zu 80 km/h und 85 mm Niederschlag mit sich. Zwei Öltanker sanken im Hafen. Einer von ihnen war voll beladen und das auslaufende Öl verschmutzte einen nahegelegenen Uferbereich. Die durch Maggie verursachten Schäden waren in Hongkong gering, fünf Personen wurden durch den Sturm verletzt. In Guangdong tötete der Sturm vier Personen und beschädigte über 3000 Häuser. Mindestens 120 Schiffe wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen und der direkte wirtschaftliche Schaden infolge des Sturms innerhalb der Provinz belief sich auf mehr als 150 Millionen US-Dollar. Maggie verursachte auch im Norden Vietnams Regenfälle, die mit einer Regenmenge von bis zu 100 mm örtliche Überflutungen verursachten.
Unbenannter tropischer Sturm (07W)
Ein Gebiet mit unruhigem Wetter nordöstlich von Guam entwickelte sich langsam, als es nach Westen zog und wurde am 15. Juli zum tropischen Tiefdruckgebiet 07W. Kurz nach seiner Bildung erreicht es schon seine größte Intensität und hielt seine Windgeschwindigkeit während der darauffolgenden beiden Tage bei 55 km/h, als es auf Honshū zu zog. Stärker gewordene Windscherungen verursachten die Schwächung des Systems, als dieses auf nordöstliche Richtung drehte. Das Tief löste sich am 18. Juli südöstlich von Honshū auf, ohne jemals für Land eine Gefahr gewesen zu sein.
Tropische Depression 08W
Eine tropische Störung, die sich östlich von Okinawa nach Norden bewegte, entwickelte sich zunehmend besser, als sie sich den japanischen Hauptinseln näherte. Am 21. Juli begann diese, sich zu intensivieren und wurde dann im Nordosten Okinawas zum tropischen Tiefdruckgebiet 08W. Das Tiefdruckgebiet verstärkte sich leicht über dem ostchinesischen Meer. Nachdem der Sturm am 22. Juli in Südkorea auf das Festland traf, wurde er außertropisch, als er über die Koreanische Halbinsel zog. Das Tief löste sich über dem Japanischen Meer auf.
Schwerer tropischer Sturm Neil (Helming)
Am 23. Juli begann sich innerhalb der Monsunrinne in der Philippinensee eine tropische Störung zu entwickeln. Die Konvektion nahm zusehends zu, als die Störung nach Norden zog und am 25. Juli bildete sich südlich von Okinawa das neunte tropische Tiefdruckgebiet der Saison. Das System zog in der Nähe der japanischen Insel vorbei und wurde schon bald als tropischer Sturm Neil klassifiziert. Der Sturm drehte leicht nach Westen auf die Koreanische Halbinsel zu und erreichte seinen Gipfel mit Windgeschwindigkeiten von 75 km/h am 26. Juli. Neils erreichte das Festland am nächsten Tag südwestlich von Suncheon als schwacher tropischer Sturm, der schon kurz darauf über dem Gelben Meer als tropisches Tief wieder auf See gelangte. Dort geriet Neil in den Einfluss einer subtropischen Rinne, die das System wieder in Richtung Südkorea drehte. Am 28. Juli traf Neil 35 km südwestlich von Seoul erneut auf die Küste und löste sich dann über Land schnell auf.