mini|Graffiti an der Bonnstraße in Hürth mini|Graffitirückseite an der Bonnstraße in Hürth mini|Wandgraffiti von Seak in der Scherfginstraße in Köln

Seak (* 1974 in Köln; Passeintragung SEAK Claus Winkler) ist ein deutscher Maler mit Wurzeln in der frühen Graffitiszene von 1989 im Rheinland.Bernhard van Treeck: Das grosse Graffiti-Lexikon. Lexikon-Imprint-Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-292-X, S. 341.

Wirken Seak arbeitet seit 1991 als freischaffender Künstler im Kölner Raum sowie nach Einladungen weltweit. Er fertigt, teils in einen futuristisch anmutenden biomechanischen 3-D-Stil als sein Markenzeichen, Wandgemälde und Bilder auf Leinwand und Papier. Er nahm an vielen bedeutenden Graffiti-Ausstellungen teil wie den drei Urban Discipline Ausstellungen in Hamburg, der Graphicalogistics in Australien und der „Canvars“, Horizont der documenta in Kassel. Zusammen mit DAIM gestaltete er die Ausstellung „DAIM & Seak“ in der Defiance Gallery in Chicago und mit Dare die Ausstellung „Dare and Seak“ in Hamburg. Seinen internationalen Durchbruch hatte er 1998 mit einem Porträt im New Yorker Szene-Magazin „The Source“.

Im Jahr 2005 erhielt er für sein Schaffen im Raum Köln und Hürth der Kulturpreis der Stadt Hürth.Britta Havlicek: Bücher und gesprühte Bilder. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 16. Dezember 2005.

Im Jahr 2009 wurde SEAK Claus Winkler von dem Unternehmen Thalys beauftragt, die Stadt Köln zu vertreten, indem er auf der neuen Schnellstrecke einen Zugteil für die Querung Deutschland – Paris erstellt. Dazu wurde er mit den Künstlern der Länder Frankreich, Niederlande und Belgien am Paris Gare du Nord mit dem Thalys und Pressebegleitung nach Paris befördert, wo er die Vorgabe mit den Künstlern in knapp über 3 Stunden, was der Fahrzeit Köln Paris Gare du Nord entspricht, ein Bild in seinem Stil auf dem Zug zu realisieren, gelungen ist. Diese Premiere ist bislang für alle Künstler weltweit einmalig. Thalys-Chef Olivier Pointrenaud signierte mit den Künstlern den Thalys unter dem Motto „Mit Hochgeschwindigkeit ins Jahr 2010“.

Die Sprühdosen-Firma Molotov hat ihm die Farbe #143 SEAK future-green gewidmet.

Rezeption Seak gehörte zu den bekanntesten Graffiti-KünstlernFür Graffiti-Sprayer gibt es kein Pardon. general-anzeiger-bonn.deKunst aus dem Vogelsanger Jugendclub, auf rp-online.de und den Stars der Szene.Sprayer Seak: Der Weltstar aus Hürth. In: Westdeutsche Zeitung.Hürther Sprayer Künstler Claus Winkler verzaubert die Welt. In: Express. Stefan Krulle meint in der Zeitung Die Welt, dass die These aus Deutschland kommen wegweisende Techniken und Stile, die jetzt überall Standards setzen durch die Kunstwerke von SEAK bestätigt würden.Feine Dosengemälde. In: Die Welt. Abgerufen am 10. Oktober 2019.

Kritik Im Frühjahr 2026 geriet der Künstler wegen der Gestaltung der Fassade seines Elternhauses im Hürther Stadtteil Efferen in die Kritik. Neben abstrakten Motiven brachte er dort großflächig schriftliche Botschaften wie „Rasse ist meine Religion“, „Remigration“ und „Macht mehr weisse Kinder, das hassen sie am meisten“ sowie Bezüge zu Akteuren der Neuen Rechten an.

Anwohner starteten daraufhin eine Online-Petition, die bis Mai 2026 von mehr als 1200 Menschen unterstützt wurde. Die Initiatoren warfen Winkler vor, die Fassade zu einer „rechtsextremen Propagandafläche“ umfunktioniert zu haben. Sie forderten die Stadt Hürth zu einer rechtlichen Prüfung der Handlungsmöglichkeiten auf. Zudem formierte sich Protest von lokalen Schulen aus dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus“ sowie von zivilgesellschaftlichen Initiativen.

Der Hürther Bürgermeister Dirk Breuer (CDU) verwies auf die Meinungs- und Kunstfreiheit, räumte jedoch ein, dass die Situation für das Umfeld belastend sei. Bezüglich Winklers Auszeichnung mit dem Hürther Kulturpreis im Jahr 2005 erklärte Breuer, dass damit lediglich das damalige künstlerische Wirken gewürdigt worden sei. Die Kölner Staatsanwaltschaft leitete aufgrund einer Strafanzeige eine Prüfung ein, ob der Anfangsverdacht einer Volksverhetzung vorliegt.

Winkler selbst lehnte ausführliche Medieninterviews ab, berief sich jedoch gegenüber Journalisten auf die Kunst- und Meinungsfreiheit. Er bezeichnete das Gebäude als ein seit vielen Jahren in Arbeit befindliches „Gesamtkunstwerk“, mit dem er der Gesellschaft „den Spiegel vorhalten“ wolle.

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1999 „Graffiti zwischen Illegalität und Galerie“, Universität Gießen 2000 „Seakone“, Siemens AG, Essen 2001 „Fortschritt – Logo – 3D“, Kunstverein Bonn-Hardtberg 2003 „Aircrafts, Letters, Lifeforms“, Galerie 68elf, Köln 2004 „Open Rooms“, studio exhibition, Hürth 2004 „Urban Typography Pt. 1“, Vibes store, Köln

Gruppenausstellungen 1996 „Gorillas im Nebel“, Museum Koenig, Bonn 1998 „Stay In Motion“, Fronte 79, Ingolstadt 1999 „Crazy Colors“, KFZ, Marburg 1999 „Jahresausstellung“, Künstlerforum Liblar 1999 „Kunst statt Sachbeschädigung“, Rathaus Dortmund 1999 „Graffiti-Art“, Kunsthof Gut Dargast, Rügen 1999 Kulturzentrum, Bonn-Hardtberg 2000 „Graffiti-Art“, Phonodrome, Hamburg 2000 „Graffiti-Art“, Kunsthof Gut Dargast, Rügen 2000 „750 Jahre Erftstadt“, Kreishaus Erftstadt 2000 „Urban Discipline 2000“, Hamburg 2000 „Graffiti 2000“, Nirot/Frankreich 2000 „Z 2000 - Positionen junger Kunst und Kultur“, Akademie der Künste, Berlin 2000 „Wow123“, Pro Art Galerie, Bremen 2000 „Kunst vor der Haustür“, Kunstwoche Hachenburg 2001 „Urban Discipline 2001“, alte Postsortierhalle am Stephansplatz, Hamburg 2001 „Rockin‘ Da North“, National Museum of Modern Art (Kiasma), Helsinki/Finnland 2001 „Gamble Can“, Gera 2001 „Graphicalogistics“, Revellys, Perth/Australien 2001 „Graphicalogistics 2“, Blue Room, Sydney/Australien 2002 „Intervention“, Birmingham/UK 2002 „Worldspray Exhibition“, Mailand/Italien 2002 „Canvars“, Horizont der documenta, Kassel 2002 „Symbol Of Live“, Edinburgh/UK 2002 „Urban Discipline 2002“, Hamburg 2002 „Beside The Wall“, Halle 02, Heidelberg 2002 „Meeting Of Styles“, Schlachthof, Wiesbaden 2002 „Codeak - Smatik - Besok - Seak“, artrium, Bad Birnbach 2002 „Galeria Graffiti“, Lodz/Polen 2002 „Galeria Graffiti“, Warschau/Polen 2003 “Still Crazy”, Klingspor-Museum, Offenbach/Deutschland 2003 “Abstrakte Letters”, Crewest Gallery, Los Angeles/USA 2003 “Battle Arts 01”, Portland-Oregon/USA 2003 “Global Domination”, Liminal Gallery, Oakland/USA 2003 “East-West”, Startsoma Gallery, San Francisco/USA 2003 “Young Primitives”, Groeningemuseum, Brugge/Belgien 2003 “DASELO”, Municipal Gallery, Montpellier/Frankreich 2003 “Ill Communication”, Urbis Museum, Manchester/UK 2003 “Hype3”, Ontario State Gallery, Ontario/Kanada 2003 “DAIM & Seak”, Defiance Gallery, Chicago/USA 2003 “Construction Urbaines”, Taxie Gallery, Paris/Frankreich 2003 “Seasonal Hysteria”, The Area/La Gonda House, Auckland/Neuseeland 2004 “Dare and Seak”, Galerie Elbchaussee Acht, Hamburg/GermanyOff the Wall offthewall05.de

Quellen Winkler verzaubert die Welt. In: Express. 7. November 2007. Der Weltstar aus Hürth. In: Westdeutsche Zeitung. 1. Juli 2013.

Weblinks

Einträge für Seak in der Kunstdatenbank ArtFacts Fotos von Seak

Einzelnachweise

Kategorie:Graffiti-Künstler (Deutschland) Kategorie:Person (Hürth) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Mann