mini|Einer der Wege auf dem Cimetière du Père-Lachaise mini|Haupttor des Friedhofs Père-Lachaise Der Cimetière du Père-Lachaise [] ist mit einer Fläche von 43 Hektar der größte Friedhof von Paris und zugleich die erste als Parkfriedhof angelegte Begräbnisstelle der Welt. Er ist nach Pater (franz. père) François d’Aix de Lachaise benannt, auf dessen Gärten der Friedhof errichtet wurde. In 69.000 Grabstätten wurden bisher etwa eine Million Verstorbene beigesetzt. Mit rund 3,5 Millionen Besuchern im Jahr ist Père Lachaise eine der meistbesuchten Stätten in Paris.Le Père Lachaise fête son bicentenaire. Radio France Internationale, 20. Mai 2004, abgerufen am 2. Januar 2013 (französisch).

Geschichte mini|Das prächtige Kolumbarium des Père-Lachaise (hinter der Kuppel sind die schwarzen Kaminspitzen des Krematoriums sichtbar) mini|AUX MORTS DE LA COMMUNE21-28 Mai 1871Gedenktafel für die Opfer der „blutigen Maiwoche“ 1871 an der Mur des Fédérés Zu Beginn des 19. Jahrhunderts mussten in Paris mehrere neue Friedhöfe die alten innerstädtischen Begräbnisorte ersetzen. Um das Monopol der Kirche auf Beerdigungen zu beenden, hatte Napoleon Bonaparte 1804 das Edikt von Saint-Cloud erlassen, dem zufolge Grabstätten künftig nicht mehr als Kirchhöfe innerhalb der Stadtgrenzen angelegt werden durften, sondern unter die Aufsicht der politischen Gemeinde gestellt und außerhalb der Stadt eingerichtet werden sollten. Für Paris konnte der Seine-Präfekt Nicolas Frochot am 28. Februar 1803 für 180.000 Franc eine weitläufige Gartenanlage für die Republik erwerben, die im Osten der Hauptstadt lag, außerhalb der damaligen Stadtgrenze. Sie wurde komplett umgestaltet und vergrößert. Die erste Beerdigung auf dem Père Lachaise war die eines fünfjährig gestorbenen Mädchens, Adélaïde Paillard de Villeneuve, Tochter eines porte-sonnette (eine Art Gemeindediener) des Faubourg Saint-Antoine. Sie fand am 21. Mai 1804 statt.

Trotz seines laizistischen Konzepts wurde der Friedhof unter dem Namen des Jesuitenpaters François d’Aix de Lachaise (1624–1709) bekannt, des Beichtvaters von Ludwig XIV., der hundert Jahre zuvor auf dem dortigen Landgut Mont-Louis des Jesuitenordens repräsentative Feste für den Adel gegeben hatte. Die lange Pappelallee im Osten ist aus dieser Zeit geblieben., , vom 8. Juli 2005 (französisch), abgerufen am 26. September 2015

Das Konzept des Père Lachaise wurde 1808 dem klassizistischen Architekten Alexandre-Théodore Brongniart anvertraut, der zu dieser Zeit Inspecteur général en chef de la Deuxième section des Travaux publics du Département de la Seine et de la Ville de Paris war, Generaloberinspekteur der 2. Sektion für Öffentliche Arbeiten im Département Seine und der Stadt Paris. Brongniart entwarf die großen Achsen sowie die Grabmonumente, von denen aber nur das für die Familie Greffulhe im neogotischen Stil verwirklicht wurde.Philippe Ariès: Das moderne Familiengefühl vor dem Hintergrund der Testamente und Grabstellen. In: ders.: Studien zur Geschichte des Todes im Abendland. Deutscher Taschenbuchverlag, München 1981, ISBN 3-423-04369-5, S. 126–136, hier S. 135.

In der damals noch außerhalb von Paris liegenden Gemeinde Passy wurde 1820 der neue Cimetière de Passy eröffnet. Ebenfalls außerhalb der damaligen Stadtgrenzen kamen 1824 der Friedhof Montparnasse im Süden und 1825 der Friedhof Montmartre im Norden hinzu.

Ein Dauergrab, eine Concession à perpétuité, kostete 2012 auf Père Lachaise 13.430 Euro; es gibt auch Konzessionen für 50, 30 oder 10 Jahre. Die Gestaltung der Grabmonumente ist nicht reglementiert.

Im Süden des Friedhofs befindet sich der Mur des Fédérés, eine Mauer, vor der die vermutlich letzten 147 Aktiven (Kommunarden) des Volksaufstands der Pariser Kommune am 28. Mai 1871 erschossen wurden.»Pflicht zu sterben oder zu siegen« bei spiegel.de, abgerufen am 19. März 2021

Zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands von Compiègne am 11. November 1918 ließ die Stadt Paris eine 280 Meter lange und 1,30 Meter hohe Gedenktafel für 94.415 gefallene Bürger von Paris und 8.000 Vermisste an der Außenmauer des Friedhofs zum Boulevard de Ménilmontant anbringen.www.paris.fr: Au Père Lachaise, le Monument aux Parisiens morts pendant la Première Guerre

Bekannte Personen, die auf dem Friedhof Père Lachaise bestattet wurden

A Name Lebenszeit Bedeutung Grabstelle d’Abadie 1748–1820 General der Infanterie Division 35 Abaelard 1079–1142 Philosoph, Liebhaber von Heloisa Division 7 Aboville 1776–1843 General der Artillerie Division 25 Abramtschyk 1903–1970 belarussischer Exilpolitiker und Publizist Division 59 Achard 1814–1875 Schriftsteller Division 85 Adanson 1727–1806 Naturforscher und Ethnologe Division 23 Adda 1948–2004 Fernsehintendant Division 87 Aguado 1785–1842 spanischer Bankier Division 45 Akerman 1950–2015 belgische Filmregisseurin Division 49 Alain 1911–1940 Komponist und Organist Alboni 1826–1894 italienische Sängerin Division 66 Allard 1766–1821 Schriftstellerin Division 11 Allouard 1844–1929 Maler, Zeichner und Bildhauer Division 32 Alphand 1817–1891 Stadtplaner Division 66 Andrejanowa 1819–1857 Balletttänzerin Division 49 Andrieux 1759–1833 Poet und Gelehrter Division 18 Angers 1788–1856 Bildhauer Division 39 Anicet-Bourgeois 1806–1872 Dramatiker Division 4 Anselme 1740–1814 General Division 45 Blanche d’Antigny 1840–1874 Schauspielerin Division 36 Anthouard de Vraincourt 1773–1852 General der Artillerie Division 32 Antigny 1842–1874 Schauspielerin Division 36 Apollinaire 1880–1918 Poet Division 86 Appel 1921–2006 holländischer Maler Division 22 Arago 1786–1853 Physiker Division 4 Arman 1928–2005 Künstler Division 11 Assolant 1827–1886 Journalist und Schriftsteller Division 53 Astier 1900–1969 Journalist und Schriftsteller Division 10 Asturias 1899–1974 Schriftsteller, Literaturnobelpreis 1967 Division 10 Auber 1782–1871 Opernkomponist Division 4 Aubin 1938–2016 Dirigentin und Komponistin Division 92 Aubrac 1912–2007 Widerstandskämpferin, Historikerin Division 87 Auclair 1920–2004 Journalist und Schriftsteller Division 42 Audiffret 1787–1878 Ökonom und Conseiller d’État Division 42 Augereau 1772–1836 General Division 40 Augereau 1757–1816 Duc de Castiglione et maréchal d’Empire Division 59 Augustin 1759–1832 Maler Division 58 Aumont 1911–2001 Schauspieler Division 22 Avenel 1789–1875 Journalist und Schriftsteller Division 20 Avril 1868–1943 Tänzerin und Modell für Henri de Toulouse-Lautrec Division 19

B Name Lebenszeit Bedeutung Grabstelle Balzac 1799–1850 Schriftsteller Division 48 Barbe 1836–1890 Politiker und Industrieller Division 81 Barbusse 1873–1935 Schriftsteller Division 97 Barillet-Deschamps 1824–1873 Gärtner und Landschaftsarchitekt Division 69 Barras 1755–1829 Politiker während der französischen Revolution Division 28 Bartholomé 1848–1928 Bildhauer Division 4 Barthou 1862–1934 Politiker Division 11 Barye 1795–1875 Bildhauer Division 49 Bashung 1947–2009 Sänger und Schauspieler Division 13 Bau 1959–2011 Technischer Direktor der Opéra Bastille in Paris Baudelocque 1745–1810 Gynäkologe und Geburtshelfer Division 45 Bauer 1881–1938 sozialdemokratischer Politiker ab 1950 auf dem Wiener Zentralfriedhof Beaumarchais 1732–1799 Theaterschriftsteller Division 28 Beaume 1796–1885 Maler Division 59 Bécaud 1927–2001 Sänger Division 45 Becque 1837–1899 Dramatiker Division 53 Bellil 1971–2004 Schriftstellerin Division 19 Bellmer 1902–1975 deutscher Autor und Fotograf Division 9 Bernhardt 1844–1923 Schauspielerin Division 44 Berry 1883–1951 Schauspieler Division 80 Bertillon 1853–1914 Kriminalist und Anthropologe, Begründer der Bertillonage Division 89 Bessières 1777–1840 Politiker Division 41 Bichat 1771–1802 Anatom und Physiologe Division 8 Bienvenüe 1882–1936 Erbauer der Métro Paris Division 82 Bizet 1838–1875 Komponist Division 68, Nr. 101 Blanqui 1805–1881 Politiker und sozialistischer Theoretiker Division 91 Börne 1786–1837 deutsch-jüdischer Schriftsteller und Philosoph Division 19 Bondy 1948–2015 Schweizer Theaterregisseur Bonheur 1822–1899 Malerin Division 74 du Bosc 1760–1851 General der Pioniere Division 56 Bourdieu 1930–2002 Soziologe, Ethnologe und Philosoph Division 28 Brada 1847–1938 Schriftstellerin Division 46 Branchu 1780–1850 Opernsängerin Division 23 Brasseur 1905–1972 Schauspieler Division 59 Breguet 1747–1823 Schweizer Physiker und Uhrmacher Division 11 Brisebarre 1818–1871 Theaterdichter und Librettist Division 71 Brongniart 1739–1813 Architekt Division 11 Brunhoff 1899–1937 Autor der Abenteuer des berühmten Babar der Elefant Division 65

C mini|hochkant|Grab Frédéric Chopins mit der Muse Euterpe von Auguste Clésinger

Name Lebenszeit Bedeutung Grabstelle Caillaux 1822–1896 Politiker Division 54 Caillebotte 1848–1894 Maler Division 70 Callas 1923–1977 Opernsängerin symbolisches Urnengrab im Kolumbarium, Nr. 16258 Cambacérès 1753–1824 Politiker Division 39 Camus 1912–1982 Regisseur Division 87 Canetti 1909–1997 Musikproduzent Division 94 Capendu 1825–1868 Schriftsteller Division 12 Carnot 1801–1888 Politiker Division 11 Carriès 1855–1894 Bildhauer Division 12 Cartellier 1757–1831 Bildhauer Division 53 Casanova 1814–1888 Minister unter Napoleon III. Division 26 Chabrol 1930–2010 Schauspieler, Filmregisseur, Filmproduzent und Drehbuchautor Division 10 Champion 1764–1852 Juwelier und Philanthrop Division 1 Champollion 1790–1832 Ägyptologe Division 18 Chaplin 1825–1891 französischer Maler und Kupferstecher Division 52 Chaptal 1756–1832 Chemiker und Politiker (Innenminister) Division 89 Charpentier 1860–1956 Komponist Division 10 Chartier (Alain) 1868–1951 Philosoph Division 94 Cherubini 1760–1842 Komponist Division 11, Nr. 19 Chojnacka 1939–2017 Cembalistin und Musikpädagogin Division 53 Chopin 1810–1849 Komponist Division 11, Nr. 20 Clairon 1723–1803 Tragödin und Hofmaitresse in Ansbach Division 20 Clamageran 1827–1903 französischer Finanzminister Division 11 Claretie 1840–1913 Journalist, Schriftsteller und Theaterdirektor Division 4 Colette 1873–1954 Schriftstellerin Division 4 Comte 1798–1857 Philosoph Division 17 Daniel Cordier 1920–2020 französischer Widerstandskämpfer Division 27 Corneau 1943–2010 Filmregisseur Division 45 Corot 1796–1875 Maler Division 24 Coutelle 1748–1835 erster Luftaufklärer Frankreichs Division 11 Couture 1815–1879 Maler Division 4 Crozatier 1795–1855 französischer Metallgießer und Bildhauer Division 49 Cruvelli 1826–1907 deutsche Opernsängerin Division 38 Cuvier 1769–1832 französischer Naturforscher Division 8

D mini|hochkant|Grab von Juliette Dodu