Beromünster (; bis 1934 Münster, luzerndeutsch Möischterortsnamen.ch, abgerufen 30. Mai 2026.) ist eine Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Luzern. Sie gehört zum Wahlkreis Sursee.

Beromünster besteht aus zwei Siedlungskernen, dem Flecken und dem Stift Beromünster, und umfasst seit 2004 auch Schwarzenbach, seit 2009 Gunzwil und seit 2013 Neudorf. Die schon vor der Stiftsgründung bestehende Siedlung entwickelte sich zum Zentrum der Stiftsherrschaft, Marktflecken, Zentrum verschiedener Landzünfte, Gerichts- und Amtshauptort sowie zur luzernischen Zollstation und wird daher traditionell als «Flecken» bezeichnet.

Geographie Beromünster liegt im oberen Bereich des Wynentals und wird von der Wyna durchflossen. Bis auf kleine Bereiche am Ufer der Wyna und einen Teil des Waldes Wiholz im Süden des Orts ist das ganze ehemalige Gemeindegebiet gerodet. Vom gesamten Gemeindeareal sind 68,2 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 21,6 % Wald und Gehölz und 9,6 % Siedlungsflächen (Stand 2015/16).

Die früher selbständige Gemeinde Schwarzenbach (; 3,2 km nordnordöstlich von Beromünster) bildete seit der Vereinigung mit Beromünster am 1. September 2004 und bis zur Fusion mit Gunzwil am 1. Januar 2009 eine Exklave. Die Ortschaft liegt auf dem nördlichen Ausläufer des Erlosen zwischen Wynen- und Seetal. Der Ostabhang des Erlosen Richtung Seetal ist noch teilweise stark bewaldet. Neben dem eigentlichen Dorf Schwarzenbach gibt es die Weiler Lüsch (im Norden), Grüt (im Nordosten) und die Häusergruppe Rüti (im Südsüdosten). Westlich des Dorfes entspringt der Schwarzebach, der nach kurzem Lauf in die Wyna fliesst.

Beromünster grenzt an die Gemeinden Aesch LU, Eich, Ermensee, Geuensee, Hildisrieden, Hitzkirch, Rickenbach LU, Römerswil, Schenkon und Sempach im Kanton Luzern sowie an die Gemeinden Beinwil am See und Menziken im Kanton Aargau.

Bevölkerung Ende 2025 zählte die Gemeinde 6963 Einwohner. Davon waren 5867 Schweizer Staatsangehörige und 834 (= 12,4 %) Ausländer. Die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde in den heutigen Grenzen (alte Gemeinden Beromünster, Gunzwil, Neudorf und Schwarzenbach) seit dem Jahr 2000 zeigt folgende Tabelle:

Jahr 2000 2010 2011 2012 2013 2014 20152016201720182019202020212022202320242025Einwohner 5506 5861 5963 6033 6112 6234 64456517647865806624666167026701671468306997

Die Bevölkerung von Beromünster (Ortsteil) wuchs von 1798 (939 Einwohner) bis 1860 an (+ 27,6 %). Dann war bis 1900 eine Abnahme zu verzeichnen (1860–1900: – 18,8 %), anschliessend nahm die Bevölkerung bis 1930 wieder auf den Stand von 1860 zu (1900–1930: + 22,3 %). Danach wuchs sie bis ins Jahr 2000 (mit Ausnahme der 1950er-Jahre) stark an (1930–2000: + 98,2 %).

Die Bevölkerung von Schwarzenbach stieg zwar leicht von 1850 bis 1870 und sank dann bis 1888 auf ihr historisches Tief. Sie blieb ansonsten bis 1970 stets im Bereich zwischen 171 und 188 Einwohnern. Bis ins Jahr 2000 gab es, mit Ausnahme der 1980er-Jahre, ein starkes Wachstum (1970–2000: + 23,9 %).

Die Bevölkerung von Gunzwil wuchs zwischen 1798 (1181 Einwohner) und 1850 stark an (1798–1850: + 52,9 %). In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlor die Gemeinde als Folge von Abwanderungen in die Industriegebiete viele Einwohner (1860–1888: − 20,9 %). In den folgenden Jahrzehnten stieg die Bevölkerung nur leicht an. Vor dem Zweiten Weltkrieg wuchs sie wieder stärker (1930–1941: + 11,7 %); in den 1940er-Jahren fiel sie leicht (− 4,6 %). Bis 1980 stagnierte sie. Seither wächst sie stetig, bis zum Jahr 2000 stark, seither nur noch schwach (1980–2000: + 15,1 %).

Die Bevölkerung von Neudorf stieg von 1798 (710 Einwohner) bis 1860 stark an (1798–1860: + 25,1 %). Danach begann eine Phase der Massenabwanderung Richtung Industriezentren, die bis 1900 anhielt (1860–1900: - 26,6 %). Damit war der tiefste Bevölkerungsstand erreicht. Abgesehen von zwei Einbrüchen zwischen 1920 und 1930 sowie 1950 und 1960 wuchs die Bevölkerung im 20. Jahrhundert stetig (1900–1950: + 21,3 %; 1950–2000: + 33,8 %). Seit dem Bevölkerungshöchststand vom Jahr 2000 mit 1058 Einwohnern stagnierte sie bis 2006 auf diesem Niveau, um dann bis 2015 stark anzusteigen.

Sprache Die Bevölkerung spricht als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgendes Bild:

Gemeinde Beromünster Es gaben 90,1 % Deutsch, 4,6 % Albanisch und 2,1 % Serbokroatisch als Hauptsprache an. Ortsteil Schwarzenbach Es gaben 96,57 % Deutsch, 1,72 % Italienisch und 0,86 % Französisch als Hauptsprache an.

Ortsteil Gunzwil

Es gaben 94,94 % Deutsch, 2,15 % Albanisch und 0,48 % Italienisch als Hauptsprache an.

Ortsteil Neudorf

Es gaben 94,90 % Deutsch, 2,08 % Albanisch und 0,57 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus (Stand 2000):

Ortsteil Beromünster 80,41 % römisch-katholische, 7,08 % evangelisch-reformierte und 1,91 % orthodoxe Christen. Daneben 5,47 % Muslime und 2,80 % Konfessionslose. Ortsteil Schwarzenbach 77,68 % römisch-katholische, 14,59 % evangelisch-reformierte und 1,72 % freikirchliche Christen. Daneben 3,86 % Konfessionslose und 1,29 % Muslime.

Ortsteil Gunzwil

84,71 % römisch-katholische, 6,95 % evangelisch-reformierte und 0,81 % orthodoxe Christen. Daneben 2,05 % Konfessionslose und 1,78 % Muslime. Die Muslime sind überwiegend albanischer Herkunft.

Ortsteil Neudorf

80,43 % römisch-katholische und 9,74 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben 4,63 % Konfessionslose und 2,46 % Muslime. Die Muslime sind beinahe alle albanischer Herkunft. Gemeinde Beromünster 80,16 % römisch-katholische, 7,76 % evangelisch-reformierte und 1,74 % orthodoxe Christen. Daneben 5,09 % Muslime und 2,89 % Konfessionslose.

Herkunft – Nationalität Ende 2025 waren von den 6963 Einwohnern 5995 Schweizer und 968 (= 13,9 %) Ausländer. Die Einwohnerschaft bestand aus 86,1 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2025 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (192 Personen), dem Kosovo (136), Italien (94), Portugal (81), der Ukraine (59), Nordmazedonien (22), der Türkei (18), Kroatien (17) und Serbien (14). 191 Personen stammten aus dem übrigen Europa, und 143 waren aussereuropäischer Herkunft. 1 Person war staatenlos oder unbekannter Herkunft.

Geschichte mini|Luftbild aus 300 m von Walter Mittelholzer (1923) mini|Der Dolderhof in Beromünster

Ortsname In der Alten Eidgenossenschaft war die Bezeichnung Münster im Aargau bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Unterscheidung üblich. Bis 1934 hiess die Gemeinde offiziell Münster. Nach dem Bau des Landessenders Beromünster (1931) wurde die Ortschaft in Beromünster umbenannt, um sie auf der Radio-Senderskala von der Mittelwellenrundfunkstation Münster in Westfalen zu unterscheiden. Hätte die Gemeinde dem Namenswechsel nicht zugestimmt, wäre der in der Gemeinde Gunzwil gelegene Landessender nach dem nahen Städtchen Sursee benannt worden. Namensgebend war das im Ort gelegene Chorherrenstift Beromünster, das der Legende nach von Graf Bero von Lenzburg in Erinnerung an seinen Sohn Adalbert, der im Zweikampf mit einem Bären gestorben war, erbaut worden sein soll.

Flecken Die Begriffe Flecken (Marktflecken) bezeichneten Siedlungen zwischen Stadt und Dorf mit politischen, wirtschaftlichen und religiös-kulturellen Zentrumsfunktionen. Sie verfügten nicht über ein umfassendes Stadtrecht, sondern hatten einzelne Privilegien. Beromünster hatte z. B. das Marktrecht, aber kein Recht auf Befestigung (Stadtmauer). Als Flecken galten Ortschaften wie Appenzell, Altdorf, Schwyz, Glarus oder Beromünster. Beromünster wurde spätestens seit 1555 als Flecken bezeichnet (vergl. Stiftsarchiv StiAB.01.02.47.19). Der Merian-Stich von 1642 titelte «Der Flecken und Stift Münster im Argaw». Im Fall Beromünsters meinte Flecken neben dem Stift die damalige ganze Siedlung und bezeichnete ein Rechtsgebiet, das vom Fleckenammann, Fleckenrat und dem Fleckenschreiber regiert und verwaltet wurde. Im Buch Fleckenrecht von 1600 wurden die Rechte und Pflichten der Bürger vom Luzerner Notar und Stadtschreiber Renward Cysat festgehalten.

Ereignisgeschichte Auf dem Gebiet des Chorherrenstiftes bildeten sich die politischen Gemeinden, d. h. der Flecken Beromünster und die Dörfer Gunzwil, Neudorf und Schwarzenbach. Aus den Fusionen dieser Ortschaften (2004, 2009 und 2013) entstand die heutige Gemeinde Beromünster mit den Ortsteilen Beromünster, Gunzwil, Neudorf und Schwarzenbach.

In der Nacht vom 11./12. März 1764 zerstörte der sogenannte Fleckenbrand 86 Wohn- und Gewerbebauten sowie sechs Scheunen; rund 360 Personen wurden obdachlos. Bereits wenige Tage nach dem Brand wurde der zerstörte Ortskern vermessen und neue Pläne für den Wiederaufbau vorbereitet. Innerhalb von vier Jahren war er neu aufgebaut und blieb bis heute grösstenteils unverändert.Dokumentation Fleckenbrand 1764

Die 1829 gegründete Alte Zangenfabrik bestand bis 1971.

Im Sommer 1950 wurden alle Kastanienbäume im Flecken umgehauen. Die Kosten dafür betrugen 200 Franken.

Fusionen mini|hochkant=1.2|Kirche von Schwarzenbach

Die alte Gemeinde Beromünster fusionierte am 1. September 2004 mit der Gemeinde Schwarzenbach. Am 17. Juni 2007 stimmten die Stimmberechtigten der Gemeinden Beromünster und Gunzwil der Fusion der beiden Gemeinden zu. Diese Fusion wurde per 1. Januar 2009 vollzogen. Im Juni 2011 wurde das Projekt «Michelsamt gemeinsam», das eine Fusion der Gemeinden Beromünster, Neudorf, Pfeffikon und Rickenbach vorsah, nach den Verhandlungen mit dem Kanton gestoppt, da Beromünster den offerierten Kantonsbeitrag von 18 Millionen Franken als zu gering beurteilte. Danach wurden zwei Fusionsprojekte zwischen Beromünster und Neudorf bzw. Rickenbach und Pfeffikon lanciert. Die Fusion von Beromünster mit der südlichen Nachbargemeinde Neudorf erfolgte per 1. Januar 2013. Bei all diesen vollzogenen Fusionen blieb der Name «Beromünster» bestehen.Gemeindefusionen und geplante Gemeindefusionen im Kanton Luzern

Am 1. Januar 2015 wechselte die Fläche von 29'069 m² des Weilers Tann von der Gemeinde Beromünster zur Gemeinde Schenkon. (pdf)

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat Beromünster besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt (Stand September 2024):

Manuela Jost-Schmidiger (Mitte): Gemeindepräsidentin Luca Boog (Mitte): Gesellschaft und Soziales Maria Conrad-Wey (Mitte): Bildung Fabian Kümin (FDP): Finanzen und Steuern Lukas Steiger (FDP): Bau und Infrastruktur, Vizegemeindepräsident

Kantonsratswahlen Bei den Kantonsratswahlen 2023 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Beromünster: Mitte (mit GenMitte) 45,64 %, SVP 24,39 %, FDP 14,48 %, SP (mit JUSO) 5,42 %, Grüne (mit JG und GrüneKuG) 5,19 % und glp 4,88 %.Kantonsratswahlen: Stärke der Parteien 2023 (LUSTAT Statistik Luzern)

Nationalratswahlen Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Beromünster: CVP 31,4 %, FDP 26,8 %, SVP 25,3 %, SP 6,2 %, glp 4,3 %, GPS 3,9 %, BDP 1,2 %.

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Beromünster: CVP 40,4 %, SVP 24,8 %, FDP 14,7 %, Grüne 7,3 %, SP 6,4 %, GLP 5,3 %.

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Beromünster: Mitte 40,1 %, SVP 28,6 %, FDP 14,0 %, SP 5,5 %, GLP 4,7 %, Grüne 4,1 %, übrige 3,0 %.

Verkehr mini|Bahnhof Beromünster, vor der Schliessung 1992

Öffentlicher Verkehr