mini|Tom Hayden (1976) mini|Tom Hayden (2016) Thomas Emmett „Tom“ Hayden (* 11. Dezember 1939 in Detroit, Michigan; † 23. Oktober 2016 in Santa Monica, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Aktivist, der sich ab den frühen 1960er-Jahren für die Friedens- und Bürgerrechtsbewegung engagierte, sowie kalifornischer Politiker (Demokraten).

Leben 1939 wurde Tom Hayden in eine aus Irland stammende katholische Familie hineingeboren. Seine Eltern trennen sich, als Tom 10 Jahre alt ist. Er wächst bei seiner Mutter in Michigan auf. 1969 hört er ein Interview mit Martin Luther King, das ihn politisch wach gerüttelt habe.

1968 gehörte Hayden zu den „Chicago Seven“,Jonathan Fischer: Tom Hayden über Gangs und Ghettos: „Sonst hört der Wahnsinn nie auf“. Interview. In: Süddeutschen Zeitung. 9. August 2007, abgerufen am 24. Oktober 2016. die während der gewaltsamen Proteste gegen den Vietnamkrieg beim Nominierungsparteitag der Demokratischen Partei verhaftet und erst eineinhalb Jahre später freigelassen wurden.

Von 1982 bis 1992 saß er für die Demokratische Partei im kalifornischen Abgeordnetenhaus, danach, von 1992 bis 2000, im kalifornischen Staatssenat. mini|Tom Hayden bei der Democratic National Convention 2004 Hayden war Autor von 15 Büchern und zahlreichen Essays. In seinem 2004 veröffentlichten Buch Street Wars zog er ein Fazit seiner langjährigen Arbeit für eine Befriedung und Rehabilitation der Gangjugend. Darin vertritt er die These, dass in einer modernen Form des Rassismus der Begriff „Rasse“ durch den Begriff „Kriminelle“ abgelöst worden sei. Das Rassenproblem sei damit rhetorisch in ein Kriminalitätsproblem verwandelt worden. Die Kriminalität der ethnischen Minderheiten sei aber ihrerseits eine Folge der Politik, die durch ihre harte Vorgehensweise die Betroffenen zu Kriminellen gestempelt habe. Aus der Sicht unseres Wirtschaftssystems seien die Gang-Mitglieder menschlicher Überschuss, den man allzu gerne wegsperren wolle. Die Gefängnisinsassen lasse man dann moderne Sklavenarbeit leisten.

Hayden war von 1973 bis 1990 mit der Schauspielerin Jane Fonda verheiratet; 1973 wurde ihr gemeinsamer Sohn Troy Garity geboren. Von 1993 bis zu seinem Tod war er mit der Schauspielerin Barbara Williams verheiratet.

Im 2020 veröffentlichten Film The Trial of the Chicago 7 wird er von Eddie Redmayne gespielt.

Schriften mini|Tom Hayden (links) 2007 mit Mark Rudd bei der Vorstellung seines Buches Ending the War in Iraq in Manhattan. The Port Huron Statement, 1962 The Other Side, 1966 Rebellion in Newark. Official Violence and Ghetto Response, 1967 Trial, 1970 deutschsprachige Ausgabe: Der Prozess von Chicago. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1971 The Love of Possession Is a Disease with Them, 1972 Vietnam – The Struggle for Peace, 1972–73, 1973 The American Future – New Visions Beyond Old Frontiers, 1980 Reunion. A Memoir, 1988 The Lost Gospel of the Earth. A Call for Renewing Nature, Spirit and Politics, 1996 Irish Hunger, 1997 Irish on the Inside. In Search of the Soul of Irish America, 2001 Rebel. A Personal History of the 1960s, 2003 Street Wars. Gangs and the Future of Violence, 2004 als Mitverfasser: Radical Nomad. C. Wright Mills and His Times. 2006 Ending the War in Iraq, 2007 Writings for a Democratic Society. The Tom Hayden Reader, 2008 Voices of the Chicago 8. A Generation on Trial, 2008 The Long Sixties: From 1960 to Barack Obama, 2009 Bring on the Iraq Syndrome. Tom Hayden in Conversation with Theodore Hamm, 2007 Listen, Yankee! Why Cuba Matters, 2015

Literatur Tom Hayden: Hell No. The Forgotten Power of the Vietnam Peace Movement. Yale University Press, New Haven 2017, ISBN 978-0-300-21867-1. (Rezension)

Weblinks

Internetpräsenz von Tom Hayden (englisch)

Einzelnachweise

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