Grand Theft Auto: San Andreas (kurz GTA: San Andreas) ist der fünfte Teil der Action-Adventure-Reihe Grand Theft Auto von Rockstar Games, welcher am 26. Oktober 2004 in den Vereinigten Staaten und am 29. Oktober 2004 in Europa für PlayStation 2 veröffentlicht wurde. Die Windows- sowie die Xbox-Version folgten am 7. Juni 2005 in den USA und am 10. Juni 2005 in Europa. Ende 2010 erschien das Spiel zudem für Computer mit MacOS und im Dezember 2013 für Smartphones und Tablets mit Android und Apple iOS sowie im Januar 2014 für Windows Phone. Des Weiteren erschienen technisch optimierte Neuauflagen auf Xbox 360 und PlayStation 3 und Grand Theft Auto: San Andreas ist durch Abwärtskompatibilität auch auf der Xbox One sowie als Emulation auf der PlayStation 4 spielbar. Das Computerspiel mit Rennspiel-Elementen und offener Spielwelt konnte sich bis 2011 über 27,5 Millionen Mal verkaufen. Im November 2021 erschien zudem ein Remaster der Trilogie aus GTA 3, San Andreas und Vice City als Grand Theft Auto: The Trilogy – The Definitive Edition.

Spielprinzip Allgemein Hauptsächlich besteht das Spiel aus einer Kombination aus Schieß-, Fahr- und Flugsequenzen. Die Aufgaben für den Spieler lassen sich in drei Kategorien aufteilen: Hauptmissionen, Nebenmissionen und freies Spielen.

Sowohl in den Missionen als auch außerhalb der Missionen reagiert die Polizei auf kriminelle Taten des Spielers. Je mehr Verbrechen der Spieler in kurzen Abständen begeht, desto höher wird sein Fahndungslevel (durch Sterne dargestellt) und desto mehr Polizisten und andere Einheiten nehmen die Verfolgung des Spielers auf.

Die Hauptmissionen bilden die Handlung des Spiels und daher eine zeitliche Reihenfolge. Hierzu muss der Spieler verschiedene Auftraggeber in der Spielwelt aufsuchen. In den jeweiligen folgenden kurzen Zwischensequenzen wird die Handlung fortgeführt und das zu lösende Problem geschildert. Der Spieler muss anschließend mit Waffen und/oder Fahrzeugen, die er in der Spielwelt findet oder bereits gefunden hat, die Mission lösen.

Das Spiel folgt dem Open-World-Prinzip, daher ist der Spieler nicht gezwungen, sich ausschließlich den Missionen zuzuwenden. Die Spielwelt bietet diverse Beschäftigungsmöglichkeiten. Beispielsweise kann der Spieler absichtlich Verbrechen begehen, um eine Verfolgungsjagd mit der Polizei zu provozieren, oder einfach nur die Spielwelt erkunden.

In den Konsolen-Versionen existiert auch ein Zwei-Spieler-Modus. In diesem können sich die beiden Spieler aber nicht individuell frei bewegen, sondern sind an den gleichen Standort gebunden, d. h., sie sind immer zusammen im selben Bild zu sehen. In der PC-Version wurde dieser Modus entfernt, da es nicht möglich ist, an einem Rechner zwei Mäuse und zwei Tastaturen effektiv zu nutzen.

Neuerungen Zusätzlich zu den bisherigen Fähigkeiten in der GTA-Reihe ist die Spielfigur (Carl Johnson, kurz „CJ“) in der Lage, sich geduckt zu bewegen und über Wände und Zäune zu klettern, wenn diese nicht zu hoch sind. Zusammen mit der neuen Fähigkeit, zu schwimmen und zu tauchen, ist „CJ“ im Unterschied zu früheren Versionen in der Lage, jeden Punkt der Spielwelt von Beginn an zu erreichen. Allerdings wird er anfangs beim Erreichen einer anderen Stadt sofort von der Polizei gesucht, wodurch ein wirkliches Erkunden erschwert wird.

Neu sind auch die Charakterwerte. So kann der Spieler die Fertigkeiten seiner Spielfigur mit einer Waffe oder einem Fahrzeug verbessern, wenn er diese dauerhaft benutzt. Die Stärke der Spielfigur kann durch Kraftsport wie Gewichtheben und Kampftraining erhöht werden, die Kondition durch Ausdauersport wie Radfahren, Laufen und Schwimmen. Bei einem Kampfsportlehrer können zudem neue Angriffe trainiert werden, etwa ein Rundum-Kick oder das Treten auf bereits am Boden liegende Gegner (Letzteres wurde aus der deutschen Version herausgenommen).

Die Lebensenergie kann wie im Vorgänger durch Essen erhöht werden. Fettiges Essen führt dazu, dass die Spielfigur an Gewicht zunimmt und dadurch nicht mehr so hoch springen kann und damit einige Missionen fast unmöglich werden. Die zugelegten Pfunde lassen sich jedoch durch Ausdauersport abtrainieren. Dieses Spiel ist das erste der Reihe, bei dem die Spielfigur verhungern kann.

Weiterhin kann das Aussehen der Spielfigur beeinflusst werden. So kann zum Beispiel ein Friseur aufgesucht und neue Kleidung gekauft werden. Die Kleidungsstücke lassen sich in den Verstecken beliebig kombinieren. Zudem ist es möglich, die Spielfigur tätowieren zu lassen.

Eine kleine Änderung zu Grand Theft Auto: Vice City gibt es bei den Immobilien: Bonuswaffen, die man durch einige Bonusmissionen erhält, sind nur an einer Immobilie pro Stadt vorhanden. Es gibt insgesamt zwölf Bonuswaffen, die auf drei Verstecke verteilt sind. Alle anderen Immobilien dienen nur als Speicherpunkt bzw. Zuflucht vor der Polizei.

Weiterhin ist mit GTA: San Andreas in der Konsolenversion die Steuerung verändert worden: So kann während des Laufens oder Fahrens die Blickrichtung geändert werden, d. h., die Blickrichtung und die Laufrichtung können sich unterscheiden. Bei Waffen, bei denen manuelles Zielen möglich ist, kann die Spielfigur bewegt werden. In den Vorgängerspielen war manuelles Zielen nur im Stehen möglich.

Nebenmissionen Nebenmissionen sind nicht Teil der Handlung und können daher, nachdem sie freigeschaltet wurden, jederzeit durchgeführt werden. Die Zahl der Nebenmission ist im Vergleich zu den Vorgängern deutlich gestiegen. Bei allen Missionen kann Geld gewonnen bzw. verdient werden. Beim Erreichen eines bestimmten Levels der jeweiligen Zusatzmissionen bekommt die Spielfigur Fähigkeiten oder Extras.

Es existiert zum ersten Mal auch eine Mission (das Erobern von feindlichen Ganggebieten), die teilweise erfüllt werden muss, damit die Haupthandlung fortgeführt werden kann. Diese Mission ist im Grunde eine Variation der Amokläufe aus den vorherigen Versionen.

Für Bonuswaffen in den Verstecken muss diesmal eine Sammelaktion pro Stadt durchgeführt werden, nämlich das Übersprühen von Graffiti in Los Santos, Fotografieren von Sehenswürdigkeiten in San Fierro und das Sammeln von Hufeisen in Las Venturas. Austern müssen dagegen in ganz San Andreas gesucht werden; als Belohnung erhöht sich die Attraktivität der Spielfigur.

Im Spiel gibt es neben den aus den Vorgängern bekannten Nebenmissionen wie Polizei-, Feuerwehr- und Taximissionen eine weitere fahrzeugbezogene Aufgabe: Fahrschulen für Autos, Motorräder, Boote sowie Flugzeuge und Hubschrauber, wobei nur das Absolvieren der Flugschule für die Fortsetzung der Haupthandlung erforderlich ist. Die Spielfigur selbst kann auch an sportlichen Wettbewerben wie z. B. Triathlons und Autorennen teilnehmen.

Ehrliches Geld kann auch durch weitere neu eingeführte Nebenjobs verdient werden, etwa als Fernfahrer oder Kurier. Nach einer erfolgreichen Karriere werden die entsprechenden Firmen vom Spieler übernommen und bringen regelmäßig Einnahmen. Zu den kriminellen zusätzlichen Nebenjobs zählen nächtliche Raubzüge durch Häuser.

Zum Zeitvertreib kann die Spielfigur an Automaten in Bars Arcade-Spiele und Billard oder auf Sportplätzen Basketball spielen. Auch kann der Spieler in Casinos Glücksspiele wie Black Jack und Roulette spielen oder in Wettbüros an Pferdewetten teilnehmen und dabei sein Geld vermehren oder verlieren.

Außerdem kann „CJ“ Beziehungen mit mehreren Freundinnen aufbauen: Zwei davon lernt er im Verlauf der Handlung kennen, die anderen trifft man außerhalb der Story. Die Freundinnen können ausgeführt werden und stellen gewisse Schönheitsanforderungen an die Spielfigur. Werden die Freundinnen mehrfach erfolgreich ausgeführt, erhält der Spieler wieder zusätzliche Extras.

Schließlich kann der Spieler sein Rhythmusgefühl auf einem Lowrider-Treffen und in der Disco beweisen. Letzteres wird auch von den Freundinnen verlangt.

Verbrechen Begeht der Spieler ein Verbrechen, wird die Polizei nach ihm suchen. Je gravierender das Verbrechen oder ihre schnelle Häufung, desto mehr Einheiten fahnden nach ihm. Insgesamt gibt es sechs Fahndungslevel, die durch Sterne dargestellt werden. Bei einem Stern wird die Spielfigur gesucht und festgenommen. Ab dem zweiten ist das Polizeiaufgebot höher und die Polizisten versuchen, auf den Spieler zu schießen. Bei drei Sternen gibt es vereinzelt Polizeiabsperrungen und der Spieler wird nicht nur am Boden, sondern auch aus der Luft per Polizeihubschrauber verfolgt. Bei vier Sternen kommen die ersten Spezialeinheiten wie die Polizei-Trucks dazu, bei fünf Sternen erscheint das FIB (angelehnt an das FBI) und bei sechs Sternen wird auch das Militär mit u. a. Panzern und Jagdflugzeugen eingesetzt, je nachdem, wo sich der Spieler gerade befindet.

Spielwelt San Andreas ist ein fiktiver Bundesstaat an der Westküste der Vereinigten Staaten, der Kalifornien und zum Teil auch Nevada und Arizona nachempfunden ist. Die Spielwelt ist fünf bis sechs Mal größer als die des Vorgängers GTA: Vice City. In San Andreas befinden sich drei große Städte, die auf Los Angeles, San Francisco und Las Vegas basieren (Los Santos, San Fierro und Las Venturas). Ein großes Straßennetz, eine Eisenbahn- und eine Flugzeuglinie verbinden die Städte miteinander. Der Staat ist zum Teil sehr hügelig, es gibt fruchtbares Farmland, Canyons, Gebirge, Flüsse, Wüsten und Wälder. Des Weiteren existieren außerhalb der Städte zwölf kleinere Dörfer bzw. Kleinstädte.

In San Andreas gibt es viele Anlehnungen an bzw. Parodien auf real existierende Sehenswürdigkeiten und Orte wie z. B. Beverly Hills („Rodeo“), Compton (Ganton), Inglewood (Idlewood), Venice Beach (Verona Beach), Hollywood und das Hollywood Sign („Vinewood“), die Golden Gate Bridge in San Francisco („Gant Bridge“), Area 51 (Area 69), den Hoover Dam („Sherman Staudamm“) südöstlich der Touristenhochburg Las Vegas, Mulholland Drive, die Casinos von Las Vegas oder einen Flugzeugfriedhof, der der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group nachempfunden ist.

Es gibt diesmal keine hermetisch abgesperrten Gebiete innerhalb der Spielwelt. Der Spieler kann jeden Ort von Anfang an aufsuchen. Zwar sind die Zugangsstraßen zu einigen Städten nicht sofort freigegeben, aber die Städte lassen sich über Wasser oder Luft problemlos erreichen. Allerdings bewirkt das Betreten der noch nicht freigeschalteten Gebiete einen hohen Fahndungslevel, der sich nur durch das Verlassen des Gebietes verringern lässt.

Gangs In San Andreas gibt es eine Vielzahl von Gangs. Sie sind immer bewaffnet, reagieren negativ auf den Spieler und versuchen, ihn anzugreifen (gilt nicht für die Grove Street Families und Triaden). Gegen die Ballas und Vagos können in Los Santos die Bandenkrieg-Nebenmissionen ausgetragen werden.

Grove-Street-Familie: Die Gang des Protagonisten Carl Johnson. Gründung in den 1970ern, Grün tragend und zum Ende des Spieles die einflussreichste Gang in Los Santos. Sie basieren auf den Crips.

Ballas: Die Erzfeinde der Grove Street Families und im ständigen Kampf gegeneinander. Gründung in den 1970ern und mit Lila als Erkennungszeichen. Kontrollieren zusammen mit den Los Santos Vagos den Crack- und Kokainhandel in Los Santos. Sie basieren auf den Bloods in Los Angeles.

Varrios Los Aztecas: Diese Gang wird von Cesar angeführt, der eine Beziehung zu CJs Schwester Kendl unterhält. Trotz dieser Umstände sind sie abgesehen von einigen Missionen nicht freundlicher zu den Grove Street Families. Ihre Gangfarbe ist Türkis. Sie basieren auf den Sureños.

Los Santos Vagos: Mexikanische Gang, die mit den Ballas verbündet zu sein scheint. Ihre Gangfarbe ist Gelb. Basieren auf den Latin Kings.

Russische Mafia: Sie tauchen nur für kurze Zeit auf und scheinen mit den Ballas, Vagos und Rifas verbündet zu sein und sollen angeblich die Ballas gegen Fahrzeuglieferungen mit Waffen versorgen. Man findet sie nur in einigen Missionen vor. Sie basieren auf der russischen Mafia.