mini|Markus Söder (2026)rahmenlos|zentriert|70px|klasse=skin-invert-image|Unterschrift Markus Thomas Theodor Söder (* 5. Januar 1967 in Nürnberg) ist ein deutscher Politiker (CSU). Er ist seit März 2018 Ministerpräsident des Freistaates Bayern und seit Januar 2019 Parteivorsitzender der CSU. Seit 1994 gehört er dem Bayerischen Landtag an.
Söder war von 2007 bis 2008 Bayerischer Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und von 2008 bis 2011 Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit. Von 2011 bis 2018 war er Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.
Leben Herkunft und Familie Markus Söder wurde als erstes Kind des Maurermeisters Max Söder (1930–2002) und dessen Frau Renate (Reni) Söder (1938–1994), einer gelernten Bankkauffrau, in Nürnberg geboren. Seine Eltern waren überzeugte CSU-Wähler (die Mutter war Parteimitglied) und betrieben in Nürnberg ein kleines Bauunternehmen für Abbruchs- und Renovierungsarbeiten. Söders Großvater mütterlicherseits stammte aus Leipzig und arbeitete in jungen Jahren als Autoverkäufer in Berlin. Während einer Kur in Bad Kissingen lernte er Söders Großmutter, die Tochter eines Nürnberger Tankwarts, kennen.
Söder wuchs zusammen mit seiner jüngeren Schwester Heike in einem konservativ-evangelisch geprägten Elternhaus zunächst in der Nürnberger Südstadt, später im Nürnberger Stadtteil Sündersbühl an der Stadtgrenze zu Fürth auf. Seine Mutter war Dialysepatientin und starb drei Wochen vor Söders erster Landtagswahl.
Ausbildung und berufliche Tätigkeit Ab 1977 besuchte Söder das Nürnberger Albrecht-Dürer-Gymnasium, an dem er 1986 das Abitur ablegte (Notenschnitt 1,3). Anschließend leistete er im Transportbataillon 270 in Nürnberg den Grundwehrdienst ab. Ab 1987 studierte Söder als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung Rechtswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Im Jahr 1992 legte er dort das erste Juristische Staatsexamen ab (Gesamtnote 7,41 Punkte) und war im Anschluss daran für ein Jahr Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Staats-, Verwaltungs- und Kirchenrecht an der Universität Erlangen-Nürnberg. Im Januar 1998 wurde Söder an der Juristischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg bei Christoph Link mit einer Arbeit über Die Entwicklung der Kommunalgesetzgebung im rechtsrheinischen Bayern zwischen 1802 und 1818 zum Dr. jur. promoviert. Zweitgutachter war Harald Siems. Die Arbeit wurde mit satis bene bewertet.
1993 absolvierte Söder ein Volontariat beim Bayerischen Rundfunk (BR) und arbeitete danach bis 1994 als Redakteur beim Bayerischen Fernsehen (Redaktion Der Zeitspiegel) in München, wo er bis Mitte 1994 Fernsehbeiträge produzierte, unter anderem zum Politischen Aschermittwoch der CSU.
Im Jahre 2003 war Söder neben seinem Landtagsmandat Leiter der zentralen Unternehmenskommunikation bei der Baumüller Holding seines Schwiegervaters Günter Baumüller.
Junge Union mini|hochkant|Markus Söder als junger CSU-Abgeordneter (2003) mini|hochkant|Markus Söder als CSU-Generalsekretär (2007) Als Jugendlicher war Söder ein Bewunderer von Bayerns damaligem Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß:
Söder wurde 1983 Mitglied der CSU und der Jungen Union (JU). Er blieb bis zum Erreichen der Altersgrenze im Jahr 2003 JU-Mitglied und war von 1995 bis 2003 Landesvorsitzender der JU Bayern.
Parteikarriere in der CSU Von 1997 bis 2008 war Söder Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Nürnberg-West. Seit 1995 gehört er dem Präsidium der CSU an. 2000 wurde er zum Leiter der CSU-Medienkommission ernannt.
Vom 17. November 2003 bis zum 22. Oktober 2007 war Söder Generalsekretär der CSU. Er gehörte der Arbeitsgruppe an, die das Regierungsprogramm der Unionsparteien für die Bundestagswahl 2005 verfasste.
2008 folgte Söder dem zum Ministerpräsidenten gewählten Günther Beckstein als CSU-Bezirksvorsitzender von Nürnberg-Fürth-Schwabach nach. 2015 wurde er auf dem CSU-Bezirksparteitag mit 98 % im Amt bestätigt. Das Amt hatte er bis zu seiner Wahl zum Parteivorsitzenden inne.
Am 19. Januar 2019 wurde Söder auf dem CSU-Parteitag in München mit 87,4 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Horst Seehofer als Vorsitzender der CSU gewählt. Er wurde damit der erste evangelische CSU-Vorsitzende. Im Oktober 2019 (91,3 %) und in den Jahren 2021 (87,6 %) und 2023 (96,56 %) wurde Söder im Amt bestätigt, ebenfalls am 12. Dezember 2025, allerdings mit seinem bisher schlechtesten Ergebnis von 83,6 %.
Öffentliche Ämter Söder ist seit 1994 Mitglied des Bayerischen Landtags; von 1994 bis 2013 für den Stimmkreis Nürnberg-West, seit 2018 für den Stimmkreis Nürnberg-Ost. Wie andere von Edmund Stoiber Geförderte wird er zur sogenannten 94er-Gruppe gezählt. Von 1999 bis 2003 war Söder stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission „Mit neuer Energie in das neue Jahrtausend“ und gehörte kraft seines Amtes als CSU-Generalsekretär von 2003 bis 2007 dem Vorstand der CSU-Landtagsfraktion an.
Am 16. Oktober 2007 wurde Söder als Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten im Kabinett Beckstein vereidigt und war Bevollmächtigter Bayerns beim Bund, bis er nach der Landtagswahl in Bayern 2008 als Staatsminister für Umwelt und Gesundheit in das Kabinett Seehofer I berufen wurde. Im November 2011 folgte die Nachfolge von Georg Fahrenschon als Bayerischer Staatsminister der Finanzen. Im Kabinett Seehofer II war er seit Oktober 2013 Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.
Nach einem über Monate hinweg geführten Machtkampf zwischen Söder und Ministerpräsident Horst Seehofer kündigte dieser am 4. Dezember 2017 für das erste Quartal 2018 seinen Rücktritt als bayerischer Ministerpräsident an. Im Amt des CSU-Vorsitzenden wolle er hingegen verbleiben. Seinen angekündigten Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten konkretisierte Seehofer schriftlich Anfang März mit Ablauf des 13. März 2018.
Am 16. März 2018 wurde Söder im bayerischen Landtag mit der absoluten Mehrheit von 99 der abgegebenen 169 Stimmen im ersten Wahlgang zum Ministerpräsidenten gewählt. 64 Abgeordnete stimmten mit Nein, 4 enthielten sich, 2 Stimmen waren ungültig.
Söder wurde am 4. Dezember 2017 von der CSU-Landtagsfraktion in einer offenen Abstimmung einstimmig zum Spitzenkandidaten für die Bayerische Landtagswahl 2018 nominiert. Auch der CSU-Parteivorstand stimmte der Entscheidung zu. Offiziell wurde Söder am 16. Dezember 2017 auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg zum Spitzenkandidaten bestimmt. Bei der Landtagswahl am 14. Oktober 2018 verlor die CSU zwar die absolute Mehrheit, konnte sich aber mit 37,2 % klar als stärkste Partei behaupten. Allerdings handelte es sich dabei um das schlechteste Landtagswahlergebnis der CSU seit 1950. Söder bildete eine Koalition mit den Freien Wählern (Kabinett Söder II) und wurde am 6. November mit 110 von 202 abgegebenen Stimmen als Ministerpräsident wiedergewählt.
Nach der Landtagswahl in Bayern 2023, bei der die CSU ihr Ergebnis mit nunmehr 37,0 % nochmals leicht verschlechterte, wurde Söder am 31. Oktober 2023 von der fortgeführten Koalition aus CSU und Freien Wählern (Kabinett Söder III) mit 120 von 198 Stimmen erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.
Funktionen in Aufsichtsräten und anderen Gremien Söder war Mitglied des Internet-Beirats der Bayerischen Staatsregierung. Bis Dezember 2008 war Söder zudem Mitglied des ZDF-Fernsehrates. Söder gehörte von 2007 bis 2011 dem Aufsichtsrat des 1. FC Nürnberg an; seit 2011 ist er im Vereinsbeirat aktiv. Söder ist ständiges Mitglied im Aufsichtsrat der Messe Nürnberg und ist im Wechsel mit dem ehemaligen Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly auch Aufsichtsratsvorsitzender. Er war im Aufsichtsrat der Flughafen Nürnberg GmbH und führte zwischen März 2017 und Juli 2018 dessen Vorsitz. Des Weiteren war er Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen München GmbH.
Faschings- und Social-Media-Auftritte
Markus Söder lässt sich seit 2010 für die Fastnacht in Franken von einem Maskenbildner am Staatstheater Nürnberg verwandeln:Hans Böller: Verkleidung für Fastnacht in Franken: Wie aus Söder Bismarck wurde In: Nürnberger Nachrichten, 2. Februar 2024, abgerufen am 21. Februar 2024 2010 zum Zauberer Gandalf, 2011 zu Paul Stanley von der Rockband Kiss und 2012 gemeinsam mit seiner Ehefrau zum Punker. 2013 erschien er als Marilyn Monroe, 2014 als Shrek, 2015 als Mahatma Gandhi, 2016 als Edmund Stoiber, 2017 zusammen mit seiner Frau als Homer und Marge Simpson und 2018 als Prinzregent Luitpold von Bayern. Nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten trat er 2019 in Anzug und bunter Fliege ohne weitere Kostümierung auf und begründete dies mit seinem neuen Amt. Nach Aufhebung der wegen der COVID-19-Pandemie verhängten Einschränkungen kam er 2023 als „Stammesältester“, 2024 mit seiner Frau als Otto von Bismarck und Johanna von Puttkamer, 2025 als Elvis Presley und 2026 als Braveheart.Bayerns Ministerpräsident: Söder geht als »Braveheart« zur Fastnacht, spiegel.de vom 6. Februar 2026.
Die Nürnberger Nachrichten nennen ihn den auf Instagram (740.000 Follower (Stand 6/25)) „erfolgreichsten“ deutschen Politiker. Er betrieb zwischen 2022 und 2026 unter dem Hashtag #söderisst einen kleineren Foodblog, bei dem er sich als bekennender Carnivore inszenierte. Der Podcast Apokalypse & Filterkaffee hat eine gleichnamige Rubrik. Während des Landtagswahlkamps 2023 gab die CSU ein gleichnamiges Kochbuch mit Rezepten des fränkischen Fernsehkochs Alexander Hermann heraus. Im Januar 2023 startete Söder den Podcast "Auf eine weiß-blaue Tasse".
Söder erzeugte 2024 mit Gesangsdarbietungen in der Fernsehsendung Inas Nacht und aus einem Tonstudio mediale Aufmerksamkeit. Söder ließ Textilien gestalten, im CSU-Fanshop anbieten und als Marke schützen, die das Döner-Logo mit seinem Konterfei abwandeln und den Slogan „Söder Kebab“ verwenden.
Vor der Begräbnisfeier für Papst Franziskus am 26. April 2025 in Rom verbreitete Söder ein Selfie, das ihn lächelnd mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt. Zahlreiche Kommentatoren bezeichneten dies als takt- oder würdelos und dem Anlass nicht entsprechend.
Politische Positionen und Kontroversen mini|hochkant|Markus Söder auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg (2014)
Als CSU-Generalsekretär erntete Söder nicht nur von seinen politischen Gegnern Kritik, auch innerhalb der CSU war Söder zeitweise wegen seines Politikstils umstritten. Ihm wurde vorgeworfen, zu sehr auf populistische Themen zu setzen, so beispielsweise, als er sich öffentlichkeitswirksam für das Fortbestehen der Kindersendung Unser Sandmännchen im deutschen Fernsehen einsetzte und in der Debatte um die bessere Integration von Einwanderern vorschlug, in den bayerischen Schulen regelmäßig die deutsche Nationalhymne zu singen. Ende 2007 verfasste Söder gemeinsam mit Hendrik Wüst, Philipp Mißfelder, Stefan Mappus, David McAllister und Christian Baldauf ein Positionspapier mit dem Titel Moderner bürgerlicher Konservatismus – Warum die Union wieder mehr an ihre Wurzeln denken muss, das zur Gründung der Einsteinconnection führte. Im Gegensatz zu der liberalen und der sozialen Wurzel der Unionsparteien sahen sie die dritte, die bürgerlich-konservative, nicht gleichwertig gewichtet und zu sehr „in den Hintergrund getreten, weil die Große Koalition zu vielen Kompromissen zwingt. Eine sichtbare Akzentuierung auch ihrer bürgerlich-konservativen Wurzel ist aber für die Mehrheitsfähigkeit der Union von zentraler Bedeutung.“ McAllister und Baldauf distanzierten sich später von dem Positionspapier.
Nach seinem Amtsantritt als Europaminister im Oktober 2007 (Kabinett Beckstein) zielte Söder auf eine inhaltliche Profilierung in den Bereichen Umweltpolitik und Gentechnik ab. Er kritisierte Positionen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und der CDU zur Gentechnik. Zugleich galt Söder gegenüber den Grünen als relativ aufgeschlossen.