Der Niedersächsische Schachverband e. V. (NSV) wurde am 8. November 1924 in Hannover gegründet und hat dort seinen Sitz. Er ist einer von 17 Landesverbänden des Deutschen Schachbundes und ist als Fachverband Schach Mitglied im Landessportbund Niedersachsen e. V. In ca. 150 Vereinen sind über 6000 Schachspieler organisiert. Über 40 % davon sind unter 25 Jahre alt.
Geschichte Als seinen Gründungstag sieht der Verband den 8. November 1924, an dem die Schachverbände Hannover und Braunschweig fusionierten. Aus diesem Zusammenschluss entstand in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre der niedersächsische Verband in seiner heutigen Form.Siehe Pressemitteilung vom 14. November 2024 der Schachnachrichten-Website chessbase.de (abgerufen am 13. Januar 2025).
Gliederung Der Niedersächsische Schachverband setzt sich aus sechs Bezirken zusammen:
Der Bezirk I Hannover umfasst die Region Hannover sowie die Landkreise Schaumburg, Nienburg und Diepholz.Einige Vereine aus den Landkreisen Cuxhaven, Diepholz, Verden und Wesermarsch haben sich dem Landesschachbund Bremen angeschlossen.Ein Verein aus dem Landkreis Diepholz hat sich dem Schachbund Nordrhein-Westfalen angeschlossen.Einige Vereine aus den Landkreisen Diepholz, Emsland und Osnabrück haben sich dem Bezirk V Oldenburg-Ostfriesland angeschlossen. Der Bezirk II Braunschweig umfasst die Landkreise Gifhorn, Peine, Helmstedt und Wolfenbüttel sowie die kreisfreien Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg. Der Bezirk III Südniedersachsen umfasst die Landkreise Hameln-Pyrmont,Einige Vereine aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont haben sich dem Bezirk I Hannover angeschlossen. Hildesheim, Holzminden, Goslar, Northeim und Göttingen.Ein Verein aus dem Landkreis Göttingen hat sich dem Hessischen Schachverband angeschlossen. Der Bezirk IV Lüneburg umfasst die Landkreise Cuxhaven, Celle, Uelzen, Lüchow-Dannenberg, LüneburgEin Verein aus dem Landkreis Lüneburg hat sich dem Landesschachverband Mecklenburg-Vorpommern angeschlossen., Harburg, Heidekreis, Rotenburg (Wümme), Stade, Verden und Osterholz.Alle Vereine aus dem Landkreis Osterholz sowie der Stadt Delmenhorst haben sich dem Landesschachbund Bremen angeschlossen. Der Bezirk V Oldenburg-Ostfriesland umfasst die Landkreise Aurich, Wittmund, Leer, Friesland, Cloppenburg, Vechta, Ammerland, Oldenburg und Wesermarsch sowie die kreisfreien Städte Delmenhorst, Emden, Oldenburg (Oldb) und Wilhelmshaven. Der Bezirk VI Osnabrück-Emsland umfasst die Landkreise Emsland, Grafschaft Bentheim und Osnabrück sowie die kreisfreie Stadt Osnabrück.
Herausragende Spieler Die besten aktiven niedersächsischen Spieler nach Wertungszahl waren im Juni 2026 IM Thorben Knüdel (HSK Lister Turm, 2383), IM Anthony Petkidis (HSK Lister Turm, 2383) und IM Nick Maatman (SK Nordhorn-Blanke, 2372). Die besten Spielerinnen sind WFM Jovana Miljkovic (SV Lingen, 2095), Stefanie Düssler (SK Lehrte von 1919, 2091) und WFM Marine Zschischang (SK Lehrte von 1919, 2086). Weiterhin haben mit beispielsweise GM Marius Deuer (Schachzentrum Bemerode, 2520), GM Alexander Naumann (SC 81 Schneverdingen, 2479) und GM Nikolas Lubbe (Hagener SV, 2450) weitere namhafte Spieler eine passive Mitgliedschaft in einem niedersächsischen Verein.
Im Laufe der Jahre haben auch einige Weltklassespieler in Niedersachsen Station gemacht, zum Beispiel die Schachweltmeister Anatoli Karpow (Stadthagen), Alexander Chalifman (Stadthagen) und Seniorenweltmeister Viktor Kortschnoi (Lingen).
Spielbetrieb Der Niedersächsische Schachverband organisiert den überregionalen Turnier- und Meisterschaftsbetrieb in Niedersachsen. Die Grundlagen des Spielbetriebs sind in der Turnierordnung des Verbandes festgelegt. Zu den offiziellen Wettbewerben zählen Einzel-, Mannschafts-, Blitz-, Schnellschach- und Pokalmeisterschaften sowie Senioren- und Frauenwettbewerbe.
Ligabetrieb Der Ligabetrieb zählt zu den zentralen Aufgaben des Niedersächsischen Schachverbandes und umfasst jährlich mehrere hundert Mannschaften aus den angeschlossenen Vereinen. Der Niedersächsische Schachverband bildet im Mannschaftsspielbetrieb eine Spielgemeinschaft mit dem Landesschachbund Bremen.Turnierordnung des Niedersächsischen Schachverbands (Stand: 01.07.2025) Die höchste Spielklasse ist die Landesliga, die in den Staffel Nord (Bremen sowie die Bezirke IV, V und VI) und Süd (Bezirke I, II, III) ausgetragen wird. Darunter schließt sich die Verbandsliga in den Staffeln Nord (Bremen und Bezirk IV), West (Bezirke V und VI), Ost (Bezirke II und III) und Süd (Bezirk I) an. Unterhalb des Spielbetriebs des Niedersächsischen Schachverbandes folgen die jeweils höchste Spielklasse der sechs Bezirke (in der Regel die Bezirksliga) sowie die Stadtliga Bremen und weitere Untergliederungen (Bezirksklasse, Kreisliga und Kreisklasse).
Oberhalb der Landesliga folgen die Oberliga Nord (Staffel Nord West), die 2. Bundesliga und die 1. Schach-Bundesliga.
Turniere des NSV Die wichtigste Einzelveranstaltung des Verbandes ist die Niedersächsische Landeseinzelmeisterschaft (LEM). Sie wird jährlich ausgetragen und ermittelt den Landesmeister. Neben dem Meisterturnier werden in der Regel mehrere offene Turniergruppen für Spieler unterschiedlicher Spielstärke angeboten. Seit den 2000er Jahren wird die Meisterschaft regelmäßig als mehrtägiges Turnier zu Jahresbeginn durchgeführt. Die LEM 2026 fand vom 2. bis 5. Januar in Verden (Aller) statt. Die Senioreneinzelmeisterschaft zählt seit Jahrzehnten zu den festen Bestandteilen des niedersächsischen Turnierkalenders; daneben werden Senioren-Pokalmannschaftsmeisterschaften ausgetragen.
Eine besondere Stellung nimmt der Dähne-Pokal ein, die niedersächsische Pokaleinzelmeisterschaft. Der Wettbewerb wird im K.-o.-System ausgetragen und dient als Qualifikation für den bundesweiten Dähne-Pokal, die Deutsche Pokaleinzelmeisterschaft. Daneben richtet der Verband eine Pokalmannschaftsmeisterschaft (Vereinspokal) aus, deren Sieger sich für die entsprechenden Bundeswettbewerbe qualifizieren können.
Neben den Meisterschaften des Erwachsenenbereichs veranstaltet die Niedersächsische Schachjugend (NSJ) als Jugendorganisation des Verbandes Landesmeisterschaften in verschiedenen Altersklassen. Die niedersächsischen Jugendmeisterschaften dienen der Ermittlung der Landesmeister und der Qualifikation zu den Deutschen Jugendeinzel- und Jugendmannschaftsmeisterschaften.
Darüber hinaus fördert der Verband offene Turniere seiner Mitgliedsvereine. Seit den 2010er Jahren werden zahlreiche dieser Veranstaltungen im Rahmen einer Grand-Prix-Serie des NSV zusammengefasst. Zu den regelmäßig ausgetragenen offenen Turnieren gehören unter anderem das Lessing-Open in Wolfenbüttel, der Wieste-Cup in Sottrum und das Kurt-Pape-Open in Bad Pyrmont.
Präsidenten des NSV Präsident Zeitraum 1924–1941 Otto Fuß 1941–1945 Egon Ohms 1947–1951 Hermann Lücke 1951–1957 Erwin Kabitz 1957–1958 Hermann Lücke 1958–1963 Heinz Hohlfeld 1963–1966 Rudolf Seebaß 1966–1972 Heinz Hohlfeld 1972 Horst Klostermann 1972–1978 Rudolf Seebaß 1978 Gerhard Willeke 1978–1991 Rudolf Seebaß 1991–1993 Heinz-Jürgen Gieseke 1993–2000 Joachim Hagemann 2000–2005 Manfred Tietze 2005–2007 Detlef Wickert seit 2007 Michael S. Langer
Literatur Gerhard Willeke: 75 Jahre Niedersächsischer Schachverband e. V. alfa-Druck, Göttingen 1999.
Weblinks Offizielle Homepage des Niedersächsischen Schachverbandes Offizielle Homepage der Niedersächsischen Schachjugend
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Schachverband Kategorie:Regionaler Sportverband (Niedersachsen) Kategorie:Sportverband (Hannover) Kategorie:Verbandsgründung 1924 Kategorie:Schach (Deutschland)