miniatur|Seilnetz von Wladimir Schuchow, Allrussische Industrie- und Handwerksausstellung 1896

Als Seilnetz bezeichnet man in Architektur und Bauwesen gekrümmte Flächentragwerke und Konstruktionen, die aus zugbeanspruchten Seilen mit entgegengesetzter Krümmung bestehen (Sattelflächen, hier insbesondere das hyperbolische Paraboloid). Die Konstruktion wird vor allem für die freie Überdachung großer Flächen eingesetzt und zeichnet sich durch ein geringes Eigengewicht aus.

Konstruktion Seilnetze (zugbeansprucht) werden auf Masten oder Bögen (beide druckbeansprucht) aufgespannt und setzen sich aus Tragseilen und Spannseilen zusammen. Die Tragseile übernehmen die Lastabtragung auf Masten und Fundamente, die Spannseile garantieren ausreichende Steifigkeit.

Geschichte Die Pioniere für Seilnetzkonstruktionen sind Wladimir Schuchow und Frei Otto. Zur Berechnung von Seilnetzkonstruktionen trug der französische Bauingenieur Marc Biguenet im Rahmen der Entwurfsplanung des Dachtragwerkes des Olympiastadions München im Jahr 1969 wesentlich bei (s. J. Gade et al.).

Beispiele

Siehe auch Hängedach Membrandach Gitterschale Stahlbau (Zeitschrift)

Ingenieure: Ekkehard Ramm Karl-Eugen Kurrer Manfred Bischoff (Ingenieur)

Literatur Rainer Graefe: . S. 192, Stuttgart, DVA, 1990. Jan Gade, Ekkehard Ramm, Karl-Eugen Kurrer, Manfred Bischoff: Marc Biguenets Beitrag zur Berechnung der Seilnetztragwerke für die Olympischen Spiele 1972. In: Stahlbau 91 (2022), H. 9, S. 612–621, ISSN 1437-1049

Weblinks

Kategorie:Tragwerk (Bauteil) Kategorie:Leichtbaukonstruktion