mini|Theophan Prokopowitsch Theophan Prokopowitsch (; geb. als Elisäus () oder nach anderen Quellen als Eleasar (); * in Kiew, Zarentum Russland; † in Nowgorod, Russisches Kaiserreich) war Erzbischof von Nowgorod und Vizepräsident des Heiligen Synods. Er war der wichtigste Berater Peters des Großen in kirchenpolitischen Angelegenheiten.

Leben Prokopowitsch entstammte einer aus Smolensk stammenden, kleinen Kiewer Kaufmannsfamilie. Seine theologischen Studien absolvierte er in Polen und in Rom. Er wirkte ab 1705 in Kiew als Lehrer für Poetik und Rhetorik, wo er auch seine Tragödokomödie (wissenschaftliche Transliteration: „tragedokomedija“) verfasste.Reinhard Lauer: Kleine Geschichte der russischen Literatur. C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52825-2, S. 38. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen seine Poetik («Поэтика»; 1705) und Rhetorik («Риторика»; 1706–1707), vermittels derer er Philosophen aus Antike, Renaissance und Barock popularisierte.

Anschließend leitete er zwischen 1711 und 1716 als Rektor der Kiewer Mohyla Akademie die Priesterausbildung in Kiew.

1716 berief Peter der Große Prokopowitsch nach Petersburg. Zunächst erhielt er 1718 die Bischofswürde von Pskow, danach 1725 den Erzbischofsstuhl von Nowgorod. Prokopowitsch verfolgte eine Theologie, die sich der Aufklärung öffnete und damit dem Reformprogramm Peters des Großen nahestand. Dem stand die konservative orthodoxe Geistlichkeit mit ihrem Zentrum in Moskau gegenüber.

Prokopowitschs wichtigster Reformbeitrag war das „Geistliche Reglement“ von 1721. Mit dessen Erhebung zum Gesetz durch Peter wurde der Heilige Synod installiert, der den russischen Patriarchen als Kirchenoberhaupt ablöste und am Vorbild protestantischer Landessuperintendenten orientiert war. In zahlreichen weiteren Traktaten und Predigten verteidigte Prokopowitsch das Reformprogramm des Zaren auf der Grundlage aufklärerischer und naturrechtlicher Theorien. Zudem setzte er sich für die Volksbildung ein und war Förderer des deutschen Naturforschers Georg Wilhelm Steller.

Ehrungen Der Asteroid (6681) Prokopovich wurde nach ihm benannt.

Literatur

Vladimir Alekseevič Abaschnik: Feofan Prokopovič (1681–1736) als Schlüsselfigur im russischen Schicksal von Georg Wilhelm Steller (1709–1746). In: Stellerstudien. Herausgegeben von der Internationalen Georg-Wilhelm-Steller-Gesellschaft, Halle (Saale), Jg. 2011, S. 20 (online).

Weblinks

Biographie von Theophan Prokopowitsch bei encyclopediaofukraine.com

Einzelnachweise

Kategorie:Orthodoxer Bischof (18. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Nationale Universität Kiew-Mohyla-Akademie) Kategorie:Rektor einer Universität in der Ukraine Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden Kategorie:Ukrainer Kategorie:Geboren 1681 Kategorie:Gestorben 1736 Kategorie:Mann