mini|Jimmie Johnsons Chevrolet SS der Saison 2015 mini|Carl Edwards’ Ford Fusion Car of Tomorrow 2008 mini|Greg Biffles Ford Taurus 2006 Die NASCAR Cup Series ist die höchste Motorsportliga der NASCAR und gilt als die prestigeträchtigste Stockcar-Rennserie. Zuvor hieß sie Strictly Stock Series (1949), Grand National Series (1950 bis 1971), Winston Cup (1972 bis 2003), Nextel Cup (2004 bis 2007) Sprint Cup (2008 bis 2016) und Monster Energy NASCAR Cup Series (2017 bis 2019). Die 36 Rennen lange Saison wird mit einem Playoffsystem entschieden.

Geschichte Strictly Stock & Grand National Im Jahr 1949 führte NASCAR die Strictly Stock-Klasse ein, nachdem es im Jahr 1948 nur Rennen in der sogenannten Modified-Klasse gegeben hatte. Es fanden acht Rennen statt, die auf sieben verschiedenen Dirt-Ovalen, also unasphaltierten Rennstrecken, und dem Daytona Beach Road Course ausgetragen wurden., abgerufen am 9. Mai 2007. Das allererste Rennen der neuen Rennserie fand auf dem Charlotte Speedway statt und wurde, nach der Disqualifikation von Glenn Dunaway, von Jim Roper gewonnen. Der erste Meister war Red Byron, der zwei der acht Rennen gewann.

Bereits nach nur einer Saison änderte NASCAR den Namen in Grand National ab dem Jahr 1950, um den Bemühungen des Aufbaus einer professionellen und prestigeträchtigen Rennserie Nachdruck zu verleihen. Diesen Namen sollte sie bis 1971 behalten. Unter dem neuen Namen fanden ebenfalls mehr Rennen statt, manchmal zwei an einem Tag. Eine Saison in der Grand National-Serie bestand dementsprechend teilweise aus über 60 Rennen pro Jahr. Es gab also keinen Rennkalender mit einem Rennen pro Wochenende, bei dem die meisten Fahrer an jedem Rennen teilnehmen.

In den ersten Jahren der Grand National-Serie fanden die meisten Rennen auf unasphaltierten Short-Track-Ovalen mit einer Länge von weniger als einer viertel Meile bis mehr als einer halben Meile oder unasphaltierten Ovalkursen auf Jahrmärkten mit Längen von einer halben bis zu einer Meile statt. Von den ersten 221 Rennen wurden 198 auf diesen sogenannten Dirt Tracks ausgetragen. Im Jahr 1959, als der Daytona International Speedway eröffnet wurde, gab es noch immer mehr Rennen auf Erdboden als auf Asphalt. Deren Anzahl reduzierte sich in den 1960er Jahren, als neue Superspeedways errichtet und die alten Ovalkurse asphaltiert wurden.Fielden, Greg, „NASCAR Cleans Up“, Speedway Illustrated, September 2004. Mit der Eröffnung des Daytona International Speedway etablierte sich ebenfalls das Daytona 500 als jährlich ausgetragenes Rennen, wobei dieses sich großer Beliebtheit erfreute.

Winston Cup Von 1972 an bis 2003 wurde der Name der Serie in "Winston Cup" geändert, da sie von der R. J. Reynolds Tobacco Company gesponsert wurde. In den späteren Jahren gab es zunehmende Kontroversen ob des Sponsoring, nachdem die US-amerikanische Gesetzgebung die Werbung für Tabak und Zigaretten stark eingeschränkt hatte.

Die Unterstützung von R. J. Reynolds Tobacco ab Jahr 1972 wird allgemein als der Beginn der modernen Ära von NASCAR angesehen. Die Saison wurde kürzer und das Punktesystem wurde mehrfach in den darauffolgenden vier Jahren verändert. Rennen auf unasphaltierten Strecken gab es nicht mehr, ebenso Ovalrennen mit einer Distanz von weniger als 250 Meilen. Zudem übergab Bill France senior, Gründer von NASCAR, die Kontrolle an seinen Sohn Bill France junior. Im August 1974 entwickelte Bob Latford ein Punktesystem, bei dem gleiche Punkte für alle Rennen unabhängig von der Rennlänge oder Preisgeld vergeben wurde.Mitchell, Jason, „How Do They Do That?: Winston Cup Point System“, Stock Car Racing (), Volume 36, Number 10, Oktober 2001. Es war ohne Änderung von der Saison 1975 bis zur Einführung des Chase for the Cup in der Saison 2004 im Einsatz.

Im Jahr 1981 wurde erstmals ein Bankett für die Übergabe der Auszeichnungen in New York im Hotel Waldorf Astoria abgehalten. Nachdem es zunächst im Starlight Room stattgefunden hatte, zog es ab 1985 in den Grand Ballroom um, in dem es bis 2001 abgehalten wurde. Im Jahr 2001 wurde das Bankett zugunsten einer einfacheren Zeremonie abgeschafft und fand im Jahr 2002 im Hammerstein Ballroom im Manhattan Center statt. Im Jahr 2003 wurde das Bankett wieder eingeführt und zog zurück in den Grand Ballroom des Waldorf-Astoria.

Nextel & Sprint Cup mini|Logo des NASCAR Nextel Cup mini|Logo des Sprint Cup Im Jahr 2003 beendete R. J. Reynolds Tobacco sein Sponsoring, da die Zielgruppe andere Marken präferierte. Neuer Sponsor wurde das Telekommunikationsunternehmen Nextel. Der Name der Serie lautete seit der Saison 2004 Nextel Cup. Aufgrund des Zusammenschlusses von Sprint und Nextel heißt die Serie seit der Saison 2008 Sprint Cup.

Wesentliche Neuerung war die Einführung eines Play-off-Formats, dem sogenannten Chase for the Sprint Cup, um die Spannung der Meisterschaftsentscheidung möglichst bis zum letzten Rennen aufrechtzuerhalten. Hierbei wird die Saison zweigeteilt in eine Art Qualifikationsphase bestehend aus 26 Rennen und dem als „Chase“ bezeichneten Play-off. In der Qualifikationsphase kämpfen die Fahrer um den Einzug ins Play-off und nur die für das Play-off qualifizierten Fahrer haben eine Chance auf die Meisterschaft, deren Punktestand nach dem Einzug gleichgesetzt wird.

2016 wurde das Starterfeld von 43 auf 40 reduziert, auch wurde ein sogenanntes Charter-System eingefügt. Dabei erhielten 36 Teams einen Charter, der dem Wagen einen Startplatz für alle Rennen garantiert. Dies sollte mehr Stabilität und Vorhersehbarkeit in den Sport bringen.

Meisterschaften Cup Championship

Die Fahrermeisterschaft wird seit der Saison 2004 in einem Play-off-Verfahren ausgetragen, dem so genannten Chase for the Cup. In den ersten 26 Saisonrennen kämpfen die Fahrer um den Einzug in den Chase. Danach werden drei Segmente mit je drei Rennen ausgetragen, nach jedem Segment werden die vier Fahrer mit den wenigsten Punkten eliminiert. Im Saisonfinale sind noch vier Fahrer übrig, derjenige, der das Rennen mit dem besten Ergebnis abschließt, ist der neue Champion.

Cup Series Owner’s Championship Die Cup Series Owner’s Championship ist eine Meisterschaft unter den Wagenbesitzern respektive den Mannschaften einzelner Wagen, da jeder Wagen von einer eigenen Mannschaft betreut wird. Ein Team, welches beispielsweise drei Wagen ins Rennen schickt, besteht praktisch aus drei voneinander unabhängigen Teams, die jeweils für einen eigenen Rennwagen zuständig sind. Bei der Owner’s Championship bekommt ein Rennwagen Punkte anhand seines Abschneidens im Rennen gutgeschrieben, unabhängig davon, welcher Fahrer am Steuer saß. Anders als beispielsweise in der Formel 1 werden die Punkte aller Wagen eines Besitzers nicht addiert, da ein Besitzer ein oder mehrere Wagen ins Rennen schicken kann und das zu einem unfairen Wettbewerb führen würde. Die Punktevergabe funktioniert ähnlich der Fahrer-Meisterschaft mit einer Ergänzung: Falls sich mehr als 43 Wagen für ein Rennen zu qualifizieren versuchen, werden auch Owner-Points für nicht-qualifizierte Wagen vergeben. Der erste nicht qualifizierte Wagen, in der Regel ist dies der auf Platz 44 im Qualifying liegende, erhält 31 Punkte und somit drei weniger als der 43. im Rennen. Gibt es mehr als einen nicht qualifizierten Wagen, bekommen diese ebenfalls Punkte gutgeschrieben. Pro Platzierung nehmen die Punkte um jeweils drei ab. Die Entscheidung um den Titel wird ebenfalls in einem Chase ausgetragen.

Seit der Saison 2005 garantiert eine Platzierung unter den Top 35 dem entsprechenden Team des jeweiligen Rennwagens einen Startplatz im nächsten Rennen unabhängig vom Ergebnis des Qualifyings. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass nur acht von 43 Startplätzen anhand der im Qualifying erreichten Zeiten vergeben werden. Erzielen beispielsweise neun Fahrer von Wagen, die nicht unter den Top 35 in den Owner-Points liegen, im Qualifying schnellere Zeiten als der schlechteste in den Owner-Points, so ist neuntschnellste von ihnen dennoch nicht qualifiziert. Sollte zudem ein ehemaliger Champion nicht über die Top-35-Regel oder die Qualifying-Zeit für das Rennen qualifiziert sein, so kann er sich über die sogenannte „Past Champion Provisional“ einen Startplatz „erkaufen“. Damit verringert sich die Anzahl frei zu vergebener Startplätze auf sieben. Eine weitere Bedeutung kommt den Owner-Points zu, wenn ein Qualifying aufgrund von Regen ausfällt. Dann nämlich wird die Startaufstellung zum Rennen anhand der Owner-Points bestimmt.

Hersteller-Meisterschaft Außer der Fahrer- und Owner-Meisterschaft gibt es in der Cup Series auch eine Hersteller-Meisterschaft. Sie ist aber nicht so angesehen wie die Fahrer-Meisterschaft. In der Vergangenheit war dies anders, da mehr Hersteller in der Serie vertreten waren und die Hersteller-Meisterschaft ein wichtiges Marketingwerkzeug war.

Die Punkte werden nach dem Punktesystem der Formel 1 vergeben, wie es zwischen 1960 und 1990 angewandt wurde. Der Sieger erhält neun Punkte, der nächste Hersteller sechs, der dritte Hersteller vier, der Vierte drei, der Fünfte zwei und der sechstbeste Hersteller einen Punkt. In der Praxis bedeutet dies, dass wenn beispielsweise Chevrolet die Plätze eins bis zehn belegt, als Hersteller neun Punkte gutgeschrieben bekommt. Ist der Wagen auf Platz elf ein Ford, so bekommt Ford sechs Punkte als zweitbester Hersteller.

Rennwagen Vergangenheit Vor den frühen 1960er Jahren basierten die Wagen auf großen Straßenkreuzern wie dem Chevrolet Impala oder dem Ford Galaxie. Ab Mitte der 1960er Jahre kamen mit Aufkommen der Mittelklassewagen wie der Ford Fairlane diese zum Einsatz.

mini|Richard Pettys Plymouth Superbird Zu dieser Zeit waren Tourenwagen noch seriennahe Fahrzeuge, die es auch beim Autohändler zu kaufen gab. Dies war im Reglement von NASCAR auch so festgeschrieben: Ein Fahrzeug musste mindestens 500-mal produziert oder alternativ für jeden Händler des jeweiligen Herstellers in den Vereinigten Staaten ein Wagen an einen Kunden verkauft worden sein. Diese Regel stellt klar, dass das NASCAR-Reglement nicht mit dem der FIA und den Gruppen 1, 2, 5 oder später N, A, und B übereinstimmte.

Manchmal wurden Fahrzeuge speziell für NASCAR hergestellt, wie zum Beispiel der Ford Torino Talladega mit speziellem aerodynamischen Design. Die bekanntesten dieser als „Aero Warrior“ bezeichneten Fahrzeuge waren der Dodge Charger Daytona und der Plymouth Superbird, der mit einem Heckflügel daherkam, der höher als das Dach war. Zusammen mit der spitz zulaufenden Frontpartie bewirkte dies Höchstgeschwindigkeiten von über 220 mph (354 km/h). Damit überflügelten sie die meisten anderen Wagen. Kurz darauf änderte NASCAR die Regeln um solche aerodynamischen Tricksereien zu beenden. Genau das Gegenteil dieser aerodynamischen Fahrzeuge war beispielsweise der AMC Matador von Penske des Jahres 1972, der auch als „flying brick“, also „fliegender Ziegelstein“ bezeichnet wurde.

mini|links|Der Wagen, mit dem Bill Elliott den Rekord für die schnellste offizielle Runde in einem Tourwagen mit 212,809 mph (342.483 km/h) auf dem Talladega Superspeedway erzielte In den 1980er Jahren wurden die Wagen kleiner und Fairmonts, Thunderbirds sowie der mittlerweile kleinere Monte Carlo kamen zum Einsatz. In den 1990er Jahren wechselte General Motors zum Aussehen des Lumina und Grand Prix mit V6-Motoren und Frontantrieb. Im NASCAR-Wagen blieb es aber beim V8-Motor und Hinterradantrieb, nur die Form der Karosserie wurde angepasst. Als der Ford Thunderbird eingestellt wurden, waren die Ford-Teams gezwungen, die Form des viertürigen Taurus einzusetzen, da es von Ford zeitweise kein zweitüriges Fahrzeug gab.