Die Nadel () ist ein britischer Spionagethriller nach dem gleichnamigen Roman von Ken Follett. Die Regie führte Richard Marquand; in der Haupt- und Titelrolle stand Donald Sutherland vor der Kamera. Am 24. Juli 1981 feierte der Film in den USA seine Premiere und kam 30. Oktober 1981 in die westdeutschen Kinos.

Handlung Henrik „Henry“ Faber operiert im Zweiten Weltkrieg als deutscher Spion im Vereinigten Königreich. Sein Spitzname Die Nadel ist damit zu erklären, dass er ein Stilett als Mordwaffe bevorzugt.

Nachdem Faber entdeckt hat, dass mit Attrappen britischer Kampfflugzeuge vom tatsächlichen Ort der geplanten Truppenlandung in der Normandie abgelenkt werden soll, will er diese Information persönlich nach Deutschland überbringen. Nach eiskalt ausgeführten Morden an mehreren Personen, die ihn hätten verraten könnten, führt ihn sein Weg nach Schottland, vor dessen Küste er von einem deutschen U-Boot aufgenommen werden soll. Ihm auf den Fersen befinden sich bereits Agenten der britischen Spionageabwehr.

Vor der Küste gerät Faber mit seinem Boot in Seenot und anschließend als Schiffbrüchiger auf eine kleine Insel, die nur vom Ehepaar David und Lucy Rose, deren Sohn und einem Leuchtturmwärter bewohnt ist. Um die Beziehung des Paares ist es nicht gut bestellt, weil David mehrere Jahre zuvor bei einem Unfall beide Beine verloren hatte und zunehmend mürrisch geworden ist. Auch deshalb lässt sich Lucy auf eine heimliche Affäre mit Faber ein. Ihm gegenüber wird ihr Ehemann in der nächsten Zeit immer misstrauischer. Bald enttarnt er ihn als Spion, und es kommt zum Showdown: Faber tötet David Rose, indem er ihn im Zweikampf von der Klippe stürzt. Dann ermordet er auch noch den Leuchtturmwärter, dessen Funkgerät für die Kontaktaufnahme zum deutschen U-Boot wichtig ist. Schließlich findet Lucy ihren toten Mann im Wasser, was Faber aber nicht weiß. Als er später behauptet, mit David gesprochen zu haben, erkennt Lucy nun in Faber den Mörder ihres Mannes. Wegen ihrer Affäre hat Faber Skrupel, sie ebenfalls zu töten – so gelingt es ihr, ihn auf der Flucht zu erschießen.

Entstehung und Veröffentlichung DarstellerFigurDeutscher SprecherDonald SutherlandHenrik „Henry“ FaberHartmut ReckKate NelliganLucy RoseMarion Hartmann &Uta HallantChristopher CazenoveDavid RoseMichael BrennickeStephen MacKennaLieutenantPhilip Martin BrownBilly ParkinAllan SurteesColonel TerryBruno W. PantelIan BannenInspector GodlimanReinhard GlemnitzFaith BrookLucys MutterHaide LorenzBarbara EwingMrs. GardenRita Tobin-WeskeVermieterinAlice Franz

Der Film entstand etwa drei Jahre nach Veröffentlichung von Ken Folletts gleichnamigen Roman, dessen erstem Bestseller mit mehreren Millionen verkauften Exemplaren. Der Roman trug den Arbeitstitel Storm Island nach dem Schauplatz der zweiten Hälfte der Geschichte. Hauptdarsteller Donald Sutherland verkörperte bereits 1976 in Der Adler ist gelandet einen deutschen Spion im Vereinigten Königreich.

Gedreht wurde unter anderem auf der schottischen Insel Isle of Mull (für die fiktive Insel Storm Island), in der kleinen Hafenstadt Oban sowie an der Connel Bridge. Studioaufnahmen fanden in den Shepperton Studios und Twickenham Film Studios statt.

Der Film spielte weltweit rund 17,6 Millionen US-Dollar ein. In der Bundesrepublik Deutschland wurden an den Kinokassen 123.538 Eintrittskarten verkauft, was etwa 461.000 Euro Einnahmen entspricht. Seit Ende 2000 ist der Film auf DVD erhältlich; seit April 2018 auf Blu-ray.

George Lucas war von Marquands Regieleistung derart beeindruckt, dass er ihn anschließend mit der Regie von Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) beauftragte.

Historischer Hintergrund Die Alliierten unterhielten tatsächlich eine Geisterarmee in der Nähe von Dover, die 1. US-Heeresgruppe, welche die Deutschen über den Ort der Invasion täuschen sollte. Der Codename für diese Mission war Operation Fortitude, die Teil einer größeren Kampagne war, die den Codenamen Operation Bodyguard trug. Der im Film gezeigte Geländewagen der Familie Rose ist ein deutscher DKW Munga, der aber erst ab Oktober 1956 gebaut wurde. Das Motorrad von Faber ist eine Velocette MAC 350, Baujahr 1953. Zur Zeit der Filmhandlung besaß das Vereinigte Königreich keinen flugtauglichen Hubschrauber. Der erste wurde in Deutschland 1941 in Dienst gestellt, die Kolibri von Anton Flettner. 1942 nahmen die Streitkräfte der Vereinigten Staaten mit der Sikorsky R-4 ihren ersten einsatzfähigen Hubschrauber in Dienst. Der Hubschrauber im Film ähnelt der Sikorsky S-48 bzw. Sikorsky S-51 (ab 1944 einsatzfähig), der damals jedoch nur in den USA im Dienst war. Als der Hubschrauber gegen Ende des Films zur Insel aufsteigt, ist jedoch zu erkennen, dass es sich in Wirklichkeit um der weiterentwickelten Westland Widgeon handelt, der Mitte der 1950er Jahre produziert wurde. Das deutsche U-Boot U 53, das Faber abholen will, wurde bereits am 23. Februar 1940 in der Nordsee vor der schottischen Küste durch den britischen Zerstörer Gurkha versenkt.

Rezeption

Die Nadel erhielt ein gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils positive Besprechungen und ordnet den Film dementsprechend als „Frisch“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Wohlwollend“ aus.

Die Nadel war im Jahr 1982 in der Kategorie Best Motion Picture für den Edgar Allan Poe Award nominiert, konnte diese Auszeichnung jedoch nicht gewinnen.

Belege und weiterführende Informationen

Kategorie:Filmtitel 1981 Kategorie:Britischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Thriller Kategorie:Ken-Follett-Verfilmung Kategorie:Zweiter Weltkrieg im Film Kategorie:Kriegsfilm