Hans Ottar Lindberg (* 1. August 1981 in Høje-Taastrup, Dänemark) ist ein ehemaliger dänischer Handballspieler. Zwischen 2007 und 2024 spielte der Rechtsaußen in der deutschen Bundesliga und ist seit dem 20. Mai 2023 der erfolgreichste Torschütze der Ligageschichte.

Karriere Im Verein Lindberg spielte in seiner Kindheit Fußball und war als Linksverteidiger in der höchsten dänischen Jugendliga aktiv. Handball probierte er anfangs für einen Monat aus und wurde erst später von einem Freund dazu überredet, zusätzlich mit dem Handballspielen anzufangen. Lindberg wurde für Sichtungsmaßnahmen des Fußball- und Handballverbands eingeladen. Als Lindberg beim Fußball aussortiert wurde, entschied er sich für den Handballsport.www.welt.de: Lindberg schweigt und trifft, abgerufen am 3. November 2013 mini|links|Hans Lindberg 2014 Lindberg spielte ab seinem 14. Lebensjahr beim dänischen Verein Høj Ølstykke. Anschließend lief er sechs Jahre für Team Helsinge auf, mit deren Herrenmannschaft er in der Håndboldligaen antrat.www.mbl.is: Daníel til liðs við Team Helsinge, abgerufen am 3. November 2013 Zwischen 2005 und 2007 stand er beim dänischen Erstligisten Viborg HK unter Vertrag. In der Saison 2006/07 wurde er mit 187 Toren in 26 Spielen Torschützenkönig der dänischen Liga und scheiterte mit Viborg im Finale um die dänische Meisterschaft an GOG Svendborg TGI.

Im Jahre 2007 wechselte Lindberg zum deutschen Bundesligisten HSV Hamburg. Bei der Verpflichtung Lindbergs durch den HSV Hamburg gab es in dänischen Medien Gerüchte, dass der THW Kiel Interesse an Lindberg gehabt hätte und dabei das Rennen um Nationalspieler Hans Lindberg gegen den HSV verloren hätte. Dies wurde aber von Kiels damaligen Manager Uwe Schwenker als unbegründet abgewiesen.Hamburger Abendblatt vom 16. Januar 2007, "Wir wollten Lindberg nicht" Mit dem HSV gewann er 2009 mit dem DHB-Supercup seinen ersten Titel in Deutschland. Die anschließende Saison konnte mit dem Gewinn des DHB-Pokals 2009/10 abgeschlossen werden. Außerdem erzielte der auf Rechtsaußen spielende Däne in dieser Saison die meisten Tore in der Bundesliga und wurde zum ersten Mal Torschützenkönig in Deutschland.www.bundesligainfo.de: Die Torschützenkönige der Bundesliga Männer, abgerufen am 7. November 2013 Zum Saison-Auftakt 2010 konnte er mit dem HSV den DHB-Supercup verteidigen. In der darauffolgenden Handball-Bundesliga-Saison 2010/11 wurde er mit dem HSV Hamburg mit nur 6 Verlustpunkten vor dem THW Kiel deutscher Meister. Es war sowohl für Lindberg als auch für den HSV die erste Meisterschaft überhaupt. Sie konnte in der darauffolgenden Saison 2011/12 nicht verteidigt werden, man belegte den vierten Rang. Die Saison 2012/13 wurde für ihn insgesamt die beste seiner bisherigen Karriere. Neben einem relativ enttäuschenden 5. Platz in der Meisterschaft und dem Erreichen des Halbfinales im DHB-Pokal, gewann er mit dem HSV erstmals die Champions League. Außerdem wurde er in allen drei Wettbewerben zum Torschützenkönig gekürt und sorgte damit für ein Triple der besonderen Art.www.mopo.de: Hans Lindberg feiert sein Torjäger-Triple, abgerufen am 7. November 2013 Die Saison 2013/14 verlief in der Liga mit Platz vier ordentlich, jedoch mit dem frühen Ausscheiden im DHB-Pokal 2013/14 (2. Runde) und in der Champions League 2013/14 (Achtelfinale) insgesamt durchwachsen. In der Bundesliga-Saison 2014/15 erlitt Lindberg am 27. Spieltag in der Begegnung mit den Füchsen Berlin nach einem Zusammenprall mit dem Torhüter Silvio Heinevetter eine schwere Nierenverletzung.abendblatt.de: Lindberg verlässt Intensivstation schwer verletzt, abgerufen am 14. April 2018 Auch ohne Lindberg konnte der HSV das Finale im EHF-Pokal 2014/15 erreichen, was jedoch mit 30:27 gegen die Füchse Berlin verloren wurde. In der darauffolgenden Saison konnte er zum Auftakt des DHB-Pokals 2015/16 sein Comeback feiern.www.mopo.de: HSV Handball: Lindbergs Traum-Comeback abgerufen am 7. Dezember 2015.

Nach der Bundesliga-Hinrunde unter dem neuen Trainer Michael Biegler reagierte Lindberg im Januar 2016 auf die Abmeldung des HSV vom Spielbetrieb in der Handball-Bundesliga und wechselte zu den Füchsen Berlin., abgerufen am 26. Januar 2016 Im September 2016 wurde Lindberg mit den Füchsen Vereinsweltmeister und feierte seinen ersten Titel mit dem neuen Verein. Anlässlich des 50-jährigen Geburtstags der Handball-Bundesliga wurde Lindberg 2016 als einer von fünf Rechtsaußen in die Legendenauswahl gewählt. Während der Saison 2017/18 verlängerte Lindberg seinen Vertrag bis 2021. Zum Ende der Saison 2017/18 gewann Lindberg mit den Füchsen den EHF-Pokal. Beim 28:25-Finalsieg gegen Saint-Raphaël Var Handball steuerte er sechs Tore bei und wurde zum zweiten Mal hintereinander Torschützenkönig in diesem Wettbewerb. Seit Beginn der Saison 2018/19 ist er der Mannschaftskapitän der Füchse Berlin. Am 12. Dezember 2021 egalisierte Lindberg mit acht verwandelten Siebenmetern im Spiel gegen den Handball Sport Verein Hamburg den Rekord (1.224) seines Landsmanns Lars Christiansen für die meisten verwandelten Siebenmeter in der Bundesligageschichte. Mit 242 Toren krönte er sich in der Saison 2021/22 im Alter von 40 Jahren zum ältesten Torschützenkönig der Geschichte der Bundesliga. Am 27. Dezember 2022 überholte er den Zweitplatzierten Christiansen (2.875 Tore) in der ewigen Torschützenliste der Bundesliga. Am 14. Februar 2023 durchbrach er als sechster Spieler die 1000-Tore-Marke in Vereinswettbewerben der Europäischen Handballföderation. Am 20. Mai 2023 zog er mit zwölf Toren beim 42:35-Heimsieg gegen GWD Minden am bisher führenden der ewigen Torschützenliste, dem Koreaner Yoon Kyung-shin (2905 Tore), vorbei und steht so bei 2907 Toren. Mit den Füchsen gewann er die EHF European League 2022/23. Am 10. Dezember 2023 erzielte er sein 3000. Bundesligator. Insgesamt erzielte er in seiner Zeit in der Bundesliga 3114 Tore.

Nach der Saison 2023/24 kehrte er zu HØJ zurück. Im Jahr 2025 stieg er mit HØJ in die höchste dänische Spielklasse auf. Nach dem sofortigen Wiederabstieg beendete Lindberg im Alter von 44 Jahren seine Spielerlaufbahn und wurde Sportdirektor im Verein.

In der Nationalmannschaft Lindberg gehörte ab dem Jahr 2003 dem Kader der dänischen Nationalmannschaft an, für die er 308 Länderspiele bestritt. Das erste Großturnier, an dem Lindberg teilnahm, war die Weltmeisterschaft 2007, bei der er die Bronzemedaille gewann. Ein Jahr später feierte der 1,88 m lange Linkshänder bei der Europameisterschaft seinen ersten Titelgewinn. Im Sommer 2008 nahm er erstmals an den Olympischen Spielen in Peking teil. Im Viertelfinale schied er mit der dänischen Auswahl gegen Kroatien aus. Bei den folgenden Turnierteilnahmen an der Weltmeisterschaft 2009 und der Europameisterschaft 2010 verpasste er ebenfalls einen Medaillenrang.www.handball-world.com: Polen will am Ende mehr, abgerufen am 8. November 2013www.handball-world.com: Kroatien im Halbfinale - Dänemark verliert nach großem Kampf, abgerufen am 8. November 2013

mini|Hans Lindberg im Nationaltrikot mini|Hans Lindberg beim Sprungwurf Lindberg stand mit Dänemark bei der Weltmeisterschaft 2011 im Finale und scheiterte dort in der Verlängerung am Titelverteidiger Frankreich.www.handball-world.com: Am Ende macht die Routine den Unterschied, abgerufen am 8. November 2013 Ein Jahr später gewann er seinen zweiten EM-Titel in Serbien.www.handball-world.com: Ein "goldener" Hans Lindberg, abgerufen am 8. November 2013 Im Finale besiegte man den Gastgeber mit 21:19. Bei den Olympischen Spielen in London war wiederum im Viertelfinale Endstation. 2013 erreichte Lindberg souverän sein zweites WM-Finale, in dem Dänemark dem Gastgeber Spanien deutlich unterlag.www.handball-world.com: Dänemark in Schockstarre, abgerufen am 8. November 2013 Trotzdem wurde er am Ende des Turnieres in das All-Star-Team gewählt.sporten.tv2.dk: Forundret Jesper Jensen, abgerufen am 8. November 2013 Bei der Europameisterschaft 2014 im eigenen Land wurde er Vize-Europameister, nachdem man im Finale Frankreich mit 41:32 unterlag. Bei der Weltmeisterschaft 2015 in Katar schied er mit seiner Mannschaft im Viertelfinale knapp gegen Spanien nach einem 24:25 aus. Die Europameisterschaft 2016 fand in Polen statt. Bei diesem Turnier schied man, nach einer überzeugenden Gruppenphase, in der Hauptrunde als Gruppendritter hinter Spanien und Deutschland aus und belegte am Ende den 6. Platz. Beim olympischen Turnier in Rio de Janeiro, wo Dänemark die Goldmedaille gewann, war Lindberg nur im erweiterten Kader. Bei der Weltmeisterschaft 2017 in Frankreich schied Dänemark im Achtelfinale gegen Ungarn aus und belegte am Ende den 10. Platz. Mit 34:35 n.V unterlagen die Dänen im Halbfinale der Europameisterschaft 2018 in Kroatien den Schweden. Bei der 29:32-Niederlage gegen Frankreich im Spiel um Platz 3 erzielte Lindberg zwölf Tore.

Bei der WM 2019, die sowohl in Deutschland als auch in seinem Heimatland Dänemark ausgetragen wurde, verletzte er sich im ersten Gruppenspiel gegen Chile und konnte das Turnier zunächst nicht fortsetzen. Zum Finale wurde er, nachdem er seine Verletzung auskuriert hatte, nachnominiert und kam in der Schlussphase des Spiels zum Einsatz. Mit dem 31:22-Sieg gegen Norwegen krönte sich die dänische Nationalmannschaft im eigenen Land erstmals zum Weltmeister und Lindberg feierte den größten Erfolg seiner Karriere. Bei der Europameisterschaft 2022 gewann er mit Dänemark die Bronzemedaille, dabei kam er in drei Spielen zum Einsatz. Bei der Weltmeisterschaft 2023 gewann er seinen zweiten WM-Titel. Beim Gewinn der Silbermedaille bei der Europameisterschaft 2024 kam er in sieben Spielen zum Einsatz und warf 13 Tore. Bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris gewann er die Goldmedaille.handball-world.news: Titelsammlung komplett: Hans Lindberg holt Golden Slam, abgerufen am 12. August 2024

Saisonbilanzen Saison Verein Spielklasse Spiele Tore 7-Meter Feldtore 1999–2002 Team Helsinge Håndboldligaen ? 100 ? ? 2002/03 Team Helsinge Håndboldligaen 24 175 ? ? 2003/04 Team Helsinge Håndboldligaen 23 162 ? ? 2004/05 Team Helsinge Håndboldligaen 26 180 ? ? 2005/06 Viborg HK Håndboldligaen 26 135 ? ? 2006/07 Viborg HK Håndboldligaen 26 187 ? ? 2007/08 HSV Hamburg Bundesliga 31 164 50 114 2008/09 HSV Hamburg Bundesliga 32 183 102 81 2009/10 HSV Hamburg Bundesliga 34 258 135 123 2010/11 HSV Hamburg Bundesliga 34 213 100 113 2011/12 HSV Hamburg Bundesliga 34 238 95 143 2012/13 HSV Hamburg Bundesliga 34 235 99 136 2013/14 HSV Hamburg Bundesliga 23 173 68 105 2014/15 HSV Hamburg Bundesliga 26 178 64 108 2015/16* Füchse Berlin Bundesliga 6 8 0 8 2016/17 Füchse Berlin Bundesliga 27 140 65 75 2017/18 Füchse Berlin Bundesliga 33 169 97 72 2018/19 Füchse Berlin Bundesliga 29 160 83 77 2019/20 Füchse Berlin Bundesliga 27 203 103 100 2020/21 Füchse Berlin Bundesliga 34 197 111 86 2021/22 Füchse Berlin Bundesliga 34 242 124 118 2022/23 Füchse Berlin Bundesliga 28 155 82 74 2023/24 Füchse Berlin Bundesliga 34 198 120 78 2024/25 HØJ Elite 1. Division 24 102 44 58 2025/26 HØJ Elite Håndboldligaen 12 25 25 0 1999–2007 gesamt Håndboldligaen ? 1099 ? ? 2007–2024 gesamt Bundesliga 500 3114 1498 1617 2024–2025 gesamt 1. Division 24 102 44 58 Anmk.: Nach der Insolvenz des HSVH in der Saison 2015/16 wurden seine bis dahin erzielten 144 Saisontore von der HBL gestrichen. Quelle: Spielerprofile bei der Håndboldligaen und der Handball-Bundesliga. unter "Statistiken" und "Historisch", abgerufen am 12. Juni 2022.dhf.dk Topscorere abgerufen am 9. August 2021

Erfolge Nationalmannschaft Goldmedaille Olympische Spiele 2024 in Paris Weltmeister 2019 in Dänemark und Deutschland Weltmeister 2023 in Polen und Schweden Silbermedaille Weltmeisterschaft 2011, Weltmeisterschaft 2013 Bronzemedaille Weltmeisterschaft 2007 Europameister 2008 in Norwegen, Europameister 2012 in Serbien Silbermedaille Europameisterschaft 2014 in Dänemark Silbermedaille Europameisterschaft 2024 in Deutschland