Der Hund von Blackwood Castle ist ein Kriminalfilm aus dem Jahr 1968. Die Produktion aus der Reihe der deutschen Edgar-Wallace-Filme entstand unter der Regie von Alfred Vohrer. In den Hauptrollen sind Heinz Drache und Karin Baal zu sehen.
Handlung Ein gewisser Mr. Tucker will das englische Schloss Blackwood Castle aufsuchen. Er wird jedoch in eines der nahegelegenen Moore gelockt und von einem Hund mit Giftzähnen getötet. Lady Agathy Beverton, die Wirtin des benachbarten Gasthauses Old Inn, ist beunruhigt, weil sie das furchterregende Heulen eines Hundes hörte und ihr Übernachtungsgast Mr. Tucker spurlos verschwunden ist. Ihr Bruder Lord Henry Beverton und der ebenfalls anwesende Arzt Doc Adams wollen davon nichts mitbekommen haben. Ein weiterer Gast, der angebliche Jäger Humphrey Connery, beobachtet, wie Tuckers Leiche im Moor versenkt wird. Aber auch er behauptet später, nichts Auffälliges bemerkt zu haben.
Am nächsten Tag erscheint die 22-jährige Jane Wilson auf Blackwood Castle, wo sie von dem unheimlichen Diener Grimsby und dem Anwalt Robert Jackson, dem Nachlassverwalter der Familie, erwartet wird. Der kürzlich verstorbene Kapitän Allan Thurnby Wilson, Janes Vater, hat ihr das verfallene Schloss hinterlassen. Jackson will es sofort für 10.000 Pfund veräußern. Doch Jane, die ihren Vater 10 Jahre lang nicht gesehen hat, weigert sich, die Verkaufsvollmacht zu unterschreiben. Etwas später beobachtet Jane, wie ein Mann namens Edward Baldwin dem Anwalt sogar 20.000 Pfund für das Schloss bietet. Jackson lehnt das Angebot ab und behauptet, dass das Haus unverkäuflich sei. Jane beschließt kurzerhand, Blackwood Castle zu behalten und in das heruntergekommene Schloss einzuziehen.
In der Nacht geschehen unheimliche Dinge. Vor Janes Schlafzimmer erscheint ein Skelett, der Diener Grimsby wird im Keller von einer Python aus Kapitän Wilsons Reptiliensammlung angegriffen und später findet die junge Frau eine der Schlangen in ihrem Bett. Aus dem Moor ertönt abermals das Heulen eines Hundes. Diesmal fällt Edward Baldwin der mordlüsternen Bestie zum Opfer. Doc Adams beobachtet, wie Humphrey Connery die Leiche in den Kofferraum seines Wagens lädt. Kurze Zeit später erscheint der Diener Grimsby am Tatort, um nach dem Toten zu suchen.
Anwalt Robert Jackson staunt nicht schlecht, als er in den Morgenstunden den ermordeten Baldwin in der Schlosshalle findet. Jane verständigt Scotland Yard, dessen Chef Sir John den Fall persönlich übernimmt. Seine Sekretärin Miss Mabel Finley nimmt er einfach mit. Der Polizeiarzt Dr. Sheppard vermutet, dass die tödlichen Bisse auf die Verwendung von Schlangengift hinweisen. Beim Abtransport von Baldwins Leiche finden Sheppard und einige Polizisten den Anwalt tot in seinem brennenden Wagen in einer Sandgrube. Als die Beamten zum Krankenwagen zurückkehren, ist Baldwins Leiche weg. Sie wird nach Einbruch der Dunkelheit von Grimsby im Moor beseitigt.
Sir John holt bei Lady Agathy und Lord Henry Beverton, mit denen er seit Jahren bekannt ist, Erkundigungen nach den verschwundenen Männern ein. Die Bevertons waren einst Schlossherren auf Blackwood Castle, verkauften dieses aber vor Jahren an Kapitän Wilson und betreiben seitdem das Old Inn. Da tauchen neue Gäste auf: Douglas Fairbanks und seine Freundin Dorothy Cornick, die auch ein Verhältnis mit Humphrey Connery hat. Catherine Wilson, die geschiedene Frau von Kapitän Wilson und einst eine gefeierte Sängerin, tritt inzwischen erfolglos in einem Nachtclub im Londoner Stadtteil Soho auf. Doc Adams begibt sich dorthin und erzählt ihr von der Erbschaft ihrer Tochter Jane. Catherine fährt nach Blackwood Castle. Jane reagiert distanziert auf ihre Mutter, die sich seit 10 Jahren nicht um sie kümmerte und sich jetzt vor allem für den Verkauf des Schlosses interessiert. Im Moor wird Douglas Fairbanks von einem Hund verfolgt, den Connery im letzten Moment erschießt. Da taucht erneut jemand auf, der sich für Blackwood Castle interessiert: Ken Nelson, der vorgibt, Historiker zu sein und sich für alte Schlösser zu interessieren.
Der Scotland-Yard-Chef findet heraus, dass Fairbanks, Nelson und die Ermordeten Baldwin und Tucker auf der Besatzungsliste von Kapitän Wilsons Schiff standen. Miss Finley kommt dahinter, dass auf diesem Schiff, der President Monroe, vor einigen Jahren eine wertvolle Juwelensammlung verschwand. Fairbanks und Nelson begeben sich in das Mausoleum von Blackwood Castle. Erst nachdem Lord Henry Beverton und Doc Adams im Old Inn eine geheimnisvolle Mechanik betätigen, können Fairbanks und Nelson den Sarg öffnen, um sich vom Tod des Kapitäns zu überzeugen. Etwas später glaubt Fairbanks, den Toten im Old Inn gesehen zu haben. Nelson wird auf rätselhafte Weise ermordet. Gerade als man die Leiche abtransportiert, erscheint Tom Heyes, ein weiteres ehemaliges Besatzungsmitglied der President Monroe. Nachdem Grimsby im Keller einen Hund mit vergifteten Zähnen ausgestattet hat, wollen Heyes und Fairbanks das Schloss nach den Juwelen durchsuchen. Als sich Catherine Wilson dem Ganoven Fairbanks in den Weg stellt, wird sie erschossen. Jane wird von Connery und seiner Gehilfin Dorothy Cornick aus dem Schloss geholt. Heyes wird bei seiner Flucht von einem Hund verfolgt und versinkt im Moor.
Humphrey Connery gibt im Yard zu Protokoll, dass er im Auftrag einer Gesellschaft arbeitet, bei der die verschwundene Juwelensammlung versichert war. Dorothy Cornick hatte als seine Assistentin den Auftrag, Douglas Fairbanks auszuspionieren. Letzterer stellt im Old Inn gerade Lord Henry Beverton und Doc Adams zur Rede. Die beiden vermuten das Versteck der Juwelen bei den Schlangen im Keller. Zur gleichen Zeit wird Jane Wilson in Connerys Wohnung in Sicherheit gebracht, wo sie einen mysteriösen Anruf erhält. Unterdessen durchsucht Fairbanks den Keller von Blackwood Castle. Er traut seinen Augen nicht, als er dort dem quicklebendigen Kapitän begegnet. Fairbanks stürmt in die Schlosshalle, wo er von Sir John verhaftet wird. Im Mausoleum öffnen Sir John und Humphrey Connery den Sarg, in dem sich die Leiche des Kapitäns befindet. Lady Agathy Beverton berichtet Miss Finley, dass ihr Bruder und Doc Adams ein Verbrechen begangen haben. In der Zwischenzeit haben die beiden beschlossen, den Kapitän nicht mehr aus dem Sarg zu lassen und selbst die Juwelen zu bergen. Doch Lord Henry wird verhaftet. Doc Adams wird mit den Juwelen von Kapitän Wilson und Humphrey Connery überrascht, die inzwischen gemeinsame Sache machen und das Schicksal des Arztes den Hunden mit den präparierten Giftzähnen überlassen.
In der Schlosshalle erschießt Connery den Kapitän und täuscht dem eingetroffenen Sir John vor, den einzigen Hauptverbrecher gestellt zu haben. Da stürmt Jane Wilson hinzu, um Connery als Komplizen des Kapitäns zu entlarven. In Connerys Wohnung hatte sie einen Anruf von ihrem totgeglaubten Vater erhalten. Dieser glaubte, mit Dorothy zu sprechen, und gab Anweisung, Douglas Fairbanks zu ermorden. Neben der geständigen Dorothy werden nun auch Connery sowie der Diener Grimsby verhaftet.
Entstehungsgeschichte Vorgeschichte und Drehbuch Die 1967 gestarteten Edgar-Wallace-Filme Die blaue Hand und Der Mönch mit der Peitsche erwiesen sich für Horst Wendlandts Rialto Film und den Verleih Constantin Film abermals als gutes Geschäft. Anfang 1967 sahen die laufenden Planungen vor, noch im Herbst des gleichen Jahres mit den Dreharbeiten für den Wallace-Film Der Engel des Schreckens zu beginnen. Der Film, der zugleich Rialtos 25. Wallace-Jubiläumsfilm werden sollte, hätte wie Das Geheimnis der weißen Nonne mit der Tochtergesellschaft Rialto Film Preben Philipsen Ltd. in London realisiert werden sollen. Der geplante englische Titel war Angel of Terror.
Gleichzeitig traf Rialto Film Vorbereitungen für weitere Edgar-Wallace-Filme. Im Mai 1967 erhielt Franz Seitz junior den Auftrag, unter seinem Pseudonym Georg Laforet das heute nicht mehr auffindbare Drehbuch mit dem Titel Der schwarze Hund von Blackwood Castle zu schreiben. Es folgte eine im Sommer 1967 fertiggestellte Überarbeitung durch Herbert Reinecker unter dessen Pseudonym Alex Berg. Der Hund von Blackwood Castle, wie der Film letztlich heißen sollte, basiert nur auf Motiven von Edgar Wallace. Er knüpft jedoch an den Sherlock-Holmes-Roman Der Hund von Baskerville (Originaltitel: The Hound of the Baskervilles) von Arthur Conan Doyle an. Als Kinostart für das Projekt war zunächst der 5. März 1968 vorgesehen.
Nachdem die britische Rialto Film bereits nach der Herstellung von Das Geheimnis der weißen Nonne die Produktion wieder einstellte, wurde die Realisierung des Films Der Engel des Schreckens auf unbestimmte Zeit verschoben. Daneben konnte Horst Wendlandt noch weitere Vorhaben wie den Abenteuerfilm Die große Treibjagd unter der Regie von Alfred Vohrer nicht realisieren. Das fertige Drehbuch zu dem Film Der Hund von Blackwood Castle veranlasste Wendlandt, mit dem Projekt eher als geplant zu beginnen. Da man den neuen Jubiläumsfilm nunmehr problemlos bis Januar 1968 fertigstellen konnte, eröffnete sich außerdem die Möglichkeit, eine feierliche Uraufführung im Rahmen des alljährlich Mitte Januar stattfindenden Mathäser-Filmballs zu veranstalten. Um das zu verwirklichen, musste der Film bis Ende 1967 vollendet sein.
Besetzung Eine erste Ankündigung nannte neben Regisseur Harald Reinl die Darsteller Heinz Drache, Karin Baal, Peter Pasetti, Siegfried Schürenberg, Horst Tappert, Ilse Pagé und Ralf Wolter. Reinl war im Herbst 1967 mit den Dreharbeiten und der Fertigstellung des Jerry-Cotton-Films Dynamit in grüner Seide beschäftigt. Er befasste sich parallel dazu bereits mit Der Hund von Blackwood Castle und stattete dem vorgesehenen Drehort Schloss Hastenbeck, das schon in Der unheimliche Mönch zu sehen war, einen Besuch ab. Nach der Vorverlegung der Dreharbeiten wurde das Projekt Der Hund von Blackwood Castle an den Regisseur Alfred Vohrer abgegeben, der mit seiner Assistentin Eva Ebner noch einige Änderungen am Drehbuch vornahm. So wurde die Schlussszene, die in Reineckers Drehbuch im Mausoleum spielt, vor das Schloss verlegt. Als Drehort wählte man nunmehr ausschließlich West-Berlin. Immerhin konnte die geplante Besetzung der Hauptrollen bis auf zwei Änderungen beibehalten werden. Peter Pasetti wurde durch Hans Söhnker ersetzt und Ralf Wolter durch Alexander Engel.
Heinz Drache, der in der Reihe erstmals einen Schurkenpart übernahm, beendete mit diesem Film seine Kinokarriere. Er widmete sich danach dem Theater und übernahm gelegentlich Fernsehrollen. Ebenfalls in einer Gaunerrolle wirkte erstmals Horst Tappert in einem Film der Serie mit. In den beiden Wallace-Filmen Der Gorilla von Soho (1968) und Der Mann mit dem Glasauge (1969) sollte er die Rolle des Ermittlers spielen. Bei diesem Film löst hingegen nicht, wie sonst üblich, ein Inspektor den Fall, sondern Scotland-Yard-Chef Sir John, gespielt von Siegfried Schürenberg.
Daneben verpflichtete man weitere in früheren Edgar-Wallace-Filmen eingesetzte Darsteller wie Agnes Windeck, Mady Rahl, Uta Levka, Tilo von Berlepsch, Harry Wüstenhagen, Kurd Pieritz, Arthur Binder, Rainer Brandt und Kurt Waitzmann. Der Schauspieler Otto Stern wirkte auch im nächsten Edgar-Wallace-Film Im Banne des Unheimlichen mit. Regisseur Alfred Vohrer und Eva Ebner sind in Komparsenrollen in der Szene vor dem Nachtclub zu sehen.
Produktion Die Dreharbeiten für den im Breitwandformat 1:1,66 produzierten Farbfilm (Eastmancolor) fanden von 16. Oktober bis 27. November 1967 in West-Berlin statt. Auf London-Aufnahmen wurde, zum dritten Mal in Folge, gänzlich verzichtet. In Der Hund von Blackwood Castle sind unter anderem folgende Drehorte zu sehen: Holzbrücke zum Beelitzer Jagdschirm auf der Pfaueninsel: Mord an Mr. Tucker Fregattenschuppen auf der Pfaueninsel: Beseitigung der Leiche von Mr. Tucker Schloss Pfaueninsel: Blackwood Castle, außen Spandauer Tor mit Nachbargebäude in Berlin-Kladow: Tor von Blackwood Castle Sandgrube im Jagen 86 im Grunewald: Sandgrube