Der Falsche Wasserfreund (Gymnocoronis spilanthoides) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gymnocoronis innerhalb der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Der Name kommt von seiner Ähnlichkeit zur Gattung der Wasserfreunde. Jedoch ist er nur bis zur Unterklasse der Asternähnlichen mit ihnen verwandt. Es handelt sich um eine sehr anspruchslose, robuste Sumpfpflanze, die eine Rolle in der Aquaristik spielt.

Beschreibung

mini|Blütenkorb, man sieht die langen, weißen und petaloiden Griffeläste mini|Laubblätter: Linkes Blatt ist unterhalb der Wasseroberfläche gewachsen und das rechte oberhalb Der Falsche Wasserfreund ist eine immergrüne krautige Pflanze, die Wuchshöhen von maximal 1,5 Metern erreicht. Die kantigen Stängel sind zwischen den Knoten hohl. Die Pflanze wächst zunächst einstängelig mit Wurzeln an allen tieferen Blätteransätzen im Wasser und kann sich später verzweigen.

Die gegenständigen Laubblätter sind in kurzen Blattstiel und -spreite gegliedert. Die dickledrige, kahle Blattspreite ist bei einer Länge von bis 18 Zentimetern eiförmig, -lanzettlich mit spitzem oberen Ende. Die Blattrand ist unregelmäßig gesägt bis fast ganzrandig. Die Blätter unter Wasser sind fast ganzrandig aber wellig.Gymnocoronis spilanthoides. In: EPPO Bulletin/Bulletin OEPP. Volume 47, Issue 3, 2017, S. 544–548, doi:10.1111/epp.12430.

In endständigen, kurzen, drüsig behaarten zymösen sind wenige Blütenkörbe enthalten. Es ist ein zweireihiger, drüsiger Hüllkelch vorhanden. Die mit einem Durchmesser von 1,2 bis 1,7 Zentimetern kleinen Blütenkörbchen enthalten nur viele weiße, zwittrige und duftende Röhrenblüten. Die drüsige Krone ist schmal-trichterförmig. Die keulenförmigen, papillösen Griffeläste sind petaloid, weiß gefärbt und stark verlängert.

Die Achänen sind rippig, drüsig und ohne Pappus.

Ökologie und Phänologie Temperaturen von 10 bis 35 Grad Celsius und viel bis wenig Licht sind die Ansprüche des Falschen Wasserfreund, daher ist er besonders in wärmeren Ländern ein potenzieller invasiver Neophyt. Er blüht in freier Wildbahn von Oktober bis Mai und bildet von November bis Juni Samen.

Vorkommen Ursprünglich kommt der Falsche Wasserfreund aus tropischen und subtropischen Sümpfen und Flüssen von Peru und Bolivien bis Brasilien und Argentinien. Durch seine Anspruchslosigkeit gedeiht er jedoch als invasiver Neophyt unter anderem in Australien und in China.CRC Weed Management: Senegal tea plant (Gymnocoronis spilanthoides). 2003 In: Alert List for Environmental Weeds: Weed Management Guide . Auch in Europa kann er im Gartenteich, wenn auch nur im Sommer, kultiviert werden.

Der Falsche Wasserfreund ist 2019 in die Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung für die Europäische Union aufgenommen worden.

Systematik Die Erstbeschreibung erfolgte 1836 unter dem Namen (Basionym) Alomia spilanthoides durch William Jackson Hooker und George Arnott Walker Arnott in Companion to the botanical magazine; being a journal, containing such interesting botanical information as does not come within the prescribed limits of the Magazine, Band 1, Seite 238. Hükker und Arnott übernahmen den Namen von David Don. Die Neukombination zu Gymnocoronis spilanthoides erfolgte 1838 durch Augustin Pyrame de Candolle in Prodromus Systematis Naturalis Regni Vegetabilis ..., Band 7, Teil 1, Seite 266.

Je nach Autor gibt es etwa zwei Varietäten: Gymnocoronis spilanthoides var. spilanthoides: Sie kommt im gesamten Verbreitungsgebiet der Art vor. Gymnocoronis spilanthoides var. subcordata : Sie kommt im südlichen Brasilien, im nordöstlichen Argentinien, in Paraguay und Uruguay vor.

Aquaristik In Süß- und Brackwasseraquarien von 10 bis 30 °C wird diese robuste Pflanzenart verwendet, da sie schnell wächst, und so viele schädliche Stoffe aus dem Wasser aufnimmt. Besonders zu empfehlen ist sie für neu eingerichtete und offene Becken.Falscher Wasserfreund Steckbrief bei Aqua4You.

Quellen Literatur Hans A. Baensch, Rüdiger Riehl: Aquarien Atlas. Band 1, 11. Auflage, Mergus Verlag, Melle 1997, ISBN 3-88244-101-1. Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. Ulmer Verlag, Stuttgart 1995; 2., überarbeitete und erweiterte Auflage 1999, ISBN 3-8001-7454-5, S. 290–292. Nicola M. G. Ardenghi, Giovanni Barcheri, Claudio Ballerini, Paolo Cauzzi, Filippo Guzzon: Gymnocoronis spilanthoides (Asteraceae, Eupatorieae), a new naturalized and potentially invasive aquatic alien in S Europe. In: Willdenowia Band 46, Nummer 2, 2016, S. 265–273, doi:10.3372/wi.46.46208.

Einzelnachweise

Weblinks

Gymnocoronis spilanthoides bei Tela botanica. Gymnocoronis spilanthoides bei CABI Digital Library. Gymnocoronis spilanthoides bei Global Invasive Species Database.

Kategorie:Eupatorieae (Tribus) Kategorie:Aquarienpflanze