Nikolai Wladimirowitsch Krogius (; * 22. Juli 1930 in Saratow; † 14. Juli 2022 in New York City) war ein sowjetischer, später russischer Schachmeister, -funktionär und -autor.

Biographie Nikolai Krogius erhielt von der FIDE 1963 den Titel Internationaler Meister und 1964 den Großmeistertitel verliehen.Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924–2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 75. Neben seinen schachlichen Aktivitäten absolvierte er ein Studium der Sportpsychologie. Im Jahre 1990 wurde er zum Ehrenmitglied der FIDE ernannt.Ehrenmitglieder der FIDE (englisch)

Krogius nahm zwischen 1958 und 1971 siebenmal an der sowjetischen Schachmeisterschaft teil, seine beste Platzierung war Platz 7.Schachkolumne: Nikolai Krogius, Berliner Zeitung vom 6./7. August 2022, S. 57.

Krogius gehörte zum Team von Boris Spasski bei den Weltmeisterschaften 1969 und 1972 (Match des Jahrhunderts). Außerdem war er als Schachfunktionär tätig, so als Leiter der Schachabteilung im Staatskomitee für Körperkultur und Sport und Vizepräsident des sowjetischen Schachverbandes.

Krogius war auch als Schachautor tätig, er veröffentlichte unter anderem ein Werk über Psychologie im Schach.

Krogius wurde bei der FIDE zuletzt als inaktiv geführt, da er seit 1997 keine gewertete Partie mehr gespielt hat. Seine höchste Elo-Zahl von 2575 erreichte er im Juli 1971. Vor Einführung der Elo-Zahlen lag Krogius höchste historische Elo-Zahl bei 2686 im September 1967.Nikolai Krogius' historische Elo-Zahlen bei chessmetrics.com (englisch)

Turnierresultate 1960 Warna: 1. Platz 1964 Sotschi: 1. Platz 1969 Warna: 1. Platz 1973 Sotschi: 3. Platz

Mit der sowjetischen Nationalmannschaft gewann Krogius die Mannschaftseuropameisterschaft 1965 in Hamburg, gleichzeitig erreichte er bei diesem Wettbewerb das beste Einzelergebnis am neunten Brett.Nikolai Krogius' Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)

Bei der Schachweltmeisterschaft der Senioren 1991 in Bad Wörishofen teilte er den 3.–6. Platz, 1993 in Bad Wildbad war er punktgleich mit Seniorenweltmeister Mark Taimanow, Buchuti Gurgenidse, Boris Archangelski und Anatoli Lein.

Weblinks

Elo-Historie bis 2001 auf olimpbase.org (englisch) Nachruf bei der russischen Schachföderation Einzelnachweise

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