Remedios Varo (* 16. Dezember 1908 in Anglès; † 8. Oktober 1963 in Mexiko-Stadt) war eine spanische surrealistische Malerin.

Leben

Varo studierte an der Academia de San Fernando in Madrid. 1930 heiratete sie Gerardo Lizarraga, einen Mitstudenten der Akademie, mit dem sie in Barcelona lebte. Dort lernte sie die Maler der Avantgarde kennen. Sie wurde Teil der vom Surrealismus beeinflussten Gruppe Grupo Logicofobista.Rebecca Herlemann: Remedios Varo (Kurzbiografie), in: Ingrid Pfeiffer (Hrsg.): Fantastische Frauen - Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo, Katalog zur Ausstellung in der Schirn Kunsthalle (Frankfurt), Hirner Verlag, München 2020, ISBN 978-3-7774-3413-1, S. 399

1935 trennte sie sich von Lizarraga und lernte kurz darauf den Schriftsteller Benjamin Péret kennen, der als Freiwilliger auf der Seite der Republik am Spanischen Bürgerkrieg teilnahm. Die beiden heirateten und gingen 1936 nach Paris. Dort kam sie mit den surrealistischen Malern der Gruppe um André Breton in Verbindung. Nach der Invasion der Nazis flohen die beiden zunächst nach Marseille und anschließend nach Mexiko.

Dort verkehrten sie wieder in intellektuellen und revolutionären Kreisen (u. a. Leonora Carrington, Wolfgang Paalen, Octavio Paz und Gunther Gerzso). Die Ehe mit Péret wurde 1947 geschieden. Varo ging für zwei Jahre nach Venezuela. Nach ihrer Rückkehr nach Mexiko-Stadt lernte sie Walter Gruen kennen, den sie bald darauf heiratete. Von da an widmete sie sich nur noch der Malerei. 1956 hatte sie eine erste Einzelausstellung.

Werk und Bedeutung

mini|Roulotte, Öl auf Leinwand, 1955 Ihr erster Einfluss war Salvador Dalí. Im Gegensatz zu ihm sind ihre Darstellungen von Träumen, Tagträumen und Symbolen total fantastisch, voller Witz und Mysterium. Ihre surrealen Traum-Gestalten stehen in jedem Gemälde hervor. Die Natur, die Alchemie, das Übernatürliche und die Frau als Quelle des Feingefühls sind ihre Hauptthemen. Sie benutzte hauptsächlich Ei-Tempera in altmeisterlicher Technik mit feiner Pinselführung auf selbstvorbereiteten Tafeln.

2001 wurden ihre Bilder von der mexikanischen Regierung offiziell zum „nationalen Kulturgut“ erklärt. Gruen stiftete 39 ihrer Werke dem "Museo de Arte Moderno" in Mexiko-Stadt als Dank dafür, dass die beiden in Mexiko eine zweite Heimat hatten finden können. Die Gemälde sind als Dauerausstellung im Saal "Xavier Villaurrutia" des Museums zu besichtigen. Ihre Nichte, Beatriz Varo Jiménez, erhob Anspruch auf sie, doch 2006 wurden sie endgültig der mexikanischen Regierung zugesprochen.

Urteile von Zeitgenossen Der Surrealist und Regisseur Luis Buñuel schrieb in seinen Memoiren, dass er Remedios Varo „ebenso bewundere wie Max Ernst“.Luis Buñuel: Mein letzter Seufzer, Berlin 2004, S. 158

Besondere Gemälde Premonición (Vorahnung), 1953 Paraiso de los Gatos (Paradies der Katzen), 1955 La Despedida (Der Abschied), 1958 Retrato del Dr. Chávez (Bildnis von Dr. Chávez), 1958 Creación de las Aves (Erschaffung der Vögel), 1958 El Relojero (Der Uhrmacher), 1958 Nacer de Nuevo (Wiedergeboren werden), 1960 Mujer Saliendo del Psicoanalista (Frau beim Verlassen des Psychoanalytikers), 1960 Hacia la Torre (Zum Turm), 1960 La Huída (Die Flucht), 1961 Taxi acuático (Wassertaxi), 1962 Vampiros Vegetarianos (Vegetarische Vampire), 1962

Weblinks

Weblinks zu Remedios Varo: Leben und Kunst (archive.org, März 2019) Biographie und Bilder (englisch) Varo und Benjamin Péret (fr., archive.org, Oktober 2009) Video (Diashow) mit Werken von Remedios Varo

Einzelnachweise

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