mini|Boeing B-52 und KC-135, Militärflugplatz Andersen Air Force Base der US-Luftstreitkräfte auf Guam, Pazifischer Ozean

Ein Militärflugplatz ist ein vom Militär genutzter Flugplatz. In Deutschland und Österreich werden Militärflugplätze der Luftstreitkräfte auch als Fliegerhorst bezeichnet; Militärflugplätze der deutschen Heeresflieger heißen auch Heeresflugplatz.

Aufbau mini|350px|Bitburg Air Base, Bitburg, Deutschland, 1988

Er verfügt neben den für einen Flugplatz üblichen Anlagen, wie Start- und Landebahnen, Rollwegen, Abstellflächen, Wartungs-, Navigations- und Kommunikationseinrichtungen häufig über Bunker zum Abstellen der Flugzeuge, die auch als HAS (Hardened Aircraft Shelter – gepanzerter Flugzeugunterstand) bezeichnet werden.

Neben dem Flugfeld und Kasernen umfasst er oftmals auch eine Flugschule, Werkstätten zur Instandsetzung und logistische Einrichtungen zum Betrieb.

Begriffsbestimmung Den Begriff Militärflugplatz selbst verwenden die den Platz verwaltenden Organisationen in der Regel nicht. Er ist im deutschsprachigen Raum eher ein Oberbegriff. Die deutsche Luftwaffe, die Deutsche Marine und die Luftstreitkräfte des Österreichischen Bundesheeres bezeichnen ihre Plätze als Fliegerhorst bzw. Marinefliegerhorste. Das deutsche Heer bezeichnet sie als Heeresflugplatz oder einfach als Flugplatz, genauso wie die Schweizer Luftwaffe in der deutschsprachigen Schweiz – in der französischsprachigen Schweiz heißen sie Base aérienne. Die US-Luftwaffe spricht in Deutschland bzw. allgemein außerhalb der USA von Air Base (AB) oder der kleineren Air Station, das US-Heer vom Army Airfield bzw. ebenfalls der kleineren Army Air Station. Diesen Begriff verwendet auch die in Nordwestdeutschland stationierte Britische Armee.

Es gibt auch Flugplätze, die sowohl militärisch als auch zivil genutzt werden.

Die Einteilung der Militärflugplätze der Luftwaffe der Wehrmacht war teilweise detaillierter: neben den voll ausgebauten Fliegerhorsten wurden bereits vor Beginn des Zweiten Weltkriegs sogenannte Einsatzhäfen angelegt, die eine abgespeckte Infrastruktur boten, aber für den Aufmarsch (genauer: zu dessen Tarnung und Entzerrung) genutzt werden sollten. Zudem gab es Scheinflugplätze, die die gegnerische Luftaufklärung sowie Bomber in die Irre führen sollten.

Militärflugplätze in Deutschland In der Liste der Fliegerhorste in Deutschland werden alle aktiven militärischen Flugplätze der Bundeswehr sowie der NATO-Verbündeten in Deutschland mit ihren technischen Eckdaten und den stationierten Verbänden aufgeführt.

Frühere Militärflugplätze in Deutschland Zivile Flughäfen oder -plätze mit übergeordneter Bedeutung Militärische Betreiber in der Folge der Nutzung aufgelistet. Die folgenden Kürzel werden verwendet:

AA: Französische Luftwaffe (Armée de l’air) AT: Französisches Heer (Armée de Terre) Bw-H: Heer (Bundeswehr) Bw-Lw: Luftwaffe (Bundeswehr) Bw-M: Deutsche Marine (Bundeswehr) GSSD: Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland kH: Deutsches Heer (Deutsches Kaiserreich) LSK: Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee der DDR Lw: Luftwaffe (Wehrmacht) RAF: Britische Royal Air Force RCAF: Royal Canadian Air Force USAF: United States Air Force WWS: Luftstreitkräfte der Sowjetunion (Военно-воздушные силы СССР)

+Ort, Name(n) des FlugplatzesErrichtungNutzerheutige NutzungAnmerkungenBarth; Divitz-Spoldershagen:

Fliegerhorst Barth1935Lw: 1935–1945 WWS: 1945Flughafen Barth („Ostseeflughafen Stralsund-Barth“)Seit 1957 wieder zivil in Betrieb.Braunschweig: Flughafen Braunschweig-Waggum1935Lw: 1939–1945Flughafen Braunschweig-WolfsburgUrsprünglich und seit 1945 zivil. Heute Sitz des Luftfahrt-Bundesamts. Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und RaumfahrtFrankfurt am Main:

Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main (Lw) Rhein-Main Air Base (USAF)1936Lw: 1939–1945 USAF: 1945–2005Teil des Flughafens FrankfurtUrsprünglich zivil. Hauptsächlich zivile Nutzung ab 1946. USAF-Stützpunkt in Mitnutzung auf südlichem Gelände, so bekannt als Gateway to EuropeFriedrichshafen; Meckenbeuren:

Flugplatz/Flughafen Friedrichshafen-Löwental (Lw) Base aérienne Tactique 136 (AA)1915 (f. Luftschiffe) 1928 (Flughafen)Lw: 1939 AA: 1946–1954

Bw-H: 1959–1966

AT: 1973–1992Flughafen Friedrichshafen („Bodensee-Airport“)Von der Luftwaffe der Wehrmacht nicht als Fliegerhorst genutzt, aber Produktionsstandort, zudem zwischenzeitliche Stationierung von Messerschmitt Bf 109.

Ab 1950 auch zivil genutzt.Heringsdorf; Garz (Usedom):

Garnison Swinemünde (kH) Fliegerhorst Garz (Lw), Flugplatz Garz (LSK)1911 (belegt)kH: 1911–unbekannt Lw: 1935–1945

GSSD: 1945–1990

LSK: 1960–1990Flughafen HeringsdorfUrsprünglich Exerzierplatz der Garnison Swinemünde. Ab 1919 bis 1935 ziviler Landflugplatz Swinemünde.

Ab 1962 wieder zivil mitbenutzt.Kirchberg-Lautzenhausen/Hahn (Hunsrück):

Hahn Air Base (USAF)1951AA:1951–1952 USAF: 1952–1993Flughafen Frankfurt-HahnSeit 1993 zivil genutzt.Lahr/Schwarzwald:

Base aérienne 139 (AA) RCAF Lahr (RCAF)1913kH: 1915–1918 AA: 1952–1967

RCAF: 1967–1994Verkehrslandeplatz und Sonderflughafen für Fracht „Flughafen Lahr“Ursprünglich als Flugplatz für Kriegsluftschiffe geplant Flughafen für den Europa-Park Rust

Ab 1989 auch zivil genutzt.Memmingen; Memmingerberg:

Fliegerhorst Memmingerberg (Lw,Bw-Lw)1936Lw: 1936–1945 (USAF: 1954–1959)

Bw-Lw: 1959–2004Flughafen Memmingen („Allgäu-Airport“)USAF: Nutzung als Trainingsgelände. Seit 2004 zivil genutzt.Rheinmünster-Söllingen:

RCAF Station Baden-Söllingen / CFB Baden–Soellingen (RCAF)1952RCAF: 1953–1993Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden („Baden-Airpark“)Ursprünglich für die französischen Luftstreitkräfte geplant. Seit 1997 zivil genutzt.Sylt-Westerland:

Fliegerhorst Sylt (Lw) RAF Sylt (RAF) Flughafen Sylt – mil. Teil (Bw-M)1918Lw: 1939–1945 RAF:1945–1961

Bw-M: 1961–2005Flughafen SyltUrsprünglich zivil Von 1961 bis 2005 Standort der Marinefliegerlehrgruppe.

Ab 1961 auch zivil genutztWeeze:

RAF Laarbruch (RAF)1954RAF: 1954–1999Flughafen Niederrhein („Airport Weeze“)Seit 2003 zivil genutzt.

Zivile Flugplätze mit geringerer Bedeutung Aufgelistet sind die ehemaligen Fliegerhorste der Wehrmacht, der Nationalen Volksarmee, der Bundeswehr und der sowjetischen Streitkräfte: Achmer (Lw, RAF), militärischer Flugbetrieb endete Ende der 1940er Jahre, heute Sonderlandeplatz Ahlhorn (Luftwaffe (Bundeswehr)), Standort des Metropolparks Hansalinie als Logistik-, Technologie- und Gewerbepark und als Sonderlandeplatz zugelassen. Allstedt (sowjetische Streitkräfte), militärischer Flugbetrieb endete 1991, heute Sonderlandeplatz Altenburg, Umwandlung in einen Verkehrsflughafen, inzwischen Verkehrslandeplatz Leipzig-Altenburg Babenhausen (Lw, USAF), militärischer Flugbetrieb endete 2006, danach Verkehrslandeplatz, später Sonderlandeplatz, 2019 geschlossen und aufgelöst. Bad Lippspringe (Paderborn) (Fliegertruppe, Lw), militärischer Flugbetrieb endete nach 1945, heute Sonderlandeplatz der Rhine Army Parachute Association Baden-Baden Oos (Luftschiffertruppe), heute Sonderlandeplatz Bamberg (Kgl. Bayerische Fliegertruppe, Luftwaffe, US Army), militärischer Flugbetrieb endete 2012, heute Sonderlandeplatz Bad Hersfeld (US Army), errichtet 1952/53, Militärischer Flugbetrieb endete in den 1990er Jahren, heute Sonderlandeplatz Bad Zwischenahn; nach dem Zweiten Weltkrieg rissen die Kanadier zwei der drei Landebahnen ab und nutzten die Anlage weiter. Später riss die Royal Air Force die letzte Landebahn ab und errichtete dort das RAF Hospital Rostrup (heute BWK-Rostrup). Auf dem privatisierten Gelände kann man anhand einer Schonung noch zwei der drei Landebahnen erkennen. Bitburg (USAF), militärischer Flugbetrieb endete in den 1990er Jahren, heute Verkehrslandeplatz Bindlach-Bindlacher Berg (Lw, U.S. Army), Kampfeinheiten 1939 abgezogen, danach Nutzung zur Ausbildung bis 1945. Bis 1992 Teil der US-Kaserne Christensen Barracks (Bayreuth AAF). Teilw. Überschneidung mit heutigem Verkehrslandeplatz Bayreuth. Bremgarten (Lw, Armée de l’air), militärischer Flugbetrieb endete in den 1990er Jahren, heute Sonderlandeplatz Brockzetel (Lw), militärischer Flugbetrieb auf dem Einsatzhafen endete Ende 1945, heute Segelfluggelände Celle-Arloh (Kaiserliche Marine, Luftwaffe), militärischer Flugbetrieb endete 1945, heute Verkehrslandeplatz Cottbus-Drewitz (NVA), militärischer Flugbetrieb endete in den 1990er Jahren; seit 2020 kein Flugverkehr mehr möglich. Detmold (RAF), militärischer Flugbetrieb endete in den 1990er Jahren, heute Sonderlandeplatz Erding (Lw), militärischer Flugbetrieb endete im September 2014, der Fliegerclub Erding kann mit ziviler Genehmigung den Platz nutzen. Falkenberg-Lönnewitz auch Alt-Lönnewitz (Luftwaffe, Rote Armee), militärischer Flugbetrieb endete 1993 Finow/Eberswalde (Lw, Rote Armee), militärischer Flugbetrieb endete 1993, heute Verkehrslandeplatz Finsterwalde (Lw, Rote Armee), militärischer Flugbetrieb endete 1993, heute Sonderlandeplatz und Gewerbegebiet Flensburg Heute Verkehrslandeplatz Freiburg im Breisgau (kgl.-prß. Fliegertruppe, Lw, Armée de l'Air), eröffnet 1913, heute Verkehrslandeplatz Giebelstadt (Lw, US Army), militärischer Flugbetrieb endete Mitte der 2000er Jahre, heute Verkehrslandeplatz Fliegerhorst Griesheim (preußische Armee, Lw, US Army) heute Sonderlandeplatz Großenhain (Sächs. Fliegertruppe, Lw, GSSD), militärischer Flugbetrieb endete in den 1990er Jahren, heute Verkehrslandeplatz Hildesheim (RAF), militärischer Flugbetrieb endete in den 1990er Jahren, heute Verkehrslandeplatz Hopsten (Luftwaffe), Umwandlung in ein Gewerbegebiet, teilweise renaturiert Hoya (Lw), militärischer Flugbetrieb auf dem Einsatzhafen endete Ende 1945, heute Segelfluggelände Husum-Schwesing (Lw), militärischer Flugbetrieb endete in den 1990er Jahren, heute Verkehrslandeplatz Itzehoe/Hungriger Wolf (Hohenaspe) (Heeresflieger), militärischer Flugbetrieb endete 2003, heute Verkehrslandeplatz Jüterbog Altes Lager (Fliegertruppe, Lw, GSSD), militärischer Flugbetrieb endete in den 1990er Jahren, heute Sonderlandeplatz Kaufbeuren (Allgäu) kein militärischer Flugbetrieb, Technisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe, Abt. Süd, Luftsportverein Kaufbeuren e. V. Kiel-Holtenau (Lw, Marineflieger) bis 2012, danach kein militärischer Flugbetrieb mehr Köthen (Rote Armee), nach Abriss der Hauptlande- bzw. -startbahn heute ein Sonderlandeplatz Langeoog (Lw), militärischer Flugbetrieb endete Ende 1945, der heutige Verkehrslandeplatz befindet sich etwa 1 km nordöstlich des ehemaligen Fliegerhorsts Alt-Lönnewitz (Lw, GSSD), militärischer Flugbetrieb endete in den 1990er Jahren, heute Sonderlandeplatz Lübeck-Blankensee (Luftwaffe (Wehrmacht), RAF, Luftwaffe (Bundeswehr)); seit 1955 zivile Nutzung parallel zur militärischen, letztere nach 1990 beendet, heute Verkehrsflughafen Lüneburg (Lw, RAF), militärischer Flugbetrieb endete Ende der 1940er Jahre, heute Sonderlandeplatz Mainz-Finthen (Lw, US Army), militärischer Flugbetrieb endete in den 1990er Jahren, heute Verkehrslandeplatz Marx (Lw), militärischer Flugbetrieb auf dem Einsatzhafen endete Ende 1945, heute Segelfluggelände Mengen (Lw, Armée de l’air), militärischer Flugbetrieb endete Ende der 1970er Jahre, heute Verkehrslandeplatz Mendig (Lw, Heeresflieger), militärischer Flugbetrieb endete 2004, heute Sonderlandeplatz mit Gewerbegebiet und Veranstaltungsort Merzbrück (Lw), USAAF, Belgische Streitkräfte in Deutschland, militärischer Flugbetrieb endete 1995, heute Verkehrslandeplatz Mühldorf (Lw), heute Sonderlandeplatz Neubrandenburg (Luftwaffe (Wehrmacht), NVA, Luftwaffe); Umwandlung in einen Verkehrsflughafen Neuhardenberg/Marxwalde (Lw, NVA, Lw), militärischer Flugbetrieb endete 1993, heute Sonderlandeplatz Neumünster (Lw), militärischer Flugbetrieb endete 1945, heute Verkehrslandeplatz Nordhorn-Klausheide (Lw), militärischer Flugbetrieb auf dem Einsatzhafen endete Ende 1945, heute Verkehrslandeplatz