mini|Rathaus

Nordstemmen ist eine Gemeinde im Westen des Landkreises Hildesheim, die sich im Bereich der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen in Südniedersachsen befindet und die am Fluss Leine liegt.

Geografie Lage Nordstemmen liegt westlich von Hildesheim am Südrand der Norddeutschen Tiefebene an den nordwestlichsten Ausläufern des Hildesheimer Walds etwa 1 km östlich der Einmündung der Haller in die Leine, die bei der Marienbergbrücke den Marienberg passiert, an dessen Südhang das Schloss Marienburg steht.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Nordstemmen gehören die folgenden Ortschaften (mit Einwohnerzahl); Gesamtbevölkerung am 30. September 2019: 11.965 Adensen (876) Barnten (962) Burgstemmen mit Burg Poppenburg (1066) Groß Escherde (626) Hallerburg (110) Heyersum (869) Klein Escherde (490) Mahlerten (599) Nordstemmen (Ortskern) (4730) Rössing (1637)

Nachbargemeinden

Geschichte Siehe Geschichte der einzelnen Ortschaften.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurden die zuvor selbständigen Gemeinden Adensen, Barnten, Burgstemmen, Groß Escherde, Hallerburg, Heyersum, Klein Escherde, Mahlerten und Rössing in die Gemeinde Nordstemmen eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1664 187 1812 445 1824 – 1 1848 570 2 1885 1.475 1910 1.530 1925 1.682 1933 1.828 Jahr Einwohner Quelle 1939 1.766 1950 3.222 1956 2.973 1970 3.507 3 1973 3.565 1975 12.926 4 1980 12.352 4 1985 12.028 4 Jahr Einwohner Quelle 1990 12.012 4 1995 12.536 4 2000 13.286 4 2005 13.107 4 2010 12.553 4 2015 12.143 4 2019 12.027 4 1 66 Feuerstellen 2 in 82 Häusern 3 laut Versionsgeschichte von Nordstemmen 4 jeweils zum 31. Dezember

Religion mini|Ev. St.-Johannis-Kirche mini|Kath. St.-Michael-Kirche mini|Neuapostolische Kirche Konfessionsstatistik Laut dem Zensus 2011 waren 57,7 % der Einwohner evangelisch, 15,5 % römisch-katholisch und 26,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Stadt Nordstemmen Religion, Zensus 2011 Die Einwohner von Nordstemmen gehörten Anfang Juli 2021 mit 48,8 % der evangelischen Kirche an. 14,1 % der Einwohner waren katholisch und 37,1 % konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an. Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist demnach im beobachteten Zeitraum gesunken.

Kirchen In der Gemeinde befinden sich folgende Kirchen:

Die evangelisch-lutherische St.-Johannis-Kirche Die evangelisch-lutherische St.-Johannis-Kirche in der Kirchbrink 3 stammt aus dem 19. Jahrhundert. Zur Kirchengemeinde gehört auch der Friedhof an der Kirche mit der Friedenskapelle, sowie eine Kindertagesstätte die seit 1954 am heutigen Standort besteht und seit dem mehrmals erweitert wurde (Bonhoeffer Straße 3).

Die katholische St.-Michael-Kirche Die katholische St.-Michael-Kirche (Berliner Straße 12), benannt nach dem Erzengel Michael, wurde von Josef Fehlig konzipiert und am 30. Januar 1971 durch Bischof Heinrich Maria Janssen geweiht. Sie war erforderlich geworden, weil sich die Anzahl der Katholiken in Nordstemmen und Umgebung seit 1945 stark erhöht hatte, und die etwas abgelegene Kirche St. Joseph auf Burg Poppenburg die Zahl der Gottesdienstbesucher nicht mehr fassen konnte. Seit dem 1. September 2010 gehörte die Kirche zur Pfarrgemeinde Heilig Geist in Sarstedt. Nachdem die Kirche sanierungsbedürftig geworden war und die Zahl der Gottesdienstbesucher erheblich zurückgegangen war, nahm Bischof Heiner Wilmer am 16. November 2024 die Profanierung der Kirche vor.

Die Neuapostolische Kirche Die Neuapostolische Kirche (Am Born 3) wurde am 21. November 1980 geweiht und 30. November 2011 wieder entwidmet,Gemeinde Nordstemmen (1960–2011). Neuapostolische Kirche Gemeinde Leinetal, abgerufen am 21. November 2024. das Gebäude diente bis 2014 weiter als neuapostolisches Gemeinde- bzw. Veranstaltungszentrum. Seit dem 4. Dezember 2011 gehört Nordstemmen zur neuapostolischen Gemeinde Leinetal mit Sitz in Gronau, die Gottesdienste fanden bis zum 29. September 2013 abwechselnd in Elze und Gronau und finden seit Oktober 2013 nur noch in Gronau (Hoher Escher 9) statt.

Politik Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Nordstemmen besteht aus 30 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die laufende Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026. Stimm- und sitzberechtigt im Rat ist außerdem der Bürgermeister.

Die letzte Kommunalwahl vom 12. September 2021 führte zu folgender Sitzverteilung:

Bürgermeisterin Hauptamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Nordstemmen ist Nicole Dombrowski (parteilos). Ihr Stellvertreter ist Marcus Tischbier (parteilos).

Ortsrat Der Ortsrat von Nordstemmen (Kernort) besteht aus 7 Ratsmitgliedern. Die letzte Kommunalwahl vom 12. September 2021 führte zu folgender Sitzverteilung:

Ortsbürgermeister Die Ortsbürgermeisterin von Nordstemmen (Kernort) ist Cornelia Ott (SPD). Ihr Stellvertreter ist Günter Netenjakob (Grüne).

Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Nordstemmen stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen in der Region Hannover erschaffen hat. Das Wappen wurde am 3. April 1939 durch den Oberpräsidenten der Provinz Hannover verliehen. Der Landrat aus Alfeld überreichte es am 6. Juli desselben Jahres.

Flagge Die Flagge der Gemeinde Nordstemmen zeigt die Farben gelb und rot in zwei gleich breiten Längsstreifen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke

Empfangsgebäude im Bahnhof Nordstemmen

mini|Das Empfangsgebäude im April 2007 mini|Die Architektur des Empfangsgebäudes – Blick auf die Mitte der östlichen Außenfassade mini|Schloss Marienburg

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs in Nordstemmen wurde 1853 bis 1854 von den beiden Architekten Conrad Wilhelm Hase und Julius Rasch in Backstein und Rundbogenstil als königlicher Empfangsbahnhof für das Schloss Marienburg gebaut. Es bildet mit dem Schloss Marienburg ein Ensemble. In den Jahren 1858 bis 1860 gestaltete Conrad Wilhelm Hase im Innern des Empfangsgebäudes den königlichen Warteraum und im Bahnhofsrestaurant ein Buffet für den Hofstaat. König Georg V. von Hannover verließ mit seinem Hofstaat in Nordstemmen den Zug, wenn er zur Marienburg reisen wollte. Der Kaiser fuhr ebenfalls über den Bahnhof Nordstemmen zur Marienburg.

Das Empfangsgebäude wird seit zahlreichen Jahren nicht genutzt und ist aufgrund seines baulichen Zustandes gesperrt. Der Erhaltungszustand des Gebäudes hat sich durch die Ausbreitung von Hausschwamm in Teilen der Holzkonstruktion sehr verschlechtert. Inzwischen droht ein Totalverlust des Gebäudes. Seit 2011 bemühte sich der Hildesheimer Bauunternehmer Dirk Bettels vergeblich, das von Conrad Wilhelm Hase erbaute Empfangsgebäude mit zugesagten öffentlichen Mitteln zu erwerben und originalgetreu zu sanieren. Im August 2013 zog sich Dirk Bettels aus dem Bauprojekt zurück, da es zu keinem Vertragsabschluss mit der Deutschen Bahn AG über den Kauf des Empfangsgebäudes gekommen war. Die begonnenen Bauarbeiten im Qualifizierungsprojekt für 25 Arbeitslose mussten am 30. August 2013 vor dem Abschluss ihrer Ausbildung eingestellt werden. Am selben Tag gab es im Rathaus Nordstemmen noch ein möglicherweise letztes Gespräch zwischen den Vertretern der Denkmalspflege, der Gemeinde Nordstemmen und der Deutschen Bahn. Das Treffen war erfolglos und endete ohne feste Vereinbarungen und ohne einen neuen Termin. (Stand: 5. Januar 2014.)

Schloss Marienburg auf dem Marienberg

Das Schloss Marienburg, das nordwestlich von Nordstemmen liegt und zur Stadt Pattensen gehört, wurde 1857 bis 1867 von den Architekten Conrad Wilhelm Hase, Ludwig Frühling und Edwin Oppler erbaut. Es war ein Geschenk des König Georg V. von Hannover an seine Gemahlin Königin Marie. Ein Teil des Schlosses ist restauriert, Verschiedenartige Führungen, die Turmbesteigung, Gastronomie und verschiedene Veranstaltungen werden im Sommerhalbjahr angeboten (Stand: 2012).

Marienberg

Das Schloss Marienburg befindet sich auf 135 m Höhe am Südwesthang des aus Sandstein der unteren Trias bestehenden Marienbergs, der den südöstlichen Teil des Schulenburger Bergs darstellt. Der Marienberg wird westlich vom Adenser Berg begrenzt und südöstlich von dem Fluss Leine und der Kreisstraße K 505 berührt. Die K 505 überquert die Leine auf der Marienbergbrücke. Von dem Schlossturm und von der Südseite des Schlossgebäudes aus hat man einen weiten Blick über das Leinetal. Die Nordhänge des Adenser Berges, des Schulenburger Berges und des Marienbergs gehören seit 1997 zu dem Landschaftsschutzgebiet Calenberger Leinetal.

Beim Bau von Schloss Marienburg wurde der Marienberg zum romantischen Schlosspark umgestaltet, und es wurden Fußwege angelegt, die zum Wandern auf dem Marienberg und dem benachbarten Adenser Berg einladen. Die mittelalterlichen Wallanlagen um die Marienburg und am ehemaligen Wartturm können begangen werden. Von den Wegen am Waldrand des Adenser Berges ergeben sich Ausblicke in das Hallertal und das Calenberger Land.

Rittergut Rössing Im Ortsteil Rössing befindet sich das Schloss Rössing mit dem Wohnsitz der Familie von Rössing. Das Wasserschloss wurde von Ludolph von Rössing auf der zerstörten Burg als doppelgeschossiges Fachwerkgebäude der Renaissance errichtet und 1589 vollendet.

Naturschutzgebiet „Leineaue zwischen Gronau und Burgstemmen“

Das Naturschutzgebiet Leineaue zwischen Gronau und Burgstemmen liegt zwischen Gronau (Leine) und Burgstemmen und stellt einen Ausschnitt des Mittellaufs der Leine mit ihrer Aue und Teilen der Hänge des Uthberges und des Großen Rammelsberges im Osten unter Schutz. Die periodisch überflutete Niederung wird geprägt vom mäandrierenden Flusslauf mit Altarmen und Flutmulden. Die Leine wird vielfach von Auwald­resten begleitet. Daneben sind Feuchtwiesen und staudenreiche Brachflächen zu finden. Die in das Naturschutzgebiet einbezogenen Hänge sind durch Wälder und Gebüsche sowie Reste von Magerrasen und Streuobstwiesen geprägt. Im Süden des Naturschutzgebietes liegt ein ehemaliges Tonabbaugebiet in der Leineniederung und stellt diese und aufgelassene Klärteiche unter Schutz. Das Gebiet wird von einem Nebeneinander von Teichen, Verlandungs- und Röhrichtzonen und anschließenden Feuchtwiesen geprägt. Es stellt ein bedeutendes Brut-, Rast- und Überwinterungsbiotop für Wasservögel dar.

Sport Im Ortsteil Nordstemmen gibt es ein Freibad, dort ist auch die DLRG-Ortsgruppe ansässig. Das Freibad der Gemeinde wird mit der Abwärme einer nahen Biogasanlage beheizt. Der größte Sportverein ist der MTV Nordstemmen. Außerdem gibt es den VfL Nordstemmen. Des Weiteren gibt es die Kleinkaliber-Schützen-Gesellschaft Nordstemmen (KKS Nordstemmen), welche in der 1. Bundesliga Luftgewehr des Deutschen Schützenbundes vertreten ist und damit den sportlich erfolgreichsten Verein der Gemeinde darstellt.

Vereine Der Kultur- und Heimatverein Nordstemmen strebt die Renovierung des Empfangsgebäudes des Nordstemmer Bahnhofs an. Zusätzlich bietet er kulturelle Veranstaltungen an. Das Blasorchester Nordstemmen von 1883 e. V. ist ein wichtiger Kulturträger in Nordstemmen. Es wurde 1883 als Feuerwehrkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Nordstemmen gegründet. Seit 1993 ist das Blasorchester als eingetragener Verein rechtlich selbständig.

Kinderbuchpreis: Nordstemmer Zuckerrübe