Erhard Schlund OFM (* 25. Juli 1888 in Siegenburg, Niederbayern; † 1. Dezember 1953 in München) war ein deutscher Ordensgeistlicher, Religionswissenschaftler und Philosoph.
Leben Nach seinem Abitur im Jahr 1907 in Bamberg trat Erhard Schlund der Ordensgemeinschaft der Franziskaner (OFM) bei. Nach seinem Theologie-Studium wurde er im Jahr 1912 zum Priester geweiht. Während seines Promotionsstudiums wurde er am 15. Januar 1919 Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Vindelicia München im CV.Gesamtverzeichnis des C.V. 1925, S. 486. Er war auch Mitglied der katholischen Studentenverbindungen K.D.St.V. Vandalia Prag im CV, K.D.St.V. Fredericia Bamberg im CV,Christoph Wojaczek: 100 Jahre Katholische Deutsche Studentenverbindung Fredericia zu Bamberg (1913–2013). Eine Chronik der Jahre 1913–1945. Bamberg 2013, S. 125. K.D.St.V. Trifels München (Stifter) im CVDie Ehrenmitglieder, Alten Herren und Studierenden des CV, des Cartell-Verbandes der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen, Wien/Straßburg 1924, S. 403. KÖHV Rheno-Juvavia Salzburg im ÖCV und KDStV Ostmark Nürnberg im CV. 1921 wurde er in München mit einer Arbeit über Die philosophischen Probleme des Kommunismus, vornehmlich bei Kant zum Dr. phil. promoviert. Er war später Professor an der theologischen Hochschule der Franziskaner in München. Von 1921 bis 1933 war er CV-Seelsorger und von 1928 bis 1940 Vorsitzender und Herausgeber des Consilium a Vigilantia.
Wirken Schlund setzte sich insbesondere mit dem Katholizismus und dem Nationalsozialismus auseinander. Er führte 1923 in seinem wichtigsten Werk Neugermanisches Heidentum im heutigen Deutschland den Nachweis in seinem Aufsatz Der Münchner Nationalsozialismus und die Religion,
Maßgeblich durch Schlunds Einfluss übernahm der Cartellverband bei seiner 61. Cartellversammlung im August 1932 in München die vom deutschen Episkopat verkündete Unvereinbarkeit von NSDAP-Mitgliedschaft und katholischem Glauben.Siegfried Schieweck-Mauk: "Durchhalten, so lange es geht!". Ein katholischer Studentenverband im Dritten Reich: der "CV". In: GDS-Archiv für Hochschul- und Studentengeschichte Band 4, 1998, ISBN 3-89498-059-1, S. 54.
Schriften Der Bolschewismus: sein Begriff, seine Geschichte, seine Ziele, seine Wirkungen, seine Aussichten. Jos. C. Huber, Dießen am Ammersee 1919. Die philosophischen Probleme des Kommunismus. Vornehmlich bei Kant. 1922. Neugermanisches Heidentum im heutigen Deutschland. Verlag Dr. Pfeiffer, München 1923. zusammen mit Polykarp Schmoll: Der moderne Mensch und seine religiösen Probleme. Fünf Vorträge. Matthias-Grünewald-Verlag. Mainz 1924. Handbuch für das franziskanische Deutschland, Pfeiffer, München 1926. Die Religion im Weltkrieg. 1931. Antonius von Padua. Festgabe zum 700. Todestag. Gsur & Co., Wien 1931. Theologische Gegenwartsfragen. Regensburg 1940. Grundrisse der Religionswissenschaft. 1948.
Literatur Gesellschaft für Studentengeschichte und studentisches Brauchtum e.V. (Hrsg.): CV-Handbuch. 3., erweiterte Auflage. Regensburg 2000, ISBN 3-922485-11-1, S. 582. Michael Fellner: Pater Erhard Schlund OFM (1888–1953) und seine Auseinandersetzung mit der völkischen Bewegung und dem Nationalsozialismus. In: GDS-Archiv für Hochschul- und Studentengeschichte. Band 5. Köln 2001, S. 65–125 (mit ausführlichem Werkverzeichnis Schlunds).
Weblinks
Biografie von Erhard Schlund (cz)
Einzelnachweise
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