mini|hochkant|Nahaufnahme der Geißelsäule in der Kirche Santa Prassede in Rom mini|hochkant|Geißelsäule aus einem Eichenstamm von 1515 in der Schloßkirche Chemnitz mini|hochkant|Christus an der Geißelsäule, 1438, in der Franziskanerkirche in Freiburg, Schweiz
Die Geißelsäule, auch Passionssäule, Martersäule ist eines der Leidenswerkzeuge der Passion Christi.
Geschichte Die Geißelung Jesu ist in den Evangelien erwähnt (Johannes 19,1; Markus 15,15; Matthäus 27,26), nicht jedoch eine Säule. Im 4. Jahrhundert finden sich erste Beschreibungen der Geißelsäule im 333/334 verfassten Itinerarium eines Pilgers aus Bordeaux. Auch im Reisebericht der Egeria im späten 4. Jahrhundert wird die Geißelsäule erwähnt. Die erste Quelle beschreibt den Standort in Jerusalem im Haus des Kaiphas, die zweite in der Zionskirche.
Darstellung des gegeißelten Christus (Christus an der Geißelsäule, auch „Christus an der Säule“) fand im 10. Jahrhundert Eingang in die christliche Ikonographie. Gezeigt wird Christus in der Nacht vor der Kreuzigung gefesselt und an die Geißelsäule gebunden, vielfach von Soldaten mit Geißeln und Ruten geschlagen, damit er am Morgen vor Pilatus in geschwächtem Zustand erscheine. Passionssäulen entstanden Ende des 15. Jh. und vereinigen thematisch Passionssymbole im Zusammenhang mit dem Leiden Christi. Dargestellt werden die Leidenswerkzeuge (arma Christi, „Waffen Christi“) und menschliche Gestalten (z. B. die Soldaten, die Jesus gefangen nahmen). Auf der Säule ist oft ein Hahn dargestellt, der an die Verleugnung Christi durch Petrus erinnern soll.
Um 1300 findet sich folgende Betrachtung der Passion Christi:
Objekte In der Grabeskirche in Jerusalem werden zwei Fragmente gezeigt, die zur Geißelsäule gehören sollen. Eines befindet sich im durch die Franziskaner verwalteten Teil der Kirche, ein anderes im Bereich, der durch die griechisch-orthodoxe Kirche verwaltet wird. Darüber hinaus befindet sich ein Säulenfragment in der Georgskathedrale in Istanbul, welches die Tradition mit der Geißelung Christi in Verbindung bringt.
Während es sich bei den vorgenannten Objekten um Fragmente größerer Steinsäulen handelt, ist die Geißelsäule in Santa Prassede in Rom von deutlich anderer Form. Das aus auffälligem schwarz-weiß gesprengeltem Gestein bestehende Stück zieht in der Mitte deutlich ein. Es ist auch nicht besonders groß, was in einigen künstlerischen Darstellungen einer ungefähr hüfthohen Geißelsäule auch klar erkennbar ist (vgl. Galerie). Zur Säule aus Santa Prassede existieren archäologische Vergleichsstücke, die als Möbelteile, konkret als Stützen bzw. Beine von Tischen oder Becken bestimmt werden könnenWissenschaftsblog des archäologischen Freilichtmuseums Oerlingshausen v. Raymund Gottschalk .
Siehe auch Karwoche Ecce homo Geißelungskapelle in Jerusalem
Literatur Geißelsäule. In: Lexikon der christlichen Ikonographie. Freiburg 1970, Band II, S. 126. Swantje Volkmann: Geißelsäule. In: RDK Labor. (2015) Hans Martin von Erffa: Christus im Kerker. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Band 3. 1953, Sp. 687–692.
Weblinks
Passionssäule in Ahaus-Wessum (Kirchensite – Bistum Münster / Wessum) Die Marter- und Passionssäule in Billerbeck (Kirchensite – Bistum Münster / Billerbeck) Jesus an der Geißelsäule in Münster (Kirchensite – Bistum Münster / Münster)
Einzelnachweise
Kategorie:Passion (Bildende Kunst) Kategorie:Peitschen Kategorie:Säule