Besatz nennt man unerwünschte Bestandteile einer Getreidepartie. Je nach Getreideart (Weizen, Gerste, Mais etc.) und Verwendungszweck (Saatgetreide, Brotgetreide, Futtergetreide) variieren Definition und zulässiger Anteil des Besatzes.
Besatz muss vor der Einlagerung bzw. Vermahlung entfernt werden, weil er: gesundheitsschädlich oder sogar giftig ist (z. B. Mutterkorn, Unkrautsamen wie beispielsweise Osterluzei, Schierling) den Mineralstoffgehalt erhöht (z. B. Erdklumpen, Unkrautsamen) den Feuchtigkeitsgehalt erhöht (z. B. Unkrautsamen) Farbveränderungen in Mehl und Gebäck bewirkt (z. B. Kornrade) Maschinen oder Anlagen schädigt (z. B. Steine, Metallteile) ekelerregend ist (z. B. tierischer Befall, Kot) unnötig Lagerraum beansprucht
Der Gehalt an Besatz (in %) wird durch eine Besatzanalyse festgestellt. Man unterscheidet Kornbesatz, Schwarzbesatz (auch „Fremdbesatz“ genannt) und tierischen Befall.
Zum Kornbesatz zählen Schmachtkorn (auch „Kümmerkorn“ genannte, nicht voll ausgebildete Körner < 2 mm Dicke) Bruchkorn (beschädigtes Korn mit freiliegendem Mehlkern) Körner mit Auswuchs Fremdgetreide (Samen von anderen Getreidekulturen) Schädlingsfraß (Körner, die Fraßstellen von Nagern oder Einstichstellen von Insekten aufweisen) Körner mit Keimverfärbungen und durch Trocknung überhitzte Körner.
Als Schwarzbesatz gelten verdorbene Körner Unkrautsamen (giftig/ungiftig) Mutterkorn Brandbutten Verunreinigungen (Staub, Steine, Metallteile, Stroh) und Spelzen
Tierischer Befall Insekten Insektenteile
Literatur Meinolf Georg Lindhauer, Klaus Lösche und Thomas Miedaner (Hrsg.): Warenkunde Getreide – Inhaltsstoffe, Analytik, Reinigung, Trocknung, Lagerung, Vermarktung, Verarbeitung, Agrimedia, 7. Auflage, Clenze 2017, ISBN 978-3-86263-003-5 Wolfgang Frenzel, Jutta Krüger, Petra Schwarz: Besatz in Getreide – Vorkommen/Entstehung, Kennzeichen, Bestimmung, Zuordnung, Vermeidung, Verringerung, Agrimedia, 2. Auflage, Clenze 2022, ISBN 978-3860373293 (derzeit nicht lieferbar)
Einzelnachweise
Kategorie:Getreideverarbeitung Kategorie:Lebensmittelhygiene