Der TuS Celle FC ist ein Fußballverein in Celle. Der Verein geht auf den am 23. August 1945 gegründeten TuS Celle zurück. Die Fußballabteilung wurde 1992 unter dem heutigen Namen selbständig. Die Vereinsfarben sind Blau und Gelb. Heimspielstätte des Vereins ist das Günther-Volker-Stadion mit einer Kapazität von 11.000 Plätzen.

Die erste Männermannschaft spielt nach dem Abstieg im Jahre 2018 in der achtklassigen Kreisliga Celle. Zwischen 1968 und 1973 trat der Verein in der seinerzeit zweitklassigen und von 1994 bis 2000 in der seinerzeit drittklassigen Regionalliga Nord an. In den Jahren 1981 und 1990 gewann die Mannschaft die Niedersächsische Meisterschaft und konnte 1981 auch den Niedersachsenpokal gewinnen. Dreimal qualifizierten sich die Celler für den DFB-Pokal.

Geschichte Fußball in Celle vor 1945

Die sportlichen Wurzeln des heutigen TuS Celle FC reichen zurück bis ins Jahr 1921, als die Vereine SV Niedersachsen Celle und Celler Sportclub gegründet wurden. Beide Vereine hatten ihren Rückhalt im lokalen Proletariat, während das damalige sportliche Aushängeschild der Stadt, der SV Eintracht Celle eher bürgerlich-elitäre Wurzeln hatte. Im Jahre 1924 fusionierten der SV Niedersachsen und der Celler SC zur Spielvereinigung 1921 Celle. Die im Volksmund „21er“ genannte Mannschaft spielte sich schnell in höhere Spielklassen und konnte 1933 erstmals den SV Eintracht hinter sich lassen.

Noch ältere Wurzeln wies die Freie Turnerschaft Celle auf, die bereits im Jahre 1899 gegründet wurde. Dieser Arbeitersportverein wurde im Jahre 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verboten. In die Gauliga Niedersachsen, die ab 1933 eine der höchsten Spielklassen im deutschen Fußball bildete, schaffte es keiner der Stammvereine. Dies gelang dem WSV Nebeltruppe Celle, einem Verein der Wehrmacht. Die Mannschaft schaffte 1942 den Aufstieg in die Gauliga Südhannover-Braunschweig und wurde ein Jahr später nach einer Umstrukturierung Meister der Gauliga Osthannover. Bei der Deutschen Meisterschaft schied die Militärmannschaft in der Qualifikation gegen den späteren Vizemeister LSV Hamburg aus.

Nachkriegszeit (1945 bis 1964) Saisondaten 1947–1964 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1947/48 Landesliga Hannover II 3. 53:34 27:17 1948/49 Landesliga Hannover II 2. 72:32 29:11 1949/50 AOL Niedersachsen-Ost II 6. 84:64 38:30 1950/51 AOL Niedersachsen-Ost II 6. 113:62 41:27 1951/52 AOL Niedersachsen-Ost II 2. 100:65 50:26 1952/53 AOL Niedersachsen-Ost II 5. 81:60 35:29 1953/54 AOL Niedersachsen-Ost II 10. 46:50 26:34 1954/55 AOL Niedersachsen-Ost II 6. 47:56 32:28 1955/56 AOL Niedersachsen-Ost II 10. 55:59 27:33 1956/57 AOL Niedersachsen-Ost II 12. 54:65 23:37 1957/58 AOL Niedersachsen-Ost II 7. 63:61 31:29 1958/59 AOL Niedersachsen-Ost II 10. 51:56 26:34 1959/60 AOL Niedersachsen-Ost II 6. 49:63 32:32 1960/61 AOL Niedersachsen-Ost II 15. 51:63 27:37 1961/62 AOL Niedersachsen-Ost II 12. 47:63 27:33 1962/63 AOL Niedersachsen-West II 3. 67:48 40:20 1963/64 AOL Niedersachsen-West II 7. 48:41 28:28 AOL = Amateuroberliga Am 17. Oktober 1945 gründeten Mitglieder der Spielvereinigung und ehemalige Mitglieder der Freien Turnerschaft die Turn- und Spielvereinigung Celle. Entgegen der Deutschen Grammatik wurde der Verein von den Einheimische als „der TuS“ bezeichnet, obwohl „die TuS“ richtig wäre. Auf dem ehemaligen Sportplatz der Freien Turnerschaft am Neustädter Holz, wo heute das Stadion steht, fand die TuS ihre neue Heimat. In den frühen Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges profitierte der Verein von den rund 25.000 Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches. Außerdem konnte die TuS einige Spieler der Nebeltruppe für sich gewinnen.

Im Jahre 1946 mussten die Celler Qualifikationsspiele zur neu geschaffenen Oberliga Niedersachsen-Süd austragen, scheiterten dort jedoch am ATSV Nienburg und dem Hannoverschen SC. Ein Jahr später gehörte die TuS zu den Gründungsmitgliedern der Landesliga Hannover. Dort wurden die Celler 1949 Vizemeister hinter dem SV Linden 07. Höhepunkt der Saison war das Gastspiel von Hannover 96, wo 4000 Zuschauer einen 2:0-Sieg für Celle sahen. Am Saisonende wurde die TuS in die neu geschaffene Amateuroberliga Niedersachsen-Ost aufgenommen. Dort sorgte die Mannschaft für Furore und übernahm im Oktober 1949 zeitweilig die Tabellenführung. Ein Jahr später waren die Celler mit 113 Toren die torhungrigste Mannschaft der Liga und wurde unter Trainer Otto Schade Vizemeister hinter dem VfL Wolfsburg.

Gegen den Vizemeister der Weststaffel Eintracht Nordhorn mussten die Celler Entscheidungsspiele um die Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft bestreiten. Nach einem 2:2 in Nordhorn verloren die Celler im Rückspiel auf eigenem Platz mit 2:5.Grüne (1996), Seite 325 In den folgenden Jahren kam es zu einem Einbruch. Zunächst beendete Torjäger Günter Meyer seine Karriere, ehe die TuS 1953 einige Leistungsträger an den VfL Wolfsburg verloren. Als Folge pendelte die Mannschaft zwischen Mittelfeld und Abstiegskampf. Mit verstärkter Jugendarbeit sorgten die Celler 1957 im norddeutschen Pokal für Furore. Nach Siegen über die Erstligisten VfL Wolfsburg und Heider SV sorgte der Hamburger SV im Halbfinale für das Aus.Werner Skrentny, Jens Reimer Prüß: Mit der Raute im Herzen. Die große Geschichte des Hamburger SV. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2008, ISBN 978-3-89533-620-1, S. 176. In der von Klemens Heyduck trainierten Mannschaft standen fünf Achtzehnjährige.

Mangelnde Konstanz in den Leistungen sorgten dafür, dass die Mannschaft sportlich nicht vorankam. Erst ab 1962 verbesserte sich die Situation, nachdem die TuS von der Ost- in die Weststaffel eingeteilt wurde. Obwohl die damit verbundenen knapp 5300 Reisekilometer zu Auswärtsspielen eine hohe Belastung darstellten, erreichte die Mannschaft den dritten Platz. Da der Vizemeister, die Amateure des VfL Osnabrück, nicht an der Aufstiegsrunde zur Oberliga teilnehmen durften, spielten die Celler gegen Leu Braunschweig um einen Platz in der Aufstiegsrunde. Hier setzten sich die Braunschweiger durch. Ein Jahr später qualifizierte sich die TuS für die eingleisige Landesliga Niedersachsen.

Zwischen Regionalliga und niedersächsischem Oberhaus (1964 bis 1985) Saisondaten 1964 – 1985 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1964/65 LL Niedersachsen III 2. 74:49 45:23 1965/66 LL Niedersachsen III 6. 66:53 39:29 1966/67 LL Niedersachsen III 9. 55:47 30:30 1967/68 LL Niedersachsen III 4. 48:38 36:24 1968/69 Regionalliga Nord II 15. 48:71 20:44 1969/70 Regionalliga Nord II 11. 39:61 26:38 1970/71 Regionalliga Nord II 10. 52:55 33:35 1971/72 Regionalliga Nord II 10. 52:64 31:37 1972/73 Regionalliga Nord II 17. 40:70 22:46 1973/74 LL Niedersachsen III 5. 61:39 35:25 1974/75 LL Niedersachsen IV 8. 69:58 29:31 1975/76 LL Niedersachsen IV 5. 66:47 37:23 1976/77 LL Niedersachsen IV 6. 61:48 34:26 1977/78 LL Niedersachsen IV 12. 47:52 26:34 1978/79 LL Niedersachsen IV 12. 44:47 26:34 1979/80 VL Niedersachsen IV 3. 57:39 36:24 1980/81 VL Niedersachsen IV 1. 64:28 43:17 1981/82 VL Niedersachsen IV 11. 54:64 31:33 1982/83 VL Niedersachsen IV 4. 57:46 37:23 1983/84 VL Niedersachsen IV 9. 57:54 27:33 1984/85 VL Niedersachsen IV 17. 49:76 24:44 LL = Landesliga, VL = Verbandsliga Die TuS startete erfolgreich in die Landesligasaison 1964/65 und errang hinter den Amateuren von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig den dritten Platz. In der folgenden Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord mussten die Celler ihre Aufstiegshoffnungen nach Auftaktniederlagen beim TSR Olympia Wilhelmshaven und gegen den TSV Uetersen begraben. Drei Jahre später war die Mannschaft erfolgreicher. Als Tabellenvierter der Saison 1967/68 erreichte die TuS nur deshalb die Aufstiegsrunde zur Regionalliga, weil die drittplatzierten Amateure des SV Arminia Hannover nicht aufstiegsberechtigt waren. In der Aufstiegsrunde lieferten sich die Celler ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem SV Friedrichsort, die am vorletzten Spieltag mit 6:0 besiegt wurden. Am letzten Spieltag machten die Celler den Aufstieg mit einem 6:3-Sieg beim SV St. Georg perfekt.

In der Regionalliga tat sich die Mannschaft zunächst schwer und kämpfte gegen den Abstieg. Der Klassenerhalt in der Saison 1968/69 wurde erst am letzten Spieltag erreicht. Zwar verlor die TuS das Spiel gegen den VfB Lübeck vor 10.973 Zuschauern mit 1:2, profitierte jedoch vom 2:1-Sieg von Holstein Kiel beim SC Sperber Hamburg. Nur durch den besseren Torquotienten gegenüber dem Mitaufsteiger Heider SV sicherten sich die Celler den Klassenerhalt. Auch ein Jahr später mussten die Celler, die im Saisonverlauf 14 Spiele ohne Sieg blieben, lange um den Klassenerhalt zittern. Erst nachdem Hannes Baldauf 1970 das Traineramt übernommen hatte, konnte sich die TuS im Mittelfeld der Regionalliga etablieren. Als Baldauf den Verein 1972 wieder verließ, geriet die TuS in eine Krise. Der neue Trainer Emil Izsó verkrachte sich mit der Mannschaft, die eine vereinsinterne Revolution auslösten. Am Ende der Saison 1972/73 stiegen die Celler als Vorletzter ab.

Ein Jahr später verpasste die Mannschaft als Fünfter die neu geschaffene Oberliga Nord. In den restlichen 1970er Jahren spielte die Mannschaft im Mittelfeld der Landesliga Niedersachsen, der seinerzeit höchsten Amateurliga des Bundeslandes. Im Jahre 1976 wurde die Aufstiegsrunde als Fünfter nur knapp verpasst, ehe zwei Jahre später nur knapp der Klassenerhalt geschafft wurde. Die Celler hatten nur zwei Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Ende der 1970er Jahre stieg ein Westerceller Mineralölbetrieb als Sponsor ein. Schon in der Saison 1979/80 erreichte die TuS als Dritter die Aufstiegsrunde, in der die Mannschaft Letzter wurde.

Im Jahre 1981 sicherten sich die Celler die Meisterschaft in der nunmehr Verbandsliga genannten Liga. Zwar wurde der Klassensprung als Dritter der Aufstiegsrunde verpasst. Dennoch spielte die Mannschaft eine entscheidende Rolle in der Aufstiegsfrage. Am letzten Spieltag gewannen die Celler gegen den SC Urania Hamburg mit 8:5 und leistete dem TSV Havelse damit Schützenhilfe zum Aufstieg. Zur nächsten Spielzeit 1981/82 verpflichtete der Vereine zahlreiche hochkarätige Neuzugänge, landete mit der zerstrittenen Mannschaft jedoch nur auf Platz elf. Als Folge musste der Verein in den nächsten Jahren sparen und rutschte sportlich ab. Am Ende der Saison 1984/85 stieg die TuS Celle als Vorletzter in die Landesliga Ost ab und war erstmals nur noch fünftklassig.

Aus der Provinz in die Regionalliga (1985 bis 2000) Saisondaten 1985 – 2000 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1985/86 Landesliga Nds.-Ost V 5. 57:46 37:27 1986/87 Landesliga Nds.-Ost V 7. 58:55 33:27 1987/88 Landesliga Nds.-Ost V 2. 66:29 47:17 1988/89 Landesliga Nds.-Ost V 1. 90:26 52:8 1989/90 VL Niedersachsen IV 1. 70:35 43:17 1990/91 Oberliga Nord III 7. 59:61 34:34 1991/92 Oberliga Nord III 5. 69:42 38:26 1992/93 Oberliga Nord III 7. 42:38 30:30 1993/94 Oberliga Nord III 12. 33:44 27:33 1994/95 Regionalliga Nord III 13. 39:50 32:36 1995/96 Regionalliga Nord III 3. 63:40 59 1996/97 Regionalliga Nord III 6. 57:57 53 1997/98 Regionalliga Nord III 12. 50:68 39 1998/99 Regionalliga Nord III 6. 59:54 51 1999/00 Regionalliga Nord III 14. 39:65 35 VL = Verbandsliga; Nds. = Niedersachsen