Erster in der Saison 1991/92 der deutschen Bundesliga und somit Deutscher Meister der Männer wurde der VfB Stuttgart.
Die Saison ist bis heute diejenige Bundesliga-Saison mit den meisten Mannschaften und den meisten Spielen. Die Liga war zuvor von 18 auf 20 Mannschaften aufgestockt worden, da infolge der Deutschen Wiedervereinigung der Tabellenerste und -zweite aus der DDR-Oberliga, Hansa Rostock und Dynamo Dresden, eingegliedert worden waren. Am Ende mussten vier Mannschaften absteigen, um eine Reduzierung auf 18 Mannschaften in der folgenden Saison zu erreichen.
Tabellenführer Tabellenletzter
Saisonüberblick
Meisterschaft und internationale Plätze Die Bundesliga erlebte einen ihrer spannendsten Titelkämpfe überhaupt. Die meiste Zeit der Saison standen Eintracht Frankfurt oder Borussia Dortmund an der Tabellenspitze. Zum Saisonabschluss entwickelte sich ein Dreikampf zwischen Frankfurt, Dortmund und dem VfB Stuttgart. Vor dem letzten Spieltag waren die drei Mannschaften punktgleich (jeweils 50:24 Punkte), der 1. FC Kaiserslautern als Tabellenvierter lag sechs Punkte zurück. Tabellenführer Frankfurt hatte einen kaum einholbaren Torvorsprung auf Stuttgart (+36 gegenüber +29) und hätte demnach mit einem Sieg bei Hansa Rostock den ersten Platz verteidigt. Dortmund (zu Gast beim MSV Duisburg) hatte die schlechteste Tordifferenz (+18) und hätte wohl nur bei Punktverlusten beider Konkurrenten Meister werden können.
Dortmund ging in der 9. Minute in Führung und schien lange die Überraschung perfekt machen zu können, da die Stuttgarter (in Leverkusen) und die Frankfurter (in Rostock) jeweils zunächst in Rückstand gerieten und bis wenige Minuten vor Schluss nicht über ein 1:1 hinauskamen. Die letzten Spielminuten wurden mit dieser Ausgangslage, in der für jede Mannschaft die Meisterschaft noch in Reichweite war, zum wohl ereignisreichsten Saisonfinale der Bundesliga-Geschichte. Rund zehn Minuten vor Spielende wurde zunächst Lothar Sippels vermeintlicher Treffer zur Frankfurter Meisterschaft wegen Abseits zurückgepfiffen, während in Leverkusen Stuttgarts Matthias Sammer wegen Meckerns des Platzes verwiesen wurde. Kurz darauf trafen sowohl Manfred Kastl für den VfB als auch Edgar Schmitt für Frankfurt jeweils nur den Pfosten. In der 86. Spielminute erzielte Guido Buchwald nach einer Flanke von links von Ludwig Kögl dann trotz Unterzahl seiner Mannschaft das 2:1 für den VfB, der damit die Tabellenführung übernahm. Frankfurt wurde danach zunächst noch ein berechtigter Elfmeter verweigert, woraufhin es in der 89. Minute den 1:2-Gegentreffer kassierte. Damit war die Meisterschaft entschieden: Der VfB Stuttgart war Deutscher Fußballmeister 1991/92.
Offen war auch der Kampf um die UEFA-Cup-Plätze. Die Leverkusener Niederlage gegen den VfB Stuttgart sorgte aber dafür, dass dem 1. FC Kaiserslautern eine Niederlage und dem 1. FC Köln ein Remis für den Einzug in den internationalen Wettbewerb reichten.
Erwähnenswert ist das Abschneiden des Rekordmeisters Bayern München. Unter den Trainern Jupp Heynckes, Søren Lerby (ab Oktober 1991) und Erich Ribbeck (ab März 1992) belegten diese den zehnten Platz mit negativem Punktestand und negativer Tordifferenz, was die schlechteste Saisonbilanz seit der Saison 1977/78 war. Auch danach standen die Münchner zum Saisonende nie mehr auf diesem Tabellenplatz oder schlechter.
Abstieg Auch im Abstiegskampf hielt sich die Spannung bis zum Schluss. Lediglich Fortuna Düsseldorf stand frühzeitig (am 35. Spieltag) als Absteiger fest. Hansa Rostock und die Stuttgarter Kickers (29:45) sowie MSV Duisburg und Wattenscheid (30:44) waren jeweils punktgleich in den letzten Spieltag gegangen, wobei Wattenscheid den ersten Nicht-Abstiegsplatz belegte. Diesen konnten sie durch einen 3:2-Sieg gegen Gladbach auch verteidigen. Zur Halbzeit hatten sie dabei allerdings noch zurückgelegen. Den Kickers und Rostock nützten ihre jeweiligen Siege dadurch nichts mehr. Auch Duisburg war durch die Niederlage gegen den BVB abgestiegen.
Nach dem Saisonverlauf war der Abstieg vor allem für den MSV und Hansa bitter. Duisburg hatte nach einer starken Hinserie auf Platz 7 gelegen, spielte aber die zweitschlechteste Rückrunde aller Teams. Auch Hansa Rostock war unter Uwe Reinders gut gestartet. Nach dem Gewinn der letzten DDR-Meisterschaft im Vorjahr konnte Rostock zu Saisonbeginn sogar fünfmal die Tabelle anführen und dabei den Bundesligarekord aufstellen, als Neuling mit drei Siegen in die Saison zu starten. Bis zum Jahresende rutschte die Kogge aber ab und fand sich schließlich im Abstiegskampf wieder.
Abschlusstabelle
(M) Deutscher Meister 1990/91 (P) DFB-Pokal-Sieger 1990/91 (Q) Qualifikation über die DDR-Oberliga 1990/91 (N) Aufsteiger aus der 2. Bundesliga 1990/91
Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.
1991/92 22px|VfB Stuttgart 22px|Borussia Dortmund 22px|Eintracht Frankfurt 22px|1. FC Köln 22px|1. FC Kaiserslautern 22px|Bayer 04 Leverkusen 22px|1. FC Nürnberg 22px|Karlsruher SC 22px|Werder Bremen 22px|FC Bayern München 22px|FC Schalke 04 22px|Hamburger SV 22px|Borussia Mönchengladbach 23px|Dynamo Dresden 22px|VfL Bochum 23px|SG Wattenscheid 23px|Stuttgarter Kickers 23px|FC Hansa Rostock 25px|MSV Duisburg 22px|Fortuna Düsseldorf 1. VfB Stuttgart 4:2 1:2 1:0 4:1 2:0 2:0 1:0 1:1 3:2 1:0 3:2 0:1 1:1 4:1 1:1 3:1 3:0 2:0 3:1 2. Borussia Dortmund 0:0 2:2 3:1 3:1 3:1 3:2 1:0 2:1 3:0 2:0 2:2 2:2 4:0 1:1 1:1 3:1 4:1 2:1 3:1 3. Eintracht Frankfurt 1:1 3:0 1:2 2:0 0:1 2:2 1:1 2:2 3:2 5:0 2:1 0:0 3:0 2:1 1:1 6:1 2:0 3:0 1:1 4. 1. FC Köln 1:1 1:2 1:1 1:1 1:1 4:0 2:3 5:0 1:1 3:0 0:0 1:1 1:1 1:0 1:1 0:0 3:1 1:1 4:1 5. 1. FC Kaiserslautern 0:0 4:0 1:1 2:1 2:1 3:0 3:0 2:2 4:0 1:1 0:0 4:2 4:1 1:1 3:2 4:3 3:0 2:1 2:0 6. Bayer 04 Leverkusen 1:2 0:2 1:3 1:1 3:0 0:1 2:0 0:0 2:1 2:1 1:1 1:0 4:0 2:0 6:1 3:1 3:0 2:1 1:1 7. 1. FC Nürnberg 4:3 2:1 1:3 4:0 3:2 1:0 1:2 1:0 1:1 0:1 1:1 2:1 1:1 1:0 3:1 2:0 0:0 1:1 3:1 8. Karlsruher SC 0:0 2:2 0:2 0:1 2:1 0:0 1:0 2:1 3:0 1:0 4:1 2:0 1:0 1:1 1:2 3:1 2:1 2:2 1:5 9. Werder Bremen 1:1 0:1 1:0 1:3 0:2 1:1 1:3 0:0 1:1 2:1 1:1 0:0 2:0 3:0 2:2 1:3 1:0 5:1 2:1 10. FC Bayern München 1:0 0:3 3:3 0:0 1:0 2:2 1:3 1:0 3:4 3:2 2:0 3:0 1:2 0:2 5:2 1:4 1:2 4:2 3:1 11. FC Schalke 04 0:1 5:2 1:1 3:0 2:0 0:0 1:0 3:1 0:0 1:1 0:0 3:1 1:1 2:1 1:1 1:2 5:0 3:0 0:0 12. Hamburger SV 1:1 1:1 2:1 1:1 0:1 1:1 0:2 0:1 0:1 1:0 2:1 1:0 2:0 0:0 0:1 0:3 1:0 1:1 1:1 13. Borussia Mönchengladbach 0:1 1:1 1:1 2:2 1:0 2:2 1:0 1:0 0:2 1:1 1:1 1:0 1:0 1:2 1:0 2:1 1:1 0:0 3:1 14. Dynamo Dresden 1:0 0:0 2:1 0:0 0:1 1:0 1:2 2:0 2:1 0:2 2:1 3:0 1:2 0:0 3:0 2:2 2:1 0:0 2:0 15. VfL Bochum 0:2 0:0 0:0 2:2 0:0 0:2 0:3 1:3 2:2 0:5 1:0 2:3 3:1 1:0 1:1 2:2 3:2 2:1 3:0 16. SG Wattenscheid 09 1:3 0:1 2:4 1:2 1:0 3:0 1:1 1:1 0:1 0:0 1:2 1:1 3:2 3:0 1:2 4:1 0:0 2:0 4:1 17. Stuttgarter Kickers 1:3 0:1 0:2 0:3 1:1 0:1 3:1 1:1 2:1 2:4 1:1 1:1 3:0 0:0 2:0 3:0 1:1 0:1 0:1 18. Hansa Rostock 2:0 5:1 2:1 1:1 0:1 2:2 4:0 1:2 0:0 2:1 2:0 1:2 2:1 3:0 0:2 1:1 2:2 0:0 3:1 19. MSV Duisburg 1:0 0:1 3:6 1:3 1:1 1:2 3:0 6:2 0:0 1:1 2:0 0:1 1:1 3:0 1:1 0:0 1:1 2:0 2:2 20. Fortuna Düsseldorf 0:3 1:1 1:2 1:3 1:0 1:1 1:2 2:3 0:0 0:1 1:1 1:0 1:1 1:3 3:0 4:3 1:3 0:0 1:1
Torschützenliste Spieler Verein Tore 1. VfB Stuttgart 22 2. Borussia Dortmund 20 3. FC Bayern München 17 4. Eintracht Frankfurt 15 5. Eintracht Frankfurt 14
Die Meistermannschaft VfB Stuttgart VfB Stuttgart 60pxTor: Eike Immel (38/-) Abwehr: Guido Buchwald (37/5), Slobodan Dubajić (38/2), Michael Frontzeck (38/5), Nils Schmäler (6/-), Thomas Schneider (2/-), Uwe Schneider (33/-), Günther Schäfer (28/1), Alexander Strehmel (25/1) Mittelfeld: Andreas Buck (30/1), Maurizio Gaudino (38/8), Marc Kienle (10/-), Ludwig Kögl (16/1), Jürgen Kramny (10/-), Michael Mayer (1/-), Matthias Sammer (33/9) Angriff: Manfred Kastl (24/2), Eyjólfur Sverrisson (31/3), Fritz Walter (38/22) Trainer: Christoph Daum ohne Einsatz: Eberhard Trautner, Siegfried Grüninger, Harald Preuß, Jens Keller, Jovica Simanić und Olaf Schmäler
Schiedsrichter In dieser Saison kamen erstmals Gelb-Rote Karten zum Einsatz.
Name Geboren Landesverband Spiele 12px 12px 12px Anmerkung Hermann Albrecht Bayern 10 43 0 0 Manfred Amerell Bayern 10 32 3 2 Karl-Josef Assenmacher Mittelrhein 11 38 1 0 FIFA-Schiedsrichter Jürgen Aust Mittelrhein 9 23 0 0 Alfons Berg Rheinland 12 33 0 3 Hans-Peter Best Württemberg 10 39 0 5 Erste Saison in der Bundesliga Rainer Boos Hessen 10 29 5 3 Georg Dardenne Mittelrhein 7 27 2 0 Hans-Peter Dellwing Rheinland 13 40 1 2 FIFA-Schiedsrichter Werner Föckler Südwest 12 44 1 2 FIFA-Schiedsrichter (bis Ende 1991) Lutz Michael Fröhlich Berlin 10 33 3 1 Manfred Führer Westfalen 10 37 0 1 Hans Fux Baden 10 25 2 0 Karl-Heinz Gläser Thüringen 11 43 2 1 Erste Saison in der Bundesliga Günther Habermann Thüringen 11 20 0 1 FIFA-Schiedsrichter (bis Ende 1991) Manfred Harder Niedersachsen 10 38 0 0 Bernd Heynemann Sachsen-Anhalt 12 35 1 0 FIFA-Schiedsrichter Hans-Jürgen Kasper Niedersachsen 10 32 0 2 Hellmut Krug Westfalen 11 46 3 1 FIFA-Schiedsrichter Lothar Löwer Westfalen 10 35 2 0 Michael Malbranc Hamburg 9 34 1 1 Markus Merk Südwest 13 46 2 1 FIFA-Schiedsrichter (ab 1992) Wolfgang Mierswa Niedersachsen 9 42 1 0 Manfred Neuner Baden 12 28 0 0 FIFA-Schiedsrichter (bis 1991) Hans-Joachim Osmers Bremen 11 30 0 0 Michael Prengel Niederrhein 10 44 3 1 Hans Scheuerer Bayern 10 39 1 0 Aron Schmidhuber Bayern 14 46 1 0 FIFA-Schiedsrichter Edgar Steinborn Rheinland 11 23 2 0 Klaus-Dieter Stenzel Brandenburg 11 31 0 1 Erste Saison in der Bundesliga Hartmut Strampe Niedersachsen 10 3 0 0 Erste Saison in der Bundesliga Eugen Strigel Württemberg 10 26 0 2 Gerhard Theobald Saarland 10 32 1 0 Hans-Jürgen Weber Niederrhein 8 27 1 2 FIFA-Schiedsrichter Wolf-Günter Wiesel Niedersachsen 11 30 0 2 FIFA-Schiedsrichter Wieland Ziller Sachsen 12 28 1 2 FIFA-Schiedsrichter Gesamt: 380 1231 40 36 Quelle: weltfussball.de
Kader
Weblinks
Einzelnachweise
#1991/92 Kategorie:Fußballsaison 1991/92