Tatjana Gürbaca (* 1973 in Berlin) ist eine deutsche Regisseurin.

Leben Die Tochter eines türkischen Vaters und einer italienischen MutterDie Zeit Nr. 28, 4. Juli 2013, S. 46. studierte Regie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin und besuchte Meisterkurse für Opernregie bei Ruth Berghaus. 2000 nahm sie erfolgreich am Internationalen Regiewettbewerb „Ring Award“Ring Award in Graz teil und inszenierte daraufhin Turandot an der Grazer Oper. Inzwischen arbeitet sie an großen Opernhäusern im gesamten deutschsprachigen Raum. Sie war von 2011 bis 2014 Operndirektorin am Staatstheater Mainz.

Im Jahr 2024 inszenierte Gürbaca Fromental Halévys Oper La Juive an der Oper Frankfurt, welche den Antisemitismus von der Spätmittelalter bis in die moderne Zeit thematisiert. Der Chor unter der Leitung von Tilman Michael spielte dabei eine zentrale Rolle, indem er sich dynamisch bewegte und das Geschehen auf der Bühne aktiv mitgestaltete. Die Oper wurde in dieser Produktion lebendig, wobei die Beziehungsdynamiken zwischen den Charakteren, wie zwischen Rachel und dem Kardinal Brogni, die nicht wissen, dass sie verwandt sind, besonders hervorgehoben wurden. Die Bühnengestaltung und Kostüme von Klaus Grünberg und Silke Willrett haben direkten Bezüge zu modernen und mittelalterlichen Symbolen des Antisemitismus. Die musikalische Leitung von Henrik Nánási und die gesanglichen Leistungen, insbesondere von Ambur Braid als Rachel, wurden für ihre Intensität gelobt. Gürbaca setzte die bis heute nachwirkende langanhaltende Spannung zwischen Katholizismus und Judentum thematisch um und stellte eine kritische Verbindung zwischen christlichen Symbolen und historischem Antisemitismus her.Brachmann, Jan: Die Stadt als Meute Abruf: 2024-06-18, in: FAZ.net

Inszenierungen (Auswahl) 2001: Turandot (Puccini), Oper Graz 2002: Brot und Spiele (Patrick Boltshauser) Schauspielhaus Graz 2003: Dido und Aeneas (Purcell), Festspielhaus Baden-Baden 2004: Cavalleria rusticana (Mascagni) und I Pagliacci (Leoncavallo), Theater Regensburg 2005: Die alte Jungfer und der Dieb (Menotti), Oper Graz 2006: Les Contes d’Hoffmann (Offenbach), Oper Graz 2007: Rigoletto (Giuseppe Verdi), Oper Graz 2007: Le Grand Macabre (Ligeti), Theater Bremen 2008: Die Entführung aus dem Serail (Mozart), Theater Augsburg 2009: Mazeppa (Tschaikowsky), Vlaamse Opera Antwerpen sowie 2010 Theater Bremen und 2012 Theater Erfurt 2009: Eugen Onegin (Tschaikowsky), Theater Bremen 2011: Macbeth (Salvatore Sciarrino), Staatstheater Mainz 2012: Un ballo in maschera (Verdi), Staatstheater Mainz 2013: Macbeth (Verdi), Staatstheater Mainz 2014: Aida (Verdi), Opernhaus Zürich 2015: La traviata (Verdi), Den Norske Opera Oslo 2016: Jeanne d’Arc – Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna (Walter Braunfels), Oper Köln 2016: Der fliegende Holländer (Wagner), Vlaamse Opera Antwerpen 2016: Lohengrin (Wagner), Aalto-Theater Essen 2018: Der Freischütz (Weber), Aalto-Theater Essen 2024: Fausto (Louise Bertin), Aalto-Theater Essen

Literatur

Weblinks Profil Tatjana Gürbaca, Oper am Rhein Wolfram Goertz: Opernregisseurin T. Gürbaca: Schnitzeljagd fürs Gehirn In: Die Zeit Nr. 28, 4. Juli 2013, S. 46. WDR 3 (Westdeutscher Rundfunk) Mosaik Samstagsgespräch vom 5. März 2022: Regisseurin Tatjana Gürbaca über starke Frauen in der Oper

Einzelnachweise

Kategorie:Opernregisseur Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1973 Kategorie:Frau