mini|klasse=skin-invert-image|Ski Alpin Beim alpinen Skirennen (kurz: Ski Alpin) befahren die Rennläufer einen durch Tore abgesteckten Kurs auf einer Skipiste. Ski alpin (auch Skifahren oder Skiabfahrtslauf genannt) ist neben Skilanglauf, Skispringen, Nordischer Kombination, Freestyle-Skiing und Snowboard eine olympische Skidisziplin. Die Abfahrten kombinieren Geschwindigkeit und perfekte Ski- und Körperbeherrschung bei vorausschauendem Fahren.
Die Wertung erfolgt durch Zeitmessung der Fahrt des einzelnen Rennläufers, bei der alle von Experten zuvor abgesteckten Hindernisse (Tore) vom Start bis ins Ziel korrekt durchfahren werden müssen. Wettkämpfe werden in acht verschiedenen Wettbewerben ausgetragen, die sich nach Kurssetzung, Toranzahl und -abstand, Streckenlänge, Höhenunterschied und Wertungsmodus unterscheiden. Typische Wettbewerbe sind Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und Alpine Kombination.
Geschichte Ski gibt es in einigen kälteren Ländern bereits seit etwa 10.000 Jahren. Als Sport etablierte sich Ski Alpin im 19. Jahrhundert. Die ersten Abfahrtsrennen in der westlichen Hemisphäre fanden möglicherweise in Kalifornien statt gemäß dem Longboard Ski Races Marker. Die als „longboard snowshoes“ bezeichneten 3–4 m langen Ski wurden nach Instruktion durch Norweger von Goldgräbern verwendet und schon in den 1850er Jahren für Rennen.
Olympisch wurde es im 20. Jahrhundert: Bei den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen gab es 1936 eine alpine Kombination.
In Mitteleuropa fanden 1893 in Mürzzuschlag erste Wettbewerbe im Abfahrtslauf statt (Toni Schruf). Die damals verwendeten 3,40 m langen norwegischen Skier waren für steile Gebirgsabfahrten ungeeignet; das Anhalten gelang meist nur durch schwere Stürze.
Eine neue Technik, die den alpinen Skilauf (im Unterschied zum nordischen) erst ermöglichte, wurde nach 1890 von Mathias Zdarsky entwickelt, dies ging mit der Entwicklung einer neuen Bindungstechnik einher.
Abfahrtsläufe mit Hindernissen gingen um 1900 aus Prüfungen hervor, die Skilehrer in Wintersportorten von Alpenländern mit ihren Schützlingen veranstalteten.
Im Jahr 1911 organisierte Arnold Lunn eines der ersten längeren Abfahrtsrennen in Montana, Schweiz. Als Paten für den Roberts of Kandahar Challenge Cup konnte er Frederick Roberts, Earl of Kandahar gewinnen. Im darauffolgenden Jahr fand das Kandahar-Rennen in Mürren statt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Name 1928 vom Arlberg-Kandahar-Rennen aufgegriffen.Arnold Lunn: The Story of Ski-ing. Eyre & Spottiswoode, London 1952, S. 46.
Bei den ersten Olympischen Winterspielen 1924 gab es nur 5 Sportarten, zu denen Skispringen und Nordische Kombination gehörten, aber noch keine Abfahrtsläufe. 1930 fanden in Mürren/Schweiz die ersten Weltmeisterschaften statt, die jedoch nicht offiziell anerkannt wurden. Am gleichen Ort gab es 1931 dann erste internationale Meisterschaften, an denen sich auch Frauen beteiligten. Die Namensfestlegung auf Ski Alpin erfolgte, weil in den Alpen die meisten Sportclubs entstanden und die meisten beständigen Abfahrtshänge vorhanden waren.
Nachdem Skiabfahrtslauf 1932 bei den Olympischen Winterspielen 1932 demonstriert worden war, erkannte die Internationalen Skiverband (FIS) die alpinen 1936 in Garmisch-Partenkirchen als olympische Sportart an. Zunächst kam die Alpine Kombination in das Programm; 1940 und 1944 entfiel die Veranstaltung aufgrund des Zweiten Weltkriegs. Danach gab es 1948 in St. Moritz wieder Alpine Wettbewerbe, nun auch Einzelwettbewerbe.
Nach dem Zweiten Weltkrieg präparierten Interessierte in den Bergen Österreichs und der Schweiz die ersten alpinen Skigebiete speziell zum Ski-Abfahren.
Das Abfahrtslaufen wurde mit dem Bau von Skilifts immer populärer, nicht nur bei Leistungssportlern, sondern auch bei Amateuren und Wintertouristen.
Einerseits um eine zusätzliche Speed-Disziplin anbieten zu können, andererseits um den Riesenslalom wieder zu einem engeren Verlauf der Tore und damit in eine mehr technisch orientierte Richtung zu lenken, fand Super G im Jahr 1982 in die Weltcup-Wettbewerbe Eingang, 1988 auch in die Olympischen Winterspiele.
Ab den Olympischen Winterspielen in Albertville 1992 wurde Freestyle-Skiing regelmäßiger Bestandteil der Weltwettkämpfe.
Olympische Winterspiele finden alle vier Jahre an wechselnden Orten statt. In einem Olympiajahr gibt es keine gesonderten Weltmeisterschaften, die Olympiasieger sind gleichzeitig Weltmeister dieser Wintersaison. Wenn in den Tabellen trotzdem gesonderte Weltmeister ausgewiesen sind, so liegt das daran, dass neue Disziplinen bis zur Aufnahme in das olympische Programm eine entsprechende Entwicklung durchlaufen haben.
Teilnehmen an internationalen Wettkämpfen können alle Sportler, die bei von der FIS gekennzeichneten Wettbewerben vorgegebene Qualifikationszeiten erreichen.
Wettbewerbe Überblick Es gibt acht vom Internationalen Skiverband (FIS) anerkannte alpine Wettbewerbe. Die Definition von Disziplinen und Wettbewerben im alpinen Ski-Rennsport ist inhomogen. Laut FIS ist eine Disziplin ein Zweig eines Sports und kann einen oder mehrere Wettbewerbe umfassen. Zum Beispiel gilt Ski Alpin als Disziplin, während die Alpine Kombination als Wettbewerb gilt.
Der Startabstand der Sportler betrug, wenn es keinen Sturz auf der Piste gegeben hat, 60 Sekunden; die Zeitnahme erfolgt vollelektronisch und gestattet Genauigkeiten von 1/100 Sekunden. Eine wichtige Änderung zu den Startintervallen beschloss der FIS-Kongress am 18./19. Mai 1979 in Nizza: sie können nun bis zu 120 Sekunden ausgeweitet werden. Dies wurde im Interesse von TV-Aufnahmen adaptiert.
Abfahrt
Die Abfahrt – exakt als Spezialabfahrt bezeichnet – ist nach dem Slalom der zweitälteste alpine Skiwettbewerb. Bei der Abfahrt wird die längste Strecke aller Wettbewerbe befahren. Sie gilt für viele als die Königsdisziplin des alpinen Skisports, da bei ihr nicht nur anspruchsvolle Kurven, Sprünge und Gleitphasen vorkommen, sondern auch eine sehr hohe Geschwindigkeit von bis zu 150 km/h erreicht wird. Deshalb wird von den Läufern neben ausgereifter Technik auch Mut und hoher Krafteinsatz verlangt.
Vor einem Rennen finden ein bis drei Trainingsläufe statt, damit sich die Fahrer den Streckenverlauf genau einprägen können. Bei einem Abfahrtswettbewerb absolvieren alle Skiläufer im Gegensatz zu den Slalomdisziplinen nur einen Lauf, ausnahmsweise werden jedoch bei schlechten Bedingungen auf einem Teil der Piste sogenannte „Sprintabfahrten“ mit kürzerer Strecke und zwei Durchgängen durchgeführt. Der Läufer mit der schnellsten Zeit ist Sieger.
Vor dem eigentlichen Start muss jeder Sportler einen sturzfreien Trainingslauf absolvieren. Die Erbauer dieser Strecken planen eine Mindestmenge an Schwierigkeiten ein wie drei lange Sprünge, Kompressionen o. ä.
Super-G
Der Name Super-G steht für Super Giant Slalom, also Super-Riesenslalom. Der Super-G wurde 1982 als Wettbewerb in den Weltcup-Kalender aufgenommen und ist nach der Abfahrt der zweitschnellste Wettbewerb im alpinen Skisport. Die Strecke beim Super-G ist zwar kürzer als bei der Abfahrt, aber technisch anspruchsvoller, da es mehr Richtungstore gibt, die zudem enger gesetzt sind. Gemeinsam mit der Abfahrt zählt der Super-G zu den so genannten „Speed-Wettbewerben“, die von den Sportlern und Sportlerinnen vor allem Kraft, Ausdauer und Mut verlangen. Wie bei der Abfahrt entscheidet eine Laufzeit über das Resultat.
Riesenslalom
Der Riesenslalom (englisch Giant Slalom (GS)) wird auch als Riesentorlauf (RTL) bezeichnet. Die zu umfahrenden Tore sind so gesetzt, dass ständige Richtungswechsel erfolgen. Da ein Riesenslalom-Kurs weniger Tore umfasst als ein Slalom und diese auch in einem größeren Abstand zueinander stehen, sind bedeutend weniger Schwünge erforderlich, wodurch die Rennläufer höhere Geschwindigkeiten erreichen. Gemeinsam mit dem Slalom zählt der Riesenslalom zu den so genannten Technik-Wettbewerben. Beim Riesenslalom werden zwei verschiedene Läufe mit unterschiedlicher Kurssetzung auf der gleichen Piste absolviert. Dabei kann es aber unterschiedliche Streckenführungen geben, wonach nur Start und Ziel am selben Ort sind, der erste Lauf aber auf der rechten Seite der Piste, der zweite auf der linken (oder umgekehrt) ausgetragen werden könnten. Dies hängt vom Ausmaß der Piste (manchmal auch bloß von den gegebenen Schneeverhältnissen) ab. Beide Läufe finden am selben Tag statt. Die beiden Laufzeiten werden addiert, die schnellste Gesamtzeit bedeutet den Sieg.
Slalom
Der Slalom, auch als Torlauf bezeichnet, ist der älteste Wettbewerb im alpinen Skisport und wird vornehmlich als der technisch anspruchsvollste Wettbewerb bezeichnet. Slalomkurse haben sehr kurze Torabstände, die extrem schnelle Richtungswechsel erfordern. Die Fahrtlinie der Skis führt sehr nahe an den Stangen vorbei, weshalb die Stangen mit den Händen oder Beinen weggekippt werden, um den Körper-Schwerpunkt möglichst nahe an der Falllinie zu halten. In Slalomwettbewerben werden wie im Riesenslalom zwei verschiedene Läufe auf der gleichen Piste absolviert und die Zeiten beider Läufe addiert. Diverse Slalomhänge lassen sehr unterschiedliche Streckenführungen für beide Läufe zu, so z. B. in Wengen oder Kitzbühel, wo die Topographie beider Läufe sich stark unterscheiden kann (Start und Ziel befinden sich allerdings an derselben Stelle). Der Rennläufer mit der niedrigsten Gesamtzeit hat gewonnen.
Kombinationswettbewerbe
Es gibt verschiedene Kombinationswettkämpfe, die Super-Kombination, die klassische alpine Kombination und Sonderformen. Für Super-Kombinationswettbewerbe werden eigene Teilwettbewerbe durchgeführt. Bei Super-Kombinationswettbewerben zählt im Gegensatz zu klassischen alpinen Kombinationswertungen aus eigenständigen Einzelwettbewerben nur das Gesamtergebnis aus zwei Läufen. Sonderformen von Kombinationswettkämpfen sind Triple- und Quadruple-Wettbewerbe. Der Durchführungsmodus von Kombinationswettbewerben hat sich im Lauf der Zeit immer wieder stark verändert und sorgt häufig für Kontroversen zwischen den Vertretern der FIS und den nationalen Verbänden. Die Super-Kombination ist eine neue Variante der früheren alpinen Kombination und besteht aus nur einem Slalomlauf sowie einer verkürzten Abfahrt oder einem Super-G-Lauf. Beide Läufe werden am selben Tag innerhalb eines möglichst kurzen Zeitabstand durchgeführt. 2005 wurde die erste Super-Kombination als Weltcup-Wettbewerb ausgetragen. 2007, bei den Alpinen Skiweltmeisterschaften in Åre wurde die Super-Kombination erstmals bei einem Großereignis durchgeführt. Die klassische alpine Kombination wurde aus dem Programm gestrichen.
Parallel-Wettbewerbe
Bei Parallelwettbewerben werden zwei möglichst identische Kurse nebeneinander gesetzt, die immer gleichzeitig von zwei Läufern befahren werden. In der Regel absolvieren die Läufer jeden der beiden Kurse, um geländemäßige Ungleichheiten zu egalisieren. Parallelwettbewerbe werden meistens im K.-o.-System ausgetragen. Der Läufer mit der schnellsten Zeit aus beiden Läufen kommt eine Runde weiter. Die Parallelrennen werden meistens als weiter gesetzter Slalom, manchmal als Riesenslalom durchgeführt. Parallelwettbewerbe wurden zunächst bei so genannten „Profi-Rennen“, einer Abspaltung vom FIS Weltcup, gefahren. 1975 wurde der erste Parallelslalom im Weltcup beim Saisonfinale in Gröden durchgeführt. Von 1998 bis 2010 standen keine Parallelrennen im Weltcupkalender. Seit 2011 ist das Parallelrennen als City Event fester Bestandteil des Weltcups. An den Weltmeisterschaften von Cortina d’Ampezzo 2021 wurden erstmals Parallelrennen als Einzeldisziplinen abgehalten.
K.-o.-Wettbewerbe