Lassell ist ein kleiner Einschlagkrater im östlichen Teil des Mare Nubium. Er liegt westlich des Kraters Alpetragius und südwestlich von Großkraters Alphonsus.

Der Krater wurde von Lava überflutet, die eine nahezu ebene Oberfläche hinterließ. Aus dieser ragt der niedrige ursprüngliche Kraterrand hervor. Dieser Rand ist generell kreisförmig, zeigt aber ein eher unregelmäßiges Erscheinungsbild. Der Kraterboden hat eine niedrige Albedo, die das Kraterinnere dunkel erscheinen lässt.

Der Krater wurde 1935 von der Internationalen Astronomischen Union offiziell nach dem britischen Astronomen William Lassell benannt.

Nebenkrater mini|links|Lassell und seine Nebenkrater Lassell hat 13 Nebenkrater:

mini|Lassell G und K, am rechten oberen Bildrand ist ein Teil von Lassell C zu sehen Ostnordöstlich von Lassell liegt ein kreisrunder, schüsselförmiger Krater mit der Bezeichnung 'Lassell B'. Dieser hat eine höhere Albedo als seine Umgebung und erscheint deshalb, vor allem bei hohem Sonnenstand, relativ hell.

Der kleine Krater Lassell D liegt in westnordwestlicher Richtung auf halber Strecke zur Ruine des Kraters Guericke. Dieser Minikrater ist von einem Gebiet mit hoher Albedo umgeben und bietet ein Beispiel für einen auffälligen hellen Fleck auf dem Erdmond.

Die Nebenkrater Lassell G und Lassell K gehören zum sogenannten Lassell-Massiv und könnten vulkanischen Ursprungs sein.

Das Lassell-Massiv mini|Lassell C, (Apollo 16, Blickrichtung süd), links das Lassell-Massiv, die dunklen Stellen im Süden sind die Nebenkrater G und K Östlich des Nebenkraters C befindet sich das sogenannte Lassell-Massiv, eine nord-süd-ausgerichtete gebirgige Formation mit einer Grundfläche von zirka 25 km mal 46 km und einer höchsten Erhebung von 523 m über dem umgebenden Mare-Niveau. Das Alter des nördlichen Teils liegt bei zirka 4 Ga. Eine nähere Analyse der chemischen Zusammensetzung, die unter anderem auf den Daten der Lunar-Reconnaissance-Orbiter-Mission beruhen und im Vergleich zum umgebenden Basalt relativ höhere Silikatkonzentrationen aufweisen, und die Analyse der topographischen Verhältnisse geben einen starken Hinweis auf lunaren Vulkanismus.

Insbesondere die Nebenkrater K und G, die keinen aufgeworfenen Kraterrand zeigen und relativ steil nach innen abfallen, sind typisch für Ausbruchskrater oder Oberflächeneinbrüche, die durch Kontraktion oder Abfluss von Magma verursacht sind. Lassell G und K sind daher wahrscheinlich Ausbruchskrater oder Oberflächeneinbrüche oder eine Kombination aus beidem. Diese Umstrukturierung des Oberfläche fand wahrscheinlich durch diskrete Ereignisse vor 900 Ma und 400 Ma statt.

Weblinks

Krater Lassell im „Digital Lunar Orbiter Photographic Atlas of the Moon“

Einzelnachweise

Kategorie:Einschlagkrater (Mond)