Drew Christopher Brees (* 15. Januar 1979 in Austin, Texas) ist ein ehemaliger US-amerikanischer American-Football-Spieler auf der Position des Quarterbacks. Er spielte College Football für die Purdue University und wurde im NFL Draft 2001 von den San Diego Chargers in der zweiten Runde ausgewählt. Von 2006 bis 2020 spielte er für die New Orleans Saints in der National Football League (NFL), mit denen er den Super Bowl XLIV gewann.
Karriere College Von 1997 bis 2000 spielte Brees Football am College. Er besuchte die Purdue University in West Lafayette, Indiana, und spielte dort für die Purdue Boilermakers in der NCAA Division I-AA.
Nachdem er im ersten Jahr als Backup wenig zum Einsatz gekommen war, schaffte er 1998 den Durchbruch und stellte in den folgenden Jahren zahlreiche Rekorde auf. Er war zweimal Finalist bei der Wahl zur Heisman Trophy, gewann 2000 den Maxwell Award und war zweimal Offensive Player of the Year in der Big Ten Conference. Seinen Abschluss machte er im Fach Industriemanagement.
Insgesamt kam er in den vier Jahren auf 1026 erfolgreiche Pässe bei 1678 Passversuchen und 11.729 Yards sowie 90 geworfene Touchdowns bei 45 Interceptions. 14 weitere Touchdowns konnte er im Laufspiel erzielen.Drew Brees – Quarterback 1997–2000 auf purduesports.com, abgerufen am 12. August 2019 (englisch).
NFL San Diego Chargers Drew Brees wurde im NFL Draft 2001 von den San Diego Chargers als erster Spieler in der zweiten Runde an insgesamt 32. Stelle ausgewählt und war als Backup hinter Doug Flutie vorgesehen. Als schlechtestes Team der Saison 2000 hatten die Chargers ursprünglich das Recht besessen, den Gesamtersten auszuwählen. Da sie sich jedoch mit ihrem Wunschspieler, dem Quarterback Michael Vick von Virginia Tech, nicht auf einen Vertrag einigen konnten, tauschten sie ihr Wahlrecht zu den Atlanta Falcons. Schließlich wählten die Falcons Vick als Gesamtersten, während die Chargers in der ersten Runde stattdessen den Runningback LaDainian Tomlinson auswählten. Erst in der zweiten Runde nahmen die Chargers mit Brees einen Quarterback, der anstelle von Vick der zukünftige Quarterback des Franchise werden sollte.Robyn Norwood: Trade of No. 1 Helps Chargers Land Two Aces. In: Los Angeles Times. 22. April 2001, abgerufen am 12. August 2019 (englisch).
In seiner ersten Saison kam Brees nur in einem Spiel zum Einsatz und brachte dabei 15 von 27 Pässen für 221 Yards an ihr Ziel. Für die Saison 2002 wurde Brees von Coach Marty Schottenheimer als neuer Starting Quarterback bestimmt.Brees named Chargers' starting QB. In: UPI Archives. 19. August 2002, abgerufen am 12. August 2019 (englisch). In seiner ersten Saison als Starter schaffte Brees 60,8 % erfolgreiche Pässe bei 17 Touchdowns und 16 Interceptions. Mit einer Bilanz von 8 Siegen und 8 Niederlagen hatten sich die Chargers im Vergleich zu 5–11 im Vorjahr deutlich verbessert, sodass Brees auch in die folgende Saison als Starter ging. Er konnte jedoch nicht an seine Leistung aus der Vorsaison anknüpfen, und von den ersten acht Spielen, in denen Brees auf ein Quarterback Rating von nur 63,7 kam, konnten die Chargers nur eines gewinnen. Daraufhin musste Brees seinen Platz als Spielmacher wieder für Flutie räumen, unter dem sich jedoch auch kein Erfolg einstellte. Daher kam Brees in den letzten drei Saisonspielen wieder zum Einsatz, in denen er aber weiterhin nicht überzeugen konnte.Ryan Davis: auf sportscasting.com, 23. Mai 2017, abgerufen am 12. August 2019 (englisch).
Wegen der schwachen Leistung von Brees beschlossen die Chargers, die im Draft 2004 erneut das erste Wahlrecht besaßen, einen neuen Quarterback zu wählen. Der als Gesamterste gewählte Eli Manning wollte jedoch nicht in San Diego spielen, sodass die Chargers ihn gegen den an vierter Stelle von den New York Giants gewählten Philip Rivers tauschten. Da sich die Vertragsverhandlungen mit Rivers aber bis kurz vor Beginn der Saison 2004 hinzogen, ging erneut Brees als Starting Quarterback in die Saison. Brees konnte überzeugen und führte die Chargers mit 27 Touchdowns bei sieben Interceptions und 65,5 % erfolgreichen Pässen in die Play-offs. Für seine Leistung wurde Brees der NFL Comeback Player of the Year Award verliehen und er wurde erstmals in den Pro Bowl berufen.Pat Leonard: How Eli Manning and Drew Brees are forever linked due to a Draft Day phone call back in 2004. In: Daily News. 30. September 2018, abgerufen am 12. August 2019 (englisch). In seinem ersten Play-off-Spiel unterlag Brees mit den Chargers den New York Jets mit 17:20 nach Overtime.
Mit dem Ende der Saison 2004 lief der Vertrag von Brees aus und die Chargers belegten ihn mit dem Franchise Tag. Brees konnte sich weiter gegenüber Rivers durchsetzen und spielte eine gute Saison, allerdings nicht ganz so gut wie im Vorjahr. Durch einen Leistungsabfall in den letzten vier Spielen verpassten die Chargers mit einer Bilanz von 9–7 die Play-offs knapp. Im letzten Saisonspiel zog sich Brees eine schwere Schulterverletzung zu, die seine Karriere bedrohte.Brees suffers torn labrum, faces four-month rehab auf espn.com, 2. Januar 2006, abgerufen am 12. August 2019 (englisch). Infolgedessen boten ihm die Chargers einen neuen Vertrag an, dessen Bezahlung stark von seiner Leistung abhing und ihm wenig Geld garantierte. Daher sah sich Brees nach einem neuen Team um, wobei insbesondere die Miami Dolphins und die New Orleans Saints Interesse zeigten. Nachdem die Dolphins statt Brees Daunte Culpepper von den Minnesota Vikings verpflichteten, einigte sich Brees mit den Saints auf einen Sechsjahresvertrag über 60 Millionen US-Dollar, von dem ihm zehn Millionen für die erste Saison garantiert waren.Dolphins obtain Culpepper; Brees signs on with Saints. In: The Denver Post. 14. März 2006, abgerufen am 12. August 2019 (englisch).The Biggest Mistake in San Diego Chargers History auf bleacherreport.com, 2. August 2010, abgerufen am 12. August 2019 (englisch).
New Orleans Saints Unter dem neuen Head Coach Sean Payton führte Brees die Saints bei zehn Siegen und sechs Niederlagen in die Play-offs. Dort konnten sie gegen die Philadelphia Eagles das erste Spiel gewinnen und stießen ins NFC Championship Game vor, in dem sie den Chicago Bears unterlagen. Mit 4.418 Yards Raumgewinn durch seine Pässe führte er die Liga an. Außerdem war er am Ende der Saison Dritter mit 26 Touchdownpässen und einem Quarterback Rating von 96,2. 2006 NFL Passing auf pro-football-reference.com, abgerufen am 12. August 2019. In den nächsten beiden Jahren warf Brees für jeweils über 4.400 Yards und hatte die beste Passquote in der NFL, da das übrige Team der Saints jedoch schwächelte, verpassten die Saints in beiden Jahren die Play-offs. 2008 erhielt Brees den NFL Offensive Player of the Year Award. Mit 5.069 Yards Raumgewinn im Passspiel kam er als zweiter Spieler der NFL-Geschichte über die 5.000-Yard-Marke und verfehlte den Rekord von Dan Marino nur um 15 Yards.Work ethic, fear of failure drives Brees to the top auf nfl.com, 31. August 2010, abgerufen am 13. August 2019 (englisch).
Im ersten Spiel der Saints in der Saison 2009 gegen die Detroit Lions egalisierte Brees mit sechs Touchdownpässen in einem Spiel den Franchise-Rekord von Billy Kilmer aus dem Jahr 1969. Die Saints gewannen die Partie mit 45–27.Brees ties Saints mark with 6 passing TDs in win over Lions auf espn.com, 14. September 2009, abgerufen am 13. August 2019 (englisch). Beim Montagsspiel in Woche 12 gegen die New England Patriots brachte Brees 18 von 23 Pässen für 371 Yards ans Ziel und warf fünf Touchdowns, womit er auf das bestmögliche Quarterback Rating von 158,3 kam. Pro Pass erzielte Brees 16,1 Yards Raumgewinn, was zuvor seit den 1970er-Jahren keinem Quarterback mehr gelungen war (bei über 20 Passversuchen). Es war der elfte Sieg der Saints im elften Spiel.Kerry Bryne: Brees vs. Pats: Best QB game ever? auf si.com, 3. Dezember 2009, abgerufen am 13. August 2019 (englisch). Nachdem die Saints nach dem dreizehnten Spiel 13 Siege verzeichnen konnten, verloren sie die letzten drei Partien der regulären Saison, zogen aber dennoch als bestes Team der NFC in die Play-offs ein. In der Regular Season waren 70,62 % der Pässe von Brees erfolgreich, womit er eine neue Bestmarke in der NFL aufstellte.Rupert Cornwell: American Football: Saints hope 'Breesus' can bring deliverance to New Orleans. In: The Independent. 16. Januar 2010, abgerufen am 13. August 2019 (englisch).
mini|hochkant|Brees nach dem Super-Bowl-Sieg mit seinem Sohn Baylen mini|hochkant|Drew Brees bei der Feier zum Super-Bowl-Sieg Mit einem 45:14-Sieg über die Arizona Cardinals in der Divisional Round und einem 31:28-Sieg nach Overtime gegen die Minnesota Vikings im NFC Championship Game führte Brees die Saints zu ihrer ersten Super-Bowl-Teilnahme. Den Super Bowl XLIV in Miami gewannen die Saints mit 31:17 gegen die Indianapolis Colts. Brees warf 32 erfolgreiche Pässe bei 39 Versuchen für 288 Yards und zwei Touchdowns und wurde zum Super Bowl MVP gekürt. Die Zeitschrift Sports Illustrated wählte ihn wegen des Super-Bowl-Siegs und seiner karitativen Unterstützung des Wiederaufbaus von New Orleans nach Hurrikan Katrina zum Sports Illustrated Sportler des Jahres 2010Tim Nudd: Drew Brees Named Sportsman of the Year. In: People. 30. November 2010, abgerufen am 14. August 2019 (englisch)., ebenso die Associated Press.Saints QB Brees is the AP's Male Athlete of the Year auf nfl.com. 17. Dezember 2010, abgerufen am 14. August 2019 (englisch).
In der Saison 2010 verschlechterte sich Brees im Vergleich zum Vorjahr leicht. Er warf für 4.620 Yards und 33 Touchdowns bei 22 Interceptions, so viele Interceptions wie in keiner anderen Saison. Dennoch war er mit 68,1 % erfolgreichen Pässen weiterhin der genaueste Quarterback der Liga. Die Saints qualifizierten sich mit 11 Siegen und fünf Niederlagen für die Play-offs. In der Wild-Card-Round schieden sie jedoch gegen die Seattle Seahawks in einem knappen Spiel, das durch den Spielzug Beast Quake Bekanntheit erlangte, aus.
Am 26. Dezember 2011 brach er im 15. Spiel der Regular Season (in Spielwoche 16 von 17) den seit 1984 von Dan Marino gehaltenen Rekord für geworfene Yards in einer Saison. Brees erzielte insgesamt 5.476 Yards in der Saison 2011.With Last Throw of Big Night, Brees Breaks Marino’s Mark. In: The New York Times. 26. Dezember 2011, abgerufen am 14. August 2019 (englisch). Sein Rekord wurde in der Saison 2013 von Peyton Manning um einen Yard überboten. Mit einer Passquote von 71,2 Prozent konnte Brees seine eigene Bestmarke erneut verbessern, mit einem Quarterback Rating von 110,6 stellte er einen persönlichen Rekord auf. In der Postseason schafften es die Saints bis in die Divisional Round, in der sie den San Francisco 49ers unterlagen. Brees wurde zum zweiten Mal in seiner Karriere zum AP Offensive Player of the Year gewählt. In den NFL Top 100, die durch Umfragen unter den NFL-Spielern ermittelt werden, belegte Brees den zweiten Platz.2012 NFL Top 100 auf pro-football-reference.com, abgerufen am 14. August 2019.
Am 13. Juli 2012 einigten sich Brees und die Saints auf einen neuen Vertrag bis 2017, der dem Quarterback mindestens 60 Millionen US-Dollar garantierte und im besten Fall sogar 100 Millionen US-Dollar bringen konnte. Das machte Brees zum bestbezahlten Spieler in der Geschichte der NFL, bis Joe Flacco von den Baltimore Ravens im Jahr darauf einen höher dotierten Vertrag erhielt.Jake Lourim: Breaking down Joe Flacco's position among the NFL's highest-paid quarterbacks. In: The Baltimore Sun. 30. Juni 2016, abgerufen am 14. August 2019 (englisch).