Karl Ludwig Georg Liebl (* 13. November 1874 in WaldkirchenKirchenbuch Waldkirchen Taufen 9 1865-1886, Seite 158.; † 11. Februar 1940 in Ingolstadt) war ein deutscher Mediziner, nationalsozialistischer Ärztefunktionär und Zeitungsverleger.
Werdegang Liebl war der Sohn des Landgerichtsassessors Georg Liebl und seiner Frau Babette Widmann. Er besuchte in Passau das königlich humanistische Gymnasium, studierte in München Medizin und ließ sich nach der Promotion in Ingolstadt als praktischer Arzt und Chirurg nieder. Als Facharzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe eröffnete er eine eigene Klinik und erhielt den Titel Sanitätsrat. Aufgrund seines karitativen und kulturellen Engagements für seinen Geburtsort Waldkirchen machte man ihn dort 1922 zum Ehrenbürger. Mit der gleichaltrigen Waldkirchner Volksdichterin Emerenz Meier verband ihn eine langwährende persönliche Freundschaft. In den 1920er Jahren gründete Liebl den Vorgänger-Verein des heutigen Kunstvereins Ingolstadts (und den Konzertverein Ingolstadt), dem er bis 1940 als 1. Vorsitzender angehörte.Kunstverein Ingolstadt e. V. (Hrsg.): Kunst ist Schön. 1960-2000. 40 Jahre Kunstverein Ingolstadt. 2000 Er war ab 1934 Ehrenbürger Ingolstadts.
Liebl leitete am 14. März 1925 die Wiedergründung der Ingolstädter Ortsgruppe der NSDAP. Dies war die dritte Wiedererrichtung einer NSDAP-Ortsgliederung in Deutschland nach dem Parteiverbot infolge des gescheiterten Hitlerputsches (nach München und Landshut). Zum 12. Mai 1925 trat Liebl selbst der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 4.388).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/25800283 1927 gründete er das NS-Kampfblatt Der Donaubote. 1929 wurde er auf dem Reichsparteitag in Nürnberg zum ersten Vorsitzenden des von ihm initiierten Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes (NSDÄB) gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1932 inne. Bis zu seinem Tod war er Ehrenvorsitzender. Daneben leitete er auch zeitweilig die Ingolstädter Ortsgruppe des NSDÄB.
mini|hochkant|Liebl stiftete diesen Brunnen in seinem Geburtsort Waldkirchen Bei der Entnazifizierung stufte man ihn postum als Mitläufer ein. Seit 1912 war er mit Theres Hammerschmied verheiratet und hatte mit ihr drei Kinder, Ludwig, Elin und Gertrud. Elin heiratete 1937 Liebls Verlagsleiter, den späteren Donaukurier-Herausgeber Wilhelm Reissmüller.
Literatur Theodor Straub: Denk-Stätten. Zur Geschichte der NS-Zeit in Ingolstadt 1918–1945. Panther-Verlag, Ingolstadt 1994. Beatrix Schönewald: Die NSDAP in Ingolstadt. Organisation und ihr angeschlossene Verbände. In: Stadtarchiv Ingolstadt (Hrsg.): Ingolstadt im Nationalsozialismus (Dokumentation zur Zeitgeschichte 1). Stadtarchiv, Ingolstadt 1995, S. 147–190. Kunstverein Ingolstadt e. V. (Hrsg.): Kunst ist Schön. 1960-2000. 40 Jahre Kunstverein Ingolstadt. 2000. Christoph Neuberger und Jan Tonnemacher: Paul Praxl: (PDF; 146 MB). Thomas Schuler: Der "Hitler-Arzt": Sanitätsrat Dr. Ludwig Liebl. In: Wolfgang Proske (Hrsg.): Täter Helfer Trittbrettfahrer, Band 17: NS-Belastete aus Oberbayern (Nord). Kugelberg Verlag, Gerstetten 2024, ISBN 978-3-945893-25-8, S. 196–217.
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