Eisenbahnstrecken werden aus verschiedenen Gründen umgespurt, darunter: Häufig werden Schmalspurbahnen auf Normalspur umgespurt. Der Hauptgrund für den Bau von Schmalspurbahnen lag darin, dass sie einfacher als Normalspurbahnen zu bauen sind. Durch den reduzierten Aufwand bei einer geringeren Spurweite mit kleineren Achslasten, Bogenradien und Geschwindigkeiten konnten die Baukosten verringert werden. Die wirtschaftliche Expansionsfähigkeit stieß aber durch die Schmalspurbahnen an ihre Grenzen. Man konnte die produzierten Waren nur im Bereich des eigenen Schmalspurnetzes einfach, also ohne Umladen, transportieren, da eine Weiterfahrt nur mit anderer Spurweite möglich war. Abhilfe durch einen Rollfahrzeugbetrieb war auf Dauer zu umständlich und zu kostenintensiv, zudem mussten auch hierfür Lichtraumprofil und Tragfähigkeit von Vollbahnen erreicht werden. Die wenigen in Staaten mit Normalspur betriebenen Breitspureisenbahnstrecken wurden oft bald der jeweiligen Standardspurweite angeglichen. Der häufigste Grund hierfür war die mangelhafte Austauschbarkeit von Fahrzeugen. Im neunzehnten Jahrhundert wurde beim Zusammentreffen vorher unabhängiger großer Netze oft die Entscheidung gefällt, wegen des gewünschten Übergangs von Fahrzeugen eine gemeinsame Spurweite zu verwenden. Beispiele dafür sind die großangelegten Umspurungen der Great Western Railway in England oder der 5'-Eisenbahnen in den USA.

Umspurungen aufgrund von Kriegsereignissen sind in der folgenden Liste nicht verzeichnet.

Europa Dänemark Bahnstrecke AlteSpur-weitemm Neue Spur-weitemm Längekm erbaut NeueSpur-weite(Jahr) Still-legung Bemerkung Haderslev Amtsbanegaard – Haderslev Statsbanegaard 1000 1435 1,2 1934 1999 Vierschienengleis bis 1934, die Danske Statsbaner übernahmen die ehemalige Strecke der Haderslev Amts Jernbaner, Hafenbedienung mit Normalspurgüterwagen Sønderborg – Mommark 1000 1435 1933 1962 Danske Statsbaner übernahmen die Strecke von den Amtsbanerne på Als Frederikshavn – Skagen 1000 1435 39,7 1890 1924 Horsens–Bryrup 1000 1435 37,8 1899 1929 1968 Horsens-Bryrup Jernbaneselskab, 1929 nach Umspurung bis Silkeborg erweitert Horsens – Tørring 1000 1435 27,8 1891 1929 1962 Horsens Vestbaner

Deutschland Bahnstrecke AlteSpur-weitemm Neue Spur-weitemm Längekm erbaut NeueSpur-weite(Jahr) Still-legung Bemerkung Baden-Württemberg Mannheim–Haltingen 1600 1435 264,3 1840–1851 1854–1855 Die badischen Eisenbahnstrecken waren ab 1843 in 1600-mm-Breitspur angelegt. Nachdem sich herausstellte, dass alle Nachbarländer die Normalspur bevorzugten, baute die Badische Staatsbahn innerhalb nur eines Jahres 1854/55 ihre bis dahin erstellten Strecken (79km ein- und 203km zweigleisig) ebenfalls auf Normalspur um. Appenweier–Kehl 1435 13,5 1845 Baden-Oos–Baden-Baden 1435 4,3 1845 1977 Lauffen (Neckar)–Leonbronn 750 1435 20,3 1896–1901 1964–1965 1995 Reaktivierung geplant Marbach (Neckar)–Steinheim (Murr) 750 1435 4,3 1894 1968 1990 Karlsruhe Albtalbahnhof–Bad Herrenalb 1000 1435 25,8 1897–1898 1958–1961 Busenbach–Langensteinbach 1000 1435 4,9 1899 1964–1966 Orschweier–Ettenheimmünster 1000 1435 7,9 1893 1922–1927 1966 Leinfelden–Neuhausen (Filder) 1000 1435 14,3 1897 1902 / ~2000 1920 / 1922 / 1983 / — Stuttgart-Möhringen–Unteraichen 1927 als meterspurige Straßenbahn wiedereröffnet, um 2000 mit der Umspurung des Stuttgarter Straßenbahnnetzes zur Stadtbahn Stuttgart erneut auf Regelspur umgespurt Bad Schussenried–Torfwerk 750 1435 5,7 1896 1970 2002 Bahnstrecke abgebaut Schwarzach (Baden)–Bühl (Baden) 1000 1435 9,3 1892 1971–1972 Schwarzach (Baden)–Söllingen (b Rastatt) 1000 1435 11,2 1909 1972–1973 Bayern Nürnberg-Fürth 1435 35,2 1835 1835 1922 Ludwigseisenbahn (Abschnitt:Schwierigkeiten zur Betriebseröffnung) gebaut in Bayrischen Fuß, jedoch auf Beharren von Stephenson vor Betriebseröffnung umgespurt Eichstätt Bahnhof – Kinding 1000 1435 35,2 1898 1934 Bahnstrecke Eichstätt Stadt – Kinding abgebaut Berlin / BrandenburgFür den militärischen Nachschub und den anschließenden Abtransport von Kriegsbeute wurde ein Gleis der Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) und mehrere Strecken in Berlin provisorisch auf russische Breitspur umgespurt. Für Stalins Sonderzug nach Potsdam wurde ab Juni 1945 zusätzlich ein Streckengleis zwischen Berlin Schlesischer Bahnhof und Potsdam umgespurt. Der Breitspurbetrieb auf deutschem Gebiet endete im Dezember 1945. Brandenburg Glöwen – Havelberg 1435 750 9,2 1890 1948 Bahnstrecke abgebaut 1945 und 1971 Müncheberg (Mark)–Buckow 750 1435 6,5 1897 1930 Herzfelde – Stienitzsee 750 600 12,4 1872 1945 ~1971 Oppenheimsche Industriebahn Hessen Grubenbahnen Messel 600 900 18__ 1932 1951 Wächtersbach – Bad Orb 1435 600 6,5 1901 2000 Betrieb als Museumseisenbahn Mecklenburg-Vorpommern Jarmen – Schmarsow Weiche 750 600 11,5 1897 1949 1958 Wiederaufbau nach Reparation, Inselbetrieb Niedersachsen Lüneburg – Neetze 750 1435 17,8 1899 1919 Hoya – Syke 1000 1435 28,8 1881 1966 Echte – Kreiensen 750 1435 9,6 1899 1943 bis 1963 Dreischienengleis Ocholt – Westerstede 750 1435 7,0 1876 1904 Wittmund – Ardorf – Wittmundhaven 1000 1435 14,2 1899 1940 Werlte – Lathen 750 1435 25,2 1898 1957 Broistedt – Groß Ilsede 780 1435 11,2 1884 1919 Nordrhein-Westfalen Minden Stadt – Kleinenbremen 1000 1435 14,0 1918–1921 1950–1957 Minden Stadt – Lübbecke 1000 1435 27,9 1903–1907 1950–1957 Streckenteil Hille – Lübbecke abgebaut Minden – Petershagen – Uchte 1000 1435 14,0 1898 1950–1957 Strecke abgebaut Minden – Kutenhausen – Wegholm 1000 1435 10,3 1915 1950–1957 Strecke abgebaut (Wuppertal-Essen) 820 1435 1831 1847 ursprünglich Pferdebetrieb Niederense – Möhnesee 1000 1435 5,7 1908 1913 Strecke abgebaut 1953 Neheim-Hüsten – Niederense 1000 1435 1898 1954 Strecke abgebaut 1964, Dreischienenausbau 1913 Neheim-Hüsten – Arnsberg 1000 1435 1906 1927 Güterverkehr im Jahr 2006, Dreischienengleis ab 1906 Hüsten-Ost – Steinbruch Müschede 1000 1435 1908 1911 Strecke abgebaut 1954, Dreischienenausbau 1911 Werl – Ostönnen 1000 1435 1898 1923 Strecke abgebaut 1954, nur Dreischienenausbau Hamm – Lippborg 1000 1435 1904 1927, 1940 Strecke als Museumsbahn Bredelar – Martenberg 1000 900 1873 1937 Strecke abgebaut 1925 und 1963 Altenrheine – Osnabrück-Eversburg 1000 1435 28,8 1903 1935 Kleinbahn Rees–Empel 1000 1435 5,6 1897 1915 Essen-Kupferdreh – Hesperbrück 720 1435 4,6 18__ 1877 ? Köln – Bonn, Vorgebirgsbahn 1000 1435 ~24,5 1897 1908–1934 Zieverich – Elsdorf 1000 1435 4,5 1896 1904/1913 1967 Bedburg – Mödrath 1000 1435 16,5 1896/97 1904/1913 Horrem–Mödrath 1978 stillgelegt Bedburg – Ameln 1000 1435 13,7 1898/99 1904/1913 1963 Bergheim – Rommerskirchen 1000 1435 13 1897 1904/1913 1971 Bergheim–Niederaußem 1971 stillgelegt Benzelrath – Oberbolheim 1000 1435 18,4 1896/1905 1904/1913 1968/1978 Mödrath – Liblar 1000 1435 13 1898/99 1904/1913 1956/1965 Liblar – Vochem 1000 1435 7 1901 1904/1913 1942–1966 Stilllegung wegen Tagebau Herscheid-Hüinghausen – Köbbinghauser-Hammer 1435 1000 2,2 Wiederaufbau einer Teilstrecke als Museumseisenbahn Dortmund-Hörde: Hermannshütte – Zeche Schleswig in Neuasseln schmal 1435 1859 1877 Eliasbahn#Weitere Strecken Sachsen Waldheim–Kriebethal 1435 600 ~ 2km 1896 2004 Museumsbahnbetrieb Heidenau – Altenberg 750 1435 38,0 1890 1938 Beim Umspuren weitgehend neutrassiert, Bahnstrecke in Betrieb Klotzsche – Königsbrück 750 1435 19,5 1884 1897 Bahnstrecke in Betrieb Schönfeld-Wiesa – Papierfabrik Schönfeld 750 1435 1,5 1884 1985 Sachsen-Anhalt Stendal – Arneburg 1000 1435 13,0 1899 1914 Bahnstrecke abgebaut Salzwedel – Diesdorf 1000 1435 36,0 1900–1901 1927–1928 Bahnstrecke außer Betrieb Salzwedel – Jeggeleben 1000 1435 1901–1902 1926 Bahnstrecke abgebaut Klötze – Wernstedt 750 1435 1921–1922 Bahnstrecke abgebaut Quedlinburg – Gernrode 1435 1000 8,5 1885 2006 Zörbig – Radegast 750 1435 1896 1946 1910 dreischienig ausgebaut, Schmalspurbetrieb 1946 stillgelegt Gommern–Pretzien 600 750 1888 ? 1890 1976 Schleswig-Holstein Niebüll – Dagebüll 1000 1435 13,6 1895 1926 Bahnstrecke in Betrieb Thüringen Dorndorf – Kaltennordheim 1000 1435 27,9 1879 1934 2003 teilweise abgebaut Bad Salzungen – Vacha 1000 1435 16,3 1879 1905 Stilllegung 2003 – seit 2011 Anschlussbahn Kreuzung Kohlebahn – Meuselwitz 1435 900 ≈2 1874 2005? Museumsbetrieb Deutsche Ostgebiete / Ostpreußen / Westpreußen / Schlesien (Strecken, die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr betrieben wurden) Pillkallen/Schirwindt–Lasdehnen/Doristhal 750 1000 60,9 1901 1917 1945 Pillkaller Kleinbahn Groß Raum–Ellerkrug 1435 1524 10,2 1916 1945 iB Kleinbahn Groß Raum–Ellerkrug

Estland Bahnstrecke AlteSpur-weitemm Neue Spur-weitemm Längekm erbaut NeueSpur-weite(Jahr) Still-legung Bemerkung Tallinn–Viljandi-(Mõisaküla) 750 1520 1901 1971–1973 Lelle–Pärnu 750 1520 1901 1971 Pärnu–Mõisaküla 750 1520 53,5 1. August 1897 Umbau:15. Mai 1975 / 17. Juli 1981 2000 Reststrecke Mõisaküla–Viljandi am 3. Juni 1973 stillgelegt, Neubaustrecke: Personenverkehr bis 31. Januar 1996

Finnland Bahnstrecke AlteSpur-weitemm Neue Spur-weitemm Längekm erbaut NeueSpur-weite(Jahr) Still-legung Bemerkung Lahti – Loviisa Hafen 750 1524 77 1960 Hyrynsalmi – Korvua 750 1524 82 1942 1952/59 2004 Hyrynsalmi – Pesiökylä noch Güterverkehr Mänttä – Vilppula 600 1524 8 1897 1929/30 Nach Umspurung Betriebsübernahme durch Valtionrautatiet, Personenverkehr bis 1953, Ruhen des Güterverkehrs seit 2021

Frankreich Bahnstrecke AlteSpur-weitemm Neue Spur-weitemm Längekm erbaut NeueSpur-weite(Jahr) Still-legung Bemerkung Region Auvergne-Rhône-Alpes Überlandstraßenbahn, Lyon, Fontaines-sur-Saône, Neuville-sur-Saône 1435 1000 1891 1932 1957 Region Bretagne Guingamp–Carhaix 1000 1435 1893 1967 Quelle: Réseau Breton Guingamp–Paimpol 1000 1435 1894 1924 Quelle: Réseau Breton, 1924 Einbau einer dritten Schiene für Normalspur, Schmalspurverkehr 1953 eingestellt Concarneau–Concarneau Ville 1000 1435 1909 1947 1959 CFDF Pont-l’Abbé–Saint-Guénolé 1000 1435 17,8 1907 1947 1963 CFDF Überlandstraßenbahn: La Trinité-sur-Mer – Étel 600 1000 1901 1922 1935 Region Grand Est Straßenbahn Rappoltsweiler / Ribeauvillé 1000 1435 4 1879 1894 1938 Tramway de Ribeauvillé Ensisheim–Colmar 1000 1435 1914 Straßenbahn Mülhausen Straßburg – Kehl 1435 1000 1878 1896 1944 1918 unterbrochen, 1942–1944 erneut in Betrieb, dann endgültig eingestellt, siehe Mittelbadische Eisenbahnen, am 29. April 2017 Wiederinbetriebnahme nach Kehl Bahnstrecke Le Châtelet-sur-Retourne–Juniville–Vouziers 800 1000 1900 1924 1933 Region Hauts-de-France Soissons – Vailly-sur-Aisne – Pontavert 1000 1435 1904 1933 1968 Guignicourt – Concevreux 1000 1435 1903 1933 Guignicourt – Évergnicourt 1000 1435 1903 1961 1987 Romery – Vervins – Liart 1000 1435 55 1912/13 1920 Guise – Étréaupont – Hirson 1000 1435 39 1910 1920 1978 Region Île-de-France Paris, Place Denfert-Rochereau–Sceaux 1750 1435 1846 1891–1893 Ligne de Sceaux Enghien-les-Bains–Montmorency (Val-d’Oise) 1000 1435 6,4 1897 1908 1935 Tramway Enghien – Montmorency Region Nouvelle-Aquitaine Royan, La Grande-Côte – Ronce-les-Bains 1000 600 27 1892 1913 1945 Dampfstraßenbahn Royan in Kombination mit der Waldbahn

Griechenland Bahnstrecke AlteSpur-weitemm Neue Spur-weitemm Längekm erbaut NeueSpur-weite(Jahr) Still-legung Bemerkung Larisa – Volos 1000 1435 1960 Paleofarsalos – Kalambaka 1000 1435 1998 Athen – Korinth 1000 1435 2005 Regelspurstrecke in neuer Lage, Parallelbetrieb 2005–2007,seit 2007 Regelspurbetrieb bis Kiáto, zukünftig bis Patras

Großbritannien Die Great Western Railway betrieb ein Breitspurnetz, das bis 1892 umgespurt wurde.