Die THDL-Transkription (voller Name auf Englisch: THDL Simplified Phonetic Transcription of Standard Tibetan) ist ein Umschrift-System für die tibetische Sprache bzw. Schrift. Sie wurde von David Germano und Nicolas Tournadre für die Tibetan and Himalayan Digital Library (THDL) entwickelt und ist eine vereinfachte Form der Transkription, die Nicolas Tournadre in der englischsprachigen Ausgabe seines Lehrbuches der tibetischen SpracheNicolas Tournadre, Sangda Dorje: Manuel de tibétain standard: Langue et civilisation. L’Asiathèque, 2003, ISBN 2-911053-67-2;Nicolas Tournadre: Manual of Standard Tibetan. Snow Lion Publications, 2003, ISBN 1-55939-189-8. verwendet.
Grundsätze Bei der THDL-Transkription handelt es sich weder um eine Transliteration nach dem tibetischen Schriftbild noch eine Transkription nach der Aussprache, sondern um eine Mischform. Man kann daher von der Transkription weder auf die Schreibweise noch auf die Aussprache schließen.
Umschrift des tibetischen Alphabets In den folgenden Tabellen sind dem tibetischen Alphabet die Wylie-Transliteration, die THDL-Transkription und die von der UNO anerkannte offizielle Transkription der Volksrepublik China gegenübergestellt.
Konsonanten Die Unterschiede gegenüber der Wylie-Transliteration sind hier fett dargestellt. Die Abweichungen dienen dazu, eine völlig falsche Aussprache durch englischsprachige Leser zu vermeiden.
Tibetisch Wylie k kh g ng c ch j ny t th d n p ph b m ts tsh dz w zh z ’ y r l sh s h a THDL q x g ng ch ch j ny t t d n p p b m ts ts dz w zh z — y r l sh s h — offiziell g k g/kJe nach realer Aussprache. ng j q j/q ny d t d/t n b p b/p m z c z/c w x s — y r l x s h —
Vokale Tibetisch Wylie a i u e o THDL a i u e o offiziell a i u ê o
Annäherung an die Aussprache
Konsonanten Buchstaben, die nicht gesprochen werden (stumme Buchstaben), werden in der THDL-Transkription in der Regel weggelassen.
Obwohl die Buchstaben und normalerweise nicht gesprochen werden, sondern nur den vorhergehenden Vokal längen, werden sie als r und l transkribiert. Die übrigen konsonantischen Silbenauslaute werden als -k, -ng, -n, -p und -m transkribiert.
Die Konsonantenfolgen und werden unterschiedslos als ch-, wird als j- und als ny- wiedergegeben.
Die Konsonantenfolgen und werden alle als tr- transkribiert, und als dr-.
Die Konsonantenfolge wird als d- wiedergegeben, als lh-, als w-, als y- und als r-.
Für die Transkription von , bestimmte Konsonantenfolgen und Buchstaben, die vor allem in Lehnwörtern aus dem Sanskrit verwendet werden () gibt es weitere Regeln bzw. Ausnahmen, wobei in der Regel die Aussprache als Richtschnur dient.
Vokale Der Umlaut von und vor den Konsonanten und wird mit e, ü bzw. ö wiedergegeben. Am Wortende wird der Vokal e (sowohl als auch Umlaut-) mit Akut geschrieben (é), um eine völlig falsche Aussprache durch englischsprachige Leser zu vermeiden.
Weitere Besonderheiten Wörter werden jeweils zusammengeschrieben.
Die Silben und werden am Wortende als -wa, -wo, -wé bzw. -war transkribiert.
Weblinks David Germano, Nicolas Tournadre: The THL Tibetan Dictionaries
Einzelnachweise
Kategorie:Umschrift für Tibetisch