Michael Paul Ludwig Richard Freiherr von Godin (* 8. Oktober 1896 in München; † 11. Januar 1982 ebendort) war ein deutscher Polizist. Godin wurde bekannt als Leiter der Polizeieinheit, die 1923 während des Hitler-Ludendorff-Putsches in München den Marsch der Nationalsozialisten zur Feldherrnhalle gewaltsam auflöste und so das endgültige Scheitern des Putsches herbeiführte.

Leben Herkunft Er war der Sohn des bayerischen Majors a. D. und Kämmerers Reinhard Freiherr von Godin und dessen Ehefrau Marie, geborene Bals. Sein Bruder Emmerich (1881–1934) schlug wie er eine Militärkarriere in der Bayerischen Armee ein. Seine Cousine war die Schriftstellerin, Frauenrechtlerin, Übersetzerin und Albanienforscherin Marie Amelie von Godin.

Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 Godin nahm am Ersten Weltkrieg teil und trat 1920 in die Bayerische Landespolizei über. Er war am 9. November 1923 Leutnant der Landespolizeieinheit, welche in der Polizeidirektion München Polizeipräsident Ernst Pöhner und Wilhelm Frick verhaftete und am Odeonsplatz den bewaffneten Aufmarsch der Nationalsozialisten im Rahmen des Hitlerputsches mit Schusswaffengebrauch zerstreute.

Godin wurde von Mai 1933 bis Januar 1934 und Ende Mai 1934 im KZ Dachau in Schutzhaft genommen. Sein Zellengenosse Erwein von Aretin erinnerte sichErwein von Aretin: Krone und Ketten. S. 219 f. Süddeutscher Verlag. München 1995.:

Godin wurde im Januar 1934 aus Dachau entlassen.Laut Große Bayerische Biographische Enzyklopädie, München 2005, Band 1, S. 656, war Godin von Mai 1933 bis Januar 1934 in Schutzhaft, während angibt, er sei Ende Mai 1934 in Schutzhaft genommen worden. Dies gelang durch die Hilfe von Franz Ritter von Epp, der Godin gleich nach seiner Entlassung zu Hause anrief und zu ihm sagte:Anfang 1938, vor dem Anschluss Österreichs, entkam er nach Luzern, wo er auf Vermittlung von Gero von Schulze-Gaevernitz und Allen Welsh Dulles die deutsche Exilgemeinde für den Office of Strategic Services ausforschte., Jose Raymund Canoy, The Discreet Charm of the Police State: The Landpolizei Transformation or Bavaria 1945–1965, 2007, S. 62

Das Deutsche Reich erkannte ihm 1939 die Staatsbürgerschaft ab.NS 26/117 – Akten aus der NS-Zeit

Nachkriegszeit Am 6. Juni 1945 kam Godin zusammen mit Wilhelm Hoegner – dem späteren Bayerischen Ministerpräsidenten – in einem amerikanischen Jeep aus der Schweiz nach München zurück. Am 29. Juni 1945 wurde angeordnet, dass die bayerische Landespolizei nach demokratischen Gesichtspunkten und dezentral neu einzurichten sei. Godin wurde – als bisheriger Chef der Landpolizei im Regierungsbezirk OberbayernBayerns Polizei (Mitarbeiterzeitschrift), Ausgabe 2/2016 – zum Präsidenten der Bayerischen Landespolizei auf Lebenszeit ernannt.

Am 24. April 1946 setzte Godin als erster Präsident der damaligen Landespolizei von Bayern, nach Genehmigung des Bayerischen Ministerpräsidenten und der amerikanischen Militärregierung, die organisatorischen Grundsätze der Landespolizei im Freistaat in Kraft. Bis 1959 stand er an der Spitze der Bayerischen Landespolizei.Hrsg.: Rudolf Vierhaus, DBE, S. 877

1963 wurde ihm der Bayerische Verdienstorden verliehen.

Literatur Godin, Michael, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur, 1980, S. 228

Weblinks

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/hitlerputsch-feldherrnhalle-polizei-1.6299910

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