mini|Robert A. Taft rahmenlos|rechts|klasse=skin-invert-image|Unterschrift Robert Alphonso Taft (* 8. September 1889 in Cincinnati, Ohio; † 31. Juli 1953 in New York City) war ein US-amerikanischer Politiker und Mitglied der Republikanischen Partei. Er entstammt der berühmten Taft-Familie aus Ohio, die seit dem 18. Jahrhundert in Ohio lebt und eine Reihe bedeutender US-Politiker und Persönlichkeiten hervorbrachte, so etwa seinen Sohn Robert Taft junior oder seinen Vater William Howard Taft, den 27. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Taft galt seinerzeit als einer der prägendsten Politiker der Konservativen Bewegung.

Familie, Kindheit, Jugend und Einstieg ins Berufsleben Elternhaus Robert Alphonso Taft war Enkel des berühmten Justiz- sowie Kriegsministers Alphonso Taft und Sohn des späteren US-Präsidenten William Howard Taft und dessen Gattin Helen. Der Clan der Tafts ist eine der bedeutendsten Familien Ohios und diesbezüglich etwa mit den Kennedys, Bushs und anderen führenden Familien vergleichbar, weil sie wiederholt prominente Repräsentanten der Vereinigten Staaten, insbesondere im Bereich der Politik und der Justiz, stellen konnten, darunter Richter, Gouverneure und mit Tafts Vater sogar einen Präsidenten der Vereinigten Staaten.James T. Patterson: Mr. Republican: A Biography of Robert A. Taft. o. O. 1972.

Kindheit und Jugend Einige Jahre seiner Kindheit verbrachte Taft auf den Philippinen, da sein Vater William H. Taft dort als Gouverneur der damals zu den Vereinigten Staaten gehörigen Inseln fungierte.

Schon zu Tafts Lebzeiten wurde ihm nachgesagt, er habe eine brillante Auffassungsgabe für komplexe Sachverhalte. In seiner Schulzeit stellte er dies erstmals unter Beweis. Er war bereits Klassenprimus in der Taft School, einer Privatschule unter Leitung eines Onkels.

Studium und erste berufliche Tätigkeiten Im Anschluss an seine Schulzeit besuchte Taft als Student das Yale College. Dort avancierte er erneut zum Jahrgangsbesten des Jahres 1910. Dies konnte er auch nach seinem Wechsel an die Harvard Law School wiederholen (1913). Dort studierte er erfolgreich Jura und betätigte sich als Herausgeber der Harvard Law Review heraus. Im Anschluss an sein erfolgreich abgeschlossenes Jurastudium nahm er eine Anstellung bei der Firma Maxwell & Ramsey (heute übergegangen in die Graydon Head & Ritchey LLP) an, um bei der Firma aus Cincinnati, der Stadt seiner Vorfahren, erste Berufserfahrung zu sammeln. Im Herbst 1917, nach dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg, meldete er sich als Freiwilliger zum Kriegsdienst, wurde jedoch aufgrund unzureichenden Sehvermögens zurückgestellt. Nach einem anschließenden Intermezzo in Washington, wo er für die Bundesverwaltung für Ernährung tätig gewesen war, und Europa, kehrte er nach Cincinnati zurück, wo er als Anwalt und Teilhaber in einer gemeinschaftlichen Anwaltskanzlei tätig wurde.James T. Patterson: Mr. Republican: A Biography of Robert A. Taft. Boston 1972, passim.

Ehe und Kinder Am 17. Oktober 1914 heiratete Taft Martha Wheaton Bowers, die Tochter von Lloyd Wheaton Bowers, der ein langjähriger politischer Weggefährte, Mitarbeiter und Vertrauter seines Vaters war. Seine Frau war eine wichtige Stütze in seinem Leben. Sie hatte als Vertrauensperson ihren nicht unerheblichen Anteil an seinem politischen Leben. Auch war sie aufgrund ihres Charmes für Tafts Image sehr bedeutend, da Taft selbst eher sachlich, unterkühlt und wortkarg wirkte und man ihm nachsagte, er sei etwas barsch gewesen.

Taft und seine Frau hatten gemeinsam vier Kinder, allesamt Söhne: William Howard Taft III (1915–1991), der unter anderem als US-Botschafter in Irland tätig war. Robert Taft, jr. (1917–1993), der in den Senat gewählt wurde; Lloyd Bowers Taft I (1923–1985) Horace Dwight Taft (1925–1983), der Physikprofessor und Dekan in Yale wurde. auf spiritus-temporis.com Alle Söhne machten ihrerseits Karriere, jedoch nicht alle in der Politik. Tafts Enkelsohn Robert Alphonso Taft II, der Sohn von Robert Taft, jr. war von 1999 bis 2007 Gouverneur von Ohio und trat damit in die Fußstapfen seines Großvaters.

Berufliches und politisches Leben

Anwaltskanzlei Robert Taft gründete gemeinsam mit seinem Bruder Charles und weiteren Geschäftspartnern eine Anwaltssozietät, die bis in die Gegenwart unter dem Namen Taft, Stettinus & Hollister firmiert. Taft blieb bis zu seinem Tod in der Kanzlei aktiv.

Frühe öffentliche Karriere Weil die Armee ihn aufgrund einer Sehschwäche nicht einzog, begann Taft stattdessen seine Arbeit in der Bundesverwaltung. Seine erste Stelle war 1917 in der Food and Drug Administration, wo er Herbert Hoover kennenlernte. Hoover wurde in der Folge zu Tafts Vorbild. Von 1918 bis 1919 arbeitete Taft in Europa. In Paris war er für die American Relief Administration als Rechtsberater tätig. Er erlebte dort das Ende und die vielfach schlechten Lebensbedingungen in Europa unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Die von Hoover geleitete American Relief Administration verteilte bereits vor Kriegsende und besonders nach dem Krieg Lebensmittel an Zivilisten in Europa, darunter neben den Ländern der Entente auch ins schwer geschlagene Deutschland und ins von Krieg, Bürgerkrieg und der bolschewistischen Revolution erschütterte Russland.Artikel betreffend die Tätigkeiten der ARA BBC News Während dieser Tätigkeiten entwickelte Robert A. Taft gegenüber der staatlichen Bürokratie aufgrund ihrer Ineffizienz zunehmendes Misstrauen. Auch sah er die Verwaltungsbürokratie als schädlich für die Rechte des Individuums an. Für Taft waren es jedoch gerade diese individuellen Rechte, die er während seines ganzen politischen Lebens befürwortete, und für die er eintrat. Ebenso wenig wie der administrativen Bürokratie traute Taft dem Völkerbund. Europäischen Politikern misstraute er generell. Einem mit entsprechenden Befugnissen ausgestatteten internationalen Gerichtshof (Weltgericht), das internationalem Recht Geltung verschaffen sollte, stand er befürwortend gegenüber. Allerdings sollte ein solches erst nach seinem Tod entstehen.

1919 kehrte Taft nach Ohio zurück und unterstützte dort sein Idol Hoover während der Wahlkampfkampagne um das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. In etwa dieselbe Zeit fiel auch die Gründung der Anwaltssozietät mit seinem Bruder Charlie und weiteren Anwälten.Clarence E. Wunderlin: Robert A. Taft: Ideas, Tradition, and Party in U.S. Foreign Policy. New York 2005, passim.

Erste politische Ämter Für die Republikaner kandidierte Robert A. Taft 1920 erstmals für einen Sitz im Repräsentantenhaus von Ohio. Prompt erhielt er dort einen Sitz. 1926 avancierte er sogar zum offiziellen Sprecher dieses Hauses. Außerdem war er zur gleichen Zeit dort auch Führer der republikanischen Mehrheitsfraktion.

1930 trat Taft erstmals an, um einen Senatorenposten zu erlangen. Dies gelang ihm zwar bereits im ersten Anlauf, jedoch musste er nach erneuter Abstimmung im Jahre 1932, bei welcher er unterlag, seinen Senatorenstuhl vorübergehend wieder räumen. Gleichwohl blieb er weiterhin politisch und auch juristisch tätig. Vor allem exponierte er sich als Reformer und Modernisierer des veralteten Steuerrechts insbesondere im Bundesstaat Ohio. Außerdem machte er sich als prominenter Gegner des rassistischen Ku-Klux-Klans einen Namen. Auch als Gegner der Prohibition profilierte Taft sich in dieser Zeit. So wurde er zu einem der einflussreichsten Politiker während der Zwischenkriegszeit sowohl auf lokaler Ebene als auch im Bundesstaat Ohio. Außerdem war er in Kreisen der Juristen sehr angesehen.James T. Patterson: Mr. Republican: A Biography of Robert A. Taft. Boston 1972, passim. Zitat: Robert A. Taft über sich (1922): “while I have no difficulty talking, I don’t know how to do any of the eloquence business which makes for enthusiasm or applause”.Zitat Robert A. Taft in: James T. Patterson: Mr. Republican: A Biography of Robert A. Taft. Boston 1972, passim. Auch wenn Taft eher als langweiliger Redner galt, so war er dennoch ein unermüdlicher Arbeiter mit einem breiten Betätigungsfeld und weitreichendem politischem Interesse. Insbesondere seine hohe Auffassungsgabe und die Fähigkeit selbst komplexe Sachverhalte in verschiedenen Themenbereichen zu überblicken, sie erklären und darstellen zu können, brachte ihm den Respekt vieler Reporter und Politiker ein. Daher haben ihn seine politischen Kontrahenten von den Demokraten etwas scherzhaft mit folgendem Satz umschrieben: “Taft has the best mind in Washington, until he makes it up.”

Taft als Senator mini|Taft im Jahr 1939 Dreimal wurde Taft zum US-Senator gewählt. Seine erste Amtszeit begann er im Anschluss an die Senatswahlen im Jahre 1938. Gemeinsam mit einigen Demokraten insbesondere aus dem Süden der USA stand er in fundamentaler Opposition zum New Deal, der auf den noch jungen und damals entstehenden Theorien des Ökonomen John Maynard Keynes basierte. Es gelang, das Umsichgreifen der Praktiken des New Deal deutlich zu beschränken, wobei Taft allerdings weiterhin sein Ziel in einer Rücknahme der Maßnahmen des New Deal weiter verfolgte. Dabei beabsichtigte er einerseits eine Straffung und verbesserte Effizienz der Verwaltungsbürokratie, andererseits war er der Auffassung, dass die freie Wirtschaft die Wiedererlangung der nationalen Wirtschaftskraft nach der Weltwirtschaftskrise aus freien Stücken leisten könne, solle und werde. Er bezeichnete den New Deal als sozialistisch und kritisierte die deficit-spending bezeichnete Staatsverschuldung zur Ankurbelung der Wirtschaft und forderte im Gegensatz eine Subventionierung der Landwirtschaft. Ebenso attackierte er wiederholt die aus seiner Sicht ineffektive staatliche Verwaltung und ebenso das National Labor Relations Board. Auf der anderen Seite stand all dem sein grundlegender Einsatz für ein auf wirtschaftliches Wachstum ausgerichtetes, konservatives Programm gegenüber. Dabei befürwortete er die Freiheit individueller wirtschaftlicher Betätigung sowie ein adäquates soziales Wohlfahrtssystem. Überdies war er ein strikter Verfechter einer isolationistischen Politik der USA und stellte sich lange vehement gegen einen möglichen Kriegseintritt der Vereinigten Staaten von Amerika in einen europäischen Krieg. Insbesondere trat er diesbezüglich zwischen 1939 und 1941 in Erscheinung.David Kennedy: Freedom from Fear: The American People in Depression and War, 1929–1945. New York 1999, S. 326ff., 347ff. und 454f.; Clarence E. Wunderlin: Robert A. Taft: Ideas, Tradition, and Party in U.S. Foreign Policy. New York 2005, passim; James T. Patterson: Mr. Republican: A Biography of Robert A. Taft. Boston 1972, passim. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor unterstützte Taft allerdings doch die Kriegsanstrengungen der Vereinigten Staaten, auch wenn er zuvor lange Zeit das gegen den Krieg Einfluss nehmende America First Committee stärkte, dem er selbst allerdings nie persönlich angehörte. zu den Hintergründen oder auch sowie America First Committee in der englischsprachigen Wikipedia sowie die dort genannten Quellen und Referenzen.

1944 wurde Taft erneut in den Senat gewählt, ebenso im Jahre 1950. Im Jahre 1944 wurde Taft zum Vorsitzenden der so genannten Senate Republican Conference gewählt, welche in Deutsch am ehesten als Fraktion der republikanischen US-Senatoren zu umschreiben wäre.

Der Taft-Hartley Labor Act von 1947