mini|AMI-Logo an einem Rambler von 1971 Australian Motor Industries (kurz auch AMI) war ein australischer Automobilhersteller mit Geschäftssitz in Port Melbourne. Er produzierte und importierte Automobile nach Lizenzen ausländischer Hersteller, u. a. von Daimler-Benz, AMC und Toyota.
Das Unternehmen wurde 1987 eine 100%ige Tochtergesellschaft von Toyota und firmierte fortan als Toyota Motor Corporation Australia, das bis 2017 Automobile produzierte.
Geschichte Die Ursprünge des Unternehmens lassen sich bis in das Jahr 1926 auf ein Unternehmen mit dem Namen Eclipse Motors zurückverfolgen, das Automobile importierte. Im Jahr 1949 wurde unter Mitwirkung der örtlichen Standard-Vertretung die Standard Motor Company (Australia) Limited gegründet, um Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge der Marken Standard und Triumph herzustellen.Peter C. Stubbs, The Australian Motor Industry: A Study in Protection and Growth, Melbourne 1972, S. 68.
Daneben wurden auch Traktoren der Marke Ferguson und Massey-Ferguson hergestellt, die über das Vertriebsunternehmen British Farm Equipment verkauft wurden.Alam MacMillan: The TE-A20 Ferguson Tractor in: The Triumphant Standard, August 2017.
Standard / Triumph mini|Standard Vanguard Six (1962), vom AMi montiert. Die Standard-Modelle in Australien unterschieden sich teilweise von ihren britischen Pendants. Außerdem wurden Ute-Ausführungen verschiedener Modelle wie z. B. Mayflower und Vanguard hergestellt.Robert Bensley: Standard and Triumph Registration Statistics - Part 5 in: The Triumphant Standard, April 2017.
Die Baureihen Eight und Cadet waren mit 28.147 zugelassenen Fahrzeugen die erfolgreichsten Standard-Modelle in Australien.Robert Bensley: Standard and Triumph Registration Statistics - Part 4 in: The Triumphant Standard, Oktober 2016. Reine Produktionsdaten für Standard- oder Triumph-Modelle sind bis auf den Herald nicht nachgewiesen.
Beim Vanguard, dessen Motorhaube in Australien mit einem Känguru versehen war und der zeitweise als Spacemaster vertrieben wurde, wurden einige Modellpflegemaßnahmen nur verzögert umgesetzt.Robert Bensley: Vanguard Spotters Guide, auf stcc.com.au. Von 1960 bis 1966 wurden vom Vanguard 6 insgesamt 4648 Fahrzeuge zugelassen, davon 1968 als Utility.Robert Bensley: Standard and Triumph Registration Statistics - Part 1 in: The Triumphant Standard, Juli 2016.
In den Jahren 1959 bis 1966 wurden 14.975 Triumph Herald hergestellt, davon 960 Cabriolets und 432 Exemplare des Triumph 12/50.Dale Hickman: Triumph Herald, Australian Style. A Different Slant on the Herald. Zugelassen wurden 15.179 Einheiten.Robert Bensley: Standard and Triumph Registration Statistics - Part 2 in: The Triumphant Standard, August 2016. Diese Zahl könnte unter Umständen auch bei den anderen Modellen ein Verhältnis zwischen den importierten und von AMI montierten Fahrzeuge vermitteln. Dagegen wurden von 1963 bis 1971 nur 1083 Spitfire zugelassen.Robert Bensley: Standard and Triumph Registration Statistics - Part 3 in: The Triumphant Standard, September 2016.
Das erfolgreichste Triumph-Modell war – von 1964 bis 1978 – mit 22.942 Registrierungen der 2000/2500, der bei AMi bis 1978 produziert wurde.Robert Bensley: Standard and Triumph Registration Statistics - Part 6 in: The Triumphant Standard, August 2017. Einer anderen Quelle zufolge endete die Triumph-Produktion bei AMI 1976 und wurde anschließend von Leyland Australia bis 1978 bei externen Dienstleistern fortgeführt.Vehicles covered auf www.stcc.com.au.
Mercedes-Benz Im Jahr 1958 einigte sich Standard Australien mit Mercedes-Benz, das Produktionskapazitäten in Australien suchte. Gemeinsam gründeten sie im Juli 1958 die Mercedes-Benz Australia Pty Ltd (MBAU), an denen Standard zu zwei Dritteln und Daimler-Benz zu einem Drittel beteiligt war (das aber bereits wenige Jahre später von Daimler-Benz vollständig übernommen wurde). Im Jahr 1959 änderte Standard seinen Namen in Australian Motor Industries (AMI).Mercedes-Benz Australia: The first fifty years (2008). Am 12. Februar 1959 wurde als erstes Fahrzeug ein Mercedes-Benz 220S hergestellt. Von 1959 bis 1965 wurden je nach Quelle 6390 bis rund 7500 Fahrzeuge produziert.
AMC Ab 1960 importierte und montierte AMI auch Fahrzeuge der American Motors Corporation.Mtchelle Tulk: Forgotten Cars of Australia: The AMI Rambler Javelin, auf Motoring vom 4. März 2017. Diese wurden als Rambler vertrieben.
Die Stückzahlen der verschiedenen, bis 1978 gefertigten Modelle blieben relativ gering. (englisch) Der Rambler Gremlin von AMI blieb ein Einzelstück.Marc Cranswick, The Cars of American Motors: An Illustrated History, Jefferson 2011, S. 239.
Toyota mini|Toyota Tiara von AMI Im April 1963 nahm AMI die Produktion des Toyota Tiara auf. Mit der steigenden Beliebtheit Toyotas in den 1960ern nahm die AMI auch die Produktion der Modelle Crown, Corona und Corolla auf.
Im Jahr 1968 erwarb Toyota eine Beteiligung von 10 % an AMI, die 1971 durch die Übernahme der Anteile von British Leyland auf 50 % ausgeweitet wurde.Kosmas Tsokhas, „Social capital, interdependence and Japanese multi-nationals“, in: Journal of Contemporary Asia 11(4) (1981), S. 449–486. Zudem eröffnete AMI 1974 ein zusammen mit Nippondenso errichtetes Komponentenwerk.
1985 änderte AMI seinen Namen in AMI Toyota Ltd.Amrik S. Sohal, Danny Samson & Liz Ramsay: „Toyota Motor Corporation Australia: a case study“, in: Total Quality Management 5:6 (1994), S. 431–440, doi:10.1080/09544129400000062.
1987 wurden die restlichen Anteile anderer an Australian Motor Industries von Toyota aufgekauft; das Unternehmen firmierte um und heißt seitdem Toyota Motor Corporation Australia.
Weblinks
Toyota Australia
Einzelnachweise
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