Der Nonnenbach ist ein fast 17 km langer, insgesamt etwa westsüdwestlich laufender Zufluss des Bodensees in Kressbronn im baden-württembergischen Bodenseekreis. Sein Name leitet sich vom altdeutschen Wort Ungenbach = Unkenbach ab.
Verlauf Der Bach entspringt südwestlich der zur Gemeinde Achberg gehörenden Ortschaft Isigatsweiler und fließt zunächst in südwestliche Richtung, vorbei an Siberatsweiler, Rudenweiler, Saßenweiler, Dentenweiler, Rengersweiler und Hörbolz. Ab Bechtersweiler und Unterquerung der Bundesstraße 31 fließt er – die Gemeinde- (Wasserburger Ortsteile Hengnau und Selmnau–Kressbronn) und Landesgrenze (Bayern–Baden-Württemberg) bildend – in westliche Richtung nach Kressbronn am Bodensee. Vorbei an den Ortsteilen Krummensteg und Arensweiler durchfließt der Nonnenbach die Ortsmitte Kressbronns und mündet schließlich beim Strandbad in den Bodensee.
In alten Karten wird der Nonnenbach im Mittellauf auch als Gränzbach oder Grenzbach bezeichnet.Okularriss der Pfarrei Gattnau, 1820
Auf dem Weg zur Mündung begleitet den Bach durchwegs eine üppige Ufervegetation, hauptsächlich Erlen, Eschen und Weiden. Er durchquert weitgehend kleine Wälder und Agrarland. Die zum Teil in den Bach hineinragenden Wurzeln der Bäume bieten Lebensraum für Jungfische und Kleinlebewesen wie Bachflohkrebse.
Zuflüsse Von der Quelle zur Mündung nimmt der Nonnenbach neben vielen unbenannten Bächen folgende Zuflüsse auf: Abfluss des Hermannsberger Weihers (l), bei Rudenweiler Abfluss des Degersees (r), bei Hörbolz Graben aus dem Burgstallmoos (l), nordwestlich von Hengnau Fallenbach (r), Kressbronner Ortsmitte
Nutzung Gerberei Auf der heutigen Grünfläche an der Kressbronner Hauptstraße wurde ehemals eine Gerberei betrieben. Zur Wässerung der Häute und Felle benötigte der Gerber eine Menge an Wasser, das dem Nonnenbach entnommen wurde. Die Abwässer gelangten mit dem Nonnenbach ungehindert und ohne geklärt zu werden in den Bodensee.
Mühlen Am Lauf des Nonnenbachs werden bzw. wurden vier Mühlen betrieben. Etwas außerhalb von Bechtersweiler liegt die Martinsmühle; hier wird heute noch mit Hilfe der Wasserkraft elektrische Energie erzeugt. Im Kressbronner Gemeindegebiet trieb das Wasser des Nonnenbachs ehemals drei Mühlen an. Die Ober-, Mittel- und Untermühle sind noch vorhanden, die Mittelmühle noch in Betrieb. Von der Untermühle – ihre Geschichte lässt sich bis um 1400 zurückverfolgen – zeugen noch ein Straßenname, eine Wehranlage und der ehemalige Mühlenteich.
Schutzgebiete FFH-Gebiet Im Mündungsbereich des Nonnenbachs ist er Teil des am 1. Januar 2005 ausgewiesenen, insgesamt 1363,4 Hektar großen FFH-Gebiets „Bodenseeuferlandschaft östlich Friedrichshafen“ (SG-Nr. DE8423341).
Landschaftsschutzgebiete Im Bereich nordöstlich der Kressbronner Ortsmitte ist das Tal des Nonnenbachs Teil des mit Verordnung vom 19. Juni 1986 des Regierungspräsidiums Tübingen ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiets „Seenplatte und Hügelland südlich der Argen und Nonnenbachtal“ (SG-Nummer 4.35.034, insgesamt 968 Hektar).Im Mündungsbereich ist der Nonnenbach Teil des am 13. April 1940 ausgewiesenen, insgesamt 35,3 Hektar großen Landschaftsschutzgebiets „Württembergisches Bodenseeufer“ (SG-Nr. 4.35.001).
Biotope Erklärung SG-Nr.: Schutzgebietsnummer gemäß Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) und Umweltobjektkatalog Bayern (UOK) Name: offizieller Name des Biotops gemäß LUBW und UOK Ort: Stadt, Gemeinde oder Ortsteil, die/der dem jeweiligen Biotop am nächsten liegt Lage: „Gm.“ = Gemarkung; „Gw.“ = Gewann; „Fs.“ = Flurstück Ko.: Angabe der geographischen Koordinaten des jeweiligen Biotops; verlinkt, öffnet Karte Naturraum: „WA“ = Westallgäuer Hügelland; „BB“ = Bodenseebecken Größe: Fläche in Hektar (1 Hektar = 10.000 m²) des jeweiligen Biotops Erfassung: Datum der jeweiligen Erfassung Bemerkungen: Beschreibungen usw. zum jeweiligen Biotop Bild: Foto des jeweiligen Biotops
Achberg und Tettnang Entlang des Nonnenbachs sind auf Achberger Gemeinde- und Tettnanger Stadtgebiet von der Quelle bis zur Landesgrenze nach Bayern folgende Biotope ausgewiesen:
SG-Nr. Name Ort Lage Ko. Naturraum Größe [ha] Erfassung Bemerkung/en Bild 183244360356 Feuchtgebiet südlich von Duznau Duznau Gm. Achberg 53.1136015 WA 0,5029 24.05.1995 Nasswiese, Pfeifengras-Streuwiese und Land-Schilfröhricht 183244360440 Feuchtgebüsch nordöstlich von Siggenreute Siggenreute Gm. Achberg 53.1136015 WA 0,0420 23.06.1995 Asch-Weiden- und Ohr-Weiden-Feuchtgebüsch 183244360423 Feldgehölz südlich von Duznau Duznau Gm. Achberg 53.1136015 WA 0,0700 23.05.1995 Feldgehölz mit Schwarz-Erle und Purpur-Weide 183244360358 Feuchtgebiet am Königsbühl Siberatsweiler Gm. Achberg 53.1136015 WA 0,1495 15.05.1995 Land-Schilfröhricht und Steifseggen-Ried 183244360425 Feldgehölz östlich von Siberatsweiler Siberatsweiler Gm. Achberg 53.1136015 WA 0,2171 24.05.1995 Feldgehölz mit Hänge-Birke und Eingriffeligem Weißdorn 183244360422 Schilfröhricht südwestlich Siberatsweiler Siberatsweiler Gm. Achberg 53.1136015 WA 0,2516 22.05.1995 zwei Teilflächen mit Land-Schilfröhricht und Gebüsche feuchter Standorte 183244360458 Röhrichtbestände südwestlich Siberatsweiler Siberatsweiler Gm. Achberg 53.1136015 WA 0,0500 10.08.1995 zwei Teilflächen mit Röhricht und Ufer-Schilfröhricht 183244356595 Feuchtgebietskomplex ‘Graben’ nordöstlich Rudenweiler Rudenweiler Gm. Langnau 53.1136015 WA 1,8439 24.05.1995 Pfeifengras-Streu- und Nasswiese, Land-Schilf-, Rohrglanzgras- und Ufer-Schilfröhricht 183244356586 Auwaldstreifen am Butzenbach westlich Dentenweiler Dentenweiler Gm. Langnau 53.1136015 WA 0,1308 23.05.1995 Gewässerbegleitender Auwaldstreifen von durchschnittlich sechs Meter Breite
Lindau Entlang des Nonnenbachs sind auf Lindauer Stadtgebiet im Bereich der Ortschaften Rengersweiler, Hörbolz und Bechtersweiler bis zur Landesgrenze nach Baden-Württemberg folgende Biotope ausgewiesen:
SG-Nr. Name Ort Lage Ko. Naturraum Größe [ha] Erfassung Bemerkung/en Bild 8324-0004-001 Nonnenbachabschnitte bei Rengersweiler Rengersweiler Gm. Unterreitnau 53.1136015 WA 0,5373 16.07.1997 zwei Teilflächen; Ufergehölz und Wald an natürlichem und naturnahem Fließgewässer 8324-0003-002 Größere und kleinere Restfeuchtflächen östlich und nördlich von Rengersweiler Rengersweiler Gm. Unterreitnau 53.1136015 WA 0,7905 16.07.1997 vier Teilflächen; Seggen- und binsenreiche Feucht- und Nasswiesen, Hochstaudenflur und Großseggenried 8324-0124-001 Begradigter Abschnitt des “Nonnenbaches” südöstlich Rengersweiler Rengersweiler Gm. Unterreitnau 53.1136015 WA 0,1497 16.07.1997 Großröhricht, Gewässer-Begleitgehölz, Hochstaudenflur und Nasswiese 8323-0011-002 oder 001 Gehölzsäume am Nonnenbach östlich Hörbolz DürrenHörbolz Gm. Unterreitnau 53.1136015 WA 0,0281 16.07.1997 zwei Teilflächen; Ufergehölz mit Grau- und Schwarz-Erle an naturnahem Fließgewässer 8323-0010-001 Begradigte Nonnenbachabschnitte südöstlich und südlich Hörbolz Hörbolz Gm. Unterreitnau 53.1136015 WA 0,2653 16.07.1997 zwei Teilflächen; Großröhricht und Verlandungsvegetation an bis zu zwei Meter breitem Graben mit zügiger Wasserführung von durchschnittlich 80 Zentimeter Tiefe zentriert|100x100px 8423-0006-001 Feuchtkomplex am Nonnenbach östlich Bechtersweiler Bechtersweiler Gm. Unterreitnau 53.1136015 WA 0,2542 18.07.1997 Seggenried und Nasswiese am hier wegen einer Mühlgrabenabzweigung auf die West-Seite eines engen Durchlasses zwischen zwei Drumlins verlegten Nonnenbachs 8423-0007-001 Nonnenbachabschnitte bei der Martinsmühle südöstlich Bechtersweiler Bechtersweiler Gm. Unterreitnau 53.1136015 WA 0,6626 18.07.1997 eine von zwei Teilflächen mit Ufergehölzen, Hochstaudenfluren und Seggenrieden an naturnahem Fließgewässer 8423-0007-002 Nonnenbachabschnitte bei der Martinsmühle südöstlich Bechtersweiler Bechtersweiler Gm. Unterreitnau 53.1136015 WA 0,2190 18.07.1997 eine von zwei Teilflächen mit Ufergehölzen, Hochstaudenfluren und Seggenrieden an naturnahem Fließgewässer 8423-0011-001 Nonnenbachabschnitte von Bechtersweiler bis südwestlich Rickatshofen BechtersweilerRickatshofen Gm. Unterreitnau 53.1136015 WA 0,2768 18.07.1997 eine von zwei Teilflächen mit Ufergehölz, Unterwasser- und Schwimmblattvegetation an naturnahem Fließgewässer zentriert|100x100px 8323-0006-001 Abschnitt des Nonnenbachs westlich Bechtersweiler Bechtersweiler Gm. Unterreitnau 53.1136015 WA 0,4517 22.07.1997 Ufergehölz an naturnahem Bachlauf 8423-0011-001 Nonnenbachabschnitte von Bechtersweiler bis südwestlich Rickatshofen BechtersweilerRickatshofen Gm. Unterreitnau 53.1136015 WA 1,4995 18.07.1997 eine von zwei Teilflächen mit Ufergehölz, Unterwasser- und Schwimmblattvegetation an naturnahem Fließgewässer
Kressbronn Entlang des Nonnenbachs sind auf Kressbronner Gemeindegebiet bis zur Mündung in den Bodensee folgende Biotope ausgewiesen: