Die Katze (Originaltitel: Le Chat) ist ein französisch-italienischer Spielfilm von Pierre Granier-Deferre aus dem Jahr 1971. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Georges Simenon.
Handlung Ein altes Ehepaar führt eine trostlose Ehe: die ehemalige Artistin Clémence Bouin, die seit einem Unfall in der Manege hinkt, und der ehemalige Buchdrucker Julien Bouin. Sie leben in einer verfallenen Gegend, in der Platz für neue Gebäude geschaffen werden soll. Auch das Haus, in dem sie wohnen, soll der umliegenden Großbaustelle weichen, das Grundstück wird enteignet.
Julien reagiert apathisch und empfindet nur noch etwas für seine Katze; seine Frau ist ihm nach über 20 Jahren Ehe gleichgültig. Clémence dagegen versucht, Julien mit ihren Quälereien aus seiner Lethargie zu wecken, und greift dabei zu immer drastischeren Mitteln. Zuerst setzt sie die Katze in einem Supermarkt aus, die jedoch den Weg nach Hause zurückfindet. Schließlich erschießt sie die Katze, woraufhin Julien Clémence verlassen will. Doch ohne einander können sie nicht leben; er kommt zurück, spricht aber kein Wort mehr mit ihr.
Fortan kommunizieren sie nur noch mittels kleiner Notizzettel. Der Mann streckt ihr zum Schluss einen Zettel hin: „Le chat“ („Die Katze“). Daraufhin erleidet die Frau einen Herzinfarkt. Als er sich kurz die Beine vertritt und von der Straße aus das Licht ausgehen sieht (die Frau bricht zusammen und reißt die Stehlampe um), geht er zurück, denn er ahnt etwas. Als sie stirbt, bricht der Mann sein Schweigen und trauert um sie. Er schluckt eine größere Menge Tabletten und sinkt in dem Sessel neben seiner verstorbenen Frau nieder. Bald darauf stirbt er im Krankenhaus.
Synchronisation Die westdeutsche Synchronfassung entstand 1972 bei der Berliner Synchron. Ruth Leschin schrieb das Dialogbuch und Konrad Wagner führte Regie.
+RolleDarstellerSynchronsprecher BRDJulien BouinJean GabinKlaus W. KrauseClémence BouinSimone SignoretTilly LauensteinNellyAnnie CordyGisela Reißmannder AbgeordneteAndré RouyerWolf Roth
Die DDR-Synchronisation wurde 1972 im DEFA Studio für Synchronisation aufgenommen. Synchronsprecher waren dabei: Gisela May, Hans Hardt-Hardtloff, Ingeborg Nass, Sonja Deutsch, Helga Sasse, Horst Kempe, Joachim Siebenschuh und Klaus Piontek.
Kritiken
Hintergrund Die Außenaufnahmen des Hauses der Eheleute Bouin fanden in Courbevoie statt, in der Impasse Dupuis, die damals tatsächlich gerade neu bebaut wurde. Die Sackgasse existiert heute nicht mehr und lag ungefähr an der Stelle, an der heute die Voie de l’Ancre verläuft.
Auszeichnungen Signoret und Gabin wurden auf der Berlinale 1971 für ihre darstellerischen Leistungen mit dem Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin bzw. bester Hauptdarsteller ausgezeichnet; der Film war für den Goldenen Bären nominiert.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1971 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Italienischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Georges-Simenon-Verfilmung Kategorie:Pascal Jardin