mini|150px|Wappen Neuenhagen

Neuenhagen ist ein Dorf auf der Insel Neuenhagen im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland. Seit der Eingemeindung im Jahr 2003 ist Neuenhagen ein Ortsteil der Stadt Bad Freienwalde (Oder). Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Neuenhagen. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen Ortsbeirat und Ortsvorsteher.Brandenburgische Kommunalverfassung - BbgKVerf; §46 In: bravors.brandenburg.de.

Geographische Lage Im nördlichen Oderbruch gelegen, am Rande des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin, liegt Neuenhagen zusammen mit vier anderen Ortsteilen – Schiffmühle, Bralitz, Hohenwutzen und Altglietzen – auf einer Insel umschlossen von der Alten Oder und der Neuen Oder. Durch die Trockenlegung des Oderbruchs und den Durchstich der Neuen Oder ist Neuenhagen 1753 zur Insel geworden. Der Haltepunkt Neuenhagen (Neum) lag an der Bahnstrecke Freienwalde–Zehden.

Geschichte mini|Kirche von Neuenhagen mini|links|Festes Haus

Archäologische Funde lassen auf ältere Besiedlung schließen, denn hier herrscht ein ziemlich trockenes und demzufolge siedlungsgünstiges Klima.

Neuenhagen wurde 1337 erstmals urkundlich erwähnt, was aus einer Eintragung der Erhebung der Landsteuer im Neumarker Landbuch hervorging. Das Besitztum Neuenhagen, welches Nicolaus Witte gehörte, ging 1350 an die Ritterfamilie von Mörner. Um 1480 wohnten Caspar von Uchtenhagen und sein Neffe Matthias in Neuenhagen. 1575 wurde durch Werner von Uchtenhagen das Feste Haus in Neuenhagen erbaut. 1604 endete die Herrschaft der Uchtenhagens, das Besitztum ging an den Kurfürsten über. 1618 wurde das Amt Neuenhagen geschaffen, welches bis 1872 Bestand hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Neuenhagen, welches bis dahin Teil des neumärkischen Kreises Königsberg war, Teil des mittelmärkischen Landkreises Bad Freienwalde (Oder). Im Dezember 1993 ging der Landkreis in den Großkreis Märkisch-Oderland über.

Am 26. Oktober 2003 wurde Neuenhagen nach Bad Freienwalde (Oder) eingemeindet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003

Bevölkerung Jahr Einwohner 1875 1.167 1890 1.405 1910 1.760 1925 1.644 1933 1.693 1939 1.704 Jahr Einwohner 1946 1.457 1950 1.596 1964 1.366 1971 1.310 1981 1.143 1985 1.106 Jahr Einwohner 1989 1.091 1990 1.078 1991 1.055 1992 1.030 1993 1.028 1994 932 Jahr Einwohner 1995 1.027 1996 1.050 1997 1.057 1998 1.054 1999 1.046 2000 1.027 Jahr Einwohner 2001 1.006 2002 963 2011 836 2017 806 Gebietsstand des jeweiligen JahresHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 18–21.

Am 30. Juni 2011 hatte Neuenhagen 836 Einwohner.Ortsteile von Bad Freienwalde

Baudenkmale In Neuenhagen befinden sich vier Baudenkmale:

Frühstücksstein: Der Gedenkstein liegt an der Bundesstraße 158 südlich von Neuenhagen in Richtung Altglietzen. Er erinnert an ein Frühstück, welches Friedrich Wilhelm IV. hier einnahm. Die Inschrift lautet: „Frühstücks-Platz / Sr. Majestät / des Königs / Friedrich Wilhelm IV. / am 23. Januar / 1841“. Hoffmannscher Ringofen, Ziegelei „Regina“: Der Ringofen befindet sich in der Straße Freienwalder Ausbau 2–4, nördlich der Straße Bad Freienwalde – Altglietzen. Wahrscheinlich wurde der Ringofen um 1880 errichtet. Es ist ein Ziegelbrennofen nach Hoffmannscher Art. Der Ofen hat einen geschlossenen Brennkanal, der aus 20 Kammern besteht. Zu dem Ziegelofen gehört ein etwa 40 Meter hoher Schornstein. Kirchhof mit Dorfkirche, Nebengebäude (Kohlenschuppen/Abort) und Einfriedung: Die Kirche wurde am 24. Oktober 1902 eingeweiht. Sie wurde im Stil des Historismus errichtet, es finden sich aber auch romanische und gotische Elemente. Die Ausstattung im Inneren stammt aus der Bauzeit. Festes Haus (Amtshaus): Das Haus wurde um das Jahr 1575 von der Familie Uchtenhagen an Stelle eines älteren Hauses erbaut. Mit Ende der Herrschaft der Uchtenhagen ging das Haus in den Besitz des Landesherren über. Es wurde als Amtshaus der neu gegründeten Domäne genutzt. Das Amtshaus ist somit das älteste erhaltene profane Bauwerk im nördlichen Oderbruch.

Persönlichkeiten

Hermann Bruckhoff (1874–1956), Politiker (Fortschrittliche Volkspartei, DDP), MdR, in Neuenhagen geboren

Literatur Ilona Rohowski, Ingetraud Senst: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg. Band 9.1: Landkreis Märkisch-Oderland. Teil 1: Städte Bad Freienwalde und Wriezen, Dörfer im Niederoderbruch. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms am Rhein 2006, ISBN 3-88462-230-7, S. 329–335. Ulrich Pfeil: Das Feste Haus Neuenhagen (= Schlösser und Gärten der Mark, H. 120). Hrsg. Sibylle Badstübner-Gröger, Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark. Berlin 2010.

Weblinks

Neuenhagen In: Webauftritt der Stadt Bad Freienwalde.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Märkisch-Oderland Kategorie:Geographie (Bad Freienwalde (Oder)) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Märkisch-Oderland) Kategorie:Ersterwähnung 1337 Kategorie:Gemeindeauflösung 2003