mini|Verbandslogo Der Wiener Gesundheitsverbund (Abgekürzt: WIGEVWIGEV-interne Dienstanweisung GED-QPS-004: „Die Abkürzung für den Wiener Gesundheitsverbund lautet ‚WIGEV‘ in Großbuchstaben.“, bis 2020 Wiener Krankenanstaltenverbund/KAV) ist seit dem 1. Jänner 2002 als Unternehmung der Stadt Wien der organisatorische Zusammenschluss aller städtischen Krankenhäuser, Pflegeheime und Ausbildungsstandorte für Pflegepersonal (Campus Alsergrund) der Stadt Wien. Diese werden seither nicht mehr von einer Magistratsabteilung verwaltet, doch ist der Wiener Gesundheitsverbund weiterhin Bestandteil des Magistrats der Stadt Wien und untersteht dessen Geschäftsgruppe Gesundheit und Soziales. Etwa seit 2015 wurde stadtpolitisch über die komplette Ausgliederung aus dem Magistrat und die zweckmäßige neue Rechtsform diskutiert. Im Dezember 2019 beschloss der Wiener Gemeinderat eine Statutenänderung, innerhalb der ersten Jahreshälfte 2020 erfolgte die Umsetzung des neuen Namenskonzepts, in dessen Rahmen die Krankenhäuser der Stadt Wien einheitlich in „Klinik+Bezirksname“ und die Pflegewohnhäuser in „Pflege+Bezirk(steil)“Die Verwendung der in Deutschland für Krankenhäuser üblichen Bezeichnung Klinik war in Wien zuvor unbekannt und nur auf die Universitätskliniken im AKH beschränkt gewesen. Üblicher war die österreichische (in Deutschland als veraltet geltende) Bezeichnung Spital. umbenannt wurden. Insgesamt beschäftigt der Wiener Gesundheitsverbund 30.000 Mitarbeitende, versorgt jährlich 244.000 Patientinnen und Patienten stationär und führt 5,2 Mio. Ambulanzbesuche durch.
Aufgabe Der Verbund hat die Aufgabe, kranke und pflegebedürftige Menschen in Wien medizinisch, pflegerisch und psychologisch zu betreuen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, führt der Wiener Gesundheitsverbund die Krankenanstalten und Pflegeheime der Stadt Wien sowie sonstige Einrichtungen, die dem Betrieb dieser Krankenanstalten und Pflegeheime unmittelbar dienen.
Rechtliche Stellung Der Wiener Gesundheitsverbund wurde vom Gemeinderat der Stadt Wien als Unternehmung gemäß § 71 der Stadtverfassung durch eine Verordnung geschaffen; er ist kein privatrechtliches Unternehmen nach dem für Firmen geltenden Recht.Verordnung des Gemeinderates, mit der ein Statut für die Unternehmung „Wiener Gesundheitsverbund“ erlassen wird Damit wurden die genannten Einrichtungen zwar nicht aus dem Magistrat ausgegliedert, aber in diesem als gesonderte Institution neben den bestehenden Magistratsabteilungen eingerichtet, ohne es gesellschaftsrechtlich wie Privatunternehmen zu organisieren. Das dem Wiener Gesundheitsverbund zugewiesene Vermögen wird zwar getrennt vom übrigen Vermögen der Stadt Wien verwaltet, der WIGEV besitzt aber keine eigene Rechtspersönlichkeit, sondern handelt namens der Stadt Wien. Die Mitarbeiter des WIGEV sind Bedienstete der Stadt Wien, das Budget ist vom Gemeinderat zu beschließen.
Gegliedert ist der Wiener Gesundheitsverbund in die Generaldirektion und die Kliniken der Stadt Wien, die Teilunternehmung Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien – Universitätskliniken (In diesen Kliniken ist der Bund, vertreten durch das Wissenschaftsministerium, Finanzierungspartner der Stadt Wien.), die Teilunternehmung Geriatriezentren und Pflegewohnhäuser der Stadt Wien mit sozialmedizinischer Betreuung, sonstige Einrichtungen, die der Führung der Krankenanstalten sowie der Geriatriezentren und Pflegewohnhäuser der Stadt Wien dienen.
Der Wiener Gemeinderat hat das Recht, den Wiener Gesundheitsverbund bei Bedarf in weitere Teilunternehmungen zu gliedern oder die Organisationsform zu ändern. Derzeit werden zwölf Spitäler, elf Pflegeheime, ein Pflegewohnhaus und 13 fachliche Bildungseinrichtungen verwaltet.
Finanzgebarung Der letzte auf der Website vorliegende Wirtschaftsplan, für 2006, weist Umsatzerlöse von 1,8 Milliarden €, ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von –63 Millionen € und Investitionen von 185 Millionen € aus. Der Personalaufwand wurde mit 1,5 Milliarden € kalkuliert, das Gesamtbudget mit 2,73 Milliarden € vom Gemeinderat beschlossen.Wirtschaftsplan 2006 auf der Website des Wiener Krankenanstaltenverbundes
Der Wiener Gesundheitsverbund hat für von Magistratsabteilungen erbrachte Leistungen einen angemessenen Kostenersatz zu leisten. Leistungen, die der Wiener Gesundheitsverbund für andere Dienststellen der Stadt Wien erbracht hat, müssen diesen in angemessener Höhe verrechnet werden.
Kritik Der Vergabeskandal des Wiener Gesundheitsverbundes an den deutschen Siemenskonzern beschäftige 2021 das Wiener Landesverwaltungsgericht. Der Gesundheitsverbund schrieb 2020 den Ankauf von Computertomographen aus, deren Spezifikationen speziell auf Produkte der Firma Siemens zuschnitten waren. Die genau definierten Anforderungen wie Wasserkühlung, 3D-Kamera und die exakte Größe des Scanbereichs von 42 Zentimetern konnte nur von den Geräten der Firma Siemens Healthcare Diagnostics erfüllt werden. Gesucht wurden bis zu fünf Geräte im Wert von maximal 8,5 Millionen Euro. Laut dem Wochenmagazin „Profil“ ging der Wiener Gesundheitsverbund sogar so weit, bei bestimmten technischen Spezifikationen Passagen aus den Datenblättern der Siemens-Geräte wortwörtlich für die Ausschreibungsunterlagen abzuschreiben. Im Herbst 2020 erhielt Siemens offiziell den Zuschlag, woraufhin der unterlegene Mitbewerber Canon Medical Systems beim Wiener Landesverwaltungsgericht Einspruch erhob. 2021 erklärte das Verwaltungsgericht Wien die gesamte Ausschreibung für nichtig. In seinem Urteil erklärte es Aspekte der Ausschreibung als unsachlich und diskriminierend. Weiters „widerspreche eine derartige Vorgangsweise den Grundsätzen des Vergaberechts“.
Politische Verstrickungen Die Rathausopposition kritisierte das Nahverhältnis der Wiener SPÖ zu Siemens. SPÖ-Stadträtinnen wie Brigitte Ederer und Sonja Wehsely übernahmen nach ihrer politischen Karriere Spitzenfunktionen im Siemenskonzern. Nach Ansicht der ÖVP Wien handelt es sich bei der Causa um einen klaren „SPÖ-Skandal“. Dass der Auftrag auf einen Anbieter „maßgeschneidert“ worden sei, „zeuge von Freunderlwirtschaft“.
Am 22. April 2021 verlangte die ÖVP eine Sitzung zum Thema „Postenschacher und Freunderlwirtschaft sowie maßgeschneiderte Ausschreibungen und Immobiliendeals – das System Wiener SPÖ innerhalb der Stadt Wien!“ im Anschluss an die 8. Wiener Gemeinderatssitzung. Verlangt wurde die Überprüfung der Auftragsvergabe und Ausschreibungen der Stadt Wien der letzten zehn Jahre durch den Bundesrechnungshof (RH).
Der zuständige Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hatte 2021 angekündigt, auch den Stadtrechnungshof alle Ankäufe seit 2017 überprüfen zu lassen.
Anfang Dezember 2023 wurden Prüfergebnisse des RH bezüglich der Beschaffungen in den Wiener Gemeindespitälern publik. Empfohlen wird die Schaffung der Position eines Chief Compliance Officer, der weisungsfrei gestellt werden solle.
Vom Gesundheitsverbund verwaltete Spitäler mini|Allgemeines Krankenhaus, Haupteingang mit grünem Bettenturm im Hintergrund mini|Das ehemalige Gottfried von Preyer’sches Kinderspital in Wien-Favoriten mini|Hauptgebäude der Rudolfstiftung (jetzt Klinik Landstraße) in Wien-Landstraße mini|Wilhelminenspital: Haupteingang in der Montleartstraße (Ottakring) mini|„Haus 2“ des Therapiezentrums Ybbs AKH (vollständiger Name: Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien – Universitätskliniken, Währinger Gürtel 18–20, 1090 Wien) 1.691 Betten (1.386 Normalpflegebetten, 137 Intensivbetten, 130 Intermediate-Care-Betten, 38 tagesklinische Betten), 8.873 Bedienstete, rund 64.500 stationäre Aufnahmen und knapp 570.000 ambulante Fälle (2024), Standort der Wiener Heilstättenschule Klinik Donaustadt (historische Bezeichnungen: Sozialmedizinisches Zentrum Ost, Donauspital, Langobardenstraße 122, 1220 Wien) 978 Betten, 2.900 Bedienstete, 52.111 stationäre Aufnahmen und 395.075 ambulante Fälle (2011)Sozialmedizinisches Zentrum Ost - Donauspital: Statistik Standort der Wiener Heilstättenschule Klinik Favoriten (historisch: Sozialmedizinisches Zentrum Süd, Kaiser Franz-Josef-Spital, Kundratstraße 3, 1100 Wien) Rund 777 Betten, rund 2.200 Bedienstete, 35.847 stationäre AufnahmenStatistik des Kaiser-Franz-Josef-Spitals Klinik Floridsdorf (besser bekannt unter dem Planungsnamen Krankenhaus Nord, Brünner Straße 68, 1210 Wien) knapp 800 Betten, 16 Operationssäle. Ausgelegt auf 17.000 Operationen pro Jahr, 46.000 stationäre Aufnahmen und 250.000 Ambulanzbesuche pro Jahr.Krankenhaus Nord – Klinik Floridsdorf eröffnet. In: wien.gv.at. Abgerufen am 1. Dezember 2019. Klinik Hietzing (umgangssprachlich Krankenhaus Lainz, historische Bezeichnungen: Kaiser-Jubiläums-Spital, Krankenhaus Lainz und Krankenhaus Hietzing, Wolkersbergenstraße 1, 1130 Wien) mit dem Neurologischem Zentrum Rosenhügel (Riedelgasse 5, 1130 Wien) 1.106 Betten, 3.350 Mitarbeiter, 53.000 stationäre Aufnahmen und 91.500 ambulante Fälle (2012) Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel: Organisation Klinik Landstraße (bis 2019 Krankenanstalt Rudolfstiftung, umgangssprachlich auch Rudolfspital, Juchgasse 25, 1030 Wien) Standort der Wiener Heilstättenschule Klinik Ottakring (vor der Umstrukturierung als Wilhelminenspital, auch „Willi“ genannt, bekannt, Montléartstraße 37, 1160 Wien) 1.089 Betten, 2.989 Bedienstete, 47.229 stationäre Aufnahmen und 455.401 ambulante Fälle,Wilhelminenspital: Statistik Standort der Wiener Heilstättenschule Standort Penzing der Klinik Ottakring (vorher: Otto Wagner-Spital bzw. umgangssprachlich auch „Steinhof“ nach den dortigen Steinhofgründen genannt, Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien)Weblink: http://www.wienkav.at/kav/ows Therapiezentrum Ybbs – Psychiatrisches Krankenhaus (Persenbeugerstraße 1–3, 3370 Ybbs an der Donau) Keine AngabenWeblink: http://www.wienkav.at/kav/tzy
Ehemalige Spitäler mini|Das ehemalige Kaiserin-Elisabeth-Spital in Rudolfsheim-Fünfhaus Kaiserin-Elisabeth-Spital (Huglgasse 1–3, 1150 Wien) 279 Betten, 655 Bedienstete, 8.857 stationäre Aufnahmen und 71.713 ambulante Fälle – Das Krankenhaus wurde per 30. November 2012 geschlossen und das Personal in andere Spitäler transferiert. Der Standort soll zu einem Pflegewohnheim umgebaut werden.Weblink: http://wien.orf.at/news/stories/2561091/ Weblink: http://www.wienkav.at/kav/kes/ Gottfried von Preyer’sches Kinderspital (Schrankenberggasse 31, 1100 Wien) 82 Betten, rund 330 Bedienstete, 4.258 stationäre Aufnahmen und 48.737 ambulante Fälle – Das Krankenhaus wurde per 30. Juni 2016 geschlossen und die Abteilungen in das Kaiser-Franz-Josef-Spital übersiedelt. Ehemaliger Standort der Wiener Heilstättenschule. Orthopädisches Krankenhaus Gersthof (Wielemansgasse 28, 1180 Wien), Übernahme der Mitarbeiter durch das Krankenhaus Nord (jetzt Klinik Floridsdorf) im Jahr 2019 125 Betten, 249 Bedienstete, 3.488 stationäre Aufnahmen (2006) und rund 13.300 ambulante FälleOrthopädisches Krankenhaus Gersthof: Statistischer Überblick Semmelweis-Frauenklinik (Bastiengasse 36 – 32, 1180 Wien), von 2002 bis zur Übernahme der Mitarbeiter durch das Krankenhaus Nord (jetzt Klinik Floridsdorf) im Jahr 2019 Teil der Rudolfstiftung Sozialmedizinisches Zentrum Floridsdorf – Krankenhaus und Geriatriezentrum (Hinaysgasse 1, 1210 Wien) Krankenhaus: 206 Betten, 564 Bedienstete, 8.235 stationäre Patienten und 25.012 ambulante Fälle (2007),Sozialmedizinisches Zentrum Floridsdorf: Statistiken des Krankenhauses Übernahme des Krankenhausbereiches durch das Krankenhaus Nord (jetzt Klinik Floridsdorf) im Jahr 2019 Geriatriezentrum: 120 BettenWeblink: http://www.wienkav.at/kav/flo wird weiterhin betrieben Sozialmedizinisches Zentrum Sophienspital (Apollogasse 19, 1070 Wien) Keine AngabenWeblink: https://wien.orf.at/news/stories/2866428/
Vom Gesundheitsverbund verwaltete Pflegeheime mini|Ehemalige Kaiser-Franz-Joseph-Landwehrkaserne, heutiges Pflege(heim) Baumgarten