mini|Infotafel in Uedelhoven
Hannah Elisabeth Pick-Goslar (geb. Goslar, geboren 12. November 1928 in Berlin-Tiergarten; gestorben 28. Oktober 2022 in Jerusalem) war eine deutsche Holocaustüberlebende. Sie wurde als beste Freundin von Anne Frank bekannt.
Leben mini|Jüdisches Gymnasium in Amsterdam, das Anne Frank und Hannah Goslar besuchten Ihr Vater Hans Goslar war Leiter der Pressestelle im Preußischen Staatsministerium. Ihre jüngere Schwester ist Rachel Gabriele Mozes-Goslar (* 1940).Das Schicksal der Familie Goslar auf hagalil.com Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten emigrierte die Familie nach Amsterdam. Dort lernte Hannah Anne Frank kennen und besuchte mit ihr die Schule. Als „Anne, Hanne und Sanne“ bildete sie mit Anne Frank und Sanne Ledermann ab 1934 ein enges Trio von Freundinnen.Melissa Müller: Das Mädchen Anne Frank. Die Biographie. Claasen, München 1998, S. 82.
Ihre Mutter starb im Oktober 1942 im Kindbett bei der Totgeburt ihres dritten Kindes. Im Juni 1943 wurde „Hanneli“, wie sie von Anne in ihrem Tagebuch genannt wird, zusammen mit ihrem Vater, ihren Großeltern und ihrer jüngeren Schwester Gabi von der Gestapo verhaftet und nach Bergen-Belsen deportiert. Dort traf sie ihre Freundin Anne im März 1945 kurz vor deren Tod wieder. Hannah wurde zusammen mit 2400 anderen Häftlingen am 11. April 1945 in den Verlorenen Zug gepfercht und überlebte nach einer 13-tägigen Irrfahrt durch Deutschland zusammen mit ihrer Schwester, neben Hannah der einzigen Überlebenden der Familie, den Holocaust.
Nach Aufenthalten in Amsterdam und der Schweiz reiste sie im Mai 1947 nach Palästina. Sie heiratete Walter Pinchas Pick, hatte drei Kinder, elf Enkel und 31 Urenkel. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und arbeitete im Jerusalemer Krankenhaus Bikkur Holim.https://www.israelnetz.com/schwester-dankt-der-verstorbenen-hannah-pick-goslar-fuer-ihre-rettung/
Pick-Goslar unterstützte die Initiative „Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus“ durch die Pflanzung eines Anne-Frank-Erinnerungsbaumes in Uedelhoven. Sie war Zeitzeugin im Zeitzeugen-Verein.
Sie lebte bis zu ihrem Tod am 28. Oktober 2022 in Jerusalem.
Literatur Willy Lindwer: Anne Frank – die letzten sieben Monate – Augenzeuginnen berichten. Fischer, Frankfurt 1986, ISBN 978-3-596-11616-4. Alison Leslie Gold: Erinnerungen an Anne Frank – Mit einem Nachwort von Hannah Pick-Goslar. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg (1. Auflage 2008), ISBN 978-3-473-58337-9.
Weblinks
Barbara Hans: „Anne Franks ewige beste Freundin“, Spiegel Online, 4. August 2007 Heide Kramer: „Hannah Pick: Die Schulfreundin Anne Franks“, haGalil, 8. Dezember 2003 Hanna Pick-Goslar auf Gerechte der Pflege tagesschau.de: Holocaust-Überlebende Pick-Goslar gestorben. (Nachruf) 29. Oktober 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Person um Anne Frank Kategorie:Häftling im KZ Bergen-Belsen Kategorie:Überlebender des Holocaust Kategorie:Zeitzeuge des Holocaust Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Brandenburg Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Frau