mini|NASCAR-Logo Dieser Artikel enthält eine Liste von Fachausdrücken, die im US-amerikanischen NASCAR-Motorsport gebräuchlich sind.
Aero Push Aero Push bezeichnet ein Fahrverhalten eines NASCAR-Rennwagens bei Kurvenfahrten, das auftritt, wenn zu dicht auf den Vordermann aufgefahren wird. Dabei wird die Front des Wagens nicht mehr richtig angeströmt und der Abtrieb auf der Vorderachse verringert sich. Als Folge untersteuert das Auto und schiebt („push“) über die Vorderachse zur Kurvenaußenseite, was nur durch Reduzierung der Geschwindigkeit korrigiert werden kann. Um diesem Verhalten entgegenzuwirken, kann der nachfolgende Fahrer seinen Wagen zum Kurveninneren hin versetzt einlenken, so dass ein ausreichend großer Luftstrom vorhanden ist, um genügend Abtrieb zu erzeugen. Dieses Fahrverhalten ist typisch für den Kurvenausgang, wenn der voraus fahrende Fahrer ab dem Kurvenscheitelpunkt nach innen und somit vor den Luftstrom des Verfolgers zieht.
Aero Loose Aero Loose bezeichnet ein Fahrverhalten eines NASCAR-Rennwagens, das sowohl bei Kurvenfahrten als auch auf gerader Strecke auftreten kann. Im Rahmen einer Kurvenfahrt tritt das Verhalten auf, wenn ein Rennwagen auf der kurveninneren Seite durch einen Verfolger mit geringem Abstand überholt wird. Wenn sich der Heckspoiler des überholenden Fahrzeuges ungefähr auf Höhe der Fahrgastzelle befindet, nimmt dieser die Luft vom Spoiler des Fahrzeugs, das überholt wird. Letzteres verliert dadurch an Abtrieb auf der Hinterachse, wodurch es in ein übersteuerndes Fahrverhalten („loose“) gerät.
Auf gerader Strecke stellt sich die Situation so dar, dass sich ein Fahrzeug einem anderen von hinten annähert. Dabei schiebt es Luft unter den Heckspoiler des vorausfahrenden Wagens, wodurch dieser leicht auf der Hinterachse wird und Abtrieb verliert.
Apron mini|Die gelbe Linie trennt die eigentliche Fahrbahn vom Apron. Der Apron ist ein befestigter Teil einer Ovalrennstrecke, der die Rennspur vom unbefestigten Innenbereich trennt. Auf nahezu allen Strecken befindet sich an der Grenze zwischen dem Apron und der Rennspur eine gelbe oder weiße Linie. In Daytona und Talladega wird durch eine doppelte Linie angezeigt, dass diese bei Überholmanövern nicht unterschritten werden dürfen, andernfalls muss der überholende Fahrer anschließend die Position wieder zurückgeben. Auf anderen Rennstrecken zählt der Apron zum Rennbereich. Ein Unterschreiten der Trennlinie auf Strecken mit starker Kurvenüberhöhung ist jedoch risikoreich, da der Apron selbst keine Überhöhung aufweist. Der Rennwagen kann somit am Boden aufschlagen und im ungünstigsten Fall ins Schleudern geraten.
Banking Als Banking bezeichnet man die Fahrbahnneigung zur Innenseite der Rennstrecke. Das Wort Banking bedeutet Aufschüttung, bzw. Querneigung. Der Banking-Wert ist die Steigung vom untersten (inneren) bis zum obersten (äußeren) Teil der Fahrbahn. Steigt die Bahn in diesem Bereich zum Beispiel um 12 Grad, dann hat die Stelle ein Banking von 12. Das Banking ist im Verlauf der Strecke unterschiedlich hoch, meist sind die Kurven steiler als die Geraden. Die Kurven können mit einer variablen Überhöhung ausgestattet sein, bei der die Überhöhung zur Kurvenaußenseite ansteigt. Hierdurch soll erreicht werden, dass unabhängig von der Linienwahl die zum Durchfahren der Kurve benötigte Zeit möglichst identisch ist, um die Rennen spannender zu gestalten.
Beneficiary Rule (Lucky Dog) Die Beneficiary Rule, besser bekannt als „Lucky Dog“-Regel oder „Free Pass“ ist eine Regelung, wonach sich bei einer Neutralisation des Rennens der zuletzt überrundete Fahrer zurückrunden darf. Sie wurde im Jahre 2003 als Ersatz für die Möglichkeit einer Zurückrundung während eines „Racing back to the Caution“ eingeführt. Generell ist jeder zuletzt überrundete Fahrer berechtigt, diese Regelung in Anspruch zu nehmen, es sei denn, es sind weniger als noch zehn Runden der geplanten Renndistanz zu absolvieren, der Fahrer hat selbst die Gelb-Phase ausgelöst oder der Fahrer wurde zuvor wegen rücksichtslosem Fahren mit Rundenabzug bestraft. Wird einem Fahrer der Free Pass zugesprochen, so darf er das Pacecar überholen und sich am Ende der längeren der beiden Schlangen für den Neustart einsortieren.
Bump and run Bump and run beschreibt eine Art des Überholmanövers, welches insbesondere auf Short Track-Ovalen bei engen Positionskämpfen oftmals zum Einsatz kommt. Dabei schiebt ein Fahrer den vor ihm fahrenden Wagen so an, dass sich sein Fahrverhalten destabilisiert, sodass dessen Fahrer vom Gas gehen muss oder sich der angeschobene Wagen im Extremfall dreht. Außerhalb von Short Tracks wird dieses Manöver praktisch nicht oder unabsichtlich angewendet, da ein Einschlag in die Mauer aufgrund der hohen Geschwindigkeiten sehr wahrscheinlich und auch gefährlich ist.
Bumpdraft mini|Jimmie Johnson (#48) und Dale Earnhardt Jr. (#88) beim Bumpdrafting in Daytona Ein Bumpdraft beziehungsweise Bumpdrafting bezeichnet ein Phänomen, welches speziell in Restrictor Plate-Rennen anzutreffen ist. Dabei fährt ein nachfolgender Fahrer seinem Vordermann bis auf die Stoßstange auf und schiebt ihn aufgrund der höheren Geschwindigkeit im Windschatten an. Durch dieses Anschieben erhöht sich die Geschwindigkeit des Vordermannes, was wiederum zu Geschwindigkeitserhöhung aller Wagen führt, die ihm folgen. Da ein allein fahrendes Fahrzeug diesen Vorteil nicht besitzt, kann es zwangsläufig einem Pulk von Fahrzeugen nicht davonfahren.
Allerdings kann Bumpdrafting auch zu gefährlichen Situationen führen. Da der vorausfahrende Wagen durch das Anstoßen zeitweilig leichter auf der Hinterachse wird, besteht die Gefahr eines Drehers und wegen der dicht hintereinander fahrenden Wagen die hohe Wahrscheinlichkeit eines Massenunfalls, dem sogenannten „Big One“. Besonders hoch ist die Gefahr beim Einlenken in eine Kurve. Der nachfolgende Fahrer muss daher vorsichtig agieren und den vor ihm fahrenden Wagen mittig und zum richtigen Zeitpunkt treffen.
Buschwhacker Der Begriff „Buschwhacker“ bezeichnet NASCAR-Fahrer, die regulär in der Cup-Serie fahren, zusätzlich aber auch in der Xfinity Series antreten, die bis 2007 „Busch (Grand National) Series“ hieß. Es handelt sich dabei um ein Wortspiel und eine Abwandlung von „Bushwhacker“, einem Begriff aus der Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs, als Gruppen von sogenannten Bushwhackern in Guerilla-Manier lohnende Ziele sowohl der Union als auch der Konföderation angriffen, um Beute zu machen. Ähnlich diesem Vorgehen wird von Kritikern dieser Art des Antretens in zwei Rennserien den Fahrern vorgeworfen, sie würden den regulären Fahrern der Busch Series das Preisgeld streitig machen. Dabei würden sie zudem von überlegenem Material sowie ihrer Erfahrung profitieren, da die regulären Fahrer der Busch Series vielfach Nachwuchsfahrer sind. Demgegenüber gibt es aber auch Stimmen, die behaupten, ohne das Antreten der Top-Stars der Cup-Serie würde die Xfinity Series langfristig aufgrund von mangelndem Interesse der Fans aussterben. Seit der Saison 2011 können Fahrer nur noch in einer der 3 Top-Rennserien der NASCAR Punkte für die Fahrermeisterschaft erzielen. Jeder Fahrer muss eine Rennserie vor Saisonstart wählen.
Camber mini|Positiver Camber Camber ist die englische Bezeichnung für den Radsturz, also der Winkel zwischen einer Ebene senkrecht zur Fahrbahn in Fahrtrichtung und der Radmittelebene. Negativer Sturz (negative camber) bedeutet, dass der Reifen an der Oberseite dem Fahrzeug näher ist als an der Unterseite – das Rad ist Richtung Fahrzeug geneigt. Beim positiven Sturz ist folglich das Gegenteil der Fall: Das Rad ist vom Fahrzeug weggeneigt. Negativer Sturz verändert die Reifenaufstandsfläche in dem Maße, dass er mehr Seitenkraft in Fahrzeugrichtung übertragen kann, was somit in höheren Kurvengeschwindigkeiten resultiert. Da bei Ovalrennen immer nur entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren wird, kann bei einem NASCAR-Rennwagen eine extrem asymmetrische Abstimmung vorgenommen werden, bei der die Räder auf der linken Fahrzeugseite auf einen positiven Camber und die auf der rechten Seite auf einen negativen Camber eingestellt werden. Dies erlaubt eine zusätzliche Erhöhung der Kurvengeschwindigkeit, resultiert aber auch in einem permanent nach links ziehenden Fahrzeug.
Catch Can Bei einer Catch Can handelt es sich um eine kleine Kanne, die beim Tankvorgang eingesetzt wird. Sie wird auf ein Überlaufventil des Tanks gesteckt und fängt das überlaufende Benzin beim Betanken auf, so dass es nicht auf den Boden laufen oder sich am Wagen entzünden kann. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass der Tank belüftet wird und somit schneller vollgetankt werden kann. Da es sich hierbei um ein sicherheitsrelevantes Teil handelt, war der Einsatz zwingend vorgeschrieben. Mit der seit 2011 eingesetzten neuen Tankanlage wurde die Catch Can (und der zugehörige Mechaniker, der diese hielt – Catch Man) überflüssig.
Caution Eine Caution ist eine Gelbphase während des Rennens, die durch Unfälle oder Gegenstände auf der Strecke ausgelöst werden kann. Das Rennen wird sofort neutralisiert und das Pace Car kommt auf die Strecke, die Boxeneinfahrt wird gesperrt. Die Fahrer reihen sich, beginnend mit dem Führenden, hinter dem Pace Car ein. Die Boxeneinfahrt wird vor der Vorbeifahrt des Pace Cars wieder geöffnet und alle Fahrer haben die Gelegenheit, einen Boxenstopp zu machen, der zu weniger Zeitverlust als im normalen Rennverlauf führt. Es dürfen im Regelfall zuerst jene Autos, die sich mit dem Führenden in einer Runde befinden, an die Box fahren – eine Runde später auch alle überrundeten Autos. Am Ende einer Caution sortieren sich die Fahrer normalerweise in zwei Reihen ('double-file-restart') hinter dem Pace Car ein. Der Führende kann auswählen, welche Linie er nehmen möchte. Die Caution endet mit der Einfahrt des Pace Cars in die Boxengasse und der grünen Flagge, die das Rennen wieder freigibt.
Competition Caution Eine Competition Caution ist ein Sonderfall der Caution. Diese wird bereits vor dem Rennstart für eine bestimmte Runde angekündigt. Sie dient in der Regel dazu, dem Fahrerfeld die Gelegenheit zu geben, insbesondere den Reifenverschleiß zu überprüfen. In der Regel wird eine Competition Caution ausgesprochen, wenn es auf Grund von Witterungsbedingungen kaum Trainingszeit gab oder die Strecke vor dem Rennen durch Regenfälle gereinigt wurde. Wird eine Competition Caution ausgesprochen, so darf davor nicht getankt werden. Ein Fahrer kann, muss aber nicht im Rahmen der Competition Caution an die Box kommen.
Crew Chief Der Crew Chief ist neben dem Fahrer selbst die wichtigste Person in einem Team. Ähnlich dem Teamchef in der Formel 1 leitet er das Team, das für einen Wagen zuständig ist. Daneben ist er aber auch maßgeblich am Erfolg des Fahrers beteiligt. Zusammen mit dem Fahrer definiert der Crew Chief die Rennstrategie und stimmt den Rennwagen im Verlauf des Rennens an die Gegebenheiten der Rennstrecke ab, um so in der entscheidenden Phase des Rennens einen top Wagen zur Verfügung zu haben. Da die Rennwagen von der Leistung her nahezu identisch sind, entscheiden selbst kleinste Veränderungen über Sieg oder Niederlage. Daher ist die Erfahrung des Crew Chief extrem wichtig, anhand von Erfahrungswerten die richtige Entscheidung zu treffen.
Crush Panels Crush Panels sind Bleche, die die Fahrgastzelle abdichten. Werden sie beschädigt, kann heiße Luft, die unter dem Fahrzeug durch die Abgasanlage, die Bremsanlage oder das Differential entsteht, in den Innenraum eindringen.
Darlington Stripes mini|hochkant|Typisches Beispiel von Darlington Stripes am Wagen von Sam Hornish junior – aufgenommen allerdings auf dem Texas Motor Speedway.