Der Demminer Radballverein 1929 e.V. (kurz: Demminer RV 1929) ist ein Radballverein der Hansestadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern, der aus der BSG Aufbau Demmin hervorging.

Geschichte Die Wurzeln des Demminer Hallenradsportes reichen laut Überlieferung bis in die 1920er Jahre zurück. Der damalige Vorsitzende, Emil Lafere, war auch gleichzeitig mit seinen Mitgliedern Angehöriger des Demminer Radfahrvereins, wo auch ganze Familien mit einbezogen wurden. Diese Sportart wurde zur damaligen Zeit hauptsächlich, in den Sälen von Gaststätten und Gesellschaftshäusern betrieben, wo neben dem Radballsport auch dem Kunstradfahren, sowie dem Reigenfahren nachgegangen wurde. In Demmin hatte der Hallensport auf Stuterhof im ehemaligen Gewerkschaftshaus sein zu Hause.

In der Zeit des Zweiten Weltkrieges und der Zeit danach war diese Sportart in Demmin völlig zum Erliegen gekommen. Durch den gebürtigen Stettiner Erich Strauß, den es nach der Kriegsgefangenschaft nach Demmin verschlagen hatte, begann Anfang der 1950er Jahre das Herz des Demminer Radsportes wieder zu schlagen. Erich Strauß war für den Demminer Radsport ein Glücksfall, denn er war zu seiner Zeit einer der Leistungsträger im Hallenradsport. Seine Teilnahme bei den Weltmeisterschaften vor dem Kriege brachten ihm und seinem Partner Herrn Reinhold Röpke einen 4. Platz. Er begann systematisch den Hallenradsport in Demmin wieder aufzubauen. Seine Liebe galt allerdings nicht nur dem Radball, sondern auch dem Kunstrad- sowie dem Reigenfahren widmete er seine ganze Leidenschaft. Auch beim Straßenrennfahren war er stets zu Gast und engagierte sich auch bei ihnen.

Der Demminer Radballverein war zu DDR-Zeiten zusammen mit anderen Sportarten wie dem Federball, Kraftsport und Schach in der BSG Aufbau Demmin eingegliedert. In den 1960er Jahren schafften es das damalige Duo Landt/Krumrey im Männerbereich sowie Selent/Strauß im Jugendbereich den Sprung in die DDR-Liga (2. Liga). Diese Mannschaften bestimmten über Jahre das Niveau mit im Norden. Selbst bei internationalen Vergleichen wurde gut mitgespielt. In den 1970er Jahren waren es dann die Nachwuchsspieler, die durch ihren Erfolg auf sich aufmerksam machten und Vereinsgeschichte mit schrieben.

Nach dem plötzlichen Tod vom langjährigen Vereinsvorsitzenden Erich Strauß stand der Demminer Radballverein kurz vor seiner Auflösung. Material, Finanzen sowie Mitgliederzahlen waren kaum noch vorhanden. Mit drei bis vier Leuten versuchte man den damaligen Verein am Leben zu erhalten. Der Sportfreund Thomas Panzer übernahm dann das Amt des Sektionsleiters. Es sollte aber Jahre dauern, ehe der Verein sich wieder erholte, denn der Nachwuchsbereich war fast zusammengebrochen.

Nach der Wende wurde der Verein eigenständig unter dem Namen Demminer Radballverein 1929 e.V. Unter Leitung von Sportfreund Panzer begann der Neubeginn in Richtung Jugendarbeit. Zusammen mit Werner Schmidt versuchten sie dann, unter den damaligen Bedingungen, den Verein am Leben zu erhalten. 1980 zog man von der damaligen Pestalozzi-Oberschule (heutiges Gymnasium) in die Jahnturnhalle, wo man endlich auch einen eigenen Vereinsraum für die Unterbringung von Räder und Material bekam.

Heute zählt der Verein über 40 Mitglieder und es wird in allen Altersklassen gespielt. Nur das Kunst- bzw. Reigenfahren wird seit Mitte der 1960er Jahre nicht mehr ausgeübt. In Mecklenburg-Vorpommern zählt der Demminer RV 1929 heute wieder zu den Leistungsträgern im Hallenradsport und konnte auch gerade in jüngerer Vergangenheit durch gute Leistungen im Nachwuchsbereich auf sich aufmerksam machen. So wurden im Schüler- und Jugendbereich schon mehrere Landesmeister sowie Landespokale gewonnen. Selbst bei der Deutschen Meisterschaft spielte man sich schon öfter bis ins Halbfinale vor. Viele jener Spieler sind auch heute noch Leistungsträger beim Demminer RV und konnten sich in die ersten Männermannschaften spielen, was für hervorragende Nachwuchsarbeit spricht. In jüngster Zeit ist der Demminer Radballverein durch den Gewinn der Landesmeisterschaften im Männerbereich auch immer wieder bei den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga vertreten. Fast ununterbrochen seit 1999 fahren Mannschaften des DRV zu den Turnieren und verpassten teilweise nur knapp das Finale. Erstmals nach der Wende konnten die Demminer 2008 mit Maik Selent und Christian Schienmann in die 2. Bundesliga aufsteigen. Dort behaupteten sie sich bis zur Saison 2013/2014. Zur Saison 2018/2019 schaffte Maik Selent mit seinem neuen Partner Sascha Michala erneut den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Erfolge

Historie der ersten Mannschaft Saison Platz Liga Spieler 1990/91 3. Platz Oberliga (III) T. Panzer/K. Dubbert 1991/92 8. Platz Oberliga (III) T. Panzer/K. Dubbert 1992/93 2. Platz Verbandsliga (IV) T. Panzer/K. Dubbert 1993/94 1. Platz Verbandsliga (IV) T. Panzer/K. Dubbert 1994/95 4. Platz Oberliga (III) T. Panzer/K. Dubbert 1995/96 6. Platz Oberliga (III) T. Panzer/K. Dubbert 1996/97 2. Platz Verbandsliga (IV) T. Panzer/K. Dubbert 1997/98 4. Platz Oberliga (III) T. Panzer/K. Dubbert 1998/99 3. Platz Oberliga (III) R. Kriemann/M. Schmidt 1999/2000 4. Platz Oberliga (III) R. Kriemann/M. Schmidt 2000/01 2. Platz Oberliga (III) S. Redmann/C. Schienmann 2001/02 1. Platz Oberliga (III) S. Redmann/C. Schienmann 2002/03 1. Platz Oberliga (III) S. Redmann/C. Schienmann 2003/04 2. Platz Oberliga (III) S. Redmann/C. Schienmann 2004/05 1. Platz Oberliga (III) S. Redmann/C. Schienmann 2005/06 1. Platz Oberliga (III) S. Redmann/H. Krumbholz 2006/07 1. Platz Oberliga (III) S. Redmann/H. Krumbholz 2007/08 2. Platz Oberliga (III) S. Redmann/H. Krumbholz 2008/09 8. Platz 2. Bundesliga Nord (II) M. Selent/C. Schienmann 2009/10 8. Platz 2. Bundesliga Nord (II) M. Selent/C. Schienmann 2010/11 9. Platz 2. Bundesliga Nord (II) M. Selent/C. Schienmann 2011/12 3. Platz 2. Bundesliga Nord (II) M. Selent/C. Schienmann 2012/13 8. Platz 2. Bundesliga Nord (II) M. Selent/C. Schienmann 2013/14 11. Platz 2. Bundesliga Nord (II) M. Selent/C. Schienmann 2014/15 2. Platz Oberliga (III) M. Selent/C. Schienmann 2015/16 2. Platz Oberliga (III) M. Selent/C. Schienmann 2016/17 1. Platz Oberliga (III) M. Selent/C. Schienmann 2017/18 1. Platz Oberliga (III) M. Selent/C. Schienmann 2018/19 3. Platz 2. Bundesliga Nord (II) M. Selent/S. Michala 2019/20 - 2. Bundesliga Nord (II) M. Selent/S. Michala 2020/21 - 2. Bundesliga Nord (II) M. Selent/S. Michala 2021/22 14. Platz 2. Bundesliga Nord (II) M. Selent/S. Michala 2022/23 1. Platz Oberliga (III) M. Selent/S. Michala 2023/24 1. Platz Oberliga (III) M. Selent/T. Selent 2024/25 1. Platz Oberliga (III) M. Selent/T. Selent 2025/26 1. Platz Oberliga (III) M. Selent/T. Selent 2026/27 . Platz Oberliga (III) grün unterlegt: Landesmeisterviolett unterlegt: Aufstieg in die Oberligagelb unterlegt: Spielzeit auf nationaler Ebenerot unterlegt: Abstieg

Auf Grund der begrenzten Aufzeichnungen können nicht alle Erfolge aufgeführt werden.

In der Saison 2006 wurde die erste Mannschaft des Demminer RV 1929 Redmann/Krumbholz als beste Mannschaft des Landkreises Demmin ausgezeichnet.

Ligazugehörigkeit der ersten Mannschaft

National Aufstiegsspiele 1. Bundesliga 2012: Halbfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 5. Platz 2019: Halbfinale - Maik Selent / Sascha Michala - 6. Platz

2. Bundesliga 1963: Franz Krumrey / Günter Landt (DDR) 2009: Maik Selent / Christian Schienmann - 8. Platz (Gruppe Nord) 2010: Maik Selent / Christian Schienmann - 8. Platz (Gruppe Nord) 2011: Maik Selent / Christian Schienmann - 9. Platz (Gruppe Nord) 2012: Maik Selent / Christian Schienmann - 3. Platz (Gruppe Nord) 2013: Maik Selent / Christian Schienmann - 8. Platz (Gruppe Nord) 2014: Maik Selent / Christian Schienmann - 11. Platz (Gruppe Nord) 2019: Maik Selent / Sascha Michala - 3. Platz (Gruppe Nord) 2020: Maik Selent / Sascha Michala - ohne Wertung (Gruppe Nord) 2021: Maik Selent / Sascha Michala - ohne Wertung (Gruppe Nord) 2022: Maik Selent / Sascha Michala - 14. Platz (Gruppe Nord)

Aufstiegsspiele 2. Bundesliga 1962: Finale - Franz Krumrey / Günter Landt - Aufstieg (DDR) 1982: Finale - - 5. Platz (DDR) 2003: Halbfinale - Steffen Redmann / Christian Schienmann - 4. Platz 2004: Halbfinale - Mario Knuth / Sven Minasch - 5. Platz 2005: Halbfinale - Steffen Redmann / Christian Schienmann - 2. Platz Finale - Steffen Redmann / Christian Schienmann - 5. Platz 2006: Halbfinale - Steffen Redmann / Henrik Krumbholz - 4. Platz 2007: Halbfinale - Steffen Redmann / Henrik Krumbholz - 5. Platz 2008: Halbfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 1. Platz Finale - Steffen Redmann / Maik Selent - 2. Platz (Aufstieg) 2017: Halbfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 4. Platz 2018: Halbfinale - Maik Selent / Sascha Michala - 3. Platz Finale - Maik Selent / Sascha Michala - 1. Platz (Aufstieg) 2019: Halbfinale - Christian Schienmann / Torsten Selent - 6. Platz 2023: Halbfinale - Maik Selent / Sascha Michala - 2. Platz Finale - Maik Selent / Sascha Michala - 3. Platz (Aufstieg) 2024: Halbfinale - Christian Schienmann / Torsten Selent - 5. Platz

Deutsche Meisterschaft Nachwuchs Viertelfinale Junioren: 1994, 1995, 1996, 1999, 2000, 2002, 2003 (zwei Teams), 2005 Jugend: 1998, 2002 (zwei Teams), 2003, 2012, 2013 Schüler A: 1999, 2000, 2002 Schüler B: 1997, 1998 Halbfinale Junioren: 1994, 1996, 2000, 2002, 2003 Jugend: 1998, 2002 Schüler A: 2000, 2002 Schüler B: 1997, 1998

Deutschlandpokal Elite 2000: Achtelfinale - René Kriemann / Mathias Schmidt - 6. Platz 2002: Achtelfinale - Steffen Redmann / Christian Schienmann - 5. Platz 2003: Achtelfinale - Steffen Redmann / Christian Schienmann - 4. Platz Viertelfinale - Steffen Redmann / Christian Schienmann - 6. Platz 2004: Achtelfinale - Steffen Redmann / Christian Schienmann - 3. Platz 2005: Achtelfinale - Steffen Redmann / Christian Schienmann - 4. Platz 2006: Achtelfinale - Steffen Redmann / Henrik Krumbholz - 4. Platz 2007: Achtelfinale - Steffen Redmann / Henrik Krumbholz - 4. Platz 2009: Achtelfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 3. Platz Achtelfinale - Steffen Redmann / Henrik Krumbholz - 5. Platz 2010: Achtelfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 1. Platz Viertelfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 6. Platz 2011: Achtelfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 6. Platz 2012: Achtelfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 1. Platz Viertelfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 3. Platz 2013: Achtelfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 3. Platz 2014: Achtelfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 3. Platz 2017: Achtelfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 2. Platz Viertelfinale - Maik Selent / Christian Schienmann - 3. Platz 2019: Achtelfinale - Maik Selent / Sascha Michala - 2. Platz Viertelfinale - Maik Selent / Sascha Michala - 2. Platz Halbfinale - Maik Selent / Sascha Michala - 5. Platz 2020: Achtelfinale - Maik Selent / Sascha Michala - 1. Platz Viertelfinale - Maik Selent / Torsten Selent - 5. Platz 2023: Achtelfinale - Maik Selent / Torsten Selent - 3. Platz

Deutschlandpokal U23 2005: Viertelfinale - Manuel Femmer / Henrik Krumbholz - 4. Platz

Regional

Klasse Gold Silber Bronze Gesamt Amateure (inkl. DDR) 22 30 8 56 Junioren 8 10 1 19 Jugend (inkl. DDR) 9 13 3 25 Schüler A (inkl. DDR) 7 4 3 14 Schüler B 3 3 1 7 Gesamt 49 60 16 125

Bezirksmeister (bis 1990) (10×) Amateure: 1970–1972, 1976, 1983 (5×) Jugend: 1962, 1967, 1968, 1981 (4×) Schüler: 1987 (1×)

Vizebezirksmeister (bis 1990) (15×) Amateure: 1969, 1977–1980, 1982, 1983, 1987, 1988, 1990 (10×) Jugend: 1963, 1965, 1967, 1969 (4×) Schüler: 1971 (1×)

Bezirkspokalsieger (bis 1990) (1×) Amateure: 1986 (1×)

Landesmeister (ab 1991) (39×) Amateure: 1999, 2000, 2002–2008, 2017–2019, 2022–2026 (17×) Junioren: 1993–1996, 2002–2005 (8×) Jugend: 1994, 1998, 2000–2002 (5×) Schüler A: 1999, 2000–2002, 2007, 2009 (6×)